Dienstag, 26. August 2014

Rezension: "Steelheart" - Brandon Sanderson

entnommen bei randomhouse.de




Titel: Steelheart
Autor: Brandon Sanderson
Genre: Dystopie / Superhelden
Verlag: Heyne
Seiten: 448
Preis: 17,99€ (HC) / 13,99€ (eB)

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Die Beschreibung:
Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar – du musst nur wissen, wo 
Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …
Die Rezension:
Wieso ich das Buch lesen wollte? Es ist von Brandon Sanderson! ...Und mein Freund hat es vor mir gelesen und mir quasi in die Hand gedrückt. 

Es beginnt mit einem Rückblick. David erzählt, wann und wo er Steelheart hat bluten sehen. Er berichtet von den Veränderungen, die nach dem Auftauchen von Calamity (ein Komet, Satellit o.ä.) bei den Menschen aufgetreten sind. Einige haben sich verändert und die unterschiedlichsten Fähigkeiten entwickelt. Sie wurden zu Epics, aber statt sich wie richtige Superhelden zu verhalten, richten sie mehr Zerstörung und Chaos an, als alles andere. Als David mit seinem Vater in einer Bank ist, wird diese von einem Epic gestürmt, der die Stadt übernehmen will, doch Steelheart kommt ihm in die Quere. Kurz darauf schafft es Davids Vater Steelheart zu verletzten, was den Epic alles andere als glücklich macht. Daraufhin überzieht er die Stadt mit Stahl, schafft sich starke Verbündete und wird zum Herrscher. 
Die nächsten zehn Jahre seines Lebens nutzt David um mehr über die Epics und ihre Schwächen heraus zu finden. Er will sich den Rächern anschließen und ihnen helfen, die Epics zu töten, allen voran Steelheart. 

Der Einstieg ist sehr gut gewählt, der Leser weiß sofort, in welcher Welt er gelandet ist und das man Epics nicht als Superhelden sondern Superbösewichte betrachten sollte. Sie sind durch und durch böse und machthungrig. Doch sie alle haben eine Schwäche, mit der man sie besiegen kann. Nur leider muss man die erst mal herausfinden. Kein Epic würde damit hausieren gehen, somit nehmen Davids Recherchen sehr viel Zeit und Geld in Anspruch. Man kommt also ganz gut mit, erhält viele Infos, die einen aber nicht überfordern, mich haben sie eher neugierig gemacht.

Die Charaktere fand ich auch ziemlich cool.
David lebt quasi von den Epics. Sie sind sein Lebensinhalt, sein Antrieb. Er will den Tod seines Vaters rächen und Steelheart wieder bluten sehen. Er kann sehr gut mit Waffen umgehen, allerdings nicht mit Metaphern oder Vergleichen. Die gehen bei ihm regelmäßig in die Hose. Ansonsten ist er ziemlich clever, hat ein eigenes System zur Einteilung der Epics geschaffen und hat auch sonst eine Menge auf dem Kasten, auch wenn er gern mal tollpatschig oder unbeholfen wirkt.
Megan ist schwer einzuschätzen. Ich mochte sie eigentlich ganz gern, aber ihre plötzliche Abneigung konnte ich nicht so ganz verstehen. Sie ist eine Powerfrau und eine sehr gute Kämpferin. 
Abraham ist ganz cool und kommt mir so ein bisschen wie der Vater oder der Kitt der Gruppe vor. Er ist der Mann fürs Grobe, hat eine Leidenschaft für Waffen und deren Pflege, steht meist im Hintergrund und hält sich zurück. Wenn David aber mal Hilfe oder ähnliches braucht, ist er für ihn da.
Cody hat einen mächtigen Dachschaden. Er erzählt laufend Geschichten aus der alten Heimat – Schottland, welches er nie besucht hat – inklusive Fabelwesen und anderen. Bei ihm weiß man auch nie ob er das ernst meint oder einen nur aufziehen will.
Vom Prof erfährt man nicht allzu viel, das kommt dann im Verlauf des Buches. Er ist der Anführer der Rächer und ein Wissenschaftler. Seine Erfindungen helfen dem Team erheblich weiter. 
Tia ist süchtig nach Cola und die Frau für alles technische. Sie kümmert sich ums hacken, die Erfindungen vom Prof und tritt auch mal als Ärztin auf, nur vom Kampf hält sie sich meistens fern und lenkt die Gruppe stattdessen auf den richtigen Weg und ähnliches.

Die Gruppe stellt ist eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Charakteren dar, die sehr gut ausgearbeitet und größtenteils nachvollziehbar sind. Es hat Spaß gemacht, die Figuren in Aktion zu sehen und wie sie miteinander klarkommen. So wurde Cody bei Gruppengesprächen übers Headset auch mal stumm geschaltet. Die Charaktere ergänzen sich gut und das Team wirkt wie eine Gruppe von Zahnräder, die zwar alle unterschiedlich groß sind, aber perfekt ineinander greifen – um es mal mit Davids Worten zu sagen. 

Der Stil ist gewohnt gut und flüssig zu lesen. Brandon Sanderson schafft es, dem Leser viele Infos zu geben, ohne ihn zu überladen. Der Stil wirkt sehr bildlich, ohne zu schnörkelig zu sein. Es wird eher sehr geradlinig aus Davids Sicht erzählt. Es ist sehr spannend und es geht in gutem Tempo voran. Ich hatte nicht das Gefühl, dass gehetzt wurde, nur gegen Ende musste es dann schnell gehen, was aber clever durch die Ereignisse kaschiert wurde. Davids Metaphern lockern das ganze auf und so kommt es nicht ganz so ernst daher. 

Die Idee gefällt mir auch richtig gut und gerade die Umsetzung des Superhelden-Themas macht das Buch so interessant. Der Leser hat es nicht mit den klassischen und ehrenhaften Helden zu tun, sondern mit einer ganz üblen Mischung von Macht und Grausamkeit. Es gilt überall die oberste Regel: Leg dich nie mit einem Epic an und gib ihnen, was sie wollen! 
Viele Städte wurden bereits durch die Epics zerstört, Newcago scheint eine der wenigen zu sein, die noch steht und dazu noch Strom, Wasser und Arbeit liefert. Viele sind nach Newcago gekommen, obwohl die Stadt alles andere als perfekt ist. Die Stadt selbst ist aber auch interessant. Mit Stahl überzogen und später auch darauf erbaut ist sie schon ziemlich ungewöhnlich. Auch wird sie konsequent im Halbdunkel gehalten und bietet so nicht den angenehmsten Lebensraum. Der Stahl hat aber auch einen Vorteil, mit dem richtigen Werkzeug, kann man sich durch die ganze Stadt schleichen. 

Das Ende gefiel mit auch gut. Es kommt zum großen Showdown, der wirklich sehr gut umgesetzt wurde. Es ist actionreich, spannend und zum Nägel kauen. Man kommt aber als Leser sehr gut mit und hat nicht das Gefühl, dass man in dem entstehenden Chaos auf der Strecke bleibt. 
Ein toller Abschluss, der mich zufrieden zurück gelassen hat. Für Band zwei bleibt immer noch ein Fenster offen, aber an sich ist das Buch erst mal abgeschlossen.

Fazit:
Ein Buch, dass nicht nur Jugendlichen sondern auch Erwachsenen gefallen könnte. Es hat mich gut unterhalten und konnte mich auch ab und an überraschen. Eine gute Mischung aus tollen Ideen und interessanten Charakteren. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und kann das Buch nur jedem ans Herz legen, der mal wieder Lust auf eine neue innovative Idee hat!

4 von 5 Herzen!

eure Maria


Kommentare:

  1. Eine schöne ausführliche Rezension! Mir hatte "Steelheart" auch richtig gut gefallen und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die im Januar im Original erscheinen wird. Endlich ;D Hatte damals schon "Steelheart" auf Englisch gelesen und das ist bald ein dreiviertel Jahr her.

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Huhu,
      Dankeschön!
      Ich werde auch auf das englische Original umsteigen, keine Lust noch länger zu warten ;) Bin schon echt gespannt drauf, mal sehen wer als nächstes die Stadt übernehmen will ^^

      Liebe Grüße
      Maria

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