Donnerstag, 26. Februar 2015

Rezension: "Reckless - Das Goldene Garn" - Cornelia Funke

entnommen bei dressler-verlag.de





Titel: Reckless – Das Goldene Garn
Autor: Cornelia Funke
Genre: Märchen, Fantasy
Verlag: Dressler
Band: 3 von 5
Seiten: 480
Preis: 19,99€ (HC) / 15,99€ (eB)


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Die Beschreibung:
Das Schicksalsband der einzig wahren Liebe. Baba Jagas, Kosaken, Spione und ein Zar, der zu Audienzen in Begleitung eines Bären kommt. Diesmal führt die Reise hinter dem Spiegel Fuchs und Jacob weit nach Osten. Auch Will kehrt zurück in die Welt, die ihm eine Haut aus Jade gab - auf der Spur der Dunklen Fee. Aber den Zweck der Reise bestimmt ein anderer: der Erlelf hat den Handel nicht vergessen, den Jacob im Labyrinth des Blaubarts mit ihm geschlossen hat, und er lehrt Jacob und Fuchs mehr über seinesgleichen, als sie je erfahren wollten. Russische Märchen, goldene Türme, düstere Wälder - Cornelia Funkes Sprachzauber ist wieder entflammt.
Die Rezension:
Wie lange habe ich jetzt auf dieses Buch gewartet? Letzten Mai hatte ich es vorbestellt und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie happy ich war, als die Mail kam, dass es endlich verschickt wurde. Natürlich musste ich auch gleich mit lesen anfangen.

Es beginnt mit Kam'ien und der Dunklen Fee. Das erste Kind mit einer steinernen Haut wird geboren. Die Dunkle ist alles andere als begeistert, hilft aber dennoch wo sie kann. Nur wenig später, als das Gerücht umgeht, dass sie es getötet haben soll, verschwindet sie vom Hof und macht sich auf den Weg zu dem einzigen Ort, der ihr Linderung verschaffen kann. 
Jacob und Fuchs befinden sich noch in der Menschenwelt. Jacob hat noch ein bisschen was zu erledigen, weshalb sie allein den Weg zurück hinter den Spiegel antritt. Als er nach einigen Tagen noch immer nicht bei ihr aufgetaucht ist, geht sie ihn suchen und muss feststellen, dass der Spiegel nicht mehr da ist, wo er sein sollte. 
Auch Will spielt diesmal eine wichtige Rolle. Durch eine List bekommt er den Auftrag die Dunkle zu töten, da er durch ihren Fluch der Einzige ist, der die Tat ausführen könnte. Auf seinem Weg ist er nicht allein, denn neben den zwei Spiegelingen begleitet ihn ausgerechnet der Goyl Nerron, der noch eine Rechnung mit Jacob offen hat.

Die Charaktere sind gut, bekamen aber nicht allzu viel Raum um sich zu entfalten. Sie sind gut umrissen und man erkennt auch leicht, auch wessen Perspektive die Ereignisse geschildert werden, aber ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht. 
Jacob und Fuchs waren für mich ein schwieriges Paar. Fuchs mag ich sehr gern, ihre Motive versteht der Leser sehr gut und man merkt, wie wichtig ihr das Fell ist, dass sie damit aber auch mehr und mehr Probleme bekommt. Mit ihr habe ich immer mitfühlen können. Jacob hingegen ging mir ein wenig auf die Nerven. Durch seine Abmachung mit dem Earlking ist er distanzierter und erlaubt sich nicht, seine Gefühle für Fuchs einzugestehen. Er will sie schützen, verhält sich aber aus meiner Sicht falsch. 
Nerron und Will fand ich dafür wirklich gut gemacht. Nerron will Jacob unbedingt dafür büßen lassen, dass er ihm die Armbrust gestohlen hat. Was eignet sich dafür besser, als den Bruder zu nutzen? Dummerweise sind seine Gefühle für Will sehr ambivalent, er will ihn am liebsten in sein Prinzengesicht schlagen und ihn gleichzeitig schützen. Dieser innere Zwiespalt hat mir gut gefallen. Will bekommt davon nicht viel mit. Er versteift sich in seiner Aufgabe, wirkt dadurch aber auch kaum greifbar. Es war in jedem Fall spannend zu sehen, wie sich das Verhältnis der beiden über die Zeit veränderte. 
Ich könnte noch zu viel mehr Personen schreiben, aber das würde den Rahmen der Rezi sprengen. In jedem Fall gibt es viele Geheimnisse zu entdecken. 

Der Stil ist wie immer sehr schön. Ich mag die düstere Stimmung, die in dieser Reihe vorherrscht sehr gern. Auch malt Cornelia Funke tolle Bilder, in denen ich mich gern verliere. Dennoch ist das Buch etwas verwirrend zu lesen gewesen. Die Perspektive wechselt ständig, zu allen möglichen Figuren. In den ersten Bänden begleitete man meist Jacob und Fuchs, diesmal darf anscheinend jeder etwas zur Geschichte beitragen. So wird man oft von einem Strang in den anderen geworfen. Auch bin ich mir nicht sicher, ob all diese Perspektiven nötig gewesen wären, da die jeweilige Handlung meist auch nicht mehr als zwei Seiten hergibt. Einerseits war es ganz interessant mal neue Sichtweisen kennen zu lernen, aber andererseits war es mir fast zu viel. 
Man weiß auch sehr lange nicht, wo das Buch mit einem hin will. Es ist ganz spannend, wieder in der Spiegelwelt zu sein, nur war ich zwischendurch hin- und hergerissen, ob ich weiterlesen sollte, oder nicht. Die Etappe mit Will und Nerron war für mich am interessantesten. Jacob hingegen, hat mich kaum fesseln können. 

Die Idee ist einfach toll. Ich liebe die Spiegelwelt und konnte kaum noch abwarten, wieder einzutauchen. Diesmal kommen ein paar russische Märchen vor. Bei der Baba Jaga musste ich gleich an den Film »Väterchen Frost« denken und war wieder das Kind, dass sich vor der Hexe gefürchtet hat. Es ist alles wirklich toll und ich mag ihre Beschreibungen sowie die ganzen Märchenelemente sehr gern. Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie all diese Elemente untergebracht werden. 

Das Ende hat mich dann ein wenig enttäuscht. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass die Handlung später etwas vor sich hindümpelte und so kam mir auch das Ende vor. Es wird eigentlich kaum etwas aufgelöst, nur ein paar Probleme werden abgehandelt, ansonsten geht es einfach weiter. Es muss nicht immer mit einem großen Knall enden, aber hier hat mir einfach etwas gefehlt. Es war einfach plötzlich vorbei … 
Ich war sehr enttäuscht von dem Ende, was aber auch daran lag, dass ich von einer Trilogie und einer Reihe ausgegangen bin, ich hatte somit ein ganz anderes Finale erwartet. Ohne diese Erwartung hätte es mir vielleicht besser gefallen. 

Fazit:
Ich freue mich auch, dass es doch nicht nur drei Bände sind, einfach weil die Spiegelwelt so anders und faszinierend ist. 
Aber irgendwie hat mich der Band nicht so packen können, wie seine Vorgänger. Mir fehlte ein wenig der Biss. Vielleicht lag es auch an den vielen Perspektiven und den somit häufigen Wechseln, dass ich mich nicht so gut einfinden konnte. Ich hoffe, dass es wieder bergauf geht. 

Es gibt nur 3,5 von 5 Herzen!

eure Maria


Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    schönes Cover...und dazu ein HC, was sich auch klar im Preis hinter schlägt..selbst das Ebook ist schon ziemlich teuer gestaltet.

    Na ja, da schaue ich mir noch andere Beurteilungen dazu an. Der Preis macht mir halt Kopfzerbrechen, sorry aber so ist es....

    LG..Karin..

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    1. Huhu,

      kennst du denn die Reihe?
      Mir brauchst du das nicht sagen. Ich hab auch mit mir gerungen, es dann aber doch bestellt. Wegen der horrenden Preise greife ich auch gern zu den englischen Taschenbüchern, das war hier ja leider nicht möglich ;)

      Liebe Grüße
      Maria

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  2. Hallo Maria,

    ja, das "steinerne Fleisch" kenne ich, weil mein Jüngter dazu eine Buchbesprechung für seine Klasse gemacht hat.

    LG..Karin..

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  3. Hallo, schöne Rezi! :)
    deine Meinung kann ich total verstehen, mir geht es ähnlich, nur hat es mir insgesamt besser gefallen als dir. Verwirrend viel mit den Perspektiven dachte ich mir auch. Aber Jacob mag ich sehr gerne, dafür aber Will nicht. Ich dachte auch zuerst, es wäre eine Trilogie und war dann überrascht, haha :D
    Liebe Grüße,
    Noemi

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    1. Huhu,

      danke! =)
      Ja, so ist es eben manchmal ;) Ich fands ja an sich auch gut, hab nur bisschen was vermisst und das Ende fand ich auch nicht so toll, aber das liegt wohl daran, dass ich verplant hab, dass noch was kommt. Immer blöd das am Ende eines Buches rauszufinden ^^"
      Will mochte ich auch nicht wirklich, dafür aber Nerron. Der ist ganz schön verschroben, aber irgendwie cool gemacht. Jacob hingegen ging mir bisschen auf die Nerven, weil er einfach nicht zu seinen Gefühlen stehen wollte. Klar will er sie beschützen... Aber die vorherrschende Spannung und dann seine Ablehnung... Fuchs tat mir echt leid, weil sie nicht mal wusste, was er jetzt wieder hat. Ich hoffe, dass sie sich zusammen raufen =) An sich mag ich die beiden schon sehr!

      Liebe Grüße
      Maria

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  4. Ich habs gestern fertig gelesen und ich bin wie bei den Vorgängern total begeistert! Der Schreibstil ist einfach einmalig, so schön mit Worten zu spielen ... das verzaubert mich jedes Mal wieder ♥

    Bei Jacob empfand ich es anders, es war durchaus nachvollziehbar für mich, wie er reagiert hat. Der Überblick über alle relevanten Figuren durch die Perspektivenwechsel fand ich sehr gelungen und ich finde, sie muss gar nicht so genau darauf eingehen, weil die Charaktere alleine durch ihre Umschreibungen schon sehr treffend herausstechen. Gerade das fasziniert mich so!

    Ich wusste allerdings vorher, dass es nicht der letzte Teil sein wird. Sowas ist natürlich ärgerlich, wenn man einen Abschluss erwartet und die Geschichte dann mittendrin aufhört. Ist mir auch schonmal passiert und die Erwartungen haben das Ende dann enttäuschender gemacht.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Freut mich, dass es dich wieder bezaubern konnte =) Deine Rezi habe ich eben gelesen und fand sie sehr gut. Wie immer interessant zu sehen, wie unterschiedlich Meinungen sein können^^

      Die vielen Personen waren einerseits gut, da man so einen guten Überblick hatte, aber andererseits wechselt es echt sehr oft. Und z.B. den Hirsch fand ich jetzt nicht notwendig, das hätte man ja mit der Fee verbinden können. Er hatte manchmal ja nur ein oder zwei Seiten... Schön ist auf jeden Fall, dass es nicht so einseitig ist, gerade auch bei Will und Nerron oder Fuchs und Jacob bekommt man ja zwei Ansichten geliefert, jedem fällt etwas anderes auf oder erlebt es anders.
      Ich muss es einfach noch mal lesen/ hören, wenn ich nicht mehr so angefressen bin =)

      Ja! Das war echt nicht witzig. Ich warte und warte und warte auf das Finale, hab mich gefragt, wann sie endlich was gegen die Erlelfen und die Spiegelinge unternehmen und dann hört es einfach auf! Selbst, wenn ich das mit der Reihe gewusst hätte, hätte es mich wahrscheinlich gestört, dass das Thema nicht wirklich wichtig war. Es wurden ja nur ein paar Informationen gesammelt, mehr nicht. Aber ich bin sehr gespannt, wie das Problem gelöst wird. Die Spiegelinge fand ich sehr unheimlich und gefährlich!

      Liebe Grüße
      Maria

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