Dienstag, 5. November 2013

Rezension: "Die Flüsse von London" - Ben Aaronovitch

entnommen bei dtv.de





Titel: Die Flüsse von London
Autor: Ben Aaronovitch
Genre: Fantasy/ Krimi
Verlag: dtv
Seiten: 478
Preis: 9,95€









Der Klappentext:
Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand. 
»Mein Name ist Peter Grant. Ich bin seit Neuestem Police Constable und Zauberlehrling, der erste seit fünfzig Jahren. Mein Leben ist dadurch um einiges komplizierter geworden. Jetzt muss ich mich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin herbeiführen, Leichen in Covent Garden ausgraben. Ziemlich anstrengend, kann ich Ihnen sagen – und der Papierkram!«

Die Rezension:
Also um ehrlich zu sein... Ich wollte das Buch ursprünglich nicht lesen, sondern »Ein Wispern unter Baker Street«. Nur leider ist das ja der dritte Band der Reihe, also musste der Erste her, immerhin wollte ich ja wissen, wie Peter zu seiner Tätigkeit als Zauberlehrling kam. Und ich muss sagen … Ich bereue das Warten nicht!

Alles beginnt mit einem Mord. Einem Mann wird der Kopf abgeschlagen. Kennt man ja... Zumindest kommt es dem Leser so vor, da die Beschreibungen sehr sachlich, distanziert und nüchtern sind und es dadurch beinahe normal wirkt, dass jemand geköpft wurde. Schnell wird klar, dass das an der erzählenden Person liegt, die Polizist und somit auch mit den Abläufen vertraut ist. Wodurch eine gewisse Distanz vorausgesetzt wird.
Es geht mit der Bewachung des Tatorts los, alles ganz normal, bis plötzlich ein Zeuge auftaucht, bei dem noch nicht klar ist, dass es sich um einen Geist handelt, den nur Peter sehen kann. Kurz darauf gerät der junge Polizist in eine Abteilung der Metropolitan Police, die sich mit dem Übersinnlichen befasst und nur aus einem Mann besteht. Mit Peter wird es zu einem Duo, das sich gleich daran macht, den Fall um den Geköpften zu lösen. Nur dumm, dass das nicht ganz so leicht ist und die Flüsse von London auch noch verrückt spielen.

Peter ist zu Anfang ein kleiner Constable, gerade mal zwei Jahre im Außendienst und beinahe wäre das auch vorbei gewesen, wenn er nicht auf Nightingale getroffen wäre. Er sollte hinter den Schreibtisch verbannt werden, worauf er getrost verzichten konnte. Er ist ein wenig anders, als die anderen. Interessiert an Geschichte, der Welt, der Kraft die die Welt zusammen hält und sehr leicht abzulenken. Statt seinen polizeilichen Pflichten nachzukommen, liest er gern mal Inschriften an Häusern oder Löwenstatuen.
Als er zum Lehrling wird, ist er sehr ambitioniert und wissbegierig, nur auf Latein hat er keine Lust. Er ist ein recht nüchterner Charakter, aber durch seine Art Sachverhalte zu beschreiben auch ganz witzig.
Lesley ist dagegen ein richtiger Cop und nicht so verträumt wie Peter. Durch ihre taffe Art und ihre Fähigkeiten bekommt sie auch den begehrten Job in Belgravia. Auch wenn die beiden dadurch nun getrennt sind, bleiben sie gute Freunde und Lesley hilft ihm regelmäßig bei seinen Recherchen und ist in sein Doppelleben eingeweiht. Ich wusste auch nie, ob sie nur akzeptiert hat, was Peter über Magie sagte und ihn für verrückt hielt, oder ob sie ihm glaubte.
Inspector Nightingale … ja, was soll man zu ihm sagen. Er ist ein Zauberer, Ehrenmann, Inspektor, clever aber eben auch unnahbar. Mir gefiel er ganz gut, obwohl der Leser nicht allzu viel über ihn erfuhr. Er wusste viel, setzte sich für Peter ein, war aber auch undurchsichtig, weshalb nicht alles Sinn machen wollte.

Die Personen sind gut beschrieben und passen zu ihrer jeweiligen Rolle. Sie wirkten sehr authentisch und sympathisch. Der Leser leidet förmlich mit Peter, da es einem doch schon sehr nahe geht. Insgesamt waren sie interessant und es war spannend zu sehen, wie sie miteinander agieren und aufeinander reagieren. Auch die Flüsse waren nicht so, wie man sie erwartet hatte und eine coole Idee.

Der Mordfall, sowie die Problematik der Flüsse, waren jedes für sich genommen richtig gut gemacht. Mir gefiel beides sehr, auch wenn der Kriminalfall sehr morbide Züge hatte. Was mir fehlte, war ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen, der erschloss sich mir irgendwie nicht. Nur, dass beides in Nightingales Aufgabenbereich fiel, war einleuchtend. Das war mir ein wenig zu undurchsichtig und es wirkte, als wäre der Mord nur Mittel zum Zweck, um das Buch spannender zu machen, was zwar geglückt, aber auch schade ist. Oder eben umgedreht.

Das Ende war ganz schön abgespaced. Es ging drunter und drüber, alles wurde ins Chaos gestürzt und Peter musste sehen, wie er alles wieder hin biegen konnte. Mir war das fast schon zu viel und ich kam auch nicht mehr ganz mit. Es ging ziemlich schnell, wurde immer wirrer und ich konnte es irgendwann nicht mehr hinnehmen, sondern hatte ein fettes Fragezeichen im Gesicht. Der Abschluss war dann unbefriedigend und sehr offen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht, aber das liegt mehr an Peter als an dem Ende.

Fazit:
Gut und spannend geschrieben mit viel Action, diversen Anspielungen, einer Prise Witz , schönen Frauen, einem coolen Schlitten, einem seltsamen Meister, einem ambitionierten Lehrling und den Flüssen von London. Gegen Ende etwas schwach, aber ich bin auf den nächsten Band gespannt und freue mich dann auf »Ein Wispern unter Baker Street«.

Von mir 3,5 von 5 Sternen.

Eure Maria

Kommentare:

  1. Huhu :)
    Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen. Und Deine Rezi finde ich wirklich gelungen.
    Auch das Design Deines Blogs spricht mich an.

    Ist es eigentlich Absicht, dass Du Dich nicht wirklich vorstellst, oder habe ich blindes Huhn das nur übersehen? :)

    LG Gwynny

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    1. Huhu,

      das freut mich, dankeschön =) Das Design ist auch neu, toll dass es gut ankommt :3

      Ja, das ist Absicht, ich dachte nicht, dass es jemanden interessiert :D Aber wenn es dich interessiert, kannst du gerne mal hier gucken: http://rohlmann-engels.blogspot.de/

      Liebe Grüße
      Maria

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