Mittwoch, 23. Juli 2014

Rezension: "Darkest Powers - Seelennacht" - Kelley Armstrong

entnommen bei droemer-knaur.de






Titel: Darkest Powers – Seelennacht 
Autor: Kelley Armstrong
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Knaur
Seiten: 368
Preis: 8,99€ (tb) / 8,99€ (eB)
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Die Beschreibung:
Chloe durchschaut schnell, dass Lyle House kein Heim für verhaltensauffällige Jugendliche ist. Hinter seinen Mauern lauert ein dunkles Geheimnis: Skrupellose Wissenschaftler haben vor Jahren Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten gezüchtet, darunter Chloe. Doch dabei ist etwas schiefgelaufen, und die Kräfte der Nekromantin geraten außer Kontrolle. Jetzt haben die Wissenschaftler Angst vor Chloe und nur noch ein Ziel: sie aus dem Weg zu räumen.
Endgültig.

Die Rezension:
Genau wie den ersten Band habe ich auch den Zweiten schon auf Englisch gelesen. Als ich mit dem Hören durch war, musste ich einfach weiterhören. Erstaunlich was man nach vier Jahren alles (nicht mehr/ noch) weiß.

Es beginnt im Institut. Genau da, wo der erste Band aufgehört hat. Chloe ist wieder bei Davidoff und versucht einen Weg nach draußen zu finden. Sie traut dem »harmonischen« Ambiente nicht. Gleichzeitig macht sie sich Sorgen um Simon, da er bei der Flucht seinen Rucksack mit dem Insulin verloren hat. Sie gibt vor, der Edison-Group zu helfen, da sie selbst einen Hinweis finden oder einen für Derek und Simon hinterlassen will. Sie schafft es, leider mit Tori, zu fliehen und die Jungs zu erreichen. Die Flucht geht weiter. 

Die Charaktere entwickeln sich stetig weiter und schaffen es, den Leser zu überraschen. 
Chloe hat Angst vor ihren Kräften. Seit sie weiß, wozu sie fähig ist, will sie nichts mehr mit ihren Kräften zu tun haben. Sie hat es geschafft Seelen von Verstorbenen in deren Körper zurück zu ziehen. Und das unwillentlich, nur weil sie nicht wusste, wie stark sie war und was sie unternehmen sollte. Was würde passieren, wenn sie in der Nähe eines Friedhofs von ihren Kräften träumen würde? Sie könnte eine ganze Armee zum Leben erwecken. Ansonsten ist sie sehr loyal und verständnisvoll. Sie will weg und selbst wenn das heißt, sich mit Tori rumzuärgern, würde sie das durchstehen. Was ich beim letzten Mal schon vergessen hatte: Chloe ist ein totaler Filmfreak. Sie malt sich gern aus, wie es in Filmen wäre, was mit der Protagonistin als nächstes passiert und so weiter. Das ist ganz witzig, vor allem, wenn sie es mit ihrer einen Situation vergleicht.
Tori ist neu zur Gruppe hinzu gekommen. Ich gebe zu: Ich mag sie nicht. Aber sie tut mir leid und man versteht, wie sie zu der geworden ist, die sie ist. Ihre Mutter ist ein Albtraum und selbst ihr Vater verrät sie. Im Buch baut sie viel Mist und geht einen auch dann und wann auf die Nerven, aber hey, es ist Tori und ohne sie wäre es auch irgendwie langweilig.
Derek ist schwierig, viel zu schlau, als dass er andere nicht herablassend behandeln könnte. Doch auch er macht sich in diesem Band. Ich find ich sogar ganz süß, auch wie er sich dann um Chloe kümmert. Die beiden ecken immer wieder an, scheinen aber irgendwann Frieden zu schließen. Auch Derek hat Angst vor seinen Kräften. Durch die Genexperimente weiß er nicht, wie die Verwandlung ablaufen wird, ob er sich je vollständig verwandelt oder wie er sich danach verhält. Er will nicht das Monster sein, dass alle in ihm zu sehen scheinen. Doch aus meiner Sicht ist er schon lange vom Monster zum Beschützer geworden.
Simon hat übrigens auch einen Filmtick. Er und Chloe können stundenlang darüber reden. Zudem zeichnet er auch gern. Diese Zeichnungen werden zum Kommunikationsmittel zwischen ihm und Chloe. Er ist unkompliziert, versucht Chloe aufzuheitern oder auch die Situation zu entspannen. Er ist einfach nett und das macht in ihrer Situation schon viel aus. 

Insgesamt also viele Ecken und Kanten, jeder hat so seine besonderen Fähigkeiten, wobei es vermutlich Simon und Tori am leichtesten fällt, mit ihnen umzugehen. Zauber sind ja immerhin cool und nicht so gefährlich wie die Nekromantie. Es ist spannend zu sehen, wie sie mit ihren Kräften umgehen und wie sie sich so entwickeln. Vor allem Chloe erlebt so einiges, dass sie sicher nie wieder vergessen wird... 

Auch die Beziehungen sind gut gestaltet. Chloe passt irgendwie zu allen und versucht ihr bestes, dass die Gruppe zusammen bleibt. Als Derek sich verwandeln muss, bleibt sie an seiner Seite, dann ist Simon wieder für sie da, wenn Derek Mist baut und sogar Tori trägt (selten) ihren Teil dazu bei, dass einiges nicht so schlimm ist, wie es erst scheint. Eine unperfekte Gruppe, die trotzdem irgendwie zusammen hält.
Was mir auch so an der Story gefällt, ist die subtile Entwicklung der Liebesgeschichte. Hier und da gibt es mal wieder romantische Gesten, aber insgesamt passiert das mehr im Hintergrund. Alles andere wäre aber auch störend, immerhin befinden sie sich auf der Flucht. 

Der Stil war im Englischen gut und flüssig, da kam ich locker durch. Auch beim Hören fiel mir auf, wie schnell es geht. Es passiert eigentlich immer etwas, sodass dem Leser nicht langweilig wird. Es ist spannend beschrieben und man fliegt förmlich durch die Story, ohne dass das Tempo selbst überhastet wirkt. Die Autorin hat das richtige Maß bei ihrer Erzählgeschwindigkeit gefunden. 

Die Ideen mit den Paranormalen gefällt mir immer noch sehr gut. Diesmal geht es auch weiter in die Vergangenheit und die ganze Entwicklung von Lyle-House und der Edison-Group wird aufgezeigt. Zudem wird verraten, wie die einzelnen Kinder ins Programm kamen und was es damit auf sich hat. Es ist schon ziemlich bitter, wenn man überlegt, wie alles so zustande kam und was es aus den Kindern gemacht hat. Sie sind Experimente, die vielleicht auch schief gegangen sind. 

Das Ende war mir dann etwas zu abrupt. Es ist spannend und actionreich und dann ist es plötzlich vorbei. Der Handlungsabschnitt des Buches ist zwar abgeschlossen, aber wirklich toll fand ich es nicht. Es bleibt eigentlich alles offen, sodass man weiterlesen muss. Ein Punkt, den ich auch in Band eins schon bemängelt habe. Immerhin bleibt sich die Autorin treu. 

Zur Sprecherin:
Wie vielleicht bereits bekannt ist, mag ich Vera Teltz sehr gern, sodass das Hören wieder eine große Freude war. Wie vorher schon bemängelt passt ihre Stimme trotzdem nicht so gut zu Chloe, aber wenn man erst einmal drin ist, fällt einem das nicht mehr so stark auf. In diesem Band hat mich die Geschichte auch so sehr gefesselt, dass ich gar nicht weiter auf die Stimme geachtet habe. 

Fazit:
Trotz des abrupten Endes ein sehr gutes Buch, dass ich gern weiter empfehle. Die Geschichte mag inzwischen nicht mehr die neuste sein (Jugendliche mit besonderen Fähigkeiten, die an einem Ort (Schule) zusammen kommen), dennoch ist es toll umgesetzt und bietet einige Überraschungen und gute Ideen. 

Diesmal wieder 4,5 von 5 Herzen!

eure Maria

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