Freitag, 23. Januar 2015

Filmkommentar: "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben"






Titel: The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Genre: War, Biografie

Darsteller: Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Matthew Goode, Mark Strong, Charles Dance, Allan Leech, Matthew Beard, Rory Kinnear
Länge: 113 Minuten









Nachdem mich eine Freundin quasi überredet hat, den Film zu gucken, bin ich dann auch mit ihr hin und ich muss auch sagen, dass ... es sich gelohnt hat =)



Die Handlung...
... beginnt nach dem Krieg. Bei Turing wurde eingebrochen. Nach weiteren Ermittlungen wird er zur Polizei geladen, wo er dem Beamten seine Geschichte erzählt. 
Zu Beginn des Krieges werden Spezialisten gesucht, die Enigma - ein Verschlüsselungssystem der Nazis - knacken können. Alan Turing, Mathematiker und Kryptoanalytiker, bewirbt sich für das geheime Projekt und wird mit wenigen anderen auf die Maschine angesetzt. Schnell reift in ihm der Plan, dass nur eine Maschine eine Maschine besiegen kann und er wendet sich, als ihm keiner zuhören will, an Winston Churchill persönlich. Der Bau der Maschine wird bewilligt und Turin zum Leiter der Gruppe ernannt, doch das zieht auch einige Probleme nach sich. 

Die Perspektive wechselt nicht nur zwischen den Untersuchungen vom Anfang und dem Geschehen im Krieg hin und her, es gibt auch ein paar Rückblenden zu Turings Kindheit. Diese Wechsel fand ich aber nicht aufdringlich oder anstrengend. Sie waren gut gesetzt, man kann der Handlung folgen und der Spannungsbogen blieb auch erhalten. 

Der Aufbau des Films wirkt insgesamt sehr stimmig und wir konnten keine logischen Fehler finden. Die Stimmung ist sehr ernst, wird aber hier und da gern mal aufgelockert. Es ist spannender, als ich erwartet hatte. Auch habe ich sehr mit Turing mitgelitten, der mit seiner Art und seinen Ideen nicht immer akzeptiert, sondern abgelehnt wurde.

Ich muss gestehen, dass ich vorher nichts von Alan Turing gehört und mir auch nicht extra seine Biografie durchgelesen habe. So fand ich es ganz interessant, wie sein Leben filmisch umgesetzt und wie viel davon noch Jahrelang geheim gehalten wurde. Durch das geheime Enigma-Projekt blieb fast alles 50 Jahre unter Verschluss. 
Wer Interesse an spannenden Lebensgeschichten hat, wird sicher auf seine Kosten kommen. 

Die Charaktere... 
... sind wirklich gut gelungen und ausgezeichnet besetzt. 
Alan Turing, verkörpert von Benedict Cumberbatch, ist ein Außenseiter, der seine Mitmenschen nicht versteht und sich lieber in Logik und Naturwissenschaften flüchtet. Er hat Probleme im sozialen Bereich, wurde als Kind schikaniert und hatte eigentlich nur einen Freund: Christopher. Auch später hat er Probleme damit, mit anderen zurecht zu kommen und bleibt lieber allein. Seine Zurückhaltung und fast schon Verklemmtheit wird von Cumberbatch sehr gut transportiert. Der Kopf eingezogen, die Schultern ein Stück oben und eine verschlossene Miene sind sein Markenzeichen. Die Darstellung hat mir wirklich gut gefallen. 
Joan Clark, gespielt von Keira Knightley, ist die einzige Frau in der Runde und hat es zu der Zeit nicht leicht. Sie wird kaum ernst genommen, kann sich aber beim Test durchsetzen und wird in das Projekt aufgenommen. Sie ist clever und versteht Turing wie keine andere, hat aber einen eigenen Kopf und lässt sich nicht in irgendwelche Schubladen oder Richtungen schieben. 
Als Charakter hat mir auch Stewart Menzies, gespielt von Mark Strong, gefallen. Er wirkt zuerst hilfsbereit und entgegenkommend, doch dann kommen ein paar Dinge ans Licht, bei denen ich ihm am liebsten eine geklatscht hätte. Auch hier wieder gut durch Strong verkörpert, der sich nicht so leicht in die Karten schauen lässt.
Insgesamt ein tolles Team und vielschichtige Charaktere, von denen man immer wieder etwas neues erfährt und die sich, bis auf Turing, nicht leicht durchschauen lassen. 

Auch wenn es unter anderem ein Kriegsfilm ist, wird recht wenig zum Krieg gezeigt. Was mir aber gut gefallen hat. Am Anfang bekommt man als Zuschauer noch einige Szenen aus dem Krieg zu sehen, das wird dann aber weniger. So rückt die Maschine immer weiter in den Vordergrund und man will als Zuschauer auch unbedingt, dass sie funktioniert. 
Wer also mehr Krieg erwartet, sollte sich eher einen anderen Film ansehen. 

Wunderschön war die Musik. Ich liebe Alexandre Desplat einfach für seine Kompositionen und auch hier hat er sich wieder selbst übertroffen. Sehr stimmungsvoll und atmosphärisch, aber nicht aufdringlich. Der Score wird hoffentlich bald in meine Sammlung wandern. 

Fazit:
Insgesamt ein sehr ernster Film, der einen bewegt und auch zum Nachdenken anregt, aber nicht zu anstrengend ist, dass man die Lust am Film verliert. 
Ich fand den Film sehr schön und werde ihn mir definitiv auf DVD holen.
Empfehlung von mir!

Viel Spaß beim Filmschauen!

eure Maria


Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    also ich mag den Schauspieler wirklich sehr gerne sehen. Auch wenn ich um Filme mit Kriegssachen einen großen Bogen mache, den werde ich mir auf alle Fälle auf DVD zulegen.

    LG..Karin..

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    1. Huhu,

      das kann ich verstehen. Ich mag Kriegsfilme auch nicht wirklich. Da ist es ganz gut, wenn der eigentliche Krieg eher am Rande vorkommt. =)

      LG
      Maria

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