Montag, 18. August 2014

Rezension: "Das Haus der blauen Schmetterlinge" - Sarah Benedict

entnommen bei randomhouse.de






Titel: Das Haus der blauen Schmetterlinge
Autor: Sarah Benedict
Genre: Liebesroman
Verlag: Blanvalet
Seiten: 544
Preis: 9,99€ (tb) / 8,99€ (eB)


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Die Beschreibung:

1932, Port Rabaul in der Südsee. An einem Traumstrand heiratet die samoanische Prinzessin Elsa Fa’alua den deutschen Handelsmann Henning Matthes. Ihm zuliebe will sie die Insel der Orchideen und blauen Schmetterlinge verlassen und in seine Heimat ziehen. Doch Hennings Spielsucht treibt ihn in die Flucht von der Insel. Auf sich allein gestellt findet Elsa Unterschlupf in der Villa eines mysteriösen Engländers, über den wilde Gerüchte kursieren ... Bei ihm lernt sie Paulette und Iolana kennen, mit denen sie eine unverbrüchliche Freundschaft teilen wird – und ein gefährliches Geheimnis.

Die Rezension:

Vielen Dank an Blanvalet für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Es beginnt mit einer Hochzeit. Elsa, ein Mischlingskind, das sich nie zugehörig gefühlt hat, hat den Mann ihres Lebens gefunden und geheiratet. Sie glaubt an die große Liebe und daran, endlich angekommen zu sein. Doch sehr bald erfährt sie von den Schwierigkeiten ihres Mannes. Er ist ein Spieler und ein Trinker, seine Schulden belaufen sich inzwischen auf 50.000$. In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt er die Insel und macht sich auf den Weg nach Bremen. Elsa, immer noch im Glauben an die ewige Liebe, will alles für ihn tun und reist ihm sogar nach, obwohl ihr von mehreren Seiten davon abgeraten wird. Später landet sie aber wieder auf der Insel, ein Kind unter dem Herzen und vor sich eine ungewisse Zukunft. Das treibt sie ins Haus von Titus, ein extravaganter Millionär, der bereits zwei Damen bei sich wohnen hat. Doch bald werden aus den drei ungleichen Frauen die besten Freundinnen, etwas, das Titus zum Verhängnis wird. 

Ich muss gestehen, dass ich so meine Probleme mit dem Anfang hatte, was vor allem an Elsa lag. Die Insel, die Atmosphäre, das ist alles in Ordnung, ich konnte mich nur nicht so wirklich mit Elsas Sichtweise anfreunden und hab mehr gewartet, dass endlich etwas (mit ihr) passiert, damit es wieder Spaß macht. Dem Leser ist recht schnell klar, dass es nicht gut gehen kann, doch Elsa sieht das anders. Später, als sie wieder auf der Insel ist, kam ich dann aber recht gut zurecht, vor allem Paulette und Iolana machen viel wett.

Die Charaktere waren, mit Ausnahmen, gut gestaltet. 
Elsa ist, wie erwähnt, nicht mein Lieblingscharakter. Sie will geliebt werden und dazugehören – etwas, dass sie erst durch Henning erfährt – und gesteht sich einfach nicht ein, dass es vorbei ist. Ich hab sie an mehreren Punkten schütteln wollen, weil sie mir mit ihrer naiven Sichtweise auf die Nerven ging. Auch glaube ich, dass sie sich vieles hätte ersparen können, wenn sie einfach ihren Stolz hinter sich gebracht und mit den anderen geredet hätte. An ihrer Stelle wäre ich mit Max zusammen geblieben und fertig. Doch es gab auch eine Seite an ihr, die ich sehr mochte. Sie fühlt sich sehr verbunden mit der Insel und durch sie bekommt der Leser ein ganz anderes Gespür für die Umgebung. Sie lässt alles lebendig wirken, da sie aufzeigt, was ihr alles so an ihrer Heimat gefällt. In diesen Szenen wirkt sie glücklich, ruhig und stark und nicht so naiv wie sonst. 
Paulette ist eine Giftspritze, aber ich mochte sie auf Anhieb. Sie ist direkt und schert sich nicht darum, ob etwas unpassend ist. Auch setzt sie oft ihren Kopf durch und handelt mehr, als dass sie daher redet. Wenn sie etwas wissen will, geht sie der Sache auf den Grund.
Iolana wirkt am Anfang noch etwas blass. Sie umgibt das große Geheimnis. Insgesamt wirkt sie ruhig und freundlich. Ebenso wie Elsa fühlt sie sich mit dem Land verbunden. 
Die Männer im Bunde sind auch alle sehr unterschiedlich. Henning ist ein Feigling, ein Lügner und ein Idiot. Er wirkt, als könnte er keiner Fliege etwas zu Leide tun und dann haut er mitten in der Nacht ab.
Titus ist nicht viel besser, aber er weiß wenigstens, dass er ein Idiot ist, benimmt sich aber so, weil es ihm Spaß macht und er gern andere provoziert. Er hat genug Geld, um sich nicht darum kümmern zu müssen, was andere von ihm halten und gemeinhin findet er sie sowieso langweilig. 
Max ist Arzt, der in einer Holzhütte wohnt, von den Einheimischen keine Bezahlung akzeptiert und eigentlich nicht viel zu bieten hat. Doch er liebt die Südsee, das Meer, die Natur und will es gar nicht anders haben.

Die Beziehungen sind eigentlich ganz cool, da immer etwas anderes passiert, als erwartet. Bei den Frauen dachte ich erst, dass sie sich an die Gurgel springen würden, gerade bei Paulette, die vor allem hinter Titus' Geld her ist, habe ich mit mehr Gegenwehr gerechnet. Ein wenig enttäuscht war ich, als Elsa Henning doch nachgefahren ist. Sie legt seine Handlungen einfach völlig falsch aus und verletzt damit nicht nur sich, sondern auch Max. Warum der nicht irgendwann die Nase voll hatte, ist mir auch schleierhaft.

Der Stil gefällt mir gut, er ist schön bildhaft und man kann sich alles sehr gut vorstellen. Wer schon einmal in der Südsee war, wird sich vermutlich dorthin zurück versetzt fühlen, der Rest darf träumen.
Von den geschichtlichen Ereignissen bekommt man erst wenig mit. In der Südsee herrscht die Zeit des Umbruchs, vieles verändert sich. Auch in Deutschland wird kurz mal der Aufstieg des Nationalsozialismus erwähnt, ansonsten bleibt die Erzählung meist bei Elsa, ohne sich groß um die entfernteren Geschehnisse zu kümmern. Später, mit der Besetzung der Insel, ist man mitten im Weltgeschehen. 
Oft hatte ich das Bedürfnis abzubrechen. Das Buch konnte mich kaum fesseln, erst ab der Hälfte wurde es dann ein wenig interessanter, aber nicht wirklich besser. Das Potential wurde leider etwas verschwendet. Wirklich gepackt hat es mich leider nie.

Die Idee ist nicht unbedingt neu, noch sehr innovativ umgesetzt. Teils war es mir einfach zu viel. Elsa ist zu naiv und scheint sich zu sehr in ihre Rolle als Verlassene hinein zu steigern. Nachdem sie endlich einsieht, dass Hennig sie wirklich nicht mehr will, geht bei ihr alles drunter und drüber. Sie will sich umbringen, dann lässt sie sich von mehreren Männern verführen, beginnt Drogen zu nehmen und landet schließlich in einem Harem. Klar ist sie am Ende, entscheidet sich aber meiner Meinung nach zu oft für den einfacheren Weg... Elsa trifft zu viele falsche Entscheidungen, dadurch wirkt sie selbst unsympathisch und das Buch unglaubwürdig.

Zum Ende möchte ich eigentlich nicht viel sagen. Es hat die Fehler des Buches nicht wirklich wett gemacht und mein einziger Gedanke war "Endlich!". Insgesamt hätte man vieles kürzen können, es war einfach zu viel. Gegen Ende wurde man dann quasi durch mehrere Jahre geschleust und fertig war es. Ich hatte das Gefühl, dass vorher vieles aufgebläht wurde und am Ende war dann vielleicht die Luft raus. Elsa stolpert im Großteil des Buches nur so durchs Leben, scheint dann aber doch dort anzukommen, wo sie sein wollte. Immerhin das hat geklappt.

Fazit:
Ein Buch, mit dem ich mich so gar nicht anfreunden konnte. Das Setting und die Charaktere sind toll (Ausnahme Elsa) sind wirklich toll, ansonsten versprüht es aber nicht allzu viel Charme und ich war froh, als ich durch war. Leider gar nicht mein Fall. Die Liebesgeschichte war mir einfach zu kompliziert, wer aber auf verstrickte Geschichten steht, wird hier auf seine Kosten kommen.

Leider von mir nur 2 von 5 Herzen!

eure Maria

Kommentare:

  1. Nach deiner Rezension muss ich jetzt wohl doch nochmal überdenken mir dieses Buch zu kaufen. Vom Klappentext her und auch vom Cover her hatte es mich bisher eigentlich angesprochen. Ich mag es aber gar nicht, wenn Handlungen so langatmig sind, dass man sich nach dem Auslesen freut, dass es endlich zuende ist.

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    1. Also ich weiß nicht, ob es was für dich ist. Mich hat Elsa einfach nur genervt, weil sie nicht aus ihren Fehlern lernt und sich jedes Mal wieder von Neuem in die Scheiße reinreitet. Es wirkt einfach viel zu aufgebläht und man hätte die Hälfte des Buches streichen oder in ein anderes Buch packen können. Und na ja...

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