Montag, 4. August 2014

Rezension: "Ödland: Erstes Buch - Der Keller" - Christoph Zachariae






Titel: Ödland – Erstes Buch: Der Keller
Autor: Christoph Zachariae
Genre: Endzeit-Thriller
Verlag: Lucid Dreams
Seiten: ~257
Preis: 0,99€ (eB)
→ bei Amazon kaufen?


→ zur Seite des Autors?






Die Beschreibung:
Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: Das ÖDLAND. Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben. Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat.  
Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen. 
Die Rezension:
Das Buch wurde mir netterweise vom Autor, Christoph Zachariae, persönlich zur Verfügung gestellt! Die Idee klang spannend, und bei Postapokalyptischen Büchern kann ich auch fast nicht nein sagen. 

Es beginnt mit Hagen. Er befindet sich im Ödland und trifft dort auf ein Mädchen. Statt ihn zu erschießen, rennt sie vor ihm weg und er folgt ihr bis in ihr Versteck. Dort angekommen, stellt sich heraus, dass das Mädchen nur ein Lockvogel war. Die Bewohner des Verstecks nehmen ihn gefangen und erwarten Antworten. Anscheinend hat er einige ihrer Familienmitglieder und Freunde auf dem Gewissen. 
Danach kommt ein Cut und man befindet sich im Keller bei Mega. Sie wurde im Alter von ca. fünf Jahren vor der Tür der Enklave gefunden und wohnt seitdem zusammen mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe unter der Erde. Die Wissenschaftler kümmern sich um ihr Überleben und haben einige Strategien entwickelt, dass sie alle gut über die Runden kommen. Doch Mega ist unglücklich. Sie will raus, an die Luft und endlich wieder den Himmel sehen. Von der Enge und dem Eingesperrtsein hat sie die Nase voll. Ihr Wunsch soll allerdings schneller wahr werden, als ihr lieb ist. 

Am Anfang war ich doch etwas verwirrt. Der Sprung war gar nicht so schlimm, nur springt es danach wieder zu Hagen, allerdings ein Stück in der Handlung zurück. Auch bei Mega ging es nicht unbedingt linear nach vorn. Da hätte ich mir bessere Markierungen gewünscht, so hat es mich am Anfang eher rausgebracht. 

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, aber nachvollziehbar.. 
Mega umhüllt ein großes Geheimnis. Sie kann sich an die Zeit vor dem Keller nicht mehr erinnern. Niemand weiß, wo sie herkam, wie sie draußen überlebt hat oder wie alt sie wirklich ist. Sie ist eine Kämpferin und Überlebenskünstlerin. Mit ihrer Situation ist sie meist unzufrieden, fühlt sich eingesperrt und sucht auch ein wenig nach dem Sinn in ihrem Leben. Ich konnte sie gut verstehen.
Später zeigt Mega dann Stärke und scheint sich an ihre Zeit vor dem Keller zu erinnern. Sie ist ein bisschen temperamentvoll und widerspenstig, am Anfang war das auch etwas schwierig. Sie will sich nicht an die Regeln im Keller halten. Später kam ich aber gut mit ihr aus. 
Hagen ist ziemlich brutal und abgebrüht. Muss er als Anführer ja auch sein. Er ist fies, primitiv, grausam und ein Schwein, aber sein Plan geht auf. Irgendwie, so krank er auch rüberkommt, war er sogar der interessanteste Charakter. Er führt eine, im wahrsten Sinne des Wortes, kranke Truppe an, die man erst mal zusammen halten muss. Oft habe ich mich auch gefragt, wieso er sich das überhaupt antut. 
Der Trupp ist wie beschrieben ein sehr geisteskranker Haufen, alle haben so ihre Eigenheiten und Macken und tragen so zu dem schlechten Bild, das der Leser vom Ödland bekommt, bei. Die Kellerbevölkerung ist dagegen richtig langweilig. Seltsam fand ich z.B, auch, dass die Gruppe seit mindestens einem Jahrzehnt zusammenlebt und die Wissenschaftler dennoch gesiezt werden. Doch auch sie haben alle so ihre Spezialgebiete und somit entsprechende Aufgaben. Mir kamen sie nur größtenteils sehr distanziert vor, insgesamt hätten sie auch eine Gruppe im Ödland sein können, bestehend aus Einzelkämpfern. 

Der Schreibstil ist in Ordnung und lässt sich gut lesen. Es ist nur manchmal ein bisschen zu brutal, da muss man vielleicht auch mit rechnen, mir war es fast ein bisschen zu viel. Ansonsten ist es ganz spannend. Man weiß nur nicht genau, wo der Autor mit einem hin will. So konnte ich mir nicht vorstellen, wie Mega je wieder zurück in den Keller kommen sollte, allein schon wegen der Barrieren. Vor allem frage ich mich, wie sie die Ersatzteile finden soll, wenn der Funkkontakt abgebrochen ist und sie somit auch keine Möglichkeit hat, die Wissenschaftler zu kontaktieren. Dennoch ist es ganz interessant geschrieben und man fragt sich auch, was Hagen vor hat. Der Trupp scheint auf etwas zu warten, nur worauf?

Das Umfeld hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen. Die Darstellung des Ödlands und damit verbundene Probleme wurden gut dargestellt und eigentlich auch vieles angesprochen, worüber man sich vielleicht Gedanken machen würde. So passt der Trupp von Hagen auch gut hinein und selbst die Moorfestung ist richtig cool. So würde ich es mir eigentlich vorstellen. Auch der Roadtrip ist gut umgesetzt, mit ein paar tollen Szenen. Ich wollte schon, dass Mega es schafft. Wobei ich die Handlung in der Moorfestung sogar noch interessanter finde!

Ein wenig seltsam fand ich nur, dass Mega draußen auf Nahrungssuche gehen sollte, um Gewicht bei der Beladung des Fahrrads zu sparen. Nur geht sie nie auf die Suche, sondern radelt munter weiter. Auch haben die Wissenschaftler diverse Materialien beiseite gelegt, aber das scheint mir fast zu weise. Wirklich viel erfährt der Leser nicht über die Katastrophe, nur, dass es nach einer halben Stunde vorbei war. Wie viel Vorbereitungszeit hatten sie also. Diese Punkte haben mich beim Lesen etwas stutzig gemacht, aber nicht weiter gestört. Erst beim Schreiben der Rezension wurden mir die Ungereimtheiten klar. Und eine Frage blieb bestehen: Was ist mit der Strahlung passiert?

Das Ende kam dann etwas plötzlich. Die Handlung überschlägt sich und dann ist es auch schon vorbei. Es bleiben sehr viele Fragen offen, sowohl in der Festung als auch bei Mega. Mir schien die Lösung dann etwas zu simpel, aber das mag jeder anders sehen. Insgesamt endet es mit einem Cliffhanger, der fast alles offen lässt. Weiter lesen werde ich in jedem Fall, aber vielleicht nicht gleich morgen.

Fazit:
Auch wenn ich viel zu bemängeln hatte, konnte mich das Buch doch in seinen Bann ziehen, wofür vor allem das ungewöhnliche Setting im Moor verantwortlich ist. In der Romanidee steckt viel Potential, dass man noch besser umsetzen könnte. Insgesamt eine interessante Endzeit-Story. 

Solide 3 von 5 Herzen!
eure Maria

Kommentare:

  1. Hallo Maria,
    das klingt wirklich sehr durchwachsen. Ich hab es mir runtergeladen als es grade kostenlos auf Amazon zur Verfügung stand, aber jetzt weiß ich grade nicht ob das nicht auf meinem Rechner verstauben wird. :D
    Auf jeden Fall eine tolle Rezension!

    Liebe Grüße
    Katja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu,
      ja, also beim Lesen ist mir das alles nicht so aufgefallen und würde auch weiter lesen. Nur im Nachhinein ist mir dann doch noch einiges aufgefallen, was nicht ganz rund wirkt. Kannst ja mal reinschnuppern, es liest sich zumindest schnell!
      Danke :3

      LG
      Maria

      Löschen
  2. Hallo Maria,
    schon so lange schleiche ich um dieses Buch herum und kann mich nicht dazu aufraffen es zu lesen :)
    Die von Dir angesprochenen Kritikpunkte hatte ich bereits befürchtet bin aber froh das Deine Rezension einen vorwarnt :)
    Werde es also demnächst mal lesen wenn ich etwas mehr Lust auf dieses Genre habe,
    LG Ela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu,

      also ich muss gestehen, dass es in diesem Genre wesentlich bessere Bücher gibt (z.B.) Angelfall. Du würdest wohl nicht viel verpassen, wenn du es nicht liest ;)
      Viele Sachen sind mir aber auch erst im Nachhinein aufgefallen, so gesehen ist die Story schon spannend, aber noch nicht ausgereift. Falls du es liest, kannst du mir ja nochmal schreiben ;)

      Liebe Grüße
      Maria

      Löschen
    2. Hallo Maria,
      ok ich dachte es mir ja bereits :)
      denke auch das ich da erst mal Abstand von nehme, falls ich es doch lese melde ich mich :)
      Würde es dann auch bei mir auf dem Blog besprechen :)
      Danke für Deine ehrlichen Worte,
      LG Ela

      Löschen
    3. Huhu,

      ich weiß auch nicht, ob ich es sofort gelesen hätte, wenn ich es nicht vom Autor bekommen hätte. Wie gesagt: Gute Idee, aber bisschen mehr Infos wären schon schön gewesen ;)
      Klar, kannst mir ja einen Link schicken, wenn ich es nicht selber mitbekomme =)
      Gern :3

      Liebe Grüße
      Maria

      Löschen
  3. Eine Frage noch:
    besteht die Möglichkeit deinen Blog via Rss oder Email zu abonnieren?
    Die anderen Funktionen wie GFC und so nutze ich nicht ;)
    LG Ela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi,
      habe es jetzt extra eingerichtet, dass du mir per Mail folgen kannst =)
      (Hab es in der Zeit irgendwie verdrängt oO)

      LG Maria

      Löschen
    2. Danke, dann abonnier ich Dich sofort :)
      LG Ela

      Löschen