Samstag, 7. März 2015

Filmkommentar: "Into the Woods"




Titel: Into the Woods

Genre: Märchen/ Fantasy/ Musical
Darsteller: Emily Blunt, Anna Kendrick, James Cordon, Meryl Streep, Chris Pine, Daniel Huttlestone, Lilla Crawford, Tracey Ullman, Johnny Depp
Dauer: 124 Minuten





Ein Disney-Film und dazu noch ein Musical? Das musste ich einfach sehen! Leider war ich nach dem Film nicht mehr ganz so euphorisch wie vor dem Film.


Die Handlung... 
... umfasst ziemlich viele Personen und deren Wünsche. Das Grundthema ist eigentlich "Pass auf, was du dir wünschst" und dass nicht alle Wünsche das sind, was sie sein sollten. Der Bäcker wünscht sich ein Kind, Cinderella will auf den Ball, die Bäuerin will, dass die Kuh wieder Milch gibt und Rotkäppchen will durch den Wald zu ihrer Großmutter. 
Die Hexe taucht beim Bäcker und seiner Frau auf und erklärt ihnen, wie sie den Fluch lösen und ein Kind bekommen können. Dazu brauchen sie nur vier Dinge, die sie innerhalb von drei Tagen besorgen müssen. 
So kommt es, dass alle Figuren im Wald landen und immer mal wieder aufeinander treffen. 

Es passiert eigentlich immer etwas und die Figuren begegnen sich sehr häufig in diversen Kombinationen. Der Bäcker und seine Frau versuchen alles, um die vier Dinge - weiße Kuh, roter Umhang, goldener Schuh und maisgelbes Haar - zu bekommen. Der Bäcker will nicht, dass seine Frau ihm hilft und zieht allein los, muss aber schnell feststellen, dass es doch nicht so einfach ist. Er stolpert von einer Aktion in die nächste, was man gern beobachtet.

Der Aufbau des Films hat mir nicht so gut gefallen. Man könnte fast sagen, dass er aus zwei Teilen besteht. Den Ersten fand ich wirklich gut, sehr witzig und unterhaltend, der Zweite zog sich dann aber in die Länge und wollte gar nicht mehr aufhören. Die Thematik an sich fand ich okay, aber irgendwie konnte mich der zweite Teil nicht mehr fesseln, weshalb ich nach dem Kinobesuch auch etwas enttäuscht war. 

Ein paar Episoden fand ich völlig unnötig oder unverständlich. Einiges erschloss sich mir einfach nicht und führte dazu, dass ich einige Charaktere und den Film selbst nicht mochte. Ich hatte auch das Gefühl, dass ein paar Logikfehler auftauchten, zumindest wurde einiges, wie ich fand auch wichtiges, nicht geklärt. Das hat bei mir einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.

Ich hatte manchmal das Gefühl, dass der Film zu viel wollte. Es gibt eigentlich ein Grundthema, dann aber auch viele kleine Themen, Probleme und Konflikte, die alle irgendwie aufgegriffen und zusammengeworfen wurden. Es gibt so viele handelnde Personen, so viele Abschnitte, die zur Handlung beitragen sollen, es aber kaum tun. Es ist manchmal etwas durcheinander, wechselt logischerweise oft hin und her, schließlich muss jedes Thema irgendwie abgeschlossen werden. Mir war das manchmal echt zu viel. Die Hälfte der Themen hätte auch gereicht.

Die Charaktere...
... entwickeln sich über den Film hinweg. Alle halten sie an ihren Wünschen und Vorstellungen fest. Bald erkennen sie aber, dass die Dinge nicht so sind, wie sie erscheinen. Rotkäppchen will wirklich auf dem Weg bleiben und dem Rat ihrer Mutter folgen. Als sie auf den Wolf trifft beschwatzt er sie vom Weg abzukommen, um sich eine Blumenwiese anzusehen. Bald muss sie erkennen, dass selbst ein netter Wolf immer noch ein Wolf ist. 
Aber auch die anderen erfahren mehr über sich und dass es oft nicht so leicht oder eindeutig ist, wie man es gern hätte. 
Am besten gefallen hat mir der Bäcker, gespielt von James Cordon. Ihn kannte ich bisher nur aus Doctor Who umso mehr habe ich mich gefreut, ihn in diesem Film zu sehen. Er spielt seine Rolle wirklich gut. Der Bäcker ist eher unsicher und wirkt überfordert. Auch sind seine Methoden nicht immer die besten und er beginnt sehr an sich zu zweifeln, als er feststellt, warum ihn sein Vater verlassen hat. Er glaubt, selbst kein guter Vater sein zu können. 
Seine Frau, Emily Blunt, versucht ihm beizustehen und zu unterstützen. Sie packt die Dinge direkt an, ist aber sehr freundlich und keck. Zusammen ergeben sie ein gutes Paar, dass, wie ich fand, gut miteinander harmoniert hat. 
Meryl Streep als böse Hexe hat mir auch gut gefallen. Vor allem ihr Aussehen war sehr cool, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Sie ist selbstsüchtig und unheimlich. Ihr möchte man nicht im Dunkeln begegnen. 
Die beiden Kinder Jack, Daniel Huttlestone, und Rotkäppchen, Lilla Crawford, haben den Erwachsenen auch gern mal die Schau gestohlen. Ich fand die beiden echt gut. Sie wirkten sorglos und frisch, wie es bei Kindern sein sollte, auch wenn Jack sich nicht damit abfinden will, seinen einzigen Freund, die Kuh, zu verkaufen. Die beiden stehen auch für eine etwas andere Perspektive und bringen so immer wieder etwas Wind in den Trupp. 
Cinderella, Anna Kendrick, mochte ich auch sehr gern, auch bei ihr hab ich mich gefreut, dass sie dabei ist. Sie will unbedingt zum Ball und den Prinzen treffen, flüchtet dann aber. So wirklich weiß sie dann doch nicht was sie will und ist hin- und hergerissen. Ihre Entwicklung fand ich auch wirklich gut. 
Aber auch die anderen Schauspieler konnten ihre Rollen gut ausfüllen und haben zu ihnen gepasst. 

Ein großer Pluspunkt ist echt die Musik. Ich liebe die Lieder und die singenden Schauspieler. Es ist mal ernst, mal lustig mal traurig und trifft immer den passenden Ton. Es mag für den einen oder anderen zu viel sein, aber das sollte man eigentlich vorher wissen. Die Trailer waren nicht sehr eindeutig. Deshalb jetzt mein Hinweis: Wenn du Musicals nicht magst, solltest du ihn lieber nicht sehen. Für alle anderen: Es ist wirklich toll. Ich höre die Lieder immer noch hoch und runter. Am witzigsten war eindeutig "Agony", gesungen von den beiden Prinzen, ich hab mich gekringelt vor lachen. 

Die deutsche Übersetzung ist eher schwach, aber immerhin haben die den Gesang nicht synchronisiert, sondern nur als Untertitel übersetzt. Dabei wurde aber mehr Wert auf die Reime und nicht zwingend auf korrekte Übersetzung gelegt. Eine wörtliche Übersetzung hätte mir bzw. uns besser gefallen, als eine inhaltliche Übertragung. Einige Stellen haben dadurch überhaupt nicht mehr gepasst. Da waren die Reime wesentlich wichtiger, als das, was eigentlich gesagt wird. Zwischendrin habe ich nicht mitlesen können, weil es sehr schlecht war, an anderen Stellen war ich froh, mich orientieren zu können. 

Gut hat mir gefallen, dass sich an den Originalmärchen orientiert wurde. Das mag manchmal etwas grausam oder morbide sein, aber ich fand es ganz gut. 
Von einer Freundin weiß ich, dass es sich um eine Musical-Verfilmung handelt. Sie meinte, dass das Musical sehr gut und originalgetreu umgesetzt wurde. Wer das Musical kennt, wird vermutlich nicht enttäuscht werden!

Fazit:
Ich habe zwar viel auszusetzen, dennoch kann man ihn sich gut angucken, wenn man sich unterhalten lassen möchte. Man sollte vorher nur nicht vergessen, dass es ein Musical ist. Sie singen wirklich wirklich viel! 
Leider gibt es doch einige Schwächen, die es mir schwer gemacht haben, den Film zu mögen. Ich war eher enttäuscht gewesen und weiß auch nicht, ob ich ihn so bald nochmal sehen werde.

Aber Fans des Musicals werden auf ihre Kosten kommen und ihren Spaß daran haben. Ebenso Freunde von den Originalmärchen. Wenn man über ein paar Schwächen hinwegsehen kann, sollte dem entspannten Kinoabend nichts im Wege stehen.

Viel Spaß beim Filmschauen!

eure Maria

Kommentare:

  1. Huhu Maria :)

    ich wollte den Film auch noch sehen. Wollte warten bis es diesen auf DvD gibt.
    Ich liebe ja Märchen und alles was damit zu tun hat, daher bin ich total gespannt auf den Film. Die Vorschau lässt auch eher weniger erahnen, denke ich.
    Deine Meinung zum Film hört sich sehr interessant an, jetzt bin ich noch gespannter auf dem Film. Ich wusste gar nicht, dass es davon ein Musical gibt...

    Liebste Grüße Sine

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    1. Hallo Sine,

      ah okay. Man muss ja auch nicht jeden Film im Kino gucken. Bei diesem würde ich das auch abwägen. DVD-Release momentan ist der 25. Juni =)

      Ja, ich auch. Einige mehr als andere, da bietet Into the Woods schon eine gute Mischung. Du wirst bestimmt Spaß daran haben.

      Die Trailer fand ich eher mies, da erkennt man ja kaum, dass es sich um ein Musical handeln soll und wie alles zusammen hängt.
      Ich hoffe, ich hab dich nicht verschreckt. Es wäre für mich nur besser gewesen, wenn ich mehr über den Film gewusst hätte, dann hätte ich mich auf einiges besser einstellen können. Woran auch wieder die Trailer Schuld sind.

      Das war mir auch nicht bewusst, bis mich meine Freundin darauf hingewiesen hat =) Sie fand es wirklich toll, da sie das Stück selbst auch echt mag. Sie fand, dass die Umsetzung sehr gelungen sei.

      Liebe Grüße
      Maria

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  2. Hallo Maria,

    nach Deiner Beschreibung scheint es so ähnlich zu sein wie bei dem Kinofilm " Les Miserables" ..
    bis auf ganz wenig am Anfang wird auch nur gesungen..weil es halt auch einem Musical ist.

    Dabei haben da so tolle Schauspieler mit gemacht wie Hugh Jackman, Russell Crowe oder Anne Hathaway. Es war wirklich schön, aber auch sehr, sehr gewöhnsbedürftig ....wenn man bedankt das man im Kino sitzt.

    LG..Karin..

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    1. Hi Karin,

      ich freu mich echt, dass du so oft hier vorbei schaust =) Da macht das Posten gleich viel mehr Spaß, wenn ich weiß, dass es regelmäßige Leser gibt! (Das soll jetzt keine Verpflichtung sein! Ich freu mich nur.)

      An Les Miserables trau ich mich deshalb auch nicht ran. Ich hab den Film seit die DVD erschienen ist, aber bisher immer noch nicht angeguckt. Der geht sooo lang und dann das Gesinge... Da werd ich mich echt überwinden müssen. Interessieren tut er mich, aber ...
      Wenn du ihn gut fandest, werde ich ihn auf meiner Liste mal weiter nach oben setzen.

      Bei Into the Woods spielen ja auch viele coole Leute mit, die sehr gut singen können, aber es hat echt einige Schwächen. Die Lieder kann ich aber echt empfehlen, findet man bestimmt auf den üblichen Kanälen. Hör/ guck dir mal "Agony" an, das ist so witzig.

      Liebe Grüße
      Maria

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    2. Hallo Maria,

      Danke für das Kompliment, ich komme gerne auf Deinen Blog und lasse ich auch genauso gerne einen Kommentar mal da....augenzwickern.

      Mir hat Les Miserables schon so gefallen und manche Lieder hatte ich tagelang noch im Ohr....

      Aber es ist halt nach einem Musical gemacht...also singen, singen und nochmals singen..O.K. und es gibt die Untertitel zum Lesen. Wenn man sich das vor Augen führt, dann kommt man damit auch klar und alles ist gut.

      Also wenn Dir das passt..schau ihn Dir ruhig an .

      Schönen Sonntag und LG..Karin..

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    3. Hi Karin,

      =) das ist echt schön =)

      Ja, ich muss echt mal schauen, dass ich in anguckte. Es ist etwas peinlich, dass ich ihn seit Jahren ungesehen im Regal stehen habe... Vielleicht schau ich mal nach ein paar Liedern, um es besser einschätzen zu können =)

      Dir auch einen schönen Sonntag!
      Liebe Grüße
      Maria

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