Donnerstag, 19. März 2015

Filmkommentar: "Die Bestimmung - Insurgent"



Titel: Die Bestimmung - Insurgent

Genre: Dystopie, Action, Buchverfilmung
Darsteller: Shailene Woodley, Theo James, Kate Winslet, Jai Courtney, Ansel Elgort, Miles Teller, Naomi Watts
Dauer: 119 Minuten


→ Rezi zu »Die Bestimmung – Divergent«




Da waren wir extra bei der Vorpremiere und dann hat der Film uns nicht wirklich vom Hocker gehauen. 



Die Handlung ...
... unterscheidet sich schon etwas von der im Buch. Aber das war nach dem Trailer zu erwarten.
Tris und ein paar andere haben es zu den Amite geschafft. Dort planen sie, wie es weitergehen soll. Sie müssen die anderen Ferox finden und den nächsten Schlag gegen Jeanine planen. Leichter gesagt, als getan. Bei den Amite sind sie zwar in Sicherheit, haben aber auch nicht viel Handlungsspielraum, da die Fraktion weit abgeschnitten von den anderen angesiedelt ist. Zudem werden sie von Jeanine weiterhin gejagt. Die Anführerin der Ken will, dass alle Unbestimmten ausgeliefert werden. Hinzu kommt, dass sie eine Box gefunden hat, die nur von Unbestimmten geöffnet werden kann. Also braucht sie Testpersonen. Als die Ken und übergelaufene Ferox bei den Amite einfallen, müssen Tris und die anderen fliehen. Dabei geraten sie vom Regen in die Traufe und landen bei den Fraktionslosen. 

Die erste Hälfte des Films fand ich eher langweilig. Es geht recht langsam los. Tris, Four und die anderen sind auf der Flucht, rennen weg, prügeln sich und finden erstmal nicht ihr Ziel. Es passiert zwar was im Film, aber dennoch kam es mir eher langweilig vor. Irgendwie zog es sich bis zu den wirklich wichtigen Stellen des Films. Vorher wechselte sich (in meinen Augen) sinnlose Gewalt mit emotionalen Szenen ab, wovon letztere eher schlecht bei mir ankamen. 

Die zweite Hälfte des Films fand ich dann aber sehr gut und vor allem spannend. Jeanine und ihre Jagd nach dem perfekten Unbestimmten treiben den Film voran, ebenso die Pläne von Tris und Four und mögliche Bündnisse. Selbst wenn ich nicht so ganz verstanden habe, wieso ausgerechnet die Box wichtig ist - das ist der große Unterschied zum Buch und spielt im Film eine wichtige Rolle - finde ich die Idee aber gut umgesetzt. Der Unbestimmte muss fünf Simulationen erfolgreich abschließen, um die Box öffnen zu können. So begegnet man auch wieder dem bekannten Element aus dem vorangegangen Film/ Buch. 

Die Simulationen fand ich richtig richtig toll. Alle, ohne Ausnahme. Die Ideen dahinter fand ich super und die bildliche Umsetzung ist echt gelungen. Es gab ein paar interessante Effekte, die mich dann doch haben staunen lassen. Davon hätte ich gern mehr gesehen. 

Bei mir ist das Buch schon eine Weile her. Ich habe es im April 2013 gelesen und konnte mich aus diesem Grund an ziemlich wenig erinnern, was ich während des Filmschauens aber gut fand. So sind mir eventuelle Unterschiede gar nicht weiter aufgefallen - von der Box einmal abgesehen. Wie immer wurde einiges weggelassen und anderes eingefügt, damit sollte man rechnen. Aber grob hält sich der Film ans Buch. 

Die Charaktere ...
... wollte ich oft schlagen oder schütteln. 
Jai Courtney als Eric und Miles Teller als Peter leisten ganze Arbeit. Beide habe ich im ersten Teil schon zu hassen gelernt. Sobald ihre Gesichter auf der Leinwand auftauchten, wollte ich ihnen wehtun. In dem Punkt konnte ich Tris' Zorn echt nachvollziehen. Trotz all der Antipathie haben aber beide eine sehr gute Leistung erbracht. Wenn sie schlecht gespielt hätten, hätte ich sicher nicht so auf sie reagiert. 
Tris fand ich schwierig zu greifen. Sie leidet unter dem Tod ihrer Eltern, fühlt sich verantwortlich dafür und der Gedanke an ihren Freund Will, den sie erschießen musste, macht es nicht gerade besser. Nur äußert sich ihr innerer Konflikt entweder in Heulkrämpfen oder in Gewalt. So ein wirkliches Maß dazwischen gibt es nicht. Sie redet auch nicht darüber, was die Verarbeitung des Ganzen noch schwerer macht. Mich haben diese Extreme schon etwas gestört. Ich konnte ihr Verhalten nachvollziehen, aber eine Nähe zum Charakter konnte ich dadurch nicht aufbauen. Dennoch gut von Shailene Woodley umgesetzt. 
Tja und Four ist eben Four. Etwas in sich, schweigsam und nicht leicht zu knacken. Man bekommt nicht so viel von ihm mit. Bis auf seine Sorge um Tris erfährt man eigentlich nicht viel. Sein Konflikt mit seinem Vater taucht kurz auf, ist aber schon bekannt. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass er schmückendes Beiwerk war. Im Film selbst ist mir das aber nicht aufgefallen. Ich fand ihn gut gespielt. Theo James schaut man ja auch gern mein schauspielern zu. Aber so ein bisschen mehr Charaktertiefe wäre schön gewesen. Vielleicht kommt die im dritten Film. Im Buch sind diverse Kapitel aus seiner Sicht geschrieben. 
Aber auch Jeanine, gespielt von Kate Winslet fand ich echt gut. Kate Winslet mag ich eigentlich nicht so, aber als Anführerin der Ken macht sie schon was her. 

Den Score fand ich toll. Für den ersten Film wurde ja ein Song-basierter Soundtrack gewählt, diesmal haben sie sich aber für Instrumentalmusik entschieden, was dem Film einiges an Atmosphäre schenkt. Gegen Ende ist es mir sehr positiv aufgefallen und ich freue mich schon auf die CD. 

Das 3D war wirklich schlecht. Wir vermuten, dass der Film in 2D gedreht und dann nachbearbeitet wurde. Bei meinen Recherchen konnte ich dazu leider nichts finden. Aber immer wieder sahen belichtete oder spiegelnde Flächen merkwürdig aus. Davon einmal abgesehen, hat man von dem 3D außer beim Intro und Outro nichts bemerkt. Das Geld kann man sich also für einen anderen Film sparen. 

Fazit:
Ein Film mit einigen Höhen und Tiefen, einem eher schwachen Start, aber starken Ende. Ich schwanke noch mit meiner Meinung, werde ihn mir aber, wenn er auf DVD zu haben ist, holen. 
Eine interessante Buchverfilmung, die mit coolen Ideen glänzt, hin und wieder aber mal schwächelt. Wenn man darüber hinwegsehen kann, wird man gut unterhalten. 

Viel Spaß beim Filmschauen!

- hier gehts zu 3D Charakterpostern ;) Achtung: Beim Draufklicken kommt ein kleiner Clip und der ist extrem laut!

Liebe Grüße
eure Maria


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