Sonntag, 5. Januar 2014

Rezension: "Frostfluch - Mythos Academy II" - Jennifer Estep

entnommen bei piper.de




Titel: Frostfluch – Mythos Academy II
Autor: Jennifer Estep
Genre: Fantasy
Verlag: Ivi
Seiten: 336
Preis: 14,99€








Der Klappentext:
Gwen Frost lebt. Noch. Denn die Schnitter des Chaos haben es auf sie abgesehen. Und deshalb muss Gwen an der Mythos Academy kämpfen lernen. Ihr Lehrer: der attraktive Logan Quinn, in den Gwen heimlich verliebt ist. Die Komplikationen sind allerdings vorprogrammiert, denn der Spartaner hat ihr bereits zu Anfang des Schuljahres das Herz gebrochen. Ein Skiausflug bietet ihr endlich die willkommene Abwechslung vom harten Training - dort lernt sie den umwerfenden Preston kennen. Bald wird jedoch klar, dass Gwen ganz andere Sorgen hat: Die Feinde der Mythos Academy sind ihr auch außerhalb des Campus auf den Fersen und setzen alles daran, Gwen zu töten. Und zu allem Überfluss scheint auch Preston nicht der zu sein, für den sie ihn hält …
Die Rezension:
Der erste Band war ziemlich offen, weshalb ich mir den zweiten Band gleich im Anschluss auf Englisch geholt habe. Ich bin noch nicht ganz überzeugt, ob ich die Folgebände noch lesen will.

Es ging mehr oder weniger nahtlos weiter. Seit dem Vorfall sind einige Wochen vergangen und Gwen muss täglich mit Logan trainieren. Das ist für sie eher frustrierend. Sie schafft es kaum, eine Minute zu »überleben« geschweige denn ihn zu treffen. Eigentlich ist sie ein hoffnungsloser Fall, doch dann schafft sie es plötzlich beim Bogenschießen zu punkten, indem sie Daphnes Erinnerungen abruft.
Das Training absolviert sie in erster Linie, weil sie nun ganz oben auf der »Tötungsliste« ihrer Gegner steht. Sie ist Nikes Champion und muss deshalb ausgeschaltet werden. Zudem hat es noch die Familie Ashton auf Gwen abgesehen.
Wie aufs Stichwort wird sie kurze Zeit später angefahren und es folgt ein Angriff auf den nächsten.

Zuerst leider das Negative: Die Wiederholungen waren einfach nur nervig, Nicht nur, dass die Ereignisse aus dem ersten Band wiederholt wurden, sondern auch ganze Textpassagen. Die Schule, Schüler und deren Fähigkeiten (die auch im Register noch einmal aufgelistet sind!) wurden fast genau gleich dargestellt. Fast hatte ich das Gefühl, dass der Text identisch war. Die ersten hundert Seiten hätte ich am liebsten übersprungen, wenn nicht zwischen den ganzen Wiederholungen nicht doch noch etwas passiert wäre. In diesem Fall wäre eine Zusammenfassung wirklich besser gewesen.

Aber es gab auch etwas Positives: Gwen lernt eine neue Seite ihrer Fähigkeit kennen. Sie kann nicht nur Erinnerungen anderer aufgreifen und immer wieder abspielen, sie kann auch deren Fähigkeiten zum Teil übernehmen, indem sie ihre Erinnerungen nutzt. Wie bei Daphne das Bogenschießen oder Ski fahren. Das ist ganz cool und auch mal wieder etwas anderes. Gwen hat ein paar gute Ansätze und wirkt ein wenig greifbarer als im ersten Band. Sie ist nur nicht gerade ein Blitzmerker.
Daphne ist auch wieder dabei und ziemlich in ihrer Beziehung versunken. Auf der einen Seite heißt es, dass sie Gwen richtig gut kennt, auf der nächsten Seite glaubt sie ihr alles mögliche und widmet sich lieber ihrem Freund. Das war mir ein wenig zu einfach gelöst. Entweder sie kennt Gwen gut und verhält sich nicht total widersprüchlich, oder eben nicht. Das hätte die Autorin evtl. nochmal überdenken sollen. Daphne wirkt dadurch unglaubwürdig und unsympathisch.
Logan ist diesmal noch mehr eine Hintergrundfigur. Wenn er auftaucht, dann nur mit Savannah, seinen neuen Anhängsel. Der Anblick der beiden bringt Gwen regelmäßig auf die Palme. Ansonsten fällt er aber kaum auf, was ein wenig schade war. Aber seinen Auftritt als Held hat er trotzdem gekriegt.

Diesmal wurde m.E. nach viel Potential bei den »alten« Charakteren verschwendet. Im ersten Band ist wesentlich mehr Interaktion da und wesentlich mehr Farbe. Ich war enttäuscht von den Figuren, weil kaum Vertrauen aufkam. Zum einen sollte es keine Geheimnisse mehr geben, dann wurde dennoch nicht alles erzählt und vieles wurde durch den Feind offenbart. Diesmal kam ich auch nicht wirklich an sie ran, sie wirkten unsympathisch und nicht so gut durchdacht wie vorher.
Die beiden Jungs, Preston und Oliver, bringen Bewegung ins Spiel und mischen die Gruppe gut auf.

Zum Stil kann ich nicht allzu viel sagen, da ich ja die Umsetzung in der Übersetzung nicht kenne. Im Englischen ist es aber ziemlich einfach geschrieben und die bereits erwähnten Wiederholungen nerven vor allem am Anfang und hätten vermieden werden können.
Es ließ sich aber gut lesen, auch für jemanden mit nicht ganz so gutem Englisch machbar und verständlich. Kann man sich also rantrauen.

Es gab kaum Neues zu Mythen, Göttern und Kriegern. Erst gegen Ende wurden wieder ein paar neue Dinge offenbart. Dennoch gefällt mir das Konzept mit der Academy und den verschiedenen Ethnien. Es ist mal was anderes und die interne Historie ist auch gut gemacht. Die Verbindung von alten Legenden und Sagen mit der Realität ist der Autorin gelungen und macht auch Spaß zu lesen.

Das Ende: Auf jeden Fall kann die Autorin Finale schreiben. Alles in allem schön spannend und cool aufgezogen. Teils ein wenig zu viel, aber immerhin passierte was und es war wirklich ein Finale. Ich würde mir wünschen, dass sie die Spannung im restlichen Buch auch noch anziehen könnte. Klar klappt das nicht die ganze Zeit über, aber hier war es mir zu wenig. Das konnte dann auch das Ende nicht mehr wirklich wett machen.

Um das Buch zu verstehen, muss man den ersten Band »Frostkuss« nicht gelesen haben, da einfach alles wiederholt wird. Im ersten erfährt der Leser allerdings noch mehr über die Welt und die Historie, als im zweiten Band. Wer also noch tiefer in die Geschichte eintauchen will, ist mit »Frostkuss« gut beraten. 

Fazit:
Das Buch hat am Anfang zu viel Potential verschenkt. Ich fand es anstrengend und war bis zur Hälfte eher genervt als gefesselt. Es passierte auch nicht allzu viel. Erst mit dem Ausflug nimmt es langsam Fahrt auf und wird allmählich besser. Die Ereignisse im Ski-Resort waren ganz cool und das Ende hat mich dann doch überzeugt, dass ich auch noch den Folgeband lese.
Insgesamt aber eine klasse Grundidee, die sicher noch einiges zu bieten hat. Ich bin gespannt.

Diesmal nur 2,5 von 5 Herzen.


eure Maria

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