Dienstag, 16. September 2014

Filmkommentar: "Who Am I - Kein System ist sicher"




Titel: Who am I

Genre: Thriller
Darsteller: Tom Schilling, Elyas M'Barek, Wotan Wilke Möhring, Antoine Monot jr, Hannah Herzsprung
Länge: 106 Minuten




Also ganz ehrlich, nach diesem hochgradig bescheuerten Trailer hätte ich ihn mir niemals im Kino angesehen. Zum Glück waren wir in der Sneak Preview und wussten nicht, dass er läuft ;) Ich bin echt begeistert und würde demjenigen, der den Trailer verbrochen hat, gern mal treffen!


Die Handlung...
... war wesentlich besser als gedacht. Benjamin ist ein Niemand und unsichtbar. Er versucht sich nun einen Namen in der Hackerwelt zu schaffen, aber eigentlich will er ein Held sein. Aus diesem Grund hackt er sich in den Uniserver um Marie, seiner Herzensdame, die Lösungen für eine Arbeit herunter zu laden. Allerdings wird er erwischt und kassiert Sozialstunden. Dort trifft er auf Max. Dieser erkennt sein Hackerpotential und zieht ihn in eine Welt, die Benjamin zugleich fasziniert aber auch erschreckt. Zu viert gründen sie dann eine Hackergruppe und wollen bei den Großen mitmischen. 

Also wie bereits erwähnt, ist es ganz anders als erwartet. Der Film ist ziemlich cool und spannend, oft auch ganz witzig. Die Aktionen der Gruppe fand ich echt kreativ und gut aufgezogen. Es ist nicht die platte Story von vier komischen Typen, die ein paar andere ärgern wollen. Es steckt noch viel mehr drin und hat wirklich Spaß gemacht, zu sehen. 

Die Charaktere...
... sind sehr unterschiedlich, aber echt genial gemacht. 
Die Besetzung fand ich auch richtig gut. Elyas M'Barek als Badass und Anführer ist in meinen Augen eine sehr gute Wahl. Max kann es einfach, er ist ein Profi im Social Engineering und schafft es andere leicht zu manipulieren. Er hat die große Klappe und einen Spruch auf der Lippe. Sein Motto: Dreistigkeit siegt. 
Antoine Monot aka Paul als eher ruhigerer, humorloser Typ, der einfach seinen Spaß am Hacken hat und wohl der loyalste ist. Er sagt nicht viel, aber ohne ihn wäre die Gruppe auch nicht vollständig. Er ist für das ganze praktische Spielzeug der Gruppe verantwortlich und kann mit einer Büroklammer und einem Motherboard alles zusammenbasteln.
Wotan Wilke Möhring aka Stefan als Adrenalinjunkie und verrückter Kerl. Er sucht die Gefahr, ist aber manchmal auch einfach nur albern und zum Totlachen. Ich mochte ihn irgendwie, er hat so eine verrückte Art an sich. Im ersten Moment dachte ich eher, er wäre der harte Kerl, dabei ist er echt umgänglich.
Tom Schilling habe ich seine Rolle als der Unsichtbare sehr gut abnehmen können. Er verkörpert den Benjamin ohne Schwierigkeiten und man nimmt ihm das sofort ab. Er ist ein Spinner, nicht sehr gesprächig und will einfach nur sichtbar werden. Er hat erkannt, dass er mit dem Hacken weiter kommt und es seinem Vorbild MRX gleichtun will. Seiner Meinung nach kann man alles Hacken, nichts ist sicher. 
Insgesamt wirkte es den Schauspielern wie auf den Leib geschneidert. Auf jeden Fall sehr authentisch umgesetzt und gut kombiniert. 

Die Idee vom Film gefällt mir gut. Man hat diese Gruppe von Hackern, die sich beweisen will und coole Aktionen plant, aber es wird nie langweilig, einfach weil die Charaktere da so viel rausholen. Schön fand ich auch, dass der Film einen Rahmen hat. Es beginnt quasi mit dem Ende und Benjamin erzählt dann seine Geschichte. 
Man kommt gut hinterher und kann den Faden behalten, auch wenn man keine Ahnung vom Hacken hat. Sogar ich habe oft die Witze oder Anspielungen verstanden, also braucht ihr euch keine Gedanken machen, dass der "normale" Zuschauer auf der Strecke gelassen wird. 
Der Humor hat mir wirklich gut gefallen. Ich dachte mir ja zwischendrin, dass es zu platt oder abgedroschen sein könnte, aber nein. Charakterbedingt kamen viele Witze zustande, sodass es auch nicht langweilig wurde. Ich hatte meinen Spaß und denke, dass es da nicht nur mir so gehen wird. 

Der Soundtrack war ganz interessant. Eigentlich Musik, die ich mir so nie anhören würde, aber die Technobeats runden den Film wirklich ab. Teils ist es sehr harte Musik, aber sie hat sehr gut zu den einzelnen Szenen gepasst. Man sollte mit einem ungewöhnlichen Klangerlebnis rechnen, dass aber nicht zu aufdringlich ist. 

Vielleicht noch ein kleiner Hinweis zu dem Trailer. Diese komischen maskierten Typen in der U-Bahn stellen eine Art Chatroom dar und verbildlichen das sozusagen. Fand ich im Trailer verwirrend, aber im Film eine tolle Idee. Die schnellen verwirrenden Schnitte kommen übrigens auch nur bei den Partyszenen vor. Ich hatte ehrlich gesagt ein bisschen Angst, dass es oft zu so schnellen Schnitten kommen könnte, dem war aber zum Glück nicht so. Lasst euch also nicht vom Trailer verwirren, am besten schaut ihr ihn euch gar nicht an, geht einfach in den Film ;)

Fazit:
Ein, meiner Meinung nach, echt guter deutscher Film, in dem wesentlich mehr steckt, als der Trailer vermuten lässt. Die Story ist cool und reißt einen schnell mit, die Gags kommen gut an und die Idee hat mich echt begeistert. 
Ich kann euch den Film wirklich empfehlen! =)

Viel Spaß beim Filmschauen!
eure Maria


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