Mittwoch, 12. August 2015

Rezension: "Von wegen Liebe" - Kody Keplinger

entnommen bei randomhouse.de




Titel: Von wegen Liebe
Autor: Kody Keplinger
Genre: Love / Komödie
Verlag: cbt
Seiten: 371
Preis: 8,99€ (tb) / 7,99€ (eB)

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Die Beschreibung:
Das hat Bianca gerade noch gefehlt. Der eingebildete Wesley, dem alle Mädchen an ihrer Schule zu Füßen liegen, spricht sie an. Und hat die Stirn, ihr rundheraus zu sagen, dass er das nur tut, um an ihre hübsche Freundin ranzukommen. Schneller, als er denken kann, hat er ihre Cola im Gesicht. Auf so jemand fällt Bianca nicht rein. Aber als zu Hause alles schief geht, lässt sie sich doch mit ihm ein. Heimlich und völlig unverbindlich, versteht sich. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Oder?
Die Rezension:
Vielen Dank an cbt für das Rezensionsexemplar!
Das Buch habe ich schon seit einiger Zeit ausgelesen, aber die Rezi hab ich völlig verschwitzt. Deshalb die Verspätung, die aber nicht am Buch lag – das fand ich nämlich toll!

Es beginnt mit Bianca. Sie ist in einer Art Jugendclub mit ihren beiden Freundinnen. Eigentlich ist sie nicht der Typ für Partys und geht nur wegen ihrer Freundinnen mit, obwohl sie den ganzen Schuppen hasst. Wie immer hockt sie an der Bar und lässt alles über sich ergehen. Da taucht Wesley auf und quatscht sie an. Natürlich ist er nicht an ihr interessiert, sondern an einer ihrer Freundinnen. Um ein leichteres Spiel zu haben, redet er mit der Duff – die unattraktive fette Freund. Das ist in diesem Fall Bianca. Sie ist geschockt und würde ihn am liebsten umbringen. Stattdessen küsst sie ihn und merkt, dass er ihre Probleme abschalten kann. Oder zumindest verschwinden sie in den Hintergrund. Allerdings merkt Bianca, dass sie die Leere in ihrem Kopf gern öfter hätte, was sie trotz ihres Hasses wieder zu Wesley treibt. 

Den Einstieg fand ich in Ordnung. Man wird ziemlich schnell mit dem Thema Duff konfrontiert und lernt auch schnell Bianca kennen. Im ersten Moment dachte ich, dass ihre Freundinnen nur sie nur brauchen, um einen Chauffeur zu haben und eben eine Duff. Dieser Eindruck ändert sich aber schnell. Sie sind echte Freundinnen und gehen zusammen durch dick und dünn.

Die Charaktere haben mir echt gut gefallen, nachdem ich sie durchschauen konnte. 
Bianca ist zynisch, grausam ehrlich und vertritt sehr strickte Grundsätze. Man fragt sich, wie sie mit den anderen befreundet sein kann. Allerdings merkt man schnell, wie gern sie ihre Freundinnen hat, trotz deren Macken. Bianca selbst hat einige Probleme über die sie nur ungern redet. Ihre Mutter ist kaum noch zu Hause und Bianca ist überzeugt, dass bald die Scheidung folgt. Kurze Zeit später fängt ihr Vater – ein trockener Alkoholiker – wieder zu trinken an und sie weiß nicht, wie sie sich verhalten soll. Zu Hause geht alles den Bach runter. Bei dem ganzen Chaos kann ihr nur Wesley helfen, bei ihm kann sie alles ausblenden und muss auch nicht darüber reden. 
Wesley ist ein Playboy und eigentlich an allen Mädchen interessiert. Er ist cool und auch ein bisschen arrogant und bringt Bianca gern auf die Palme. Ich fand ihn lustig und habe ihre Wortgefechte echt genossen. Später erfährt man mehr über ihn, sodass er einem echt ans Herz wächst. Er wird klar, dass er nicht nur der coole Playboy ist, sondern auch bei ihm nicht alles rund läuft. Er nimmt Bianca wie sie ist, erträgt ihre Sprüche und akzeptiert, dass sie ihn nur zur Ablenkung nutzt. 
Auch die beiden Freundinnen fand ich gut umrissen. Sie sind sehr unterschiedlich. Jess ist lieb, naiv und ein Gutmensch. Sie könnte nicht einmal etwas Böses sagen. Meist ist sie gut drauf und ein Sonnenschein. Casey ist offen, ehrlich und etwas direkter. Sie merkt, dass mit Bianca etwas nicht stimmt und drängt sie, ihr zu erzählen was los ist. Doch Bianca blockt ab und entfernt sich immer weiter von ihren Freundinnen. 

Ich fand schön, dass es im Buch um mehr geht, als um die Liebesgeschichte, wie ich am Anfang befürchtet hatte. Es geht auch um Freundschaft, Probleme und Schubladendenken. Das Thema Duff begleitet einen durch das ganze Buch und Bianca muss erkennen, was es tatsächlich damit auf sich hat. Das fand ich ziemlich cool. 

Der Stil hat mir auch gut gefallen. Es geht flott voran und ist ziemlich spannend. Die Dialoge zwischen Bianca und Wesley habe ich förmlich aufgesaugt, Ich konnte das Buch stellenweise kaum aus der Hand legen oder habe weitergelesen, weil ich mehr von den beiden wollte. Am Ende war ich dann sogar deprimiert, als es vorbei war. Das Ende war toll, aber ich hätte noch 1000 Seiten mit den beiden lesen können, einfach ein cooles Gespann. 

Mir hat die Idee wirklich gut gefallen, vor allem, wie mit den einzelnen Themen und Problemen umgegangen wurde. Biancas Lösung mit Wesley zu schlafen um nicht mehr über zu Hause nachdenken zu müssen, war nicht wirklich clever, zumal sie sich damit Ärger mit ihren Freundinnen einhandelt. Sie stolpert somit ein paar Mal, bis sie richtig laufen kann. Das fand ich aber nicht schlecht, da man es gut auf die eigene Person übertragen könnte. Manchmal verrennt man sich eben, wenn man einem Problem aus dem Weg gehen will und macht es sogar schlimmer. Ich konnte Biancas Beweggründe teils ziemlich gut nachvollziehen. Manchmal will man sich eben seinen Problemen nicht stellen, sondern lieber weglaufen. Dummerweise holen sie einen immer wieder ein. 

Fazit:
Ein tolles Buch, dass mich gut unterhalten konnte. Ich liebe die Dialoge und mag, wie sich am Ende alles gefügt hat. Das Thema Duff wurde immer wieder aufgegriffen und gut eingearbeitet. Ich habe das Buch gern gelesen und mit Bianca und Wesley mitgefiebert. 
Es ist keine klassisch-romantische Liebesgeschichte, sondern anders. Genau das mochte ich daran!
Leseempfehlung!

Von mir gibt es 4 von 5 Herzen!

eure Maria

1 Kommentar:

  1. Hey,

    eine sehr schöne Rezi :) Kenne das Buch noch nicht.

    Liebe Grüße,
    Tanja

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