Dienstag, 27. Mai 2014

Rezension: "Gebrandmarkt" - Keary Taylor

entnommen bei amazon.com








Titel: Gebrandmarkt
Autor: Keary Taylor
Genre: Fantasy
Verlag: Amazon Crossing
Seiten: 344
Preis: 9,99€ (tb) / 4,99€ (eB)









Die Beschreibung:
Schon immer hat Jessica Albträume gehabt. Albträume, in denen tote Menschen über sie urteilen, in denen Engel sie brandmarken. Ihre Freunde und ihre Familie halten Jessica für verrückt. Aber sie trägt das Mal der Verdammten, eingebrannt in ihren Nacken. Sie versteckt es – und sie versteckt sich selbst vor der Welt.
Dann treten zwei Männer in ihr Leben, vor denen sie sich nicht verstecken kann. Das verändert ihr ganzes Leben – und auch ihre Albträume. Die beiden Männer könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie ist bereit, für einen von ihnen alles zu tun. Sie ist sogar bereit, ihm von den Engeln zu erzählen, ihm zu erklären, warum sie niemals schläft, und ihm das Mal in ihrem Nacken zu zeigen. Doch einer der beiden hat etwas in Bewegung gesetzt, das sie zu ihrem eigenen Urteil hinzieht – und sie in das zu verwandeln droht, was sie am meisten fürchtet.


Die Rezension:
Bei dem Buch hat mich das (englische) Cover gereizt. Kurz zuvor hatte ich auch »Angelfall« von Susan Ee gelesen und war bisschen im Engel-Fieber. 

Es beginnt mit einem Einblick in Jessicas Leben. Sie hat Albträume, jedes Mal wacht sie schreiend auf. Schon viel zu lange quält sie immer der gleiche Traum, sodass sie es vermeidet zu schlafen. Meist schafft sie es über 100 Stunden durchzuhalten, auch wenn es wohl eine Frage der Zeit ist, wie lange sie das noch durchhält. 
Sie arbeitet als Haushälterin für ein älteres Ehepaar, das momentan nicht zu Hause ist. Als plötzlich ein junger Mann im Haus auftaucht, erschreckt er sie erst zu Tode. Doch bald vertragen sich die beiden besser als erwartet und Jessica traut sich sogar, ihm von ihren Träumen zu erzählen. Er ist der erste, der ihr die Geschichte mit den Engeln glaubt. 
Kurz darauf zieht noch ein neuer Nachbar ein, der Jessica irgendwie bekannt vorkommt, doch sie kann sich einfach nicht erinnern woher. Als sich dann auch noch ihre Träume ändern (das haben sie bisher nie getan), ist sie kurz davor völlig durchzudrehen. 

Die Charaktere mochte ich nicht so, zumindest nicht Jessica.
Sie ist einfach keine gute Protagonistin. Eigentlich müsste sie stark sein, sie hat schon viel durchgemacht, aber irgendwie versteckt sie sich dann doch hinter anderen, kommt nicht wirklich aus sich raus und steht auch mal für sich ein. Sie war mir zu langweilig. Auch sagt sie, dass sie ja so kaputt ist, dabei hat sie nur eine Angewohnheit und das ist das Zählen. Für ihre Träume kann sie ja nichts, auch wenn sie deswegen ein kleines Vertrauensproblem hat. Es wurde mehr über ihre Macken geredet, als dass sie wirklich welche hatte. 
Alex dagegen ist ein richtiger Schatz, erst dachte ich, dass es bei ihm einen Haken geben muss, aber er ist einfach nur lieb und will Jessica unterstützen, bei ihr sein und alles. Ich würde zwar nicht sagen, dass er außergewöhnlich ist, eher der Typ von nebenan, dennoch ist er für Jessica etwas besonderes, einfach weil er ihr glaubt etc. 
Vor allem Sal gefiel mir von den Nebencharakteren. Sie ist etwas seltsam, aber irgendwie auch liebenswert und m.E.n. auch die einzige mit einem richtig gut ausgearbeiteten Charakter.

Die Beziehung zwischen Alex und Jessica ging mir dann etwas zu schnell. Am Anfang brauchten sie Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen, später war es dann aber doch etwas... äh... schnell. Auch das mit Emily war recht spontan und vom Tempo her am Anfang flink, später ist es dann stagniert. Da hat mir irgendwie die richtige Mischung gefehlt. 
Mir fehlt auch ein bisschen die Zeit. Die Handlung passiert erst in einem recht kurzen Zeitraum, dann vergeht plötzlich eine ganze Weile, in der nichts geschieht... Ich weiß nicht, aber das fand ich etwas seltsam. Deshalb hat mich wohl auch das mit der Beziehung so gestört.

Der Stil war zumindest im Englischen ganz gut und auch leicht verständlich. Leider habe ich bis zum Ende nicht heraus bekommen, wie ihre Flügel nun genau aussehen. Es sind Narben, aber wohin die Spitzen zeigen und wie fein die 'Zeichnung' ist, weiß ich nicht. Aber das könnte auch einfach an meinem schlechten Englisch liegen. Gleiches Problem bei Jessicas Alter, erst nach 100 Seiten wurde es mal klar gesagt. Ich hatte richtig vermutet, aber wirklich eindeutig war es für mich nicht. Ansonsten kommt man aber gut durch.

Großer Kritikpunkt für mich ist die Offensichtlichkeit. Ob gewollt, oder nicht, es waren einfach keine Überraschungen dabei. Mir war klar, was Cole wollte, wer er ist und so weiter. Die 'Große Erkenntnis' war dann eher langweilig; am liebsten hätte ich Jessica geschüttelt, weil sie so lange so blind war und nicht mal eins und eins zusammen zählen konnte. Die Bilder hätte sie auch wesentlich eher herauskramen können. Ich hätte mir da einfach mehr gewünscht, vielleicht auch mehr Geheimnisse und einen größeren Rahmen um die Träume. Oder einfach mehr mit Emily oder Alex, wenn der Rest schon so offensichtlich sein sollte. 
Ich war dann einfach nur noch genervt von Jessica und kam nicht mehr wirklich in die Story herein. Meiner Meinung nach ist nicht genug passiert. Das Buch zog sich in die Länge. 

Dennoch wird es sicher auch einige geben, die damit kein Problem haben und die die Handlung an sich, gut finden werden. Die Idee dahinter, also die Träume und das Gericht, fand ich ja richtig gut. Es ist mal was anderes, die Engel sind die Bösen und verfolgen Jessica seit ihrer Kindheit durch die Albträume. Aber wie bereits erwähnt, da hätte man noch mehr draus machen können. 

Das Ende war dann doch ganz gut gemacht. Man sollte nicht unbedingt mit fetter Action rechnen, aber der Bogen wurde gut geknüpft. Plötzlich geht alles schnell (was zwar nicht so zum Buch passt, mir aber sehr gut gefiel) und das Buch wird zu dem Buch, das es hätte werden können und ich auch erwartet hatte. Zwar habe ich auch hier wieder den Kritikpunkt des Offensichtlichen, dennoch bildet das Ende einen guten Abschluss. Einige Fragen bleiben offen, doch das Grundproblem wird beendet.

Fazit:
Ob ich weiterlesen werde, weiß ich noch nicht. Ich bin irgendwie nicht richtig reingekommen, vielleicht auch, weil mir einige Fragen am Anfang nicht so klar waren. 
Das Buch kann ich aber allen empfehlen, die Spaß an nicht ganz so 'normalen' Liebesgeschichten haben, es also auch mal ins Phantastische gehen kann. Die Idee mit dem Gericht ist ziemlich gut und wird sicher bei vielen gefallen finden. 

Von mir gibt es trotzdem nur knappe 3 von 5 Herzen!

eure Maria

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