Dienstag, 14. Oktober 2014

Rezension: "Secrets - Ich fühle" - Heather Anastasiu

randomhouse.de




Titel: Secrets – Ich fühle (engl.: Glitch)
Autor: Heather Anastasiu
Genre: Dystopie
Verlag: blanvalet
Seiten: 416
Preis: 8,99€ (tb) / 7,99€ (eB)
→ bei Amazon kaufen? deutsch, englisch?
das Buch erscheint am 17. November









Die Beschreibung:
Kann es ein Verbrechen sein, Gefühle zu haben?
Wut, Enttäuschung, Schmerz – Gefühle drohten die Menschheit auszulöschen. Ein Chip befreit sie nun von ihren schädlichen Emotionen. Denn selbstständig zu fühlen ist einfach zu gefährlich. Das erfährt Zoe am eigenen Leib, als plötzlich eine Störung an ihrem Chip auftritt. Zum allerersten Mal entstehen in ihrem Kopf eigene Gedanken und unaufhaltsame Gefühle. Zoe muss dieses Geheimnis um jeden Preis bewahren; sollte es gelüftet werden, droht ihr die Auslöschung. Doch dann gerät ihr Chip derart außer Kontrolle, dass sie sich nicht länger verstecken kann und für ihr Leben und ihre Freiheit kämpfen muss.

Die Rezension:
Das Buch habe ich vor einiger Zeit bei der lieben Katja entdeckt (als Vorschau für Neuerscheinungen oder so) und es mir prompt auf Englisch geholt. Aber was soll ich sagen... Es ging so gut los, doch dann...

Es beginnt mit einem Glitch, einer Störung. In Zoels Welt gibt es keine Gefühle, keine Farben, sondern nur Ordnung, Disziplin und Leistung. Alle Menschen tragen einen Chip in sich, der jeden eigenen Gedanken, jedes Gefühl unterdrückt und sie zu Robotern macht. Bei Zoel treten aber immer wieder Störungen auf, die ihre Verbindung zu dem Link stören. Sie sieht Farben, es regen sich Gefühle in ihr, die sie nicht wirklich verstehen kann. Sie entdeckt sogar, dass sie eine besondere Fähigkeit besitzt. 
Sie versucht die Störungen zu ignorieren, doch bald glitcht sie immer häufiger und hat Mühe ihr anomales Verhalten zu verstecken. Mit Adriens Hilfe, schafft sie es einer Deaktivierung zu entkommen, doch das war erst der Anfang.

Die Charaktere waren ganz okay, nur bin ich mit Zoe nicht wirklich warm geworden.
Zoel, oder Zoe fand ich sehr naiv. Natürlich ist sie gerade erst »aufgewacht« und versteht demnach das Verhalten von anderen nicht so gut. Es ist schön gewesen, alltägliche Dinge mit ihren Augen neu zu entdecken, aber im sozialen Bereich ist sie nun mal ein Blindgänger, sehr vertrauenswürdig und so weiter. Das lässt sich alles gut begründen, aber so einen Charakter muss man mögen bzw. akzeptieren und ich hatte da wirklich meine Schwierigkeiten.
Maximin, später Max, ist auch ein Glitcher und wahnsinnig in Zoe verliebt. Er würde alles für sie tun, will sie beschützen, nur ist er dabei sehr besitzergreifend. Als Adrien auftaucht wird er wütend und etwas gefährlich. Max will auch nichts vom Widerstand wissen, sondern Zoe für sich haben, ohne die anderen. Andere Glitcher betrachtet er meist auch nur als Werkzeuge, fragt zuerst nach ihren Fähigkeiten, statt nach dem Namen oder ähnlichem. Das fand ich schon sehr unsympathisch. Seine Fähigkeit ist ganz cool, aber ich hatte immer ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. 
Adrien kann in die Zukunft sehen und kennt Zoe deshalb schon eine Weile. Er hat gesehen, dass sie irgendwann den Widerstand leitet und versucht nun ihr zu helfen. Leider scheitert ihre erste Flucht, doch auch danach bleibt er in ihrer Nähe und versucht sie auch nicht dazu zu drängen, sich wieder an ihn zu erinnern. Ihn fand ich sehr sympathisch, meinetwegen hätte es Max nicht gebraucht. 

Der Stil war in Ordnung und ich konnte mich mit dem Englisch gut zurecht finden. Es sind zwar einige technische Begriffe drin, mich aber nicht weiter gestört haben. Viele erklärten sich im Kontext. Es war auch ganz spannend zu sehen, wie Zoe immer mehr Gefühle entdeckt und dann nach Namen sucht, da sie die entsprechenden Begriffe noch nicht kennt. Das hat eigentlich auch Spaß gemacht. 
Wie erwähnt, hatte ich Schwierigkeiten mit Zoe. Die Geschichte wird aus ihrer Geschichte erzählt, was mal ganz schön war, des öfteren aber auch anstrengend, zumindest für mich. Ist eben Geschmackssache. Mir sind weniger naive Figuren lieber. 
Nun muss ich auch gestehen, dass mir etwas die Spannung flöten ging, als es sich dann nur noch um die Liebesgeschichte gedreht hat. Ich hatte das Gefühl, dass es im Buch selbst kaum voran geht. Manchmal vergingen auch einfach Tage oder Wochen in denen nichts erzählenswertes passiert ist, obwohl die Autorin da ja viel mehr hätte einbauen können z.B. zum Widerstand. Wer aber auf Liebesgeschichten steht, wird da besser zurecht kommen. 

Die Idee des Buches gefällt mir auch nach dem Lesen immer noch, nur bin ich mir unschlüssig, ob ich wirklich weiter lesen soll. Die ganze konstruierte Welt ist sehr anregend, auch will ich wissen, was mit dem Widerstand etc. passiert. Nur … So wirklich herausreißen konnte das ganze Drumherum es nicht.
Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut. Das Konzept klang ja ganz interessant und ich hab auf eine gute Dystopie gehofft. Im Buch selbst geht es dann aber größtenteils um die Liebesgeschichte. Was nicht so wild wäre, wenn es nicht wieder so eine unnötige Dreiecksbeziehung wäre: Zoel trifft Adrien, verliebt sich in ihn, kann sich aber nicht mehr dran erinnern (das jetzt zu erklären würde zu lange dauern). Danach trifft sie auf Maximin, der auch glitcht und, da sie sich praktischerweise nicht mehr an Adrien erinnert, läuft da auch was. Oder zumindest versucht Maximin etwas zum Laufen zu bringen. So haben wir den unsterblich verliebten Maximin, den verliebten Adrien, der dann übrigens wieder auftaucht und eine verwirrte Zoel, die eigentlich schon verliebt ist, nur noch nicht weiß, dass ihr Herz für Adrien schlägt. Also ja, muss man mögen. Ich mochte es nicht, und dieses Dreiecksdrama hat mir das Buch auch kaputt gemacht. Mir hätte es besser gefallen, wenn anders Spannung erzeugt worden wäre, oder das Drama wenigstens nicht so sehr im Vordergrund gestanden hätte. 

Das Ende war dann mein Licht am Ende des Tunnels und die Autorin konnte noch ein bisschen was wett machen. Wirklich überrascht hat mich nichts mehr, aber immerhin passiert doch noch etwas anderes als Liebesdrama. Die Lage spitzt sich zu und eine weitere Flucht war geplant. Aber es kommt alles ganz anders. 
An sich ein gutes Finale. Allerdings war ich auch froh, dass ich das Buch durch hatte. Wie bereits erwähnt, bin ich mir noch unsicher, ob ich weiterlesen möchte.

Fazit:
Anders als erwartet. Wer auf, fast schon schulzige, Liebesgeschichten steht, ist hier sicher an der richtigen Adresse. Wer dagegen eine knallharte Dystopie erwartet (mit ein bisschen Liebe) sollte es sich vielleicht zwei mal überlegen. Ich war am Ende etwas enttäuscht und nicht komplett überzeugt. 

Deshalb gibt es von mit nur 3 von 5 Herzen!

eure Maria

Kommentare:

  1. Auweia das hört sich echt schlimm an. Ich wollte das Buch auch einmal auf Englisch lesen und hab mich dann doch umentschieden. Scheint eine gute Idee gewesen zu sein! Denn gerade das Schnulzige kann ich bei "Dystopien" überhaupt nicht mehr lesen und ertragen. Nun weiß ich auch, dass es auch auf Deutsch nicht unbedingt sein muss^^

    Danke dir!

    Liebe Grüße,
    Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es tut mir auch echt Leid um das Buch, aber ich komme mit so schnulzigen, verzwickten Lovestorys nicht mehr klar. Und gerade bei Dystopien erwarte ich auch etwas anderes, zumal im Klappentext ja auch kein Hinweis dazu steht, obwohl da ja sogar zwei Typen vorkommen.
      Also gerade die Mitte hat mich genervt und ich glaube, es wäre auch (für mich) interessanter gewesen, wenn es nach dem Gedächtnisverlust mit einem Kerl (Adrien) weiter gegangen wäre und fertig. Natürlich mit der Gesellschaftskritik im Blick.
      Vielleicht ist der Zweite ja besser. Kannst ja direkt damit einsteigen :D Die Fähigkeiten waren ja auch ganz cool, nur irgenwie... Hmm... Muss man mögen.

      Bitte ^^"

      Liebe Grüße
      Maria

      Löschen
  2. Heyhey Maria! =)

    Über dieses Buch haben wir ja schon ein mal ein bisschen geschrieben - Ich glaube ja, dass es mir gefallen könnte, aber ich verstehe auch deine Kritikpunkte! =) Eine sehr schöne und ausführliche Rezension wie immer. Ich bin ja gespannt, was ich zu dem Buch sagen werde. =D

    Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend wünsche ich dir noch! ♥♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu,

      ja, man könnte auch sagen ich hab mich aufgeregt :D Es hat so seine guten Stellen, aber man muss da echt ein Fan von Lovestorys sein, sonst geht es einem irgendwann auf den Keks. Aber würde mich freuen, wenn es dir besser gefiele, als mir =)

      Ganz liebe Grüße und *Daumen drück für die Prüfung*! <3

      Löschen