Donnerstag, 16. Juli 2015

Filmkommentar: "Seventh Son"




Titel: Seventh Son

Genre: Fantasy/ Action
Darsteller: Jeff Bridges, Ben Barnes, Julianne Moore, Alicia Vikander
Länge: 102 Minuten




Ich hatte auf einen epischen Fantasy-Film gehofft, den ich auch zum Teil bekommen habe, allerdings baut er zum Ende hin ziemlich ab.




Die Handlung...
... beginnt damit, dass eine Hexe eingesperrt wird. Nach vielen Jahren schafft sie es dann aber, aus ihrem Gefängnis auszubrechen. Sie macht sich auf den Weg, um ihren einstigen Geliebten, Gregory, der sie eingesperrt hat, zu töten. Dabei geht allerdings Gregorys Lehrling drauf, weshalb er sich schnell nach einem neuen umsehen muss, um die Hexe besiegen zu können. Dazu hat er aber nicht viel Zeit, da bald der Blutmond ansteht und die Hexe dann noch mächtiger wäre. 
Als Lehrling kommt nur der siebte Sohn eines siebten Sohnes infrage, da dieser sieben mal stärker ist, als ein normaler Mensch. Der Junge den er findet, sieht erst einmal wie ein Verlierer aus und Gregory glaubt auch nicht, dass er irgendwas taugen könnte. Doch Tom beißt sich durch und will ein Spook werden. 

Spooks sind quasi Geister- bzw. Hexenjäger. Sie töten alles, was nicht Mensch ist und werden so oft beauftragt Probleme aus der Welt zu schaffen. Meist sind sie sehr gute Kämpfer und haben einige Tricks auf Lager. Sie führen ein ganzes Arsenal mit sich herum, mit dem sie für alles gerüstet sind. So als Job stelle ich mir das ganz cool vor, nur ist die Lebenserwartung nicht allzu hoch. 

Plus bei dem Film waren die Landschaftsaufnahmen. Das hat dem Ganzen meiner Meinung nach viel Atmosphäre gebracht und einen auch in eine wehmütige Stimmung versetzt. Auch die Wesen fand ich sehr gut gestaltet, auch wenn sie teils etwas eklig aussahen. Zumindest hatte man so das Gefühl, sich wirklich in einer Fantasy-Welt zu befinden. Am coolsten war der Wald der Geister. Da hatte ich auch eine leichte Gänsehaut. 
Die Musik war nicht so markant, dass sie mir noch nach einer Woche noch im Ohr ist, aber der Score wird die Grundstimmung gut untermalt haben, wenn auch eher dezent.

Auch hier war der 3D-Effekt eher schwach. Die Raumtiefe ist da und bei den Landschaftsansichten hat man schon das Gefühl, durch ein Fenster in eine andere Welt zu schauen. Aber ansonsten hält sich der Film ziemlich zurück. Es gibt auch keine Stelle mit Pop-outs, an die ich mich spontan erinnern könnte. Insgesamt kann man gut auf das 3D verzichten und sich besser die günstigere 2D-Version zulegen. 

Die Charaktere... 
... konnten mich nur teilweise überzeugen.
Gregory ist raubeinig und nicht grad der netteste Kerl auf der Welt. Er nimmt den Jungen ziemlich hart ran und hat offensichtlich etwas gegen Schwäche. Dafür ist die erneute Bedrohung durch Mutter Malkin auf seinen Mist gewachsen, da er sie nicht getötet, sondern nur eingesperrt hat. 
Jeff Bridges fand ich eine sehr gute Wahl, er hat den grummeligen Lehrer/Krieger sehr gut rüber gebracht. 
Auch Ben Barnes konnte als Schüler Tom punkten, auch wenn nicht ganz klar ist, ob Tom jetzt wirklich ein Spook werden will, oder eher nicht. Er hatte Visionen von Gregory und wusste schon seit langem, dass er irgendwann geholt werden würde. Viel kann er noch nicht, außer Messer werden, aber selbst das erfordert noch einiges an Training. Er wirkt unbeholfen und naiv. Ich konnte ihn mir nicht wirklich als Spook vorstellen, da wirkte der vorhergehende Lehrling schon kompetenter. 
Mutter Malkin mochte ich nicht wirklich, was aber nicht an ihrem Job als böse Hexe lag, sondern an der Schauspielerin Julianne Moore, irgendwie konnte ich mich nicht mit ihr anfreunden, auch wenn sich nicht schlecht gespielt hat. Mutter Malkin ist dennoch ein seltsamer Charakter und man weiß nicht, ob sie die Welt beherrschen oder einfach nur Gregory eins reinwürgen will. Sie war auch diejenige, die mich nicht von sich überzeugen konnte, da ihre Motive nicht eindeutig waren. 
Auch mit Alice habe ich mich schwer getan. Sie will Tom um den Finger wickeln, also ist klar, dass sie garantiert zu den Bösen gehören muss. Aber wie es nun mal so ist, zweifelt sie dann an den Motiven der Anführerin und überlegt, auf welcher Seite sie wirklich steht. Ihr Part war ziemlich vorhersehbar und eher langweilig. 

Da ich die Bücher nicht kenne, kann ich leider nicht sagen, inwiefern die Umsetzung buchgetreu ist, oder nicht. Einige Recherchen haben aber ergeben, dass diverse Details schon anders sind. Zumal es sich um eine 13-teilige Reihe handelt, gehe ich davon aus, dass vieles angepasst wurde oder auf andere Bücher vorgegriffen wurde. Aber alle Angaben ohne Gewähr. 

Spoiler!
Ein großes Manko war das Finale.
Es war nicht wirklich schlecht, aber zieht mir den ganzen Film ins Negative. Mutter Malkin wird als die fieseste und stärkste Hexe beschrieben. Alles läuft auf den Kampf mit ihr hinaus. Doch statt dass die Spooks gegen sie antreten, gibt es viele kleine Kämpfe gegen die anderen Wesen und Mutter Malkin wird von ihrer Schwester angegriffen und beinahe getötet. Der Spook rammt ihr dann nur noch ein Messer in die Seite, um es wirklich zu beenden. Der Kampf der Hexen war auch nicht langweilig, aber man hat einfach drauf gewartet, dass ein großes Battle mit Mutter Malkin stattfindet. Sie dann so leicht zu erledigen, wird ihr nicht gerecht. 

Fazit: 
Ein Film, der mich am Anfang schon packen konnte, dann aber doch nicht überzeugen konnte. Es stecken gute Ideen drin, viele Aspekte, wie der Zusammenschluss der Bösewichte und den ihre Motive, werden gar nicht aufgegriffen. Sie sind einfach da und helfen Mutter Malkin. 
Der Film hat leider einige Schwächen, die die coole Fantasy-Welt nicht wettmachen kann. Zum Ende hin wirft er auch mehr Fragen auf, als er beantwortet. Leider nicht ganz so konsequent durchdacht. Da helfen die besten Monster nicht mehr. 

Viel Spaß beim Filmschauen!
eure Maria


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