Mittwoch, 27. Mai 2015

Wiederholungen in Büchern - wir alle lieben sie...

Hi ihr Lieben, 

nach meinem letzten Plauderpost zu den Synchronsprechern habe ich heute das schöne Thema "Wiederholungen". Gerade bei meinem aktuellen Buch stört es mich wieder so sehr, dass ich mal ein paar Worte dazu verlieren wollte. 

Es gibt ja verschiedene Arten von Wiederholungen. 
Beginnen wir mit Charaktereigenschaften
"Sie ist klein und hübsch und stark. Meist ist sie tollpatschig, aber hübsch, hatte ich schon erwähnt, dass sie stark und tollpatschig ist?"

So etwas kennen sicher die meisten von euch. Statt den Charakter ordentlich einzuführen und dabei zu beachten, dass man die entsprechenden Eigenschaften zeigt, wird eher über diese geredet. Und damit der Leser das nicht vergisst, wird das auch oft genug eingestreut. 

Das gleiche bei allgemeinen Charakterinformationen:
Dazu zählen z.B. Hintergrundgeschichten oder irgendwelche Ereignisse, die den Charakter sehr belastet haben oder sowas. Das hatte ich letztens bei Spinnentanz von Jennifer Estep auch wieder sehr oft. Sobald auf ein Ereignis eingegangen wurde, wurde direkt das andere noch erwähnt... Sehr nett, danke liebe/r Autor/in... 

Auch schön sind Handlungsinformationen:
Am besten noch aus dem gleichen Buch. Wie ich es liebe, wenn Abschnitte wiedergekäut werden, die man vor nicht allzu langer Zeit gelesen hat. Teils müssen dann ganze Passagen noch einmal zusammengefasst werden oder - auch schön - kurz vorm Finale gibt es dann noch einen Cut und das komplette Buch wird nochmal beschrieben. Ich habe das Buch gelesen, ich brauche diese Zusammenfassung nicht, Danke. 

Selbst wenn bei einem Folgeband am Anfang ein Überblick über das vorherige Buch gegeben wird, ist mir das meist zu viel. Einige Autoren nutzen dazu entweder die ersten Seiten, die man leicht überlesen kann. Teilweise werden aber einfach Infos eingebaut, die nicht einmal gut eingefädelt sind, die man aber auch nicht überspringen kann, da gerade etwas wichtiges für das aktuelle Buch passiert. 

Schön finde ich da Autoren, die eine Zusammenfassung vorn oder hinten ins Buch packen und dann kaum noch wiederholen. 

Ich habe ja nichts gegen Verweise, aber bei wirklich sinnlosen Wiederholungen fühle ich mich, als würde der Autor mit einer Zeitung o.ä. neben mir stehen und mir dann bei jeder Wiederholung auf den Kopf hauen und rufen: "Checkst du’s jetzt endlich? Na? Na? NA???" Frau Estep ist wirklich so eine Autorin, die einfach alles immer wieder wiederholt. Bei ihrer Mythos Academy-Reihe kam es mir teilweise so vor, als hätte sie die Charakterbeschreibungen einfach aus dem vorherigen Buch kopiert und dann wieder eingefügt. 

Ich meine, es ist ja schön, wenn einem auf die Sprünge geholfen wird - ich bin auch jemand der gern mal was über einen längeren Zeitraum vergisst... - aber dieses permanente Wiederholen muss doch wirklich nicht sein. 
Es mag dumme Leser geben, aber der Großteil wird sich sicher merken können, wie der Charakter drauf ist und was im Buch passiert ist, sodass man auf einen Teil der Wiederholungen getrost verzichten kann. 

Wie steht ihr denn zu Wiederholungen? Ist euch auch schon ein Autor untergekommen, der es nicht lassen konnte, euch laufend die gleichen Infos zu liefern? 

Liebe Grüße
eure Maria


 

Kommentare:

  1. Schöner Post!

    Ja, bei den Büchern von Jennifer Estep ist mir das auch extrem aufgefallen...wie oft sie gesagt hat, dass die eine Schuldgefühle hat...noch einmal und ich spring im Rechteck dachte ich mir...

    LG

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    1. Huhu,

      Danke =)
      Ja, oder? Jedes Mal die gleiche Leier... Bei Elemental Assassin gings ja um die Schwester, dass sie Rache üben will und noch was. Sobals eines der drei "Themen" angesprochen wurde, mussten die anderen glatt nochmal erwähnt werden... Ich hoffe, es wird besser. Die Wiederholungen schrecken mich bei ihr inzwischen etwas ab...

      Liebe Grüße
      Maria

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  2. Huhu,
    interessanter Post. Aktuell bin ich auch an einer Reihe dran, die mich oft damit nervt, dass ständig wiederholt wird, was in den vorigen Bänden passiert ist. Das finde ich einfach mega nervig. Eine kleine Zusammenfassung am Anfang des Buches zu den Vorgängern finde ich super, da man so selbst für sich entscheiden kann, ob man noch einmal eine Erinnerungsanrege braucht oder nicht. Leider machen das viel zu wenig Autoren.

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Huhu,
      danke!
      Jaaaa, das ist ätzend... Ab und an mal ein Hint, damit man nicht komplett auf dem Schlauch steht (was nach langen Pausen ja sein kann) ist okay, aber ständig nochmal wiederholen und wiederholen muss echt nicht sein.
      Genau, oder eben eine eher seichte Szene, in der alles nochmal runtergebetet wird, bevor es richtig los geht, geht auch. Wobei das auch sinnfrei ist, da kann direkt eine Zusammenfassung schreiben ^^ Vielleicht liegt da das Problem beim Autor, eigene Werke zusammenfassen ist noch schwerer, als fremde...

      Liebe Grüße
      Maria

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  3. Bei sehr komplexen Büchern, zwischen denen über ein Jahr vergangen ist, kann es schon ganz hilfreich sein. Zu viele Wiederholungen, was bisher geschah, finde ich aber auch nervig.
    Naja, und immer gleiche Protagonistinnen... schnarch! Diejenigen, die mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben, sind da tatsächlich anders und individuell.

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    1. Ja, klar, das sage ich ja nicht. Aber bei Brandon Sandersons Wälzer-Trilogie "Nebelgeborene" gibt es auch eine direkte Zusammenfassung der Ereignisse hinten im Buch. Fand ich sehr gut. Und natürlich ein paar dezente Hinweise im Text. Das ist vielleicht auch eine Kunst, so zusammenfassen, dass es sinnvoll und nicht nervig ist.
      Jau, das stimmt definitiv. Am besten ist immer, wenn sie dann auch noch etwas außergewöhnliches sind/ machen.

      Liebe Grüße
      Maria

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  4. Bei Mythos ist mir das auch schon aufgefallen, dabei bin ich erst bei Band 3... wirklich etwas nervig.
    Und im Vergleich zu Harry Potter schon echtes Kontrastprogramm!
    Liebe Grüße,
    Celina

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    1. Oh ja Mythos. Den zweiten Band fand ich deshalb sooo doof, dabei ist die Handlung ja echt super. Ich mag die Reihe, aber durch die Wiederholungen hat man da so einen bitteren Beigeschmack, finde ich. Ohne das alles wäre es noch wesentlich besser.

      Liebe Grüße
      Maria

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  5. Wenn es schon länger her ist, dass man den Vorgänger gelesen hat, dann finde ich es super, wenn man noch mal eine Zusammenfassung bekommt. Schlimm ist es aber dann, wenn man die Bücher hintereinander liest. Da hätte ich jetzt als Beispiel auch die Mythos Academy genannt. Vor Band 2 hatte ich Band 1 extra noch mal gelesen, damit ich wieder weiß, was passiert ist, aber eigentlich hätte ich mir das Buch ganz sparen können, wenn man bedenkt, wie viel da noch mal wiederholt wurde. Sowas ist echt nervig!

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    1. Ja, klar. Es hat immer Vor- und Nachteile. Ich hab nur manchmal das Gefühl, dass einige Autoren nicht raffen, wo die Grenze von hilfreich zu nervig ist ^^"
      Jup, gerade bei der Reihe ist es extrem. Band zwei habe ich nur wegen der Wiederholungen gehasst. Plot war ja gut, nur wurde vor allem der Plot vom ersten wiederholt und das war total doof...

      Liebe Grüße
      Maria

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  6. Hallöchen!

    Ein tolles Thema für einen Post. Erst letztens habe ich mich über so etwas auch aufregen müssen! Gerade die Handlungswiederholungen finde ich am schlimmsten!
    Ich mag es auch am liebsten, wenn am Anfang des Folgebandes einfach noch einmal so ein Rückblick gegeben wird. Da kann man dann selbst entscheiden, ob man ihn lesen möchte oder ob man alles noch weiß und sofort weiterlesen möchte...
    Zum dem Beispiel, das mir letztens untergekommen ist: Da ging es um einen gemeinsamen Freund der beiden Protagonisten und dessen Mutter, die eine Frau für ihn sucht. Die weibliche Protagonistin war am Boden zerstört, weil die Mutter des Freundes sie überhaupt nicht in Erwägung gezogen hat, worauf der männliche Protagonist sie getröstet hat. Vielleicht 100 Seiten später unterhalten sich die beiden Protagonistin und die weibliche sagt dann sowas wie: "Wusstest du eigentlich, dass Fords Mutter eine Frau für ihn sucht?"
    Neee, das hat der männliche Protagonist bestimmt vergessen, nachdem sie ihn vollgeheult hat!
    Das ist aber wahrscheinlich nicht einmal mehr eine gewollte Wiederholung gewesen, sondern einfach nur Schusseligkeit...allerdings hätte das spätestens beim Lektorat auffallen müssen o.O
    Das Beispiel stammt übrigens aus "Kuss und Kuss gesellt sich gern" von Susan Mallery.

    Liebe Grüße
    Kate

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    1. Huhu,

      ja, es musste einfach mal gesagt werden :D Und es scheint ja auch einige anzusprechen!
      Genau, sehe ich auch so.
      Ach je... Ja, ich immer schön, wenn vergessen wird, dass der Leser ja dabei war. Wobei solche Fragen ja nochmal aufgegriffen werden können, um alle Figuren auf den gleichen Stand zu bringen. Der Leser fühlt sich da nur dezent verarscht ^^ Ist schwierig, einige sind wohl auch der Meinung, lieber viel zu wiederholen, statt gar nichts. Aber bei den Übersetzungen kann ein Lektor glaub auch nicht so viel machen und der Übersetzer schon gar nicht...
      Aber beim Lektorat muss man auf ziemlich viel achten, da kann sowas, gerade wenn man viele andere Baustellen hat, auch mal durchrutschen - ohne jetzt irwen in Schutz nehmen zu wollen. ;)

      Liebe Grüße
      Maria

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    2. Hallöchen,

      du hast natürlich recht damit, dass quasi alle Figuren auf dem gleichen Stand sein sollten, aber gerade bei meinem Beispiel war es eben so, dass alle Figuren dabei waren...sodass die Wiederholung einfach nur unnötig war und das finde ich dann sehr traurig :(
      Stimmt, da will man natürlich auch nicht alles aufs Lektorat schieben, die müssen ja auch so viel achten, aber es ist trotzdem ärgerlich, wenn sowas passiert. Egal ob wegen Lektor oder Autor...

      Liebe Grüße
      Kate

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  7. N'Abend:)
    Sehr amüsant geschriebener Post MIT GENIALEN GIFS! Bei sowas muss ich erst mal immer schmunzeln;)
    Das oben beschriebene Problem ist mir ehrlich gesagt noch nicht oft (negativ) aufgefallen, was aber vor allem daran liegt, dass ich nicht unbedingt konsequent Reihen verfolge und alle Bände (in kurzer Zeit) lese.
    Oft liegt mehr Zeit dazwischen und dann sind Rückblenden oft sehr hilfreich.
    Das hatte ich auch bei dem dritten Band der "Elemental Assassin"-Reihe von Jennifer Estep. Ich kam super wieder rein, obwohl locker ein Jahr zwischen dem Lesen des 2. und 3. Bandes lag.
    Aber du hast schon Recht, Frau Estep kann das ganz gut mit nervigen Wiederholungen. Bei den ersten Bänden "Mythos Academy"-Reihe ist es mir auch an einzelnen Worten aufgefallen, wie "purpur" in Band 1...
    Auch das mit den Charaktereigenschaften ist ziemlich treffend formuliert, anstelle in dem Topf zu wühlen, in dem tausende von Facetten liegen nehmen viele die Gleichen, die ganz oben drauf liegen, weil sie schon so oft benutzt wurden.
    Aber das ist einfach dieser "Einheitsbrei", der fällt auch oft auf, wenn man mal verschiedene Klappentexte liest und gewisse Ähnlichkeiten feststellt.
    Gewiss nicht bei allen, doch manches mal denkt man sich schon, "huch, das kenn ich doch von irgendwo her". Wobei das natürlich nicht unbedingt etwas über die Qualität des Buches aussagt. Nur manchmal vergeht mir dann das Interesse:p
    Da gefällt mir dann die neue Reihe von Jennifer Estep schon ganz gut mit knallharter Protagonistin:3

    Alles Liebe
    Rubin:)

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    1. Hi Rubin,

      sei froh! Es ist echt nervig :D
      Wobei man Wiederholungen im Buch ja auch ohne die Verbundenheit zur Reihe bemerkt, wie eben die Charaktereigenschaften.

      Mythos mag ich total gern, aber den zweiten Band gar nicht, weil ich das Gefühl hatte, das viel nur copy&paste vom Vorgänger war. Da wurden ganze Charakterbeschreibungen wie von Logan übernommen, zumindest kam es mir so vor...

      Ja, das wäre zu einfach, mal bisschen kreativ zu werden ;) Man ist beim Schreiben bisschen zu fokussiert, aber beim Überarbeiten sollte einem dann doch auffallen, dass eine bestimmte Formulierung sehr oft vorkam. Oder vielleicht wollen sie es einfach so, lieber einen leichteren Stil oder bisschen mehr Einheitsbrei, damit es besser passt, wer weiß ;)

      Ich hatte das ne Zeitlang, als es überall nur noch Dreiecksgeschichten gab. Kam mir auch alles gleich vor und teils konnte ich die Bücher nicht mehr zuordnen oO

      Stimmt schon, ich les auch gerade den dritten Band ;)

      Liebe Grüße
      Maria

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  8. Huhu liebe Marie!

    Danke für diesen Post! Ich hab herzhaft gelacht und kam aus dem Nicken nicht mehr raus. Ich mag solche Wiederholungen auch nicht. Wenn ich wirklich nicht mehr weiß, worums geht, dann hol ich mir eine Zusammenfassung aus dem Internet oder flieg nochmal schnell durch die Seiten des Vorgängerbandes. Gut zu wissen, dass Frau Estep da ganz schön auf den Wecker gehen kann...ihre Mythos Trilogie hab ich schon länger auf meiner WuLi.

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Huhu Nina,

      freut mich, dass er dir so gut gefallen hat ^^
      Genau, mach ich auch so. Meist ist es mir aber schnuppe, weil man sowieso wieder irgendwie ins Buch findet und gerade durch die Wiederholungen schreckt es mich teilweise ab, vorher nachzugucken, wäre dann ja doppelte Wiederholung ^^

      Mythos sind aber 6 Bände ;) Da muss man sich echt in Geduld und Toleranz üben ;)

      Liebe Grüße
      Maria

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