Mittwoch, 26. Februar 2014

Rezension: "Aschenputtels letzter Tanz" - Kathleen Weise

entnommen bei amazon.de






Titel: Aschenputtels letzter Tanz
Autor: Kathleen Weise
Genre: Thriller / Jugendbuch
Verlag: Planet Girl
Seiten: 220
Preis: 9,95€ (tb) / 8,99€ (eB)










Die Beschreibung:
Grauer Nebel liegt über dem Moor, als Harpers Cousine Elsa überfallen wird. Ein Aschenputtelzitat - das ist die einzige Spur, die der Täter bei der jungen Tänzerin hinterlassen hat. Während die Polizei fieberhaft nach ihm fahndet, geht die Angst in dem kleinen Städtchen um. Nur Harper will nicht tatenlos abwarten. Sie beginnt Fragen zu stellen und schwebt bald selbst in Gefahr. Denn der Täter hat schon das nächste Opfer im Visier ... Nie war das Böse so märchenhaft schön.
Die Rezension:
Günstig bei reBuy gefunden und sehr fix durchgelesen. Für ein Jugendbuch ganz gut, aber den Vollpreis hätte ich nicht zahlen wollen …


Also vorab sollte gesagt sein, dass es eher ein Buch für Mädchen ist. Die ganze Aufmachung, sowie die Rosenschnörkel auf jeder Seite und der Verlag deuten daraufhin. Mich hat es auch ein wenig gestört, die Rosen waren etwas zu viel und könnten vermutlich auch andere stören. 


Es beginnt mit einem Zeitungsartikel. Ein Mädchen wurde im Moor von einem Unbekannten angefallen und ihr Zeh wurde amputiert. 
Kurze Zeit später trifft Harper, die Protagonistin, auf ihre Cousine Elsa. Mit ihrer Mutter besucht sie ihre Verwandten in Mahnberg am Moor und erfährt von dem Überfall auf Elsa. Es passieren merkwürdige Dinge und wenige Tage später findet Harper ein weiteres Mädchen im Moor, ebenfalls mit Verletzungen, diesmal im Gesicht. Bei beiden findet sich eine seltsame Nachricht, die auf ein Märchen hinweist …

Die Charaktere sind recht blass und wirken distanziert. So ganz konnte ich mich nicht mit ihnen anfreunden. 
Harper ist ein Rabauke, hat zwei Ratten, ist aber in sozialer Hinsicht nicht die Beste. Oft weiß sie nicht, was sie sagen soll und schweigt sich aus. Dadurch hat sie kaum Züge die sie auszeichnen, bis auf ihre Schweigsamkeit. Auf den wenigen Seiten konnte kaum Nähe aufgebaut werden und so wirkte sie unfertig und auch ein wenig langweilig. 
Elsa ist ein wenig besser gestaltet. Sie war Balletttänzerin, bevor ihr der große Zeh amputiert wurde. Aber sie trägt es mit Fassung und scheint sich kaum daran zu stören. Schnell wird klar, dass das Ballett nicht alles für sie gewesen sein konnte, wenn sie es so leicht nimmt.
Bei Nina, dem Mädchen mit den Schnitten im Gesicht, ist es ähnlich. Sie war Model, aber ebenfalls nicht so bestürzt wie erwartet. Ansonsten ist sie recht ruhig und in sich gekehrt, ganz anders als erwartet.

Da ,wo Harper ziemlich leidet und sich hilflos fühlt, sind die anderen beiden Mädchen nicht allzu besorgt. Das hat mich früh stutzig gemacht und mich auch ein wenig verwirrt. Insgesamt wirken die Personen recht distanziert, dass man sich schwer einfühlen kann, das sollte aber trotz der geringen Seitenzahl möglich sein. Harpers Emotionen waren mir manchmal zu übertrieben und die der anderen Mädchen entweder zu lasch oder auch zu sprunghaft. Das hat es ein wenig schwierig für mich gemacht. Aber ich gehöre auch nicht mehr zur Zielgruppe, vielleicht hätte ich mich vor fünf Jahren besser eingefunden. ;) 

Der Stil ist ganz okay, liest sich sehr schnell und flüssig. Binnen weniger Stunden war es auch wieder vorbei. Das Erzähltempo ist sehr flott, es werden keine unnötigen Seiten mit Nebenhandlungen verschwendet, insgesamt ist es sehr zielgerichtet.
Die Beschreibungen vom Moor gefielen mir gut und das Setting war insgesamt sehr ansprechend. Die Autorin schafft es ganz gut, die Atmosphäre einzufangen, auch wenn da vielleicht noch mehr Stimmung möglich gewesen wäre. Allerdings sollte die Handlung ja schnell voran getrieben werden, von daher war das schon in Ordnung. 

Idee und Umsetzung gefielen mir wieder ganz gut. Hier und da ein wenig durchschaubar, aber nicht unbedingt langweilig. Er ist an das Alter der Zielgruppe angepasst und die Altersbeschränkung ist auch okay. Das Buch ist nicht sehr blutig, aber 12+ Jahre, ist ein gutes Alter. 
Das Grundthema ist sehr ansprechend und wohl etwas, worunter einige Jugendliche leiden. Viele gehen Sportarten oder Hobbys nach, weil die Eltern es wollen, obwohl sie selbst schon längst die Lust verloren haben und es aus falsches Pflichtgefühl weiterführen. Oft können sie mit den Eltern nicht mehr darüber reden oder trauen sich nicht, überhaupt etwas zu sagen.
Der Bezug zu den Märchen war recht begrenzt, wer also ein Aschenputtel-Remake erwartet, wird enttäuscht. Ansonsten wurde aber schön mit den Elementen gespielt und das Setting hat auch einiges wieder wett gemacht. 

Fazit:
Insgesamt ein ganz guter Jugend-Thriller. Eine schöne Schnitzeljagd, die zeigt, wohin falscher Ehrgeiz bzw Druck führen kann. Insgesamt gut umgesetzt und für die Zielgruppe passend. Für alle über 17 Jahre aber vielleicht ein wenig durchschaubar oder langweilig. 

Mir hat dann aber doch die Tiefe gefehlt, deshalb gibt es nur 3 von 5 Herzen!


eure Maria

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