Montag, 22. Juni 2015

Rezension: "Der Wille des Drachen" - Cinda Williams Chima

entnommen bei randomhouse,de




Titel: Der Wille des Drachen
Autor: Cinda Williams Chima
Genre: Fantasy
Verlag: blanvalet
Band: 3 von 5 
Seiten: 572
Preis: 9,99€ (tb) / 8,99€ (eB)

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Die Beschreibung:
Jahrzehntelang haben die Zauberer keine Kriege mehr gegeneinander geführt, aus Angst, einen mächtigen schlafenden Drachen zu wecken. Doch ein neues Zeitalter ist angebrochen, und das Städtchen Trinity muss sich auf einen Angriff gefasst machen. Noch dazu wird das »Herz des Drachen« gestohlen – ein magischer Stein, über den es heißt, dass er tödliche Waffe und zugleich Quelle aller Magie ist. Seph McCauley, Jack Swift und ihre Mitschüler rasen auf einen unausweichlichen Kampf zu. Sind sie bereit? Und was müssen sie für den Sieg opfern?
Die Rezension:
Vielen Dank Blanvalet, dass ich auch dieses Buch rezensieren durfte. Nach dem zweiten Band wollte ich schon wissen, wie es weitergeht und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. 

Es beginnt mit Jason, der sich, kurz nach den Ereignissen auf Second Sister, zu D'Orsay schleicht, um den geheimen Waffenhort zu finden. Doch sein Eindringen wird bemerkt und bei seiner Flucht stürzt er in eine Höhle. Dort findet er einen riesigen Schatz mit verschiedenen Steinen und Talismanen, ein Schwert, sowie das Drachenherz. Als der Berg beginnt einzustürzen, schnappt er sich so viel, wie er tragen kann und verschwindet. In Trinity übergibt er die Schätze, will das Drachenherz aber für sich behalten. Doch die Rebellen brauchen alles, was sie kriegen können, weshalb alles sicher in einer Kirche verwahrt wird. Ein Krieg steht bevor und sie müssen herausfinden, ob der Stein ihnen bei einem Sieg helfen kann, oder ob er sie alle vernichtet. 

Den Einstieg fand ich gut gewählt, auch wenn ich ein paar Seiten brauchte, bis mir wieder alles eingefallen war und vor allen: wer Jason ist. Es geht gleich spannend los, Jason befindet sich in Gefahr und hat noch dazu einen gewaltigen Schatz gefunden. Es ist zudem offensichtlich wie angespannt die Lage zwischen den Rosen und den anderen Weir-Gilden ist. D'Orsay hat ein Dokument, dass ihn zum Oberhaupt aller Gilden machen würde, was natürlich viele verhindern wollen und sich deshalb auf alles gefasst machen. 

Die Charaktere fand ich diesmal ein wenig anstrengend. Sie haben meiner Meinung nach nicht gemacht, was sie sollten. So kamen viele Fehler und falsche Entscheidungen zustande. 
Jason ist ein Zauberer, allerdings ein eher schwaches Exemplar, wodurch er im Schatten von Seph und Hastings steht. Er will sich beweisen, wichtige Aufgaben übernehmen, bekommt aber seiner Meinung nach nur langweilige Aufgaben ab, die nichts bewegen. So hofft er, durch das Drachenherz mehr Stärke zu erlangen, damit er endlich zeigen kann was in ihm steckt. Und ich dachte mir nur: Ganz blöde Idee, Kumpel. Jason hat mir oft Bauchschmerzen bereitet, ich hab nur drauf gewartet, bis er etwas Dummes tut. 
Seph ist ebenfalls ein Zauberer und gilt trotz seines Alters als einer der mächtigsten. Er taucht diesmal eher im Hintergrund auf und muss dafür sorgen, dass die Stadt sicher bleibt. So muss er die Grenze und die Leute überwachen, die Kirche mit dem Schatz schützen und dabei noch den Attentätern entgehen, die hinter ihm her sind. Um alles bewältigen zu können, greift er bald nach Zaubererfeuer, einer Art Droge, die die Aufmerksamkeit, sowie die Macht des Zauberers erhöht. Wie alle Drogen kann auch sie süchtig machen, weshalb seine Freunde ihm vehement davon abraten. Doch Seph muss aufmerksam bleiben, um alles händeln zu können. Auch hier habe ich oft den Kopf geschüttelt und mir Sorgen gemacht. 
Madison ist für mich immer noch kaum greifbar. Sie wird nach Hause gerufen, weil ihre Geschwister in eine Art Jugendheim gesteckt wurden. Da ihre Mutter als Vormund versagt hat, wird jetzt Maddie auf den Plan gerufen, um alles zu richten. In ihrer Heimatstadt ist sie allerdings bekannt, wie ein bunter Hund und das nicht im guten Sinne. Sie wurde als Hexe beschimpft, nachdem mehrere Gebäude einfach so in Flammen aufgegangen waren. Nun hofft sie, dass sich die Lage beruhigt hat und auch die Probleme zu Hause aufhören. Eigentlich will sie nicht zurück nach Trinity, da sie Angst hat, Seph weiterhin zu verletzen. Aber ihre Sehnsucht nach ihm und dem Drachenherz wächst jeden Tag. 

Die drei waren mir ein bisschen zu kompliziert. Ich hatte das Gefühl, dass sie nicht wirklich auf den Punkt kommen. Statt miteinander zu reden und sich zu helfen oder Hilfe anzunehmen, versuchen sie es allein zu lösen, was meist nie der richtige Weg ist. 
Da waren mit Ellen und Jack schon lieber. Auch diesmal kommen die Krieger nicht als zentrale Figuren vor, was ich schade fand, da ich gern mehr von ihnen gewusst hätte. Ich sollte unbedingt noch den ersten Band lesen. Versehentlich bin ich ja mit dem zweiten Band eingestiegen. 

Der Stil hat mir diesmal deutlich besser gefallen. Auf (sinnlose) Wiederholungen wurde größtenteils verzichtet. Man bekommt immer wieder Infos zu den Ereignissen aus den anderen beiden Bänden, aber die empfand ich nie als störend oder zu übertrieben. Auch fand ich das Buch wesentlich spannender als seinen Vorgänger, da gefühlt immer etwas passiert oder ein Konflikt auftaucht. Auch wenn ich Probleme mit den Handlungen der Figuren hatte, so haben sie diesmal viel gehandelt. Es gibt keine längeren Brücken, wo man auf Ereignisse warten muss. Und gerade zum Ende hin wird es immer spannender. 

Die Idee, die Welt und die Themen fand ich ziemlich gut. Die Problematik mit dem Drachenherz wurde mir etwas zu sehr in die Länge gezogen, auf dieser Ebene passiert nicht sehr viel, dafür ist an anderer Stelle mehr Betrieb. Die Jugendlichen sind auf sich gestellt und müssen eine ganze Stadt voll Menschen und Weir vor den Zauberern schützen. Dabei haben sie mit vielen Problemen zu kämpfen.
Es ist ein wenig klassisch, dass es in der realen Welt spielt und Zauberer, Krieger etc unentdeckt unter den Menschen leben. Kaum einer weiß von den Gilden, was an sich okay ist, da so viele Konflikte entstehen, aber es ist auch nicht wirklich etwas Neues. Meist sind die Probleme dann gleich: Kann ich es ihm/ ihr sagen oder nicht. Trotz allem gefällt mir das Setting und die Welt ganz gut. Ich hätte aber auch gern mehr darüber erfahren, wie Magie wirkt und wonach sich die Stärke richtet etc. Vielleicht wird das im ersten Band erklärt, aber das sind Details, die ruhig öfter einfließen könnten, da man sich ja nicht jedes Magiekonzept merkt. 

Das Ende fand ich wirklich gut. Das Finale ist ziemlich lang, dabei kommt aber keine Langeweile auf. Einiges hätte schneller laufen können, aber insgesamt fand ich es ziemlich gut umgesetzt und ich war immer mittendrin. 
Das Ende war dann bisschen zu offen nach meinem Geschmack. Die Problematik wird grob geklärt, trotzdem blieben mir zu viele Fragen offen, um das Ende wirklich rund zu machen. Es gibt ja noch zwei Bände, für mich war aber nicht ersichtlich inwieweit die Ereignisse an den dritten Band anknüpfen. Es klang eher so, als wären einfach noch zwei Bücher draufgesetzt worden, die nicht mehr viel damit zu tun haben. Aus diesem Grund bin ich mir auch noch nicht sicher, ob ich weiterlesen werde. 

Fazit:
Ein schöner solider Fantasy-Roman, der mich packen konnte. Leider bin ich nicht so gut mit den Charakteren klargekommen und einiges war mir dann zu offen. Die Welt und die Problematik gefiel mir aber gut und insgesamt bin ich sehr zufrieden. 

Von mir gibt es 4 von 5 Herzen!

eure Maria

Kommentare:

  1. Ist der Jason der selbe Jason wie im zweiten Band? Den lese ich gerade und finde ihn bisher ganz gut, obwohl ich nicht so mit Seph warm werde. Hast du den ersten eigentlich auch gelesen? Das werde ich wohl als erstes in Angriff nehmen bevor ich weiter lese. Und ich wusste gar nicht, dass das fünf Teile sind o.O

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    1. Derselbe =) Hab ich aber erst auch nicht gerafft :D
      Ja, Seph ist bisschen distanziert, bei ihm hatte ich auch meist ein komisches Gefühl.
      Nee, den hab ich nachgekauft, steht noch unangetastet im Regal. Da so viele Referenzen vorkamen, hatte ich eigentlich keine Schwierigkeiten, im dritten Band auch nicht.
      Also laut meinen Recherchen ist es eine Trilogie, die noch mal um zwei Bände erweitert wurde... as always. Das Ende ist mir für eine Trilogie zu offen... Zumal es dann mit anderen Leuten weitergeht. Ich bin nicht ganz überzeugt.

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    2. Hm, das klingt ja so, als ob man versucht hat, die Reihe wieder auszuschlachten. Hm... Naja, mal abwarten. Soll der Verlag denn die anderen auch übersetzen? Weißt du dazu schon was?

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    3. Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass die ersten drei Bücher bis 2008 erschienen sind und die neuen dann ab 2013 kamen. Also im Englischen. Inwieweit blanvalet auch den Rest verlegen will, weiß ich noch nicht.

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