Montag, 24. Februar 2014

Rezension: "Warm Bodies" - Isaac Marion

entnommen bei amazon.de






Titel: Mein fahler Freund / Warm Bodies
Autor: Isaac Marion
Genre: Dystopie / Romantasy
Verlag (WB): Tropen (Klett-Cotta)
Seiten: 299
Preis (WB): 9,95€





-> Filmkommentar zu Warm Bodies




Der Klappentext:
"Ich bin tot, aber das ist nicht so schlimm." - Der erste Zombie-Liebesroman"Das ist die Ironie, wenn man ein Zombie ist: Alles ist komisch, aber man hat nichts zu lachen, weil einem die Lippen verrottet sind." Mit atemberaubendem Drive und sprühendem Witz legt Isaac Marion den ersten menschlichwarmen Zombie-Liebesroman vor. Ein Fest nicht nur für Liebhaber dunkler Genüsse.R ist ein Zombie. Es ist ihm peinlich, dass er sich nur an den ersten Buchstaben seines Namens erinnern kann. Wie die anderen Zombies verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen. Was die Wenigsten wissen: Tot sein ist leicht. Bei einem der Raubzüge in der Stadt trifft R auf Julie. Dummerweise hat er gerade das Hirn ihres Freundes gegessen. R weiß nicht warum, aber er verliebt sich unsterblich in Julie - ausgerechnet in ein lebendes menschliches Wesen. "Warm Bodies" erzählt die Geschichte des bestaussehenden und charmantesten Zombies aller Zeiten.

Die Rezension:

Inzwischen hat wohl fast jeder von dem Film gehört. Nachdem ich ihn gesehen habe und mir auch das Buch empfohlen wurde, habe ich es mir dann doch mal gekauft. Und es konnte überzeugen!

Es beginnt mir R, dem Zombie, der über den Flughafen schlurft und ein bisschen was von sich, seinem Dasein und so weiter, erzählt. Der Leser begleitet ihn bei einem Raubzug, bei seiner Hochzeit und anderen Dingen.Bei seinem nächsten Raubzug trifft R auf Julie und nimmt sie kurzerhand mit sich zu seinem Flugzeug. So ganz weiß er nicht, was er mit ihr anfangen will, fest steht, dass er sie beschützen muss. Nach einiger Zeit bemerkt er Veränderungen an sich, er bricht täglich seinen Silbenrekord und träumt sogar. Und auch auf die anderen Zombies scheinen R und Julie eine Wirkung zu haben.

Die Charaktere, vor allem R, mochte ich sehr gern.R ist ein sehr ungewöhnlicher Zombie. An sein Menschenleben kann er sich nicht mehr erinnern, von seinem Namen ist nur noch der Anfangsbuchstabe übrig. Obwohl er nicht viel sagen kann, sind seine Gedanken sehr komplex. Er kommentiert gern das Geschehen und ist auch schön selbstironisch. Er schwankt zwischen dem Monster, dass er ist und einem Lebenswillen, der erst von Julie richtig geweckt wurde.
Julie ist ein Mensch und ziemlich kaputt. Die Welt um sie herum existiert nicht mehr, sie fühlt sich in dem Überlebenden-Lager eingesperrt und hat die Nase voll. Es geht nur ums Sterben und ihrer Meinung nach haben alle die Hoffnung auf ein besserer Leben verloren. Sie ist kaputt und hat in ihrem Leben schon viel Mist gebaut. Als sie R trifft verändert auch sie sich. Sie wird lebendiger und gewöhnt sich an seine Anwesenheit. Sie weiht ihn in vieles ein, über das sie sonst nur ungern geredet hat.

Mir gefiel gut, dass der Leser so viel über Julie erfahren hat. Sie und R sind sehr vielschichtig und nicht die klassischen oder klischeehaften Protagonisten einer Romantasy. Sie beweisen Tiefe und machen Spaß. Es wurde nie langweilig mit ihnen und außerdem will man wissen, wie sich R entwickelt.

Der Stil wechselt zwischen philosophisch und vulgär. Mal ist es flapsig und derb, dann wieder normal und später schwingt es sich ein wenig zu sehr in die Höhe. Ich weiß nicht, ob mir das Hin und Her gefällt, oder ob der Autor sich einfach nicht festlegen wollte. Aber es liest sich schnell und die lockere, lustige Erzählweise von R treibt einen voran.

Mir gefiel, dass der Leser einiges von der Grundsituation mitbekommt. Nicht nur die Zombies sind für die missliche Lage der Menschen verantwortlich. Es gab Überschwemmungen und andere Katastrophen. Die Zombies waren somit nur das letzte Übel auf der Liste. Die Welt ist am Ende und die Zukunftsaussichten sind erschreckend und düster, aber irgendwie auch eine recht realistische Einschätzung, wie es sein könnte, wenn man mal die Zombies außen vor lässt.
Man erfährt ziemlich viel und es war gut zu sehen, dass nicht nur die Liebesbeziehung wichtig war, auch wie sich der Autor das Zombie-Dasein so vorstellt und wie die Veränderung schleichend eintritt.

Das Ende war ein wenig seltsam. Und ich muss gestehen, dass ich es nicht ganz verstanden habe. Die Lösung ist mir ein wenig zu simpel, und zu grob umrissen, es ist nicht ganz klar, was wirklich der Auslöser war. Ansonsten aber sehr actionreich und trotzdem gut und spannend umgesetzt.
Ein schöner Abschluss, der auf einiges hoffen lässt und den Leser auch ein wenig nachdenklich stimmt.

Wort zum Film:
Der Film ist ein wenig anders, als das Buch. Er wurde ein wenig für den Zuschauer vereinfacht. So sind die Knochen von Anfang an die Bösen und Rs Frau existiert nicht. Auch wurde ein wenig der Ablauf verändert. Ansonsten wurde aber viel übernommen und mir gefällt beides gleich gut, uch gefielen mir Rs Kommentare im Film. Wer den Film mochte, wird auch das Buch mögen, ob das andersherum auch so ist? Wohl nur, wenn man mit kleinen Änderungen leben kann.

Fazit:
Ein interessantes Buch, dass mich zum Nachdenken angeregt hat und definitiv zu meinen bisherigen Highlights zählt. Eine etwas andere Liebesgeschichte, die ich gern weiterempfehle. Wer sich an den etwas »weicheren« Zombies nicht stört, wird definitiv seinen Spaß haben.
Von mir gibt’s
4,5 von 5 Herzen!

eure Maria

Kommentare:

  1. Hallo :)
    Eine sehr schöne Rezension. Vor allem freue ich mich, etwas positives über das Buch zu lesen, da ich bisher immer eher das Gegenteil gehört habe, den Film aber sehr mochte und das Buch auch unheimlich gern lesen würde, aber wenn einem dann mehrere Freunde von abraten wird man skeptisch. Aber im Grunde lese ich ja doch das, was ich will^^
    Deine Rezension klingt so, wie ich es mag ... Erst den Film schauen und dann aus dem Buch 'Zusatzinformationen' ziehen.
    Mal schauen, vielleicht wird es ja dann doch bald mal bei mir einziehen :)
    LG und schöne Pfingsttage,
    Steffi

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    1. Hi Steffi,

      Danke =)
      Ich kann die negativen Meinungen aber verstehen. Es ist schon ziemlich abgedreht, gerade auch am Anfang, weshalb einige dem Ganzen wohl eher skeptisch gegenüberstehen werden. Aber wenn dir der Film gefallen hat, kann ich mir schon vorstellen, dass dir auch das Buch gefällt =) Man muss sich nur einen Schupps geben ;) Manchmal ist es auch bisschen derb geschrieben, den Stil muss man schon mögen. Aber alles in allem fand ich es schon gut =)

      LG, Danke, dir auch!
      Maria

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