Montag, 6. Januar 2014

Rezension: "Die Kälte in dir" - Oliver Kern

entnommen bei egmont-lyx.de







Titel: Die Kälte in dir
Autor: Oliver Kern
Genre: Thriller
Verlag: Egmont LYX
Seiten: 442
Preis: 9,99€








Der Klappentext:
In einer abgelegenen Villa in der Nähe von Stuttgart wird die bereits stark verweste Leiche eines Mannes gefunden. Auffällig sind großflächige Wunden am Oberkörper. Der Fall wird Kommissarin Kristina Reitmeier zugeteilt. Ausgerechnet jetzt verliert die notorische Raserin für drei Monate ihren Führerschein. Daniel Wolf, angehender Polizeipsychologe und wegen eines Disziplinarverfahrens eigentlich vom Dienst beurlaubt, wird zum Chauffeur abgeordert. Keine leichte Situation für die beiden. Bald darauf werden weitere Leichen entdeckt, denen eines gemeinsam ist: Sie alle sind stark übergewichtig.

Die Rezension:
Kurze Warnung vorab: Ich lese, wie einige vielleicht mitbekommen haben, keine Krimis, weshalb das Buch recht schwer zu rezensieren war. Aber es hat mich überzeugen können und ich werde sowohl Autor, als auch Genre im Blick behalten.

Es beginnt mit Hitze, Sommer und einer Leiche. Die andauernde Hitze scheint alle zu lähmen, bis auf den Mörder. Kristina und ihre Einheit haben also eine Leiche am Hals, sind unterbesetzt und binnen kurzer Zeit gibt es das nächste Mordopfer. Die Polizei tappt im Dunkeln und eine wirkliche Spur entwickelt sich eher schleppend. Kristina ist ratlos. Zudem ist sie Führerscheinlos und muss sich von einem Kollegen fahren lassen. Besagter Kollege sieht es allerdings nicht ein, nur den Chauffeur zu mimen und will Kristina helfen. Er ermittelt eigenständig und das nicht immer im Sinne von Kristina. Als auch noch die Mafia auftaucht, geht der Spaß erst richtig los.

Die Charaktere gefielen mir sehr gut. Sie hatten alle ihre Eigenheiten, Abgründe und Geheimnisse. Jeder war individuell gestaltet und wirkte gut durchdacht.
Kristina ist sehr direkt und wirkt so auch oft ein wenig barsch. Sie sagt ihre Meinung und schafft es auch nicht immer die Klappe zu halten. Der Verlust ihres Führerscheins macht sie fertig und sie weiß noch nicht, was sie von ihrem Fahrer halten soll. Der Leser erfährt etwas über ihre Vergangenheit und über ihr Unwohlsein in abgekühlten Räumen. Kristina bleibt bis zum Ende interessant und lesenswert, da man nie alles erfährt, aber immer neue Informationen eingestreut werden.
Daniel, der Fahrer, wurde eigentlich vom Dienst suspendiert. Er war in einen Fall verwickelt und hat es nicht mal mitbekommen. Nun wird ermittelt, ob er die Arbeit mit Absicht sabotiert hat. Sein Vorgesetzter will ihm aber eine Chance geben und nicht tatenlos herumsitzen lassen. Also lässt er ihn als Fahrer für Kristina arbeiten. Der Job sagt Daniel überhaupt nicht zu, aber schnell ist er mittendrin und er will selbst ermitteln. Die Arbeit mit Kristina beginnt, ihm Spaß zu machen, insofern das bei einem Serienmörder möglich ist.
Die beiden bilden eine coole Kombination, die ich gern zusammen gelesen habe. Sie sind recht verschieden, passen aber gut zusammen.

Der Schreibstil ist schön klar und linear mit guten, exakten Beschreibungen, die das Bild sowie die Stimmung sehr gut eingefangen haben. Es gibt einige Wiederholungen wie die Hitze oder Kristinas Unbehagen bei kalter Luft, die aber nicht aufdringlich oder störend wirken.
Manko für mich war ein wenig die Spannung, für andere ist das sicherlich in Ordnung, mir fehlte zwischendurch ein bisschen was. Allerdings muss es in einem Krimi nun mal Zeugenbefragungen geben, es soll ja auch nicht alle paar Seiten eine Leiche auftauchen. Dann, ab der Hälfte, wurde es für mich wieder spannender, es passierte inzwischen recht viel und eine grobe Spur zeichnete sich ab.

Ich tappte ziemlich lange im Dunkeln. Das gefiel mir allerdings gut, alles andere wäre sonst auch langweilig gewesen. Andere Spürnase haben da sicher schneller den richtigen Riecher, für mich war es genau richtig.
Der Aufbau war auch gut. Es gab nicht zu viele Hinweise, aber man konnte dennoch Vermutungen aufstellen und so gut mitraten. Es taten sich immer wieder Fährten auf, so wie es wohl bei einem guten Krimi sein sollte.

Die Idee mit dem Serienkiller und dessen Vorliebe für dicke Menschen und deren Speck war ziemlich böse, aber auch gut umgesetzt. Es gefiel mir sehr gut, auch wenn es ganz schön fies ist. Die Motive des Killers waren ebenfalls gut dargelegt und toll umgesetzt.

Das Ende war sehr actiongeladen und spannend. Ein wenig schade fand ich den abrupten Cut, wo es dann erst eine Woche später wieder einsetzt. Mir gefällt diese Art von Ende nicht, allerdings war es hier gut eingebaut und wirkte auch stimmig.
An sich ein guter Abschluss, der Lust auf mehr macht.

Fazit:
Ein wirklich guter Krimi, der mir sehr gefallen hat und den ich gern weiterempfehle.
Kristina und Daniel sind ein gutes und ungleiches Team, von dem ich gern mehr lesen würde. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt!

Von mir 4 von 5 Herzen!

eure Maria

1 Kommentar:

  1. Ich hab auch immer Angst, wenn ich fremde Genres rezensiere - aber du hast das gut gemacht! Besonders die Kursiv-Formatierung ist toll!

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