Dienstag, 17. Juni 2014

Rezension: "Selection - Die Elite" - Kiera Cass

entnommen bei amazon.com



Titel: Selection – Die Elite
Autor: Kiera Cass
Genre: Fantasy
Verlag: Fischer Sauerländer
Seiten: 384
Preis: 16,99€ (HC) / 14,99€ (eB)



-> Rezi zu »Selection«







Die Beschreibung:
Das ganz große Glück? 
Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert.
Auch im zweiten Band der ›Selection‹-Trilogie geht es um die ganz großen Gefühle! Kiera Cass versteht es meisterhaft, das im ersten Band vorgestellte Liebesdreieck noch ein bisschen verzwickter zu machen und die Leserinnen gemeinsam mit America hin- und her schwanken zu lassen: Maxon oder Aspen? Aspen oder Maxon?

Die Rezension:
Ich muss gestehen, dass es mir echt schwer fiel, nicht sofort weiter zu lesen. Die Fortsetzung hat mir sehr gut gefallen und bin auf das Finale gespannt!

Es beginnt mit einer Zusammenfassung. Im ersten Kapitel wird quasi der Vorgänger zusammen gefasst und bietet dem Leser einen guten Überblick. 
America ist eine der sechs letzten Mädchen, die noch im Palast sind. Sie ist hin und her gerissen, mal ist sie sich sicher, dass sie Aspen will, dann aber doch wieder Maxon. So geht es eine Weile hin und her. Doch auch unter den Mädchen wird die Stimmung angespannter und bald wird America klar, dass sie eine ernstzunehmende Konkurrentin hat. In dem ganzen Chaos ist sie nicht sicher, wem sie trauen kann und ob Maxon es ernst mit ihr meint, oder ihr nur etwas vorstellt. Die Luft wird dünner und die Atmosphäre immer angespannter. 

Am Anfang hätte ich mir gewünscht, dass die Zusammenfassung extra gestanden hätte. Aber immerhin war es kurz gehalten und danach hielt sich die Autorin mit Wiederholungen zurück. Man findet schnell den Einstieg und ist wieder mittendrin.

Die Charaktere gefielen mir diesmal nicht ganz so gut, was aber nicht an ihrer guten Ausarbeitung lag, sondern an ihrem Verhalten lag. 
America ist diesmal einfach sehr unsicher. Sie mag beide Jungs, kann sich aber nicht entsheiden und ehrlich gesagt, hat mich das richtig genervt. Sie riskiert ziemlich viel, um Aspen zu sehen, glaubt ihm auch gleich mal alles, wo sie bei Maxon vieles hinterfragt... Sie schafft es weder, Abstand zwischen sich und Aspen zu bekommen, noch Klartext mit beiden zu reden. Dadurch kommt sie mir etwas unsympathischer vor. Ihr ist klar, dass sie nur einen haben kann, aber natürlich will sie erst mal beide, zumindest wirkt es so.
Aspen ging mir diesmal auch auf die Nerven. Statt America in Ruhe zu lassen, bringt er sie beide in Gefahr. Teils wirkt er auch zu glatt. Für ihn scheint alles ganz einfach zu sein. Auch Americas Entscheidung ist für ihn offensichtlich, natürlich kommt sie zu ihm zurück. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht akzeptiert, dass sie Zeit und Abstand braucht und dass sie durchaus etwas für jemand anderen empfinden kann. Nach der Sache mit Marlee wäre ich an seiner Stelle zurückhaltender gewesen. Aber auch hier lässt sich America darauf ein, statt ihn mal zurückzuweisen und nein zu sagen.
Maxon tat mir ein bisschen leid. Er setzt seine Hoffnungen auf America, muss aber sehen, wer als Ersatz in Frage kommt. Man merkt, dass er auch kaum noch Lust auf ihr hin und her hat, dennoch will er sie im Schloss behalten. Viele Entscheidungen von ihm konnte ich nachvollziehen, andere fand ich dann aber nicht so prickelnd. Dennoch ist er in diesem Band mein Sympathieträger. 

Als Gegenspielerin haben wir noch Celeste. Im ersten Band macht sie sich mit ihrer Art keine Freunde. Sie ist fies, sabotiert andere und verhält sich bei Maxon so, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Diesmal ist sie fast handzahm und beschränkt sich auf ein paar blöde Sprüche. Woher der Sinneswandel?

Die Beziehungen sind diesmal, wie erwähnt, etwas anstrengend und angespannt. Es wird langsam eng und die Mädchen freuen sich inzwischen offen über das Scheitern einer anderen. Zu allem Überfluss ist Celeste auch noch da, ihr möchte ich immer noch den Hals um drehen. Sie macht es nicht besser, auch wenn sie diesmal nicht die Saboteurin aus dem ersten Band ist, wieso eigentlich nicht? Ich hatte insgesamt mit mehr gerechnet, kann die Zurückhaltung aber zum Teil verstehen; da sie so wenige sind, würden auch nur wenige Mädchen beschuldigt werden können und so käme der 'Täter' früher heraus.

Ich hatte manchmal das Gefühl, dass einige Probleme oder Handlungen plotbedingt waren. Es kam mir so vor, als würden sich die Personen falsch verhalten, was sich dann mit dem Plot erklären sollte. Zum Ball sieht America ihre Familie seit langer Zeit mal wieder, aber statt viel mit ihnen zu reden oder mit ihrem Vater durch das Schloss zu streifen, bleibt sie allein (!) im Ballsaal. Sollte sie allein sein, damit sich Aspen oder Maxon nähern können? Wieso war sie nicht trotzdem bei ihrer Familie. Wirklich erklärt wird es nicht, es kam mir eher so vor, als müsste das jetzt einfach so sein. Es ist schwer zu erklären, ich weiß nur, dass es sich nicht immer richtig angefühlt hat.

Der Stil ist wie im ersten Band sehr flüssig. Es liest sich schnell, mit tollen Beschreibungen. Das Ambiente ist sehr authentisch rüber gebracht, sodass man beim Lesen problemlos in die prunkvolle Welt eintauchen kann. 
Es ist spannend, wenn auch ein bisschen frustrierend. Diesmal werden die Angriffe schlimmer und America trifft einige gewichtige Entscheidungen. Dadurch wurde das ganze Hin und Her zum Glück etwas abgemindert.

Das Ende war dann etwas zu offensichtlich, aber sehr gut aufgezogen. Es gefiel mir richtig gut und hat vieles wieder wett gemacht. Es war spannend, interessant, aber auch nötig. Sonst wäre ich vermutlich wahnsinnig geworden. Endlich wurde mal ein bisschen was geklärt. 
Es bleiben aber wieder genug Fragen offen, dass man eigentlich weiter lesen muss. Im letzten Band dürfte es dann noch mal richtig interessant werden.

Fazit: 
Auch wenn der Band bei dem ganzen Liebeschaos ganz schön schwächelt, hält es sich durch die Angriffe und einiger anderer Ereignisse die Waage. Es mag anstrengend gewesen sein, dennoch habe ich mit allen mitgefiebert und bis zum Ende mitgelitten. Ich bin auf den dritten Band gespannt und freue mich darauf, ihn bald lesen zu können!

Diesmal knappe 4 von 5 Herzen!

eure Maria


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