Freitag, 15. November 2013

Rezension: "Heaven - Stadt der Feen" - Christoph Marzi

entnommen bei weltbild.de






Titel: Heaven – Stadt der Feen
Autor: Christoph Marzi
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Arena
Seiten: 358
Preis: 7,99€










Der Klappentext:
London - das ist seine Stadt. Und über den Dächern von London - dort hat David sein zweites Zuhause gefunden. Hier oben kann er den Schatten der Vergangenheit entfliehen. Bis er eines Tages auf ein Mädchen trifft, das alles auf den Kopf stellt, woran er bisher geglaubt hat. Ihr Name ist Heaven. Sie ist wunderschön. Und sie behauptet, kein Herz mehr zu haben. Ehe David begreifen kann, worauf er sich einlässt, sind sie gemeinsam auf der Flucht. Und sie werden nur überleben, wenn sie Heavens Geheimnis lüften.
Christoph Marzi erzählt mitreißend - Urban Fantasy vom Feinsten!

Die Rezension:
Den Autor habe ich eher durch Zufall entdeckt, als ich mit meinem Freund im Buchladen war. Dort habe ich mir dann »Lydicas« (auch von Christoph Marzi) gekauft und kurz darauf »Heaven« bestellt. Ich wollte dann doch lieber erst etwas kurzes von ihm lesen.

Die Geschichte ist ziemlich skurril und so beginnt sie auch. Einem Mädchen wird das Herz aus der Brust geschnitten. Aber statt zu sterben, steht sie wieder auf und rennt davon. Kurze Zeit später trifft sie dann auf David. Über den Dächern von London begegnen sie sich. Heaven ist aufgewühlt und völlig fertig mit den Nerven. David ist auf dem Weg zu einem Kunden und hat eigentlich keine Zeit für dieses verrückte Mädchen. Sie erzählt ihm ihre Geschichte, die so unglaubwürdig ist, dass David Heaven lieber stehen lassen würde. Nach einigem Hin und Her hat er ein Einsehen und nimmt sie mit sich. Nachdem sie das Buch abgeliefert haben, machen sie sich auf ins Krankenhaus. Dort wird David endlich klar, dass Heaven doch nicht verrückt ist und ihr tatsächlich das Herz gestohlen wurde. Gemeinsam fliehen sie vor dem Herzdieb, der inzwischen wieder die Verfolgung ausgenommen hat.

David ist von zu Hause abgehauen und versucht sich seitdem in London durchzuschlagen. Er hat einiges hinter sich, auf das er nicht gerade stolz ist. Eine Buchverkäuferin nimmt ihn bei sich auf und er erkennt die Chance, die sie ihm damit bietet. Er ist ganz zufrieden mit seinem Leben und hält sich von seinen früheren Freunden so fern wie möglich. Mir gefiel es ganz gut, da er seine Fehler etc eingesehen hat und mit seiner Vergangenheit nichts mehr zu tun haben will. Er ist ein sympathischer junger Mann, den der Leser schnell versteht und der nachvollziehbar ist.
Heaven hat meines Erachtens nach zwei Gesichter, oder eher zwei Leben. Zum einen ist sie sehr ruhig, zurückhaltend, uninteressiert. Zum anderen brennt sie quasi vor Leidenschaft, wenn es um Sterne geht, ist offen und erzählt viel und gern. Ihr Leben ist sowohl trist, als auch bunt und so gestalten sich auch ihre Lebensräume. Seit sie eine Waise ist, hat sie sich sehr in sich zurück gezogen, ein Refugium geschaffen und damit auch ein neues Ich. Sie ist von den beiden wohl der vielschichtigere Charakter.

Beide sind ganz gut gemacht, interessant beschrieben und alles andere als farblos. Sie sind manchmal ein wenig schwer zu fassen, dann wieder sehr offen dargelegt. Der Leser erfuhr so einiges über die beiden. Auch ihre Beziehung zueinander ist ganz cool, sie geht nicht zu schnell zu weit. Aber die beiden nähern sich immer weiter an, versuchen die Zeit zu nutzen, haben aber auch Angst vor dem Ende.

Der Schreibstil gefiel mir nicht so ganz. Zum einen ist der Stil flüssig, recht … na ja... einfach oder normal, doch dann packt der Autor Bilder hinein, die zwar wunderschön sind, mich aber auch oft aus der Geschichte warfen. Ich habe es einfach nicht erwartet, konnte mich auch bis zum Ende nicht daran gewöhnen. Die Sprache passte nicht so ganz zu David, was vielleicht auch dazu bei trug, dass es unpassend wirkte. Dennoch sind die Bilder wunderschön. Sie passten zu Heaven und wirkten verklärt-märchenhaft. Aber zu David passten sie nicht.

Die Verstrickungen sind ganz cool. Der Leser wird ganz schön hin und her geführt, was an der Flucht aber auch an der Frage lag, wer der Auftraggeber war.
Der Gegenspieler gefiel mir auch gut. Er war recht stark und kein leichter oder langweiliger Gegner. Der Mörder ließ nicht locker und der Leser hatte das Gefühl, dass es wirklich keine Sicherheit gibt.

Die Verbindung der Geschichte mit dem Mörder und den Fantasy-Elementen ist aber auf jeden Fall gelungen. Auch das Loch im Nachthimmel war eine geniale Idee, vor allem als noch ein zweiter Fall auftauchte. Das war mal was anderes, auch wenn die Antwort manch einem Leser vielleicht zu einfach war.

Das Ende war ganz okay. Es hat mich nicht vom Hocker gehauen, aber die Endlösung gefiel mir dann doch ganz gut. Auch das nicht allzu viel offen blieb und das Ende hier auch wirklich mal ein Ende darstellte, war mal eine nette Abwechslung zu den sonst so offenen Enden. Ich hätte mir einen anderen Ausgang ebenso vorstellen können und somit war es gut, dass es immer mehrere End-Möglichkeiten gab.

Fazit:
Ein gutes Buch, das ich gern gelesen habe. Ich glaube von Christoph Marzi wird noch einiges in meinem Regal landen.
Der Roman bietet Urban Fantasy, Action, einen kleinen Krimi, Liebe und ist schön zu lesen. Es ist spannend, ein wenig verklärt, und zeigt wie weit man für jemand fremdes gehen kann.


3,5 von 5 Sternen von mir.

eure Maria

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