Sonntag, 8. März 2015

Rezension: "Sonea - Die Königin" - Trudi Canavan

entnommen bei randomhouse.de



Titel: Sonea – Die Königin
Autor: Trudi Canavan
Genre: Fantasy
Verlag: Penhaligon/ Blanvalet
Band: 3 von 3
Seiten: 608
Preis: 19,99€ (HC) / 9,99€ (eB/ tb) / 13,-€ (br)
→ bei Amazon kaufen?

→ Rezi zu »Sonea – Die Hüterin«
→ Rezi zu »Sonea – Die Heilerin«







Die Beschreibung:
Sonea, die Schwarze Magierin von Kyralia, ist überglücklich, als ihr Sohn Lorkin von den Sachakanischen Rebellen freigelassen wird. Endlich wird er nach Hause zurückkehren. Aber zuvor verlangt der König von Sachaka, dass der junge Mann alle Informationen preisgibt, die er über die Verräterinnen hat. Doch Lorkin hat sich in eine der Rebellinnen verliebt und ist nicht bereit, sie auszuliefern. Der Sachakanische König droht, Lorkin sein Wissen mit Gewalt zu entreißen. Da bricht Sonea das oberste Gesetz für Schwarze Magier und verlässt Kyralia. Sie wird ihren Sohn nicht im Stich lassen – und hofft, dass ihr Eingreifen keinen Krieg auslöst …
Die Rezension:
Auch hier hat es etwas zu lange gedauert, bis ich den dritten Band begonnen habe. Mein Freund hat ihn mir vor einigen Monaten ins Regal gestellt (ja, wortwörtlich) und ich habe ihn ignoriert. Selbst als er mehrere Wochen auf meinem Nachttisch lag, konnte ich mich nicht dazu überwinden ihn anzufangen. Ich muss auch gestehen, dass ich nach dem Buch etwas enttäuscht war. 

Es beginnt beinahe nahtlos nach dem zweiten Band. In Kyralia wird Cery von Skellin verfolgt und hat kaum noch Schlupflöcher, in denen er unterkriechen kann. Sein letzter Ausweg ist die Gilde, bzw. die Tunnel darunter. Mit Col und Anyi versteckt er sich schließlich unterhalb der Gilde und hofft, dass Skellin nicht zu bald zu ihnen stoßen wird.
Sonea ahnt davon nichts, als sie mir Regin nach Sachaka aufbricht. Sie soll mit den Verräterinnen verhandeln und sich die Lage im Nachbarland genauer ansehen. Vor allem will sie aber ihren Sohn Lorkin wiedersehen und nach Hause holen. 
Lorkin wurde von den Verräterinnen freigelassen und zu Botschafter Dannyl zurückgebracht. Der König von Sachaka verlangt eine Aussage von ihm und will wissen, wo die Verräterinnen sich versteckt halten. Lorkin will aber die Geheimnisse nicht preisgeben, weshalb der König ihn einsperren lässt. 

Der Einstieg ist recht leicht, selbst wenn nicht mehr allzu viel vom vorherigen Band präsent ist. Schnell findet man sich wieder in die Handlung ein und die Erinnerungen kommen zurück. Auch gibt es immer wieder unaufdringliche Hinweise, die einen den Start erleichtern.

Die Charaktere finde ich alle in Ordnung. Sie alle sind gut ausgearbeitet und sehr markant beschrieben. Auch erleben sie alle besondere Dinge, entwickeln sich weiter und treffen schwere Entscheidungen, bei denen man mitfiebern sollte. Aber bei mir hat es nicht »klick« gemacht. Ich hatte ich Schwierigkeiten damit, sie in mein Herz zu schließen. Selbst bei Sonea, mit der ich schon eine Trilogie lang mitgelitten habe, erschien mir kaum greifbar. 
Der einzige Lichtblick war eigentlich Cery, da mir seine Entwicklung und sein Ärger mit Skellin schon leid tat. Er bekam immer weniger Hilfe und musste nun sehen, wo er blieb. Das war schon schade und traurig, bei seinen Passagen konnte ich noch am ehesten mitfiebern, auch wenn es dann etwas im Sand verlief. 
Die meisten Personen waren mir fast schon egal, sodass ich auch an spannenderen Stellen das Buch zuklappen und weglegen konnte. 

Das liegt vermutlich nicht an den Charakteren selbst, sondern an der Reihe. Sie hat mich ein wenig enttäuscht. Ich hatte mehr erwartet. Die neuen Arten von Magie sind ganz interessant und die Auseinandersetzungen innerhalb Sachakas spannend. Aber irgendwie konnte es mich nicht fesseln. Es dreht sich viel um Politik und die Machenschaften in den Gesellschaften – sowohl in Kyralia als auch in Sachaka. Damit habe ich, als ich die Trilogie anfing, nicht gerechnet. Schon im zweiten Band hing ich ein bisschen durch, da ich auch dort Probleme hatte fokussiert und interessiert zu bleiben. Ich dachte mit dem dritten Band wird es wieder besser. Immerhin stand das große Finale an, da die Verräterinnen einen Umsturz planten, aber selbst das konnte mich nicht mehr überzeugen. Ich habe es fast schon teilnahmslos zu Ende gelesen. 
Vielleicht sollte ich die Trilogie in ein paar Jahren noch einmal lesen. Die Ideen sind wirklich gut und die Themen auch wichtig, aber es scheint (noch) nicht das richtige für mich zu sein. 

Der Stil ist in Ordnung, man merkt, dass das Buch immer mehr Tempo gewinnt und es zum Finale hin gesteigert wird. Die Wechsel zwischen den Perspektiven sind gut und nicht zu übertrieben. Ich hatte nicht das Gefühl herausgerissen zu werden. Die Übergänge sind gut und die Perspektiven harmonieren schon miteinander. 
Gegen Ende hatte ich fast das Gefühl, dass entweder Stellen gestrichen worden sind oder die Autorin es plötzlich eilig gehabt hatte. Der gute Aufbau der verschiedenen Elemente wird etwas zunichte gemacht. 

Das Ende selbst ging gefühlt sehr schnell vorbei. Vieles wird in nur wenigen Seiten abgehandelt, als ob Vor- und Nachgeschichte wesentlich wichtiger wäre. Es muss nochmal alles aufgegriffen und beendet werden. So findet der Leser zwar ein in sich geschlossenes Ende vor, dass die losen Fäden abschließt und ein wenig Spielraum für mögliche folgende Ereignisse bietet, dennoch war es ein wenig unbefriedigend. 
Ich war auch froh, dass ich mit dem Buch durch war. Im selben Moment aber traurig, weil ich nach einem Buch von Trudi Canavan so etwas denke. 

Fazit:
Ich habe festgestellt, dass ich meine Erwartungen an die Autorin runterschrauben muss. Sie ist meine erste Fantasy-Autorin gewesen und hat mich mit »Die Gilde der Schwarzen Magier« echt für das Genre gepackt. Aus diesem Grund denke ich, dass meine Erwartungen unrealistisch sind. 

Schreiben kann sie wirklich gut und wer komplexe Fantasywelten, Magie und politische Verstrickungen mag, wird wirklich seinen Spaß mit der Trilogie haben. Es mag zwar eine Fortsetzung sein, behandelt aber ganz andere Probleme in einer ganz anderen Dimension. Man kann die beiden Trilogien nur schlecht miteinander vergleichen. Es mögen zwar die gleichen Personen sein, aber die Handlung ist erwachsen geworden, da ist es nur rechtens, dass Sonea inzwischen andere Sorgen hat. 

Dennoch gibt es von mir nur 3,5 von 5 Herzen.

eure Maria

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen