Sonntag, 15. Februar 2015

Rezension: "Rette mich vor dir" - Tahereh Mafi

entnommen bei randomhouse.de




Titel: Rette mich vor dir
Autor: Tahereh Mafi
Genre: Dystopie
Verlag: Goldmann
Band: 2 von 3
Seiten: 410
Preis: 9,99€ (tb) / 8,99€ (eB) / 16,99€ (HC)



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Die Beschreibung:
Juliette ist die Flucht gelungen. Sie und Adam sind den Fängen des grausamen Regimes entkommen und haben Zuflucht gefunden im Omega Point, dem Stützpunkt der Rebellen. Hier gibt es andere wie sie mit übernatürlichen Kräften, und zum ersten Mal fühlt Juliette sich nicht mehr als ausgestoßene. Doch der Fluch ihrer tödlichen Berührung verfolgt sie auch hier – zumal Adam nicht länger völlig immun dagegen ist. Während ihre Liebe zueinander immer unmöglicher scheint, rückt der Krieg mit dem Reestablishment unaufhaltsam näher. Und mit ihm das Wiedersehen mit dem dunklen und geheimnisvollen Warner, hinter dessen scheinbar gefühlloser Fassade sich so viel mehr verbirgt, als es den Anschein hat ...
Die Rezension:
Vielen Dank an den Goldmann Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 

Es beginnt in Omega Poitnt. Juliette ist verzweifelt, weil sie ihre Kräfte nicht unter Kontrolle bekommt, es aber langsam mal schaffen muss. Statt zu üben, jammert sie nur rum. Omega Point braucht ihre Hilfe und die eines jeden, der besondere Fähigkeiten besitzt. Juliette ist längst nicht mehr allein, dennoch hat sie es noch nicht geschafft, sich mit irgendjemanden anzufreunden. Immer hin hat sie ja Adam. Leider sehen sie sich nicht so oft, wie sie es gern hätten. 
Als sich immer noch keine Erfolge abzeichnen, nimmt Kenji sie unter seine Fittiche, führt sie ein bisschen mehr in die Gemeinschaft ein und übt mit ihr. Sie ist ein jetzt ein wichtiger Teil von Omega Point und muss das auch einsehen. Nach einer Weile darf sie sogar an einer Mission teilnehmen, doch danach soll sich so einiges ändern.

Der Einstieg ist mir recht leicht gefallen. Juliette hat eine spezielle Art, ihre Geschichte zu erzählen. Was die Handlung anging, kam ich aber gut rein. Nach und nach konnte ich mich an die vorhergehenden Ereignisse erinnern und mich gut zurecht finden. Es werden auch ein paar Infos zu vorher eingestreut, aber das ist weder endlos wiederholend noch nervig.

Die Charaktere mochte ich eigentlich ganz gern, aber irgendwie sind mir die falschen Leute ans Herz gewachsen.
Juliette mochte ich wirklich. Sie tat mir leid, weil sie niemanden berühren kann und ich fand sie stark, weil sie so durchhält. Ich habe mich auch sehr für sie und Adam gefreut, doch irgendwann war sie mir nicht mehr sympathisch. Sie ging mir bald auf die Nerven mit ihrem Selbstmitleid und Hoffnungslosigkeit. Sie hat es einfach nicht hingekriegt ihre Kräfte einzusetzen, weil sie sich dagegen wehrt und nicht akzeptieren will, dass sie so ist, statt ihre Energie sinnvoll zu nutzen. Es kam mir fast so vor, als wollte sie sie nicht beherrschen. Sie führt sich auf wie ein kleines Kind, ist weinerlich und ... Ich hasse sie. Es war mir einfach zu viel. Sie drehte sich viel zu sehr im Kreis. Später wurde es dann wieder besser, aber an die vorherige Sympathie, die ich für sie hatte, hat es nicht mehr herangereicht.
Adam … ihn kann man nur anhimmeln ist auch diesmal wieder dabei. Er hat die Flucht überlebt und wird jetzt in Omega Point eingespannt. Er liebt Juliette sehr, weshalb er sich bei ihr immer sicher und gut aufgehoben fühlt. Das soll ihm bald zum Verhängnis werden. Denn auch er hat eine besondere Fähigkeit, die ihn andere Kräfte abschirmen lässt. Allerdings muss auch er lernen, damit zurecht zu kommen, damit er weiterhin mit Juliette zusammen sein kann. Seine Kraft finde ich wirklich sehr interessant, ich bin gespannt was man noch so erfährt.
Kenji entpuppt sich als sehr guter Freund. Er ist direkt, aufdringlich, grob und irgendwie doch sympathisch. Er hält den Widerstand zusammen, kümmert sich um alles und jeden und nimmt sich dann sogar Juliette an, um ihr zu helfen. Da ist es verständlich, dass er auch seine Momente hat, in denen sie ihm auf die Nerven geht.
Warner taucht auch wieder auf. Ich muss aber gestehen, dass ich ihn liebe echt genial gestaltet finde. Er hat so viele Facetten. Klar ist er ein Arsch, hat viele Menschen auf dem Gewissen und ist ein brutaler Bösewicht. Gleichzeitig ist er aber auch clever und vielseitig. Als er mit Juliette redet zeigen sich immer neue Seiten, sodass man ihn nicht so gut einschätzen kann. Aus diesem Grund ist er für mich der beste Charakter im Buch. 

Spoiler!
Wieso muss in jedem zweiten Band einer Trilogie die Beziehung in die Brüche gehen? Und meist aus dem Grund: »Wir können nicht zusammen sein!« Langsam geht mir das auf den Keks. Hier kann ich es irgendwie noch verstehen, weil Juliette Adam nicht verletzten will, aber ganz ehrlich? Wozu hat sie ihre Handschuhe? Man muss ja nicht gleich alles aufgeben. Ich verstehe auch, dass man sich als frisch-verliebte nahe sein will, aber irgendwie, wenn sie sich wirklich lieben, sollte es da einen Weg geben.
Und natürlich taucht in ihrer dunkelsten Stunde Waren auf, der ihr nochmals sagt, wie sehr er sie liebt… Da ich auf seiner Seite bin, hat es mich kaum gestört, aber das ganze Dreieckskonstrukt hat mich dennoch genervt. 

Der Stil ist sehr gewöhnungsbedürftig und bildhaft, aber anstrengend. Man wird eine Weile brauchen, um mit Juliettes Erzählart warm zu werden. Mir hat das sehr gut gefallen, da Juliette so zu einem einzigartigen Ich-Erzähler wird. Die meisten Erzähler klingen schon ähnlich, da ist kaum Variation, aber Juliette hat wirklich einen interessanten Erzählstil, der durch seine vielen Bilder auch etwas verträumt wirkt. Aber auch hier muss ich sagen, dass ich mich ab und an durchbeißen musste, wenn sie sich mal wieder in ihren Worten verloren hatte. In der Zeit passiert nichts bzw. bekommt man nur sehr langsam mit, was passiert. Das war dann manchmal echt nervig nicht ganz so schön. 
Die durchgestrichenen Stellen mag ich sehr gern. Die Idee dahinter finde ich witzig und die gestrichenen Sätze sind meist auch echt aussagekräftig. Das beweist auch wieder die Einzigartigkeit der Erzählerin.
Wenn Juliette also nicht abschweift, oder sich mit ihren Gedanken, Sorgen und Nöten im Kreis dreht, ist es doch ganz spannend geschrieben. Ich bin schnell wieder in das Buch reingekommen und war gleich gefesselt. Auch hab ich, trotz meiner Differenzen, mit ihr mitleiden können. Als die schwierige Phase überstanden war und es endlich wieder bergauf ging, hat mich das Buch auch wieder packen können!

Die Idee fand ich auch wieder gut. Die Fähigkeiten sind ziemlich genial und ich hab mich gefreut, dass man mal ein paar Einblicke in die Bewegung bekommen hat. Es gibt ganz unterschiedliche Formen. Da kann man gespannt sein, was noch so kommt. Castle hat etwas tolles mit Omega Point erschaffen. 
Ein bisschen schade fand ich, dass es sich so viel um Juliette und ihre Jungs gedreht hat. Mir war bewusst, dass es sich viel um Jungs drehen wird, aber es ist Krieg verdammt noch mal, da sollte man sich schon etwas mehr fokussieren. 

Spoiler!
Am Ende gibt es dann doch Krieg und die Rebellen versuchen den Menschen zu helfen. Von dem ganzen Aufstand bekommt man aber leider nicht so viel mit, weil Juliette geschnappt und zu Anderson gebracht wird. Der Leser hat also keine Ahnung was mit Adam und den anderen ist und wie die Schlacht verläuft. Da hatte ich fast gedacht, dass die Autorin sich ungern mit der Gewalt beschäftigen wollte. 

Das Ende war bescheuert nicht gut aber auch nicht schlecht. Auch wenn ich den Cliffhanger und ein paar Details nicht ganz so gut fand, will ich trotzdem weiter lesen. Es bleibt einfach so vieles ungeklärt, dass man den zweiten Band nicht so in der Luft hängen lassen kann. 

Fazit:
Ein Buch, dass einer Achterbahnfahrt gleicht. Oft geht es bergauf, aber manchmal sind die Täler tiefer als gedacht. Ich finde es schwächer als den ersten Teil, freue mich aber auf den Reihenabschluss. 
Wer Band eins und Lovestorys mag, wird das Buch sehr mögen, wer lieber mehr Krieg und Action erleben möchte, sollte es sich zwei Mal überlegen. 

Von mir gibt es leider nur 3,5 von 5 Herzen!

eure Maria


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