Freitag, 26. September 2014

Rezension: "Jake Djones und die Hüter der Zeit" - Damian Dibben

entnommen bei randomhouse.de







Titel: Jake Djones und die Hüter der Zeit
Autor: Damian Dibben
Genre: Fantasy
Verlag: Blanvalet
Seiten: 347
Preis: 8,99€ (tb) / 7,99€ (eB)


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Die Beschreibung:
Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben – bis er eines Tages vom Geheimbund der Geschichtshüter erfährt. Die Agenten dieses Bundes eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander Zeldt will die Vergangenheit nach seinem Willen verändern und der Welt damit für alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein von ihrer Entschlossenheit ab – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft …

Die Rezension: 
Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar! Beim Thema Zeitreisen bin ich ja für fast alles zu haben und wollte unbedingt wissen, wie Damian Dibben es umgesetzt hat!

Es beginnt mit einer Entführung. Jake Djones wurde von zwei Männern abgefangen und zu einer geheimen Organisation gebracht. Schnell steht fest, dass es sich bei der Organisation und die Geschichtshüter handelt, die dafür sorgt, dass die Geschichte so bleibt, wie sie war. Dort erfährt Jake, dass seine Eltern Agenten sind, die bei einem Auftrag verschwunden sind. Zudem wird festgestellt, dass er ebenfalls ein Zeitreisender ist, sogar ein sehr starker. Als die Geschichtshüter ins Jahr 1820 aufbrechen, steht für ihn fest, dass er mitkommen und alles dafür tun wird, damit er seine Eltern wieder bekommt. Baĺd findet er sich im Venedig des 16. Jahrhunderts wieder und hat alle Hände voll zu tun.

Der Einstieg gefiel mir richtig gut. Der Leser ist mittendrin, hat aber, genau wie Jake, keine Ahnung was los ist. Man erhält schnell einige Informationen, die einen neugierig machen, aber nicht abschrecken. So bekommt man einen guten Überblick über die Dinge, den Geheimbund und darf auch noch ein bisschen durch die Zeit reisen. Eine Mischung, die mich schnell gefesselt hat. 

Die Charaktere gefallen mir sehr gut, sie sind schön gestaltet, dreidimensional und unterscheiden sich oft stark voneinander.
Jake ist verwirrt und besorgt. Er will seine Eltern finden und lässt sich nur ungern davon abhalten. Obwohl alles neu für ihn ist, will er mit dabei sein und riskiert immer wieder sein Leben. Er ist neugierig, mutig, stark und lernt schnell dazu. 
Topaz ist die schöne, unnahbare Blonde, in die sich Jake sofort verguckt. Sie hat viel auf dem Kasten, wirkt aber eher kühl und distanziert. Irgendwie wurde ich mit ihr nicht so richtig warm. Sie kommt ganz freundlich rüber, aber irgendwas war seltsam. 
Charlie mochte ich am liebsten. Er ist sehr offen, hat einen Papagai und ein gesprächiger Typ. Mir gefällt seine Art und seine Liebe zum Kochen. Er gibt Jake eine Chance und sieht das Potential in ihm. Ansonsten war er ganz witzig und ein angenehmer Begleiter.
Nathan fand ich einfach nur nervig. Er hat einen extremen Kleiderfimmel und scheint sich nur darauf zu konzentrieren. Das war zwar auch witzig, aber mir dann irgendwann zu viel, einfach weil er auch nicht aufgehört hat, zu reden. Er spielt sich auch gern als Chef auf, ist aber ein ausgezeichneter Kämpfer. 

Der Stil gefiel mir eigentlich ganz gut. Es liest sich flüssig, mit vielen Beschreibungen der Orte, Personen und der jeweiligen Kleidung. Der Einstieg ist ganz spannend, doch später hatte ich leider häufiger das Gefühl, dass Tempo rausgenommen wurde und mir war ein wenig langweilig bzw. fehlte mir die Motivation zum Weiterlesen. Doch dann kamen wieder Stellen, die mich richtig gepackt haben und bei denen ich einfach weiterlesen musste. Insgesamt passiert schon ziemlich viel, sodass es vielen Lesern sicher Spaß machen wird.

Spoiler!
Gestört hat mich ein bisschen, dass dem Helden zu viele Steine in den Weg gelegt wurden. Man versucht ja, vieles spannender zu gestalten, indem der Held stolpert, verfolgt wird und so weiter. In dem Fall von Jake Djones hatte ich aber manchmal das Gefühl, dass er keinen Schritt mehr machen konnte, ohne, dass etwas passiert ist, weshalb einige Szenen ihren Reiz verloren haben, da ich quasi die Masche des Autors kannte. Normalerweise fällt mir so etwas auch kaum auf, aber bei dem Buch war es schon etwas auffällig.

Die Idee ist allerdings ganz cool. Inzwischen kennt man ja ein paar Bücher, Serien oder Filme die sich mit dem Thema Zeitreisen befassen und immer ist es etwas anders aufgezogen. In diesem Buch kommt es zuerst einmal darauf an, welche Symbole man in den Augen sieht. Bei Jake sind es Diamanten, somit kann er sehr weit reisen, das Reisen für andere leichter machen und auch Dinge transportieren. Andere sehen z.B. nur Rechtecke, für die sind Zeitreisen schon anstrengender. 
Das fand ich mal ganz interessant. Dann war auch das Reisen selbst etwas anders. Es gibt viele Horizontpunkte, die Zeitreisen ermöglichen. Vorher muss der Reisende aber etwas Atomium zu sich nehmen, welches dann seinen Körper in Atome aufspaltet und an einem anderen Ort in einer anderen Zeit zusammensetzt. Derjenige muss also nicht in England sein, um nach England zu gelangen, sondern kann das von einem anderen Horizontpunkt aus erledigen. Eine schöne Idee, die zumindest mir neu war.
Ach so, die Hüter nicht zu vergessen, die sorgen dafür, dass der Bösewicht Prinz Zeldt die Vergangenheit nicht ins Schlechtere ändert, sondern alles so bleibt, wie es sein sollte.

Spoiler!
Allerdings fand ich auch hier wieder einen Haken. Prinz Zeldt wurde im 17. Jahrhundert geboren, versucht aber ein Jahrhundert vorher (dank Zeitsprung) die Welt zu zerstören. Nie wird dabei erwähnt, dass er ja seine eigene Familie auslöschen könnte, bzw. ein Paradoxon entstehen würde. Die Motive waren mir da etwas zu schwammig und der Plan nicht gut genug durchdacht. Wobei mir da ein Hinweis fast gereicht hätte, dass er zuvor seine Ahnen in Sicherheit gebracht hat. Da hätte man auch mehr auf die Zeittheorie eingehen können, was der Autor vielleicht unterlassen hat, da es sein Zielpublikum (Jugendliche) vermutlich überlesen würden.

Das Ende war mir dann etwas zu schnell vorbei. Es wird ziemlich groß aufgezogen und aufgebauscht, aber dann war doch alles in einem Rutsch vorbei, was ich ein wenig schade fand. Insgesamt aber doch ganz gut und ein halbwegs runder Abschluss. Den zweiten Band werde ich mir holen, sobald er als Taschenbuch zu haben ist =) 

Fazit:
Auch wenn es einige Unstimmigkeiten gab, hat mir das Buch ganz gut gefallen. Es gibt Höhen und Tiefen, Spannung, Action, Zeitreisen und eine kleine Liebesgeschichte. Ein guter Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Von mir gibts 3,5 von 5 Herzen!

eure Maria


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