Mittwoch, 5. Februar 2014

Filmkommentar: "Lone Ranger"







Titel: Lone Ranger

Genre: Western
Regie: Gore Verbinski
Darsteller: Johnny Depp, Amrie Hammer, Helena Bonham Carter, William Fichtner
Länge: 149 Minuten








Diesmal gibt es keine Buchverfilmung, sondern einen Western. Wobei... Ist Lone Ranger wirklich Western? Schwierig. 

Die Handlung ... 
... geht ein wenig durcheinander. Es beginnt mit Tonto, der einem kleinen Jungen seine Lebensgeschichte erzählt. Er erzählt, wie er den Lone Ranger traf und sie beide versuchten Butch Cavendish auf die Schliche zu kommen. Letzterer ist der Böse, der den Bruder vom Ranger ermordet hat (und den Ranger eigentlich auch) und noch ein paar krumme Dinger am Laufen hat. Zum Beispiel auch den Silberabbau und inszenierte Indianerangriffe im amerikanisch besiedelten Gebiet. 
Tonto und der Ranger verbindet eine sehr seltsame Freundschaft. Oft ist es schwer zu sagen, ob sie sich mögen, oder sie sich nur ertragen, denn sie streiten sich eigentlich ständig. Irgendwie schaffen sie es dann - mehr oder weniger gut - zusammen zu arbeiten und folgen der Spur von Butch. 

Die Story ist clever aufgezogen und gut durchdacht. Auch wenn man nicht alles gleich durchschaut und es kurzzeitig etwas wirr sein kann, klärt sich doch alles auf. Wir haben weder Plotholes noch sonstige Ungereimtheiten - vom Pferd einmal abgesehen - gefunden. Die Lösungen waren auch immer gut ausgearbeitet und es wurde nicht aus das einfachste zurück gegriffen. 

Viele sagen ja, dass es sehr an Fluch der Karibik erinnert. Das Gefühl hatte ich vor allem am Anfang. Diese unmöglichen Stunts kamen einem doch sehr bekannt vor und erinnerten an Captain Jack. Mein Freund allerdings, hatte erst gegen Ende den Eindruck, dass es sich ein wenig ähnelt. Somit lässt es sich wohl kaum ausblenden, wenn man die Quadrologie kennt. Ob die Ähnlichkeit gut oder schlecht ist, muss jeder selbst entscheiden. Als ich einmal im Film drin war, fiel es aber nicht mehr auf. 

Die Charaktere... 
... gefielen mir ganz gut. Tonto ist einfach einmalig, vor allem mit seinem komischen Vogel. Er ist ein Indianer und hat seine ganz eigenen Gründe, wieso er Butch zur Strecke bringen will. Die Schatten der Vergangenheit lasten auf ihm und er will es wieder gut machen. Seine Haltung ist recht locker, solange der Ranger auf ihn hört und ihm folgt. Tonto ist noch nicht vom Ranger überzeugt und hält das Seelenpferd für ziemlich bescheuert, weil es gerade ihn wiederbelebt hat. Aber er arrangiert sich damit und beschert dem Zuschauer ein paar lustige Momente. Johnny Depp konnte den Indianer sehr gut rüberbringen. Er beweist mal wieder sein Talent für krude Rollen und man fragt sich, wer es sonst außer ihm hätte spielen können. Niemand, vermutlich. 
Der Ranger ist ein ehrenhafter Mann, der den Prozess für Butch verlangt, statt ihn einfach umzulegen. Das mag seltsam sein und führte auch nicht auf Anhieb zum Erfolg, aber irgendwie mag man ihn trotzdem (auch wenn ich ihn gern mal geschüttelt hätte). Aber es macht Sinn, eigentlich ist er Anwalt, also steht er für das Gesetz, womit sich auch seine Motive erklären lassen. Mir gefiel die Umsetzung von Armie Hammer. Er hat den Ranger ein wenig steif und zurückhaltend gespielt, dann setzte er sich wieder mit Nachdruck für seine Prinzipien ein und nimmt es auch mit dem verrückten Tonto auf. 
Die Beiden bilden ein gutes Duo, dass sich sehr gut ergänzt. Gern mehr davon. 

Mir gefiel es eigentlich ganz gut, nur war es mir stellenweise zu beknackt. Unmögliche Stunts und Action-Szenen muss man einfach mögen. Und irgendwie war mir das anfangs noch zu viel. Ich konnte mich nicht drauf einlassen und na ja ... Später wurde es dann besser, es wurde witziger und spätestens bei den Killer-Kaninchen hat mich der Film gekriegt. 

Mit der Musik von Hans Zimmer bekommen die Szenen wieder einen besonderen Anstrich. Wie immer sehr schön gemacht und sehr atmosphärisch. So scheinen auch die Landschaftsbilder noch mehr Fernweh hervor zu rufen. 

Fazit: 
Man sollte, wie immer, vorurteilsfrei an den Film herangehen. Wer Fluch der Karibik erwartet, wird einige Elemente wieder finden. Wer auf etwas ganz Neues hofft, wird vermutlich nicht so begeistert sein. Wer Johnny Depp-Fan ist und sich auf ein neues Abenteuer freut, ist hiermit gut beraten. Der Film bietet Spannung, Action, Indianer, einen Schatz und Killer-Kaninchen. Es dürfte also für jeden etwas dabei sein.
Ich fand ihn ganz okay und würde ihn mir auch wieder ansehen =) 

Viel Spaß beim Filmschauen!

eure Maria

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