Sonntag, 22. Juni 2014

Rezension: "Erbin des Throns" - Jennifer Fallon

entnommen bei buecher.de





Titel: Die Legende von Hythria – Erbin des Throns
Autor: Jennifer Fallon
Genre: High Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 800
Preis: nur noch gebraucht erhältlich 



-> Rezi zu »Der unsterbliche Prinz«







Die Beschreibung:
Magie und Liebe – die neue Fantasy-Saga von Jennifer Fallon 
Nach dem einzigartigen Erfolg ihrer „Dämonenkind“-Trilogie kehrt die australische Bestsellerautorin Jennifer Fallon erneut in die Welt von Medalon zurück: Während ihr grausamer Bruder das Reich ruiniert, kämpft Prinzessin Marla darum, ihre Familie zu neuer Größe zu führen. Doch in der patriarchalischen Gesellschaft gilt sie nichts – bis sie eine einmalige magische Gabe an sich entdeckt …
Die Rezension:
Das Buch habe ich mir gekauft, als ich die Gezeitenstern-Saga beendet hatte. Danach ist es auf meinem SuB versauert. Jetzt wurde es mir von Bianca als Pflichtbuch ausgesucht und ja, doch, war eine gute Entscheidung. 

Es beginnt mir einem Mord. Ein Freund des Großfürsten wird ermordet und der Zwerg Eleazaar, ein Cout'esa, muss nun um sein Leben fürchten, doch noch mehr nervt ihn, dass er wieder einen neuen Job braucht. Als Sklave war er auf der Suche nach einer dauerhaften Beschäftigung. Er flieht zu seinem Sklavenhändler und hofft, dass niemand auf der Suche nach ihm war, alle anderen Sklaven aus dem Haushalt wurden bei dem Attentat ebenfalls ermordet. 
Zur beinahe gleichen Zeit findet im Palast des Großfürsten eine Feier zur Verlobung seiner Schwester Marla statt. Sie muss heiraten, damit der Reichtum ihres Bruders und der Throns Hythrias gesichert ist. Doch als sie ihren Zukünftigen sieht, ist sie alles andere als begeistert. Sie steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Der Großmeister Kagan sucht nach einem anderen Ausweg. Er hat wenig Interesse daran, dass Hythria in die Hände der Fahrdonja fällt. Zusammen mit einigen anderen plant er, die zukünftige Braut zu entführen und mit einem der Kriegsherren zu verheiraten. 

Das Buch ist sehr politisch. Am Anfang wird man mit der Politik von Hythria bombardiert. Es gibt zwei Parteien. Die Thronbewahrer und die Königstreuen. Da der Großfürst Lernen sich nur für sein eigenes Vergnügen interessiert, was das Vergewaltigen, Misshandeln und Töten junger, männlicher Sklaven beinhaltet, sehen sich die Thronbewahrer in der Pflicht, einen neuen Herrscher einzusetzen. Die Hochzeit mit dem Fahrdonja gibt ihnen Aufschwung. Die Königstreuen wollen die Wulfklings auf dem Thron behalten, auch wenn Lernen nicht die beste Besetzung ist. Alles hängt vom Erfolg des Verrates ab und Marlas folgender Schwangerschaft. Aber auch danach wird es nicht leichter. 

Ein kleines Manko ist das fehlende Personenregister. Man Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit den Namen und den Stellungen bzw. Beziehungen. Auch ein kleines Glossar wäre hilfreich gewesen. Ich konnte mir zwar vieles erschließen, aber eine Bestätigung wäre schon gut gewesen. Dafür gibt es aber eine hübsche Karte am Anfang des Buches. 

Die Charaktere gefielen mir richtig gut. Sie sind lebhaft und leicht zu unterscheiden. Jeder ist sehr gut ausgearbeitet und sehr speziell. 
Marla ging mir am Anfang ziemlich auf die Nerven. Sie ist ein verwöhntes, naives Kind, dass sich zu schnell in Wunschträume verrennt. Es wird aber besser, als sie sich von ihrem Court'esa unterrichten lässt, allerdings anders, als alle von ihr erwarten. Er lehrt sie die Kunst der Politik, der Machterlangung und Machthaltung. Sie ist clever und er fördert sie so gut, dass sie bald mehr ist, als das dumme Blondchen. 
Laran mochte ich noch am meisten. Er ist klug, gefährlich, aber gerecht und würde Marla nie unter Druck setzen. Er wollte die Hochzeit nicht, fügt sich aber in die Pflicht. Schnell gewinnt er das Vertrauen der anderen Kriegsherren, wohl auch, weil er seine Macht erst nicht wollte und auch nicht nach mehr streben würde.
Anders als einige der anderen. Ich kann hier nicht auf alle Charaktere eingehen, dafür waren es einfach zu viele. Wichtig ist vielleicht noch Kagan. Er ist der Großmeister der Magiergilde, ohne einen Funken Magie im Leib. Er hat die Aufgaben von Lernen übernommen und ist der eigentliche Kopf des Landes. Dafür ist sein Lehrling Waryan Flinkfinger, ehemaliger Dieb, ein Angeborener, vielleicht sogar zum Teil Harshini. Die Harshini waren die mächtigsten Magier, wurden aber seit 150 Jahren nicht mehr gesehen. 

Auch die anderen gefielen mir von der Ausarbeitung her sehr gut. Der Leser hat das gleiche Problem wie Marla: Wer ist vertrauenswürdig, wer steht auf welcher Seite? Es war spannend zu sehen, wie die Personen interagieren, wie sie ticken und was sie bewegt. Die Beziehungen sind sehr verworren und teils alles andere als klar. Nicht alle Motive sind klar durchschaubar, andere Abgründe werden erst später offenbart. 

Der Stil ist auch gut. Ich kam unerwartet schnell durch. Wenn man sich durch die ersten 100 Seiten gekämpft hat, wird es auch zunehmend spannender. Eleazaar macht da einiges wett. Die Politik ist zwar etwas kompliziert, sobald man aber die Verbindungen entwirrt hat, ist es logisch und man kann den Gedanken leicht folgen. Zwischendrin gibt es immer wieder Action.
Ein wenig blöd fand ich die unerwarteten Zeitsprünge. Zwei Mal wurden zwei Jahre einfach verschluckt. Teils konnte ich es verstehen, aber es war schon seltsam, dass in den zwei Jahren nichts passiert ist. Das hätte vielleicht noch etwas besser gelöst werden können.

Einige Sachen sind schon witzig. Die Idee der Magiergilde ohne echte Zauberer und des Cout'esas der eigentlich auch keiner ist, zumindest nicht bei Marla. Anderes war anstrengend. Ich mag so hoch politische Bücher eigentlich nicht und der Einstieg fiel mir schwer. Dann war es aber doch interessant. Bei High Fantasy hatte ich auch mit etwas mehr Fantasy gerechnet. Bei Magie kommt im ersten Band noch etwas zu kurz. Allerdings mochte ich das Buch und das ganze Chaos doch sehr gern.

Das Ende war dann auch sehr gut. Es kam zu einigen unerwarteten Ereignissen. Es war zwar kein riesiger Showdown, aber einiges wird noch aufgelöst, anderes dagegen nur angeschnitten und für den Folgeband offen gelassen. Das Ende passte aber zum Buch, da es ja oft hin und her ging.

Fazit:
Ein guter Auftakt und Fans von High Fantasy werden es mögen. Mir war es etwas zu viel Politik, aber das wird andere eher weniger stören.
Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter lesen, sobald ich an die Bücher herankommen kann. 

Von mir sehr gute 3,5 von 5 Herzen!

eure Maria

Kommentare:

  1. Heyhey Maria! =)

    Uff, die Rezi ist happig. Also du hast sie gut geschrieben, aber ich bin selbst da schon teilweise durcheinander gekommen - mir fehlte da wohl auch das Personenverzeichnis haha. Oder es liegt an der Uhrzeit, ich bin eh schon im Halbschlaf.

    ABER! Mir gefällt deine Rezension wirklich gut und auch wenn es dir gefallen hat, weiß ich jetzt, dass es kein Buch für mich ist.
    Ich entschuldige mich bei dir in aller Förmlichkeit, dass ich dir so einen Wälzer rausgesucht habe, aber hey - er ist runter vom SuB *Freudentanz*.
    Ich bin super stolz auf dich und wünsche dir eine Gute Nacht! =)

    B.N. Woodman ;-)

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    1. Huhu,

      Danke :) Schade, dabei hat es dich ja erst interessiert. Aber vielleicht passen dann die Gezeitenfürsten wirklich besser (die mochte ich auch mehr) ;)

      Ist entschuldigt, ich werde das nächste Mal auch keine Wälzer mehr draufpacken, es sei denn ich will sie wirklich lesen ^^
      Ja, das stimmt und es war ja auch nicht die schlechteste Wahl :)

      Cooler Name! ;)

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