Mittwoch, 17. Juni 2015

Serienkommentar: "Marvel’s Daredevil - Staffel 1"




Titel: Marvel’s Daredevil

Genre: Superhelden / Marvel / Action
Darsteller: Charlie Cox (Matt Murdock), Vincent D'Onofrio (Wilson Fisk), Elden Henson (Foggy Nelson), Deborah Ann Woll (Karen Page), Toby Leonard Moore (James Wesley), Vondie Curtis-Hall (Ben Urich)
Umfang: 13x 48-59 Minuten

Die Rezi ist größtenteils Spoilerfrei, wie immer werde ich aber auf die erste Folge eingehen und eventuell ein paar Hints geben. 






Die Handlung...
... konnte mich am Anfang direkt packen. Man lernt Matt Murdock kennen, der am Tag als rechtschaffender Anwalt unterwegs ist und nachts die Dinge auf eine andere Art regelt. Matt ist blind, allerdings merkt man das kaum. Er kann so gut hören, dass er eigentlich keine Augen braucht, Sehkraft würde ihn am Ende sogar ablenken. Auch seine restliche Wahrnehmung ist sehr gut ausgeprägt, sodass er trotz Blindheit ein sehr gutes Bild seiner Umgebung erschaffen kann. 
Von seiner geheimen Identität als maskierter Rächer weiß allerdings niemand. Am Tag tut er so, als wäre alles in Ordnung und erklärt etwaige Verletzungen mit blöden Ausreden, die er auf seiner Blindheit aufbaut. 

Zusammen mit Foggy Nelson eröffnet Matt eine kleine Kanzlei in Hell’s Kitchen. Entgegen anderer Firmen wollen sie sich für den kleinen Mann einsetzen und das Richtige tun. Foggy ist damit noch nicht ganz zufrieden, da er lieber direkt Geld verdienen würde, fügt sich aber in sein Schicksal. 
Kurze Zeit später taucht Karen auf. Oder eher: Sie wird neben einer Leiche gefunden und schwört, es nicht getan zu haben. Foggy und Matt nehmen sich ihrer an und wollen sie verteidigen. Dabei wissen sie noch nicht, dass dieser Fall ein kleines Teilchen einer viel größeren Sache ist. 

Somit liefert die erste Folge zum einen die Geschichte von Matt (in Auszügen) und zum anderen einen Teil des Grundplots, der sich später noch ausweiten wird. 
Vom Bösewicht bekommt man nichts mit, da der noch von seinem Handlanger vertreten wird. Allerdings wird man schon leicht in die Machenschaften der Gegner eingeführt und darf sich auf kommende Auseinandersetzungen freuen. 

Die Charaktere...
... mochte ich ganz gern. 
Matt ist an sich ein lieber, auch wenn er mir manchmal etwas verwirrt oder schüchtern vorkam, was er eigentlich nie war. Wenn er am Tag unter Leuten ist, lässt er den Blinden ein bisschen mehr raushängen, während er nachts beweist, dass er nicht auf seinen Blindenstock angewiesen ist. Diese Gegensätze machen ihn ganz interessant. Auch hat er beschlossen, die Stadt zu retten - ohne jemanden zu töten. Was nicht heißt, dass er die Typen nicht krankenhausreif schlagen kann. Man bekommt manchmal den Eindruck, dass er in den Kämpfen aufgeht und sein Vigilant-Dasein auch nicht aufgeben will. Wobei er immer wieder daran zweifelt, ob er wirklich das Richtige tut. So sucht er auch ab und an einen Pfarrer auf, mit dem er ab und an einige Fragen/ Belange diskutiert. 
Foggy ist eine gute Seele, auch wenn er am Anfang eher an Geld als an Ehre denkt. Er vertraut Matt und würde mit ihm alles durchstehen, auch eine Kanzlei, die Pleite geht. Man muss ihn einfach gern haben, auch wenn er sich manchmal um Kopf und Kragen redet. Foggy ist sehr offen und ehrlich, was ihn vielleicht nicht zum spannendsten aber immerhin sympathischsten Charakter macht.
Karen bietet später an, die Jungs in der Kanzlei zu unterstützen, damit sie ihre Schulden quasi abarbeiten kann. Sie ist eine Art Sekretärin, forscht aber bald in eigener Sache nach und verstrickt die Jungs in ihre Angelegenheiten. Ansonsten wirkt sie ein bisschen wie ein Mauerblümchen, kommt zudem auch etwas hilflos rüber, was es mit schwer machte, hinter den Charakter zu blicken. Denn eigentlich ist sie stark. Sie verbeißt sich in ihre Nachforschungen und lässt einfach nicht locker, verbündet sich mit einem Reporter und will um jeden Preis wissen, was vor sich geht. 

Der Bösewicht Wilson Fisk ist ganz anders, als andere Bösewichte. Er ist wohl einer der besten Bösewichte, die ich bisher gesehen habe, da er einfach viel Tiefe besitzt und viel Zeit darauf verwendet wurde, ihn darzustellen. So ist er nicht einfach nur böse, weil er’s kann, sondern weil er einen Traum hat, den er verwirklichen will, auch wenn er dabei etwas seltsame Wege einschlägt. Ich mochte ihn echt gern, auch wenn ich vor seinem ruhigen Auftreten Angst hatte. Er konnte jeden Moment explodieren, ohne dass man es ihm anmerkt. 

Aber auch weitere Nebencharaktere sind, wie die Hauptfiguren, sehr gut ausgearbeitet, auch wenn nicht alle so viel Tiefe besitzen wie Matt und Wilson. Aber zum Beispiel mochte ich Wesley, Wilsons rechte Hand, fast noch mehr als den eigentlichen Bösewicht. Er hat so etwas an sich, dass er auch gut als Kopf des ganzen durchgehen könnte. Bis zu einem gewissen Punkt fand ich ihn auch interessanter als Wilson. 

Sehr schön fand ich, wie Matts guter Hörsinn eingesetzt wurde. So sind in Kampfszenen oder an anderer Stelle die Geräusche lauter als normal und sehr markant. Es ist schwer zu beschreiben, aber man bekommt ein gutes Feeling dafür, wie Matt seine Gegner schlagen kann, denn die machen ziemlich viele Geräusche. Ob jetzt die Schritte, das Ticken einer Uhr oder ein Herzschlag betont wird. Ich fand diese Szenen sehr ansprechend. 

Was mir nicht so gefallen hat, war die Brutalität. Natürlich hat es einen Grund, wieso Matt später Daredevil genannt wird, dennoch waren mir die Kampfszenen zu blutig. Ich bin da definitiv ein Weichei und konnte auch kaum hinsehen. Die Szenen sollen schön synchronisiert sein, davon habe ich leider nicht viel mitbekommen. Ein bisschen weniger blutrünstig wäre mir lieber gewesen, was natürlich Geschmackssache ist. Ich hatte ja auch nichts gegen die Kämpfe an sich, ich hätte sie mir auch anschauen wollen, da Matt oft als sehr guter Kämpfer dargestellt wurde. Aber, wie gesagt: Weichei. 

Das Setting ist ziemlich düster, zumal viele Szenen logischerweise nachts spielen. Auch thematisch ist die Serie wesentlich düsterer als zum Beispiel Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D., was auch am Ton spürbar ist. Es ist insgesamt eher ernster, ab und an gibt es mal einen Spruch von Foggy oder ein Gespräch zwischen ihm und Matt, was die Stimmung etwas auflockert.

Am Anfang schaffte es die Serie, mich leicht zu fesseln. So haben wir schon ziemlich rege geschaut. Später verlor ich aber das Interesse daran. Ich hatte das Gefühl, dass es nur so ein bisschen vor sich hinplätscherte, dabei kann ich nicht einmal sagen, woran genau das liegt. Es ist nicht so, dass später nichts mehr passiert, im Gegenteil. Vieles wird aufgedeckt und der Bösewicht tritt immer häufiger auf. Auch der Plot ist an sich in Ordnung. Leider muss ich dennoch sagen, dass ich es etwas langweilig fand und auch nicht ganz am Ausgang der Staffel interessiert war. Ob ich mir die zweite Staffel anschauen werde, weiß ich noch nicht. 

Fazit:
Trotz der vielen Pluspunkte schaffte es die Serie nicht, mich völlig zu begeistern. Dennoch, wer gern Helden mag, die ihre Stadt beschützen wollen und obendrein noch coole Fähigkeiten haben, ist mit Daredevil sicher gut beraten. Es gibt Action, Fäustkämpfe, coole Bösewichte und einen soliden Plot. 

Viel Spaß beim Schauen!
eure Maria

Kommentare:

  1. Wir sind immer noch nicht über Folge 2 hinaus gekommen :( Es hat uns bisher echt so gar nicht gepackt. Da fehlt einem die Motivation, weiter zu schauen.
    Aber es kann einem ja nicht alles gefallen. :)

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    1. Bei uns war’s so, dass die ersten 5 Folgen schnell gingen und dann die Luft raus war. Ich weiß auch nicht, ob es sich gelohnt hat. Fisk als Bösewicht war echt klasse und gibt auch paar coole Folgen. Aber mir war’s manchmal auch langweilig und dann direkt wieder zu blutig. Bin hin und her gerissen ;)

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  2. Hey :)

    Dank dir habe ich gerade ein Netflix-Abo abgeschlossen... Ich war schon vorher am überlegen, ob sich das für uns lohnt, weil wir super gerne Serien schauen. Und dann haben wir erst letzte Woche Agents of SHIELD durchgesuchtet... Tja, so kommt eins zum anderen. :D

    Heute Abend wird dann mal in Daredevil reingeschaut. Ich hoffe, es gefällt mir. :)

    Ganz liebe Grüße und danke für den ausführlichen Serienkommentar! <3
    Kim

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    1. Hey,

      das wollte ich damit nicht bezwecken :D Aber Netflix hat auch Arrow (sehr zu empfehlen) und Grimm (auch toll) und noch viele andere Serien, ist zumindest einen Blick wert =) und wenn man alles durchgeschaut hat, kann man ja wieder kündigen.
      Oh S.H.I.E.L.D... da warte ich jetzt sehnsüchtig auf Staffel 3. Die ersten beiden waren sooo toll. Hast du schon Agent Carter geschaut?

      Viel Spaß damit. Ich hoffe, es gefällt dir besser, als mir =)

      Immer wieder gern! Ich hoffe, dass bald noch paar mehr kommen, bisher hab ich nur noch Flash kommentiert.

      Liebe Grüße
      Maria

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