Freitag, 6. Februar 2015

Rezension: "Ein Wispern unter Baker Street" - Ben Aaronovitch

entnommen bei buecher.de



Titel: Ein Wispern unter Baker Street
Autor: Ben Aaronovitch
Genre: Fantasy-Krimi
Verlag: dtv
Band: 3 von 6
Seiten: 448
Preis: 9,95€ (tb) / 8,99€ (eB)
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→ Rezi zu »Die Flüsse von London«
→ Rezi zu »Schwarzer Mond über Soho«





Die Beschreibung:
Es ist ja nicht so, dass Peter Grant, Zauberer in Ausbildung und Police Constable in London, nichts für das Üben von Zaubersprüchen und das Pauken von Lateinvokabeln übrig hätte - bestimmt nicht! Aber es ist doch immer wieder schön, wenn zur Abwechslung auch mal reelle Polizeiarbeit gefragt ist. Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden - erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von Magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch 'internationale Verwicklungen' sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds mitsamt ihren felsenfesten religiösen Überzeugungen am Hals. Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwasserkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern ...
Die Rezension:
Und wieder habe ich mir das gekürzte Hörbuch geschnappt. Auf dem Weg zur Uni und zur Arbeit vergehen 4,5 Stunden Hörbuch doch ziemlich schnell und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band!

Es beginnt wie immer mit einem Mord. Ein Kunststudent wird in Nähe einer U-Bahn-Station tot aufgefunden. An ihm klebt noch ein Hauch Magie, oder eher die an der Tonscherbe, die bei ihm gefunden wurde. Offensichtlich die Mordwaffe. Auch der Suche nach Hinweisen begegnet ihm das Steingut immer wieder. Irgendetwas hat es damit auf sich, was unbedingt aufgedeckt werden muss. 
Nebenbei laufen auch noch die Recherchen zu den Little Crocodiles, eine Gruppe, in der ein Meister Magie gelehrt hat. Einige Mitglieder sind bereits bekannt, doch Peter und co tappen noch im Dunklen, wer der Kopf der Bande war.

Die Charaktere haben mir wieder gut gefallen. 
Schön fand ich, dass Leslie wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Sie lebt jetzt auch im Folly und entwickelt sich prächtig. Es klang fast so, als würde sie Peter mit seinen Fähigkeiten überholen. Sie ist bissig und clever und ihre Unterhaltungen mit Peter sind einfach amüsant. Ich mag sie sehr gern und hoffe, dass sie noch länger im Folly bleibt.
Peter selbst ist wie eh und je: Ein leicht überforderter Zauberlehrling, der gern alles genau erfasst, gleichzeitig an viele Dinge mit einer Prise trockenen Humors herangeht. Auch diesmal zeigt er sich nicht immer von seiner besten Seite, stolpert von einem Problem ins andere und darf auch mal im Abwasserkanal baden gehen. 
Zac, ein Kumpel des Mordopfers, spielt über einen längeren Zeitraum des Buches mit und ist ein echt anstrengender, zugleich aber auch witziger Charakter. Er treibt Peter ständig auf die Palme, aber ich muss gestehen, dass ich ihn ziemlich witzig fand. 

Alles weitere habe ich bestimmt vorher schon mal erwähnt, darum möchte ich eigentlich nicht noch mehr zu den Personen schreiben. In jedem Fall sind sie vielfältig und interessant gestaltet.

Der Stil war ebenfalls wieder gut und sehr humoristisch. Ich musste regelmäßig schmunzeln und fühlte mich von Peter bestens unterhalten. Es ist recht spannend gehalten, so wie es sich eben gehört. Diesmal hatte ich auch keine Ahnung, wer es denn jetzt war und konnte die ganze Zeit mitraten. Den Fall fand ich wirklich gut aufgezogen und interessant umgesetzt.

Zum Sprecher:
Dietmar Wunder hatte ich das letzte Mal schon angesprochen. Auch diesmal war ich wieder völlig hin und weg gewesen. Ein wunderbarer Sprecher mit viel Farbe in der Stimme, dem ich sehr gerne zuhöre. Ich freue mich schon auf Band vier!

Das Setting hat mir gut gefallen. Ich muss aber dazu sagen, dass ich dank einer Sherlock-Folge (BBC-Serie) schon ein bisschen was wusste, bzw. einiges wiederentdeckt habe. 
Diesmal befinden wir uns unter anderem unter London, in U-Bahn-Tunneln sowie Abwasserkanälen. Letzteres war auch wirklich eklig umgesetzt, ich hätte nie und nimmer mit Peter tauschen wollen. Man konnte es sich sehr gut – fast zu gut – vorstellen und war immer mittendrin gewesen. Im wahrsten Sinne... Peter tat mir wirklich leid, aber die ganze Idee drum herum hat mich auch faszinieren können. Selbst wenn man dafür mit Peter durch Abwässer gewatet ist.

Ich muss aber gestehen, dass ich von diesen Doppelfällen immer noch nicht ganz überzeugt bin. Einer von beiden wird meist nur angeschnitten und erst gegen Ende nebenbei gelöst. Auch diesmal habe ich mich wieder gefragt, was wohl mehr Gewichtung bekommt. Die Suche nach dem Magier und den Little Crocodiles oder die Tonscherbe und der Kunststudent. Es kann natürlich an der gekürzten Hörbuchfassung liegen, dass mir beim zweiten Teil etwas der Fokus fehlt, trotzdem hat es mich diesmal auch wieder etwas gestört, auch wenn es immerhin nicht zwei Mordfälle waren.

Das Ende kam dann recht abrupt. Alles wurde aufgeklärt, mit einem Hintertürchen zum vierten Band. Ich habe ein wenig die finale Action vermisst, die gab es dafür etwas früher. Immerhin wurde diesmal auf viel Nacherzählung verzichtet und das Buch – zumindest das Hörbuch – endete kurz nach der Auflösung, was ich ganz gut fand. Ich erwarte nun gespannt Band vier!

Zur Reihe:
Man sollte die beiden vorherigen Teile kennen – und wenn es nur Zusammenfassungen sind - vor allem »Schwarzer Mond über Soho«. Aber die Bücher sind an sich recht geschlossen, es gibt nur manchmal ein paar Verweise und natürlich ist auch eine Entwicklung der Ereignisse zu erwarten, auf die aufgebaut wird. Dennoch glaube ich, dass man auch problemlos einsteigen kann, wenn man sich eine gute Zusammenfassung der Vorbände durchgelesen hat. Die wichtigen Ereignisse sollte man schon kennen, es sei denn, man mag spontane Einstiege. 

Fazit:
Wieder ein toller Roman, mit guten Ideen, interessanten Fällen und einer Menge Spannung. Man erfährt ein bisschen mehr über die Welt der magischen Wesen, befindet sich an einem ungewöhnlichen Schauplatz und hat auch oft etwas zu lachen. Ein Fantasy-Krimi der mich gut unterhalten hat.

Von mir gibt’s 4 von 5 Herzen!

eure Maria


Kommentare:

  1. Hi,

    ich habe vor kurzen selbst den ersten Band gelesen und bin schon total gespannt auf die folgenden. So wie es scheint sind diese auch sehr gut ;)

    Liebe Grüße
    Christophs Schmökerstube

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    1. Hallo,

      bisher wurde ich zumindest nicht enttäuscht =) Wobei ich Band zwei und drei sogar besser fand, als den Ersten!
      Ich wünsche dir viel Spaß mit den nächsten Bänden!

      Liebe Grüße
      Maria

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  2. Hi ich habe alle 4 Bände gelesen. Eine sehr gute Reihe und warte schon mit Spannung auf den 5. Band.Viel Spass beim lesen.
    Https://leserwelt.wordpress.com

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