Mittwoch, 10. September 2014

Rezension: "Verhext - Die Chronik des Eisernen Druiden" - Kevin Hearne

entnommen bei klett-cotta.de




Titel: Verhext – Die Chronik des Eisernen Druiden
Autor: Kevin Hearne
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 357
Preis: 16,99€ (br) / 13,99€ (eB)
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Die Beschreibung:
Nachdem Atticus in Notwehr eine hohe Gottheit getötet hat, wollen plötzlich alle etwas von ihm. Am ärgsten macht ihm der ortsansässige Hexenorden zu schaffen. Kurz bevor er mit ihnen einen Friedenspakt schließen kann, taucht auch noch eine ganze Heerschar neuer Hexen in Arizona auf. Ihre dunkle Vergangenheit reicht bis zurück in den Zweiten Weltkrieg. Zum Glück hat Atticus ein magisches Schwert und einen Vampir-Anwalt ...
Die Rezension:
Diesmal habe ich mir statt des Hörbuchs das richtige Buch besorgt und es binnen weniger Stunden verschlungen. Band drei und Folgende sind quasi schon bestellt.

Es beginnt zeitnahe nach dem ersten Band. Atticus ist nun kein unbeschriebenes Blatt mehr und viele Götter jeglicher Religion sind auf ihn aufmerksam geworden und wollen nun den ein oder anderen Feind erledigt haben. Ganz oben auf der Abschussliste steht dabei Thor. Doch Atticus hat weder Lust darauf, sich mit dem Donnergott anzulegen noch mit sonst jemandem. Das wird er aber bald müssen, da ein zweiter Hexenorden aufgetaucht ist, der den ansässigen Hexen und ihm ans Leder will. Hinzu kommen noch die Bacchantinnen, ein Priester plus Rabbi und diverse weitere Probleme, die ihm kaum eine Atempause gönnen. 

Soeben habe ich gemerkt, wie bescheuert und gestaucht der Klappentext ist. An dieser Stelle eine Bitte von mir: Lasst euch nicht abschrecken, bitte nicht. Die Chronik mausert sich zu einer sehr genialen Reihe, die ich euch wirklich ans Herz legen kann!

Der Einstieg ist gut gewählt und ich war schnell wieder mittendrin. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf, sodass man das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen kann. 
Auch diesmal gibt es ein kleines Sprachglossar, bei dem diverse Namen noch einmal Leserfreundlich aufgeschrieben sind. Leider ist es nicht ganz so umfangreich, wie das vom ersten Band und ich musste zwei drei Sachen extra nachblättern. Dennoch ist es eine nette Idee und mir hat es beim Lesen sehr geholfen.

Die Charaktere sind wirklich großartig.
Atticus mit seinen 2100 Jahren hat gelernt sich anzupassen, den Erwartungen an ihn zu entsprechen sowie seinem Gegenüber ein bestimmtes Bild von sich zu vermitteln. So ist er im Buch sehr wandlungsfähig und es ist teils echt witzig zu lesen, wie er sich so gibt. Manchmal finde ich, dass er nicht so alt wirkt, wie er eigentlich sollte, aber eigentlich macht das nichts. Dann lieber etwas lockerer als Leifs eingestaubtes Verhalten, welches für ein paar Seiten amüsant ist, auf Dauer aber anstrengend zu lesen wäre.
Ansonsten ist Atticus ein lockerer Typ, der einem einfach sympathisch ist. Er hat ein paar Eingeweihte und freut sich auch, wenn er sich normal verhalten kann. Er stellt seine Magie meist als nicht so stark dar, aber er hat schon ein paar coole Tricks drauf. In seinem Leben hat er viel gesehen und erlebt und ich hab mich oft ertappt, dass ich überlegt habe, wann er wo bei welchem Ereignis gewesen sein könnte. 
Das Beste an Atticus, neben seiner Magie und dem Schwert, ist und bleibt Oberon, sein irischer Wolfshund. Oberon kann reden, zumindest in Atticus' Gedanken, was mich regelmäßig zum Lachen gebracht hat. Manchmal ist er naiv, manchmal clever, am witzigsten ist es aber, wenn er eine bestimmte Situation kommentiert. Da die betreffende Person ihn nicht hört, kann er sich über sie lustig machen. 
Granuaile (gespr.: Gronjaville) mochte ich sofort. Sie ist eine eifrige Schülerin und hat auch einiges auf dem Kasten. Schnell beweist sie, dass sie als Schülerin mehr als geeignet ist und Atticus scheint mit seiner Entscheidung auch zufrieden zu sein. Sie selbst bereut es ebenfalls nicht, obwohl sie erst einige Sprachen lernen muss (wie z.B. Latein) ehe sie sich den wirklich coolen Sachen widmen darf. 

Insgesamt sind die Charaktere alle sehr unterschiedlich und sehr lebhaft beschrieben. Sie heben sich klar voneinander ab. Man weiß sofort mit wem man es beim Lesen zu tun hat, ohne den Namen sehen zu müssen. Immer wieder lernt der Leser neue Facetten kennen, sodass hier keine Langeweile aufkommt. Ich konnte die Handlungen und Entscheidungen gut nachvollziehen und hatte nie das Gefühl auf der Strecke gelassen zu werden. 

Der Stil ist wie im Ersten sehr satirisch und leicht zu lesen. Hier und da hat der Übersetzung es etwas zu gut gemeint und der Wortwitz ging verloren. Mich hat das aber nicht so sehr gestört. Es passiert echt viel und ist durchweg spannend. Es liest sich ein bisschen wie ein Roadtrip, als würde sich der Autor selbst von Atticus überraschen lassen und noch nicht genau wissen, wo er hinwill. Was ich aber nicht schlecht finde, sondern eher spannend. So weiß der Leser am Anfang auch noch nicht, wo es hingeht und erlebt dann mit Atticus ein Abenteuer nach dem Anderen. 

Die Idee ist auch weiterhin genial. Kevin Hearne verbindet viele Fantasywesen und deren Fähigkeiten. So bekommt der Leser es mit Hexen, Vampiren, Werwölfen, Feen und Göttern zu tun und natürlich einem Druiden. Schön war diesmal, dass man ein bisschen mehr von den Fähigkeiten mitbekommt, auch wenn ich mich jetzt ein bisschen vor Malina grusle. Zudem bekommt man auch ein paar neue Einblicke in die Vergangenheit des Druiden. Mal sehen, wann man über alle 2100 Jahre informiert ist ;) 

Das Ende gefiel mir auch wieder sehr gut. Es rundet das Buch schön ab und der Leser darf sich auf den Folgeband freuen. Es bleibt zwar ein bisschen was offen, aber es gibt nicht den großen Cliffhanger, dass man das Buch unzufrieden beiseite legt. Die wenigen losen Stränge werden in der Reihe sicherlich noch aufgegriffen, mich haben sie aber nicht wirklich gestört. 

Fazit:
Ein wirklich gelungener zweiter Band, den ich fast noch besser fand als den Ersten. Es bietet Spannung, Action, Humor, viel Fantasy und macht Spaß zu lesen. 
Die Folgebände werden demnächst bei mir einziehen! 

Absolute Leseempfehlung!

Wieder 5 von 5 Herzen!
eure Maria

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