Mittwoch, 11. Juni 2014

Rezension: "Das Geheimnis des weißen Bandes" - Anthony Horowitz

entnommen bei buecher.de








Titel: Das Geheimnis des weißen Bandes
Autor: Anthony Horowitz
Genre: Krimi
Verlag: Insel Verlag
Seiten: 352
Preis: 19,95€ (HC) / 9,99€ (eB/tb)









Die Beschreibung:
Am Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes' Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, dem einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist ihm der Mann über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise reicht - und den berühmten Detektiv ins Gefängnis bringt, verdächtig des Mordes …

Die Rezension:
Eine Freundin hat mir das Buch empfohlen. Ich musste nicht lange überlegen und hab es mir dann kurze Zeit später gekauft. Jetzt warte ich gespannt auf das nächste Buch!

Es beginnt mit Watson und Sherlock. Die beiden waren zwei Jahre getrennt, doch als seine Frau fortgerufen wird, zieht Watson wieder vorübergehend bei Holmes ein. Kurze Zeit später wartet ein neuer Fall auf die beiden. Er beginnt harmlos: Ein wohlhabender Mann sieht einen Fremden aus seiner Vergangenheit und bekommt es mit der Angst zu tun. Es könnte sich um einen alten Feind handeln, der nun auf Rache aus ist. Doch schon bald wird es verzwickter, zumal sie den seltsamen Mann wenig später tot auffinden. Und bald ist klar, dass sie in etwas hineingeraten sind, dass viel größer ist, als sie erst dachten.

Ich muss vorab sagen, dass ich die Bücher von Sir Arthur Conan Doyle nie gelesen habe. Sherlock kenne ich eigentlich nur aus diversen Filmen, der BBC-Serie und ja, so paar Erzählungen. Ich muss aber sagen, dass es mir schon wie ein Roman aus dem späten 19. Jahrhundert vorkam. Nicht, weil es langweilig war, sondern weil die Sprache einfach gepasst hat. 

Die Charaktere sind ziemlich genial. Sie wirken authentisch und sind mir sofort ans Herz gewachsen.
Sherlock Holmes ist so, wie man ihn erwartet. Ein bisschen arrogant, ein bisschen zu intelligent, im Buch aber die Vollendung von Höflichkeit, wobei ich mir nicht immer sicher war, ob er es auch ernst meint. Er freut sich, Watson wieder an seiner Seite zu haben, vielleicht auch, weil er so wieder Publikum hat. Richtig lebhaft wird er erst, wenn er viele Zuschauer hat.
Dr. Watson freut sich ebenfalls, wieder mit seinem Freund zusammen zu arbeiten. Er liebt das Abenteuer, auch wenn er sich neben Sherlock immer etwas unterbelichtet fühlt und sich oft fragt, wie er das Offensichtliche übersehen kann. 
Die anderen Charaktere sind ebenfalls gut gezeichnet, sie wirken zuerst nur grob skizziert, dennoch zeichnen sie sich durch diverse markante Merkmale aus. So kann man sie gut nachvollziehen und unterscheiden.

Die Beziehung der beiden ist ganz interessant. Sherlock ist zwar der Überlegenere der beiden, dennoch hat er Watson gern um sich. Doch wirklich viel reden sie nicht miteinander. Sie verbringen den größten Teil ihrer gemeinsamen Zeit schweigend, was ich etwas seltsam fand. Aber irgendwie passte es auch, da sich Watson oft 'nur' als Chronist betrachtet und/ oder Sherlock nicht in seinen Gedanken bzw Ermittlungen stören will. 

Der Stil ist sehr gelungen. Watson erzählt viele Jahre später, als Sherlock schon tot ist, die Geschichte des Falls mit dem weißen Band. Die Sprache ist zeitlich im späten 19. Jahrhundert verortet und wirkt sehr authentisch. Ich gebe zu, es liest sich nicht so schnell und auch der Stil wird nicht für jeden etwas sein, ich musste mich auch erst daran gewöhnen. Der Humor ist sehr trocken, aber ich hatte oft etwas zu lachen, zumal ich, wie bereits erwähnt, an die BBC-Serie denken musste. 
Das Tempo gefiel mir gut. Es geht zwar erst langsam voran, dennoch ist es interessant geschrieben und es passiert recht viel, sodass es nicht langweilig wird. Ich bin gut durchgekommen und konnte es ab der Hälfte auch kaum noch aus der Hand legen. 

Der Fall selbst hat mir richtig gut gefallen. Und ich hab wieder gemerkt, dass ich ganz schön blind bin. Es fing eigentlich ganz harmlos an: Ein Klient sieht einen Mann, den er glaub aus seiner Vergangenheit zu kennen und vor dem er Angst hat. Bis hierhin war es auch noch simpel. Später folgt noch ein Einbruch, ein Mord, ein weißes Band und einiges mehr. Da war ich eigentlich schon draußen, ich hatte keine Ahnung wer es warum getan hatte und schon gar nicht, wie das alles zusammen gehören könnte. Sehr gut verknüpft!

Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen. Nicht nur, weil es mich komplett überrascht hat, auch die Komplettauflösung ist wirklich genial. 
Es kommt zum Showdown, die Spur ist heiß und der Fall so gut wie gelöst. Ich glaube, dass richtige Krimileser schon eine Idee haben könnten, um was es sich handelt. Ich hatte wirklich keine Ahnung und fand es deshalb umso spannender. 

Fazit:
Ein wirklich gelungener Fall, der gut beschrieben wurde und viele Fäden zusammen führt. Es ist komplex, aber gut verknüpft. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß mit dem Buch und freue mich auf die Fortsetzung, die im Oktober erscheinen wird. 
Das Buch ist etwas für Fans von Krimis und/ oder Sherlock Holmes. Man wird (logischerweise) vieles wiedererkennen und sich den Meisterdetektiv gut vorstellen können. Das Buch bietet Spannung, Action und nicht nur einen Mord, den es aufzuklären gilt.

Von mir gibt es gute 4 von 5 Herzen!


eure Maria

Kommentare:

  1. WOW ein Buch, dass uns beiden gefällt. Das will ja mal was heißen ^^

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    1. Ja, oder? Ein Grund zum Feiern :D Wobei es ja nicht das einzige ist^^

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