Donnerstag, 27. November 2014

Rezension: "Legend - Berstende Sterne" - Marie Lu





Titel: Legens – Berstende Sterne
Autor: Marie Lu
Genre: Dystopie
Verlag: Loewe
Seiten: 448
Preis: 17,95€ (HC) / 14,99€ (eB)
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Die Beschreibung:
Machen sie ihre Drohungen wahr, wird das zahllose unschuldige Menschen das Leben kosten. Und das könnten wir verhindern, indem wir ein einziges Leben aufs Spiel setzen.
Day und June haben so viel geopfert für die Republik und füreinander. Nun scheint das Land endlich vor einem Neubeginn zu stehen. June arbeitet mit dem Elektor und führenden Politikern zusammen, während Day einen hohen Rang beim Militär bekleidet. Keiner der beiden hätte die Umstände vorhersehen können, unter denen sie wieder zusammenfinden. Gerade als ein Friedensabkommen unmittelbar bevorsteht, drohen Anschuldigungen einen erneuten Krieg heraufzubeschwören. Um das Leben tausender Menschen zu retten, soll June nun Day darum bitten, das zu opfern, was ihm am meisten bedeutet ... 
Die Rezension:
Nachdem ich die ersten beiden Bücher gelesen hatte, musste ich natürlich wissen, wie die ganze Geschichte ausgeht. Allerdings blieb ich am Ende doch mit gemischten Gefühlen zurück und weiß auch nach zwei Wochen nicht so ganz, was ich von dem Abschluss halten soll. 

Es beginnt in der Krise. Die Republik steht kurz vorm Krieg mit den Kolonien. Zudem ist dort ein Virus ausgebrochen und die Kolonie fordert ein Gegenmittel, ansonsten würden sie angreifen. Anden hofft auf Unterstützung aus der Antarktis und von Day. Sie benötigen Eden um ein mögliches Heilmittel herzustellen. Doch Day weigert sich und die Mediziner stehen in einer Sackgasse. Die Kolonien sehen auch keinen Grund darin, länger mit den Angriffen zu warten und gehen zum Angriff über. 

Der Einstieg ist mir etwas schwerer gefallen als sonst. Ich dachte eigentlich, dass noch viele Details der Bücher präsent sind, doch das war leider nicht der Fall, obwohl ich Band zwei erst in diesem Jahr gelesen hatte. Es wird vieles wieder aufgegriffen, ohne dass noch einmal genauer darauf eingegangen wurde. Das fand ich nicht so schlimm, mir ist das lieber als unendliche Wiederholungen. Man sollte sich aber vielleicht noch einmal eine Zusammenfassung durchlesen, um sich besser einzufinden. 

Die Charaktere haben mir wieder gut gefallen, auch wenn ich mit June ab und an angeeckt bin. 
Bei ihr kam es mir so vor, als wäre sie wirklich zwischen Day und Anden hin und hergerissen. Anscheinend ist dem aber nicht so. Da fand ich die kleinen Seitenhiebe etwas merkwürdig (z.B. »er war so nahe, dass ich ihn hätte küssen können« frei zitiert). Die Beweggründe dahinter mögen verständlich sein, es hat aber einen bitteren Beigeschmack auf der Zunge hinterlassen und der Junge tat mir auch ein bisschen leid. Mit June geht es im Buch allgemein etwas auf und ab. Sie hatte ihre guten Momente und manchmal habe ich sie auch gar nicht verstanden. Aber immerhin weiß sie später, was sie wirklich will und trifft auch gute Entscheidungen. 
Day steht kurz vorm Zusammenbruch. Seine Krebserkrankung wird immer schlimmer und die Kopfschmerzen und Albträume fressen ihn auf. Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Er klammert sich an Eden und will ihn beschützen, wird in dem Punkt sogar paranoid. Der Leser bekommt von ihm alles mit, seine Gefühle liegen offen dar und ich hatte das Gefühl, dass ich einem Charakter noch nie so nahe war. Dagegen wirkt June beinahe fremd und distanziert. Day geht immer mehr zu Grunde und leidet eigentlich nur noch. Fast habe ich gehofft, dass es für ihn vorbei ist, da es nicht mehr wirklich ertragbar war für ihn. 
Eden rückt ein bisschen mehr in den Vordergrund. Er sieht noch immer sehr schlecht und muss sich größtenteils aufs Hören und Tasten verlassen. Doch er bietet Day die Stirn und ist nicht das Kind, das der Leser, durch Days Sicht, vor Augen hatte. 
Anden ist für mich auch eher ein schwieriger Charakter. Er trägt die Last der Republik auf seinen Schultern, da er der neue Elektor Primo ist und schwere Entscheidungen treffen muss. Da kann man auch verstehen, wieso er June beinahe dazu drängt, mit Day zu reden. Manchmal sieht er die Dinge aber zu eindimensional und kommt deshalb grob und unsympathisch rüber. Ihm fehlt noch der richtige Blick auf die Dinge. Aber er wächst an seinen Aufgaben und wird bald wissen, wie der Hase läuft. 

Der Stil ist gewohnt gut und ließ sich im Englischen auch wieder super lesen. Es ist spannend geschrieben, sodass man gern weiterliest. Die Geschichte wird wieder abwechselnd von Day und June erzählt.
Bei den englischen Ausgaben sind Days Kapitel immer in einer bestimmten Farbe, diesmal war es ein Rot-Ton, mit dem ich ein paar Probleme hatte. Es tat dann doch in den Augen weh, aber die Idee finde ich eigentlich ganz witzig. Wie das in den deutschen Ausgaben ist, weiß ich leider nicht.

Insgesamt also eine sehr lebhafte Truppe, bei der Day klar heraussticht. Der Fokus liegt auch sehr auf ihm, einfach wegen der Virus-Problematik. Zudem ist er noch immer das Gesicht der Nation und kann die Bürger beinahe besser leiten, als Anden. 
Die Beziehungen leiden unter dem Krieg, haben aber noch etwas Raum bekommen, um sich zu entwickeln. Aber nicht zu viel, um den Fokus nicht zu verlieren. Man sollte aber von der Legend-Reihe generell keine reine Liebesgeschichte erwarten. 

Das Finale hat mich etwas gestört. Die Sicht auf den Krieg ist durch Day und June beschränkt, sodass man nicht so viel mitbekommt. Auch endet es an einer blöden Stelle und die weiteren Ereignisse werden dann im Nachhinein kurz zusammegefasst. Auch hat mich am Ende gestört, dass vieles einfach nur noch schnell abgehandelt wurde. Es ist auf einmal vorbei und der Leser darf sich damit abfinden. Auch die Endlösung fand ich schon fast ein bisschen billig und zu einfach. Die Sicht nach zehn Jahren hätte sich die Autorin meiner Meinung nach auch schenken können. 
Insgesamt war ich vom Finale enttäuscht. Natürlich kann man nicht auf alles eingehen und einiges muss man auch zusammenraffen, wann man nicht noch 50 Seiten Nachbereitung anhängen will. Es hatte aber auch ein bisschen was von schneller Abfertigung.

Fazit:
Ein guter Abschluss der Trilogie, der am Ende etwas hektisch beendet wirkt. Die Fäden laufen zusammen und es gibt viel Action, schwere Entscheidungen und Krieg. Einige Fragen bleiben aber auch bis zur letzten Seite offen, was noch ein bisschen die Spannung fördert.

Von mir gibt es dennoch nur 4 von 5 Herzen!
eure Maria

Kommentare:

  1. Echt? Hm, schade dass dir das Finale weniger gefallen hat, ich fand es spitzenmäßig :-) Gerade dass man eben nur das mitkriegt, was Day und June sehen. Und die letzte Szene hatte ich tatsächlich auch so erwartet, immerhin hat Day ja irgendwann mal einen Kommentar fallenlassen, der genau in die Richtung gezielt hat.
    Ich habe das nächste Buch von Marie Lu schon hier und bin gespannt, in welches Universum sie uns als nächstes entführt :-)

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    1. Ja, irgendwie fand ich es dann recht einseitig, auch dass ihr Konflikt mit der Commanderin noch aufgewärmt wurde ^^ Also ich fands gut, nur eben nicht richtig durchschalgend ;) Weiterempfehlen würde ich dir reihe aber immer noch!

      Ja, das steht ganz oben auf meiner Wunschliste =)

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