Dienstag, 8. September 2015

Rezension: "Witches of London - Vom Teufel geküsst" - L. R. Powell

entnommen bei randomhouse.de


Titel: Witches of London – Vom Teufel geküsst
Autor: L. R. Powell
Genre: Fantay
Verlag: cbj
Band: 1 von 2
Seiten: 480
Preis: 9,99€ (tb) / 8,99€ (eB)

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Die Beschreibung:
Glory und Lucas könnten unterschiedlicher nicht sein. Glory kommt aus einer Hexenfamilie und für sie steht fest: Sobald sich ihr Fae, ihre magische Fähigkeit, entwickelt hat, wird sie die Macht der Hexen wiederherstellen. Lucas weiß, dass er einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten wird – der Inquisition beitreten, um die Hexen in London zu maßregeln. Doch was dann geschieht, konnte niemand vorhersehen. Lucas entwickelt auf einmal selbst ein Fae und muss seine Loyalität gegenüber der Inquisition unter Beweis stellen. Glory erfährt, dass ihre Tante schon seit Jahren Informantin der Inquisition ist, um gegen einen sehr mächtigen und gefährlichen Hexenzirkel zu bestehen. Glory soll ihr dabei helfen, einen Hexenagenten in den Zirkel einzuschleusen – und der ist niemand geringerer als Lucas …
Die Rezension: 
Vielen Dank an cbj für das Rezensionsexemplar! Auf das Buch habe ich ziemlich lange gewartet.

Der Einstieg liefert viele Infos zu Glory und Lucas. Man erfährt so einiges über die Welt, die Situation und das Leben der beiden. Man könnte fast sagen, dass sie aus unterschiedlichen Welten kommen. Er ist ein reicher Spross aus einer Inquisitorenfamilie. Alle seine männlichen Vorfahren waren Inquisitoren und haben als solche auch hohe Ämter bekleidet. Lucas will natürlich in die Fußstapfen seiner Familie treten. 
Glory ist arm und lebt in einem Hexenzirkel, obwohl der eher einer normalen Straßengang gleicht – abgesehen von dem Quäntchen Magie, das ab und an für die Coups genutzt wird. Glory will sich noch mehr in den Zirkel einbringen, dafür müsste nur erst mal ihr Fae erwachen und sie zur Hexe machen. Das wünscht sie sich schon, seit sie denken kann und jeden Tag, den sie darauf warten muss, frustriert sie. 

So sind die beiden ein sehr ungleiches Paar. Sie haben nichts gemeinsam, bis auf die Tatsache, dass bei beiden am selben Tag das Fae erwacht – für Glory ein Grund zur Freude, für Lucas ein Albtraum. Ich muss sagen, dass mir die Episode etwas zu lang gedauert hat. Es war zum einen offensichtlich, dass es bald passieren musste und zum anderen wird es ja auch im Klappentext angesprochen. Die Episode nimmt nicht übermäßig viele Seiten ein, aber es hat sich für mich ziemlich gezogen und langsam angefühlt. 

Danach müssen beide erst mal mit ihren neuen Fähigkeiten klarkommen. So müssen beide feststellen, dass es nicht so ist, wie sie erwartet hatten und nun neue Probleme auf sie warten. 
Mit der Zeit erkennt Lucas, dass das Fae doch nicht so blöd ist und er kann sich langsam mit seinen Fähigkeiten anfreunden.

Mir gefiel, wie die Magie funktionierte. Es ist mal anders, als sonst und dadurch nicht so »klassisch langweilig«. In der Form habe ich es bisher noch nicht gelesen. Die Hexe muss einen Teil von sich in den Zauber weben, also Blut, Spucke, Haare o.ä. und verschiedene Stoffe mixen. Das fand ich teils etwas eklig, aber auch sehr kreativ. So kann man nicht mal eben einen Zauber aus dem Ärmel schütteln, meist bedarf es einiges an Vorbereitung.
Auch die Vermischung der modernen Welt mit der Inquisition fand ich echt gelungen. Es fiel mir zwar manchmal schwer, das Geschehen zeitlich einzuordnen, weil es einfach seltsam war, aber der entstandene Eindruck war es klasse. Wer sich ein bisschen mit der Hexenverfolung in Europa auskennt, wird einige Elemente wiederentdecken. 

Der Stil war ganz gut. Man kann sich schnell einfinden und hat immer ein gutes Bild von der Umgebung vor Augen. Die Beschreibungen sind nicht zu ausschweifend und immer passend. Von London habe ich allerdings nicht viel mitbekommen. Entweder kenne ich die Stadt zu schlecht, um die Orte wiederzuerkennen oder es hatte nicht mehr viel mit dem echten London gemeinsam. 
Mir ging es, wie schon geschrieben, recht langsam und auch etwas schwergängig voran, was aber auch daran lag, dass ich den Handlungsverlauf und den Handlungsort nicht so mochte. Erst kurz vor Ende hat das Buch es geschafft, mich zu fesseln. Allerdings hat das Ende meine Stimmung nicht mehr sehr heben können. 

Die Charaktere haben mich nicht wirklich angesprochen. Ich kam weder mit Lucas noch mit Glory wirklich zurecht, dabei wurden sie beide mit der Zeit sympathischer. Ich kann nicht genau festmachen, woran es lag. Vielleicht waren sie am Anfang des Buches schwer nachzuvollziehen, sodass ich auch später keinen wirklichen Draht zu ihnen fand? Die Entwicklung der beiden hat mir dann aber ganz gut gefallen, auch wie sie lernen miteinander auszukommen. Es war nicht immer leicht, aber sie zu sehen, wie sie gemeinsam ihre Probleme angehen, war dann doch ganz okay.

Fazit:
Leider hatte ich etwas anderes und mehr erwartet, als ich in diesem Buch gefunden habe. Davon einmal ab, erzählt es aber eine dennoch eine ganz interessante Geschichte. Die beiden Figuren müssen sich quasi selbst neu finden und mit der ganzen Situation zurechtkommen, wissen aber dabei nicht wirklich auf wen sie zählen können. Alles verändert sich mit einem Schlag und zwar nicht in die Richtung, die sie erhofft haben. 
Mit hat es trotz der tollen Ideen und der ungewöhnlichen Welt leider nicht vollends überzeugen können. 

Darum gibt es nur 3,5 von 5 Herzen!

eure Maria

Kommentare:

  1. Da mich der Klapptext so anspricht, steht das Buch eigentlich ziemlich weit oben auf meiner WuLi. Schade, dass es dich völlig überzeugen konnte, ich hoffe jetzt einfach mal, wenn ich es lese, dass ich die Charas mag ;)

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    1. Ja, ich hab den Klappentext einfach nicht gelesen, oder vor sehr langer Zeit und dann verdrängt. Dadurch kam eine etwas andere Erwartung zustande. Da du ja so grob weißt, was auf dich zukommt, wird es dir sicher leichter fallen, mit der Story warm zu werden =)

      Liebe Grüße
      Maria

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  2. Huhu liebe Maria! :)

    Ich habe das Büchlein gestern in der Post entdeckt und auch schon zu lesen begonnen. Mittlerweile bin ich so durch das erste Viertel durch und eigentlich recht angetan. Wie du schon erwähnt hast, finde ich die Art der Magieausübung sehr ansprechend und neuartig. Mit Lucas Welt komme ich sehr gut klar und ihn als Protagonist finde ich auch nicht schlecht. Mit der "Gangsterwelt" von Glory tu ich mir noch ein wenig schwer. Mal sehen wies weiter geht. ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hi Nina,

      ja, eben. Also mit Glorys Welt bin ich auch sehr lange nicht warm geworden. Es war einfach gar nicht meins ^^"
      Freut mich aber, dass du besser zurechtkommst als ich =)

      Liebe Grüße
      Maria

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  3. Hallo Maria,
    das Buch hatte ich mir schon vermerkt, nur so wirklich 100%
    neugierig war ich noch nicht. In deiner Rezension hast du sehr
    gut eingefangen, was die gefallen oder eben nicht gefallen hat.
    Jetzt bin ich unsicher, ob ich bei diesem Buch gut aufgehoben bin.
    Aber sowas muss man wohl selbst herausfinden. ;-)
    Schöne Rezi, danke dafür.
    Liebe Grüße,
    Hibi

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    1. Hi Hibi =)

      Danke =) Gern.
      Schade, dass ich dir die Entscheidung nicht wirklich erleichtert habe. Es ist sicher anders, wenn man weiß, was einen erwartet, aber ob es das ganze Buch besser macht? Es gibt durchaus spannende Aspekte, wie die ungewöhnliche Art der Magie. Was mich noch abgeschreckt hat, war das Ghetto bzw die "Gangsterwelt". Damit kam ich nicht so wirklich klar, muss man auch mögen. Vielleicht mal ins Buch reinlesen, oder nach noch mehr Rezis schauen?

      Liebe Grüße
      Maria

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  4. Huhu Maria,

    wenn man die Charaktere nicht leiden konnte, dann meistens auch das ganze Buch nicht oder? =/ Schade, dass es dir nicht so ganz gefallen hat, aber schön dass du dem Buch auch etwas schönes abgewinnen konntest. Selbst wenn es nur ein kleiner Teil ist. =)

    Liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Hi Leni,

      ja, es war schwierig, ich kam einfach nicht so ganz rein und das war dann echt ärgerlich. Da wartet man ewig auf ein Buch und dann so was. Das hab ich nun davon, wenn ich Klappentexte umgehe ^^"

      Liebe Grüße
      Maria

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