Freitag, 13. Dezember 2013

Rezension: "Frostkuss - Mythos Academy I" - Jennifer Estep

entnommen bei amazon.de






Titel: Frostkuss – Mythos Academy I
Autor: Jennifer Estep
Genre: Fantasy
Verlag: Ivi (Piper)
Seiten: 373
Preis: 14,99€










Der Klappentext:
Sie sind die Nachkommen sagenhafter Kämpfer wie Spartaner, Amazonen oder Walküren und verfügen über magische Kräfte. Auf der Mythos Academy lernen sie, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und sie richtig einzusetzen.
  Im Mittelpunkt der Serie steht die 17-jährige Gwen Frost, die über ein außergewöhnliches Talent verfügt: Sie besitzt die »Gypsy-Gabe« – bei der eine einzige Berührung ausreicht, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber was Gwen nicht weiß: Die Studenten werden dort ausgebildet, um gegen den finsteren Gott Loki zu kämpfen. Und obwohl sie der Meinung ist, an der Mythos Academy nichts verloren zu haben, erkennt Gwen bald, dass sie viel stärker ist als gedacht und all ihre Fähigkeiten brauchen wird, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen.  
Die Rezension:
»Frostkuss« war eigentlich kein Buch, dass ich unbedingt lesen wollte. Nach »House of Night«, »Shadow Falls Camp« und Co hatte ich keine Lust auf noch eine »Mädchen wechselt auf eine Schule mit komischen Leuten mit noch komischeren Gaben« - Geschichte. Aber als es dann für wenig Geld als eBook zu haben war, ist es doch noch auf dem Reader gelandet.

Es beginnt direkt in der Academy mit einem Geheimnis. Die Protagonistin Gwendolyn legt sich mit einer Walküre an. Schnell wird klar, dass Gwen ebenfalls eine Gabe hat. Sie sieht Dinge, Ereignisse, spürt Gefühle, sobald sie etwas oder jemanden berührt. Das Gypsymädchen wird sie von allen genannt. Die Academy ist die vorübergehende Heimat für alle möglichen Figuren: Walküren, Amazonen, Spartaner, Kelten usw. Und alle sind sie reich und verzogen. Für Gwen ist es die Hölle, sie ist weder reich, noch kampferprobt oder gehört zu einer der vertretenen Gruppen. Zumal sie an den ganzen Mist sowieso nicht glaubt und sich fragt, was sie auf der Academy überhaupt sucht.

Mir gefiel gut, dass es nicht, wie bei so vielen anderen Büchern, mit ihrem Schulwechsel losging, sondern ca. zwei Monate danach ansetzt. Klar gibt es Rückblenden, wie es zu dem Wechsel kam (teils wird es auch ein wenig zu oft erwähnt). Aber das ist immerhin ein Fortschritt zu dem sonst so gleichen Ablauf. So befindet sich der Leser gleich mitten drin, ohne dass alles groß erklärt wurde.

Gwen ist an sich ein ganz interessanter Charakter. Vor allem ihre Gabe ist besonders. Die Gypsy-Gabe wird in der Familie von der Mutter an die Tochter vererbt, äußert sich aber immer anders, sodass jede Frost eine andere Gabe hat. Bei Gwen ist es das Sehen von Erinnerungen oder mit dem Objekt verbundene Ereignisse. Auf Mythos gilt sie deshalb als Finderin verlorener Dinge. Ansonsten interessiert sie sich noch für Comics und Süßkram. Mit Sport kann sie hingegen nichts anfangen. Was an einer Schule, an der Kampfsport oberste Priorität hat, eher unvorteilhaft ist. Ich mochte Gwen eigentlich ganz gern, nur hatte ich manchmal das Gefühl, als käme ich nicht so ganz an sie ran. So richtig wusste der Leser manchmal nicht, wie es in ihr aussieht, als würde eine Distanz gewahrt werden. Das war durch die Ich-Perspektive etwas seltsam. Vielleicht wurde so auch nur die Vorsicht von Gwen in Bezug auf andere verdeutlicht.
Neben Gwen gibt es auch noch Daphne – die Walküre. Sie taucht gleich am Anfang auf, wird kurzzeitig als Handlanger missbraucht, ist ein totaler Technik Freak und wird dann irgendwie zu Gwens Freundin. Daphne ist eine starke Kriegerin, die erst wie eine Highschoolbitch wirkt, sich dann aber von ihrer Gruppe trennt, weil sie die Dummheit und Oberflächlichkeit satt hat.
Und wie sollte es sein? Ein Objekt der Begierde gibt es auch noch. In diesem Fall ist es Logan, ein Spartaner. Das heißt, dass er ebenfalls stark und ein Kämpfer ist. Die Spartaner sind die Kampfmaschinen schlechthin. Sie können jeden in Sekunden töten – egal mit was. Zudem ist Logan auch noch fleißig dabei, sich durch den Campus zu schlafen. Bei ihm ist unklar, was er von Gwen will, ob er überhaupt etwas will und das könnte später noch interessant werden.

Ein wenig anstrengend fand ich die dauernde Erwähnung von Gwens Fähigkeiten. Immer wieder wurde gesagt, wie es funktioniert und was sie sieht. Immerhin gab es auch noch Beispiele, aber die Haarbürste und die Bücher wurden mir ein wenig zu oft betont. Ich hatte das Gefühl, dass es vor allem die ersten 100 Seiten gesagt wurde. Das war ziemlich anstrengend und übertrieben für einen Ich-Erzähler. Ich hätte mir gewünscht, dass nicht so viel erzählt, sondern mehr gezeigt worden wäre.

Auf der anderen Seite gefiel mir ganz gut, dass es mal nicht Vampire, Werwölfe, Halbgötter etc. waren, sondern ausschließlich Krieger. Das war – zumindest für mich – mal etwas anderes und neues. Es wurden einige historische Ereignisse aufgegriffen neue Mythen mit alten Göttern gesponnen und eine bunte Geschichte geschaffen.
Auf die Magie der anderen Gruppen wurde kaum eingegangenen. Aber ich glaube, dass in den Folgebänden noch einiges kommen wird. Das Hauptaugenmerk liegt bei »Frostkuss« eher bei der Kampfkunst und bei der Gypsy-Gabe.

Der Stil: Es ist okay geschriebene, allerdings auch oft wiederholend und dadurch ein wenig anstrengend bzw. langweilig. Manchmal hat die Autorin seltsame Satzkonstruktionen oder für meinen Gemschmack zu viele »ich«s. Mir war auch die Distanz zum Leser, trotz Ich-Erzähler ein wenig suspekt. Dennoch ließ es sich schnell weglesen. Das Tempo ist auch ganz gut für das, was passiert. Nur hatte ich ein wenig das Gefühl, dass nicht wirklich etwas losging. Die Handlung läuft so vor sich hin, klar passiert auch was, aber so richtig wollte bei mir keine Spannung aufkommen. Vielleicht auch, weil vieles offensichtlich war und soviel wiederholt wurde.

Das Ende war dafür richtig gut und hat so einiges wieder wett gemacht. Es war spannend, actionreich und eigentlich ein klassisches Ende vom Finale her. Es ist nicht ganz klar, wer das Rennen macht und ob es auch alle schaffen. Es gibt Offenbarungen und interessante Verwicklungen. Für den nächsten Band ist noch einiges offen, aber man hat viele der wichtigen Fragen beantwortet bekommen.

Fazit:
Für einen ersten Band war er ganz gut. Die Academy war mal etwas anderes und die Gabe von Gwen gut umgesetzt.
Wer Spaß an Fantasy und Mythen hat, ist hiermit gut bedient. Der zweite Band ist inzwischen auf dem Reader und ich bin gespannt, wie es weiter geht.

3 von 5 Sternen von mir!

-> Rezi zu Band 2 »Frostfluch«
-> Rezi zu Band 3 »Frostherz«
-> Rezi zu Band 4 »Frostglut«
-> Rezi zu Band 5 »Frostnacht«

eure Maria

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