Montag, 25. November 2013

Rezension: "Der Palast des Poseidon - Chroniken der Weltensucher" - Thomas Thiemeyer

entnommen bei loewe-verlag.de




Titel: Chroniken der Weltensucher – Der Palast des Poseidon
Autor: Thomas Thiemeyer
Genre: High Fantasy / Steampunk
Verlag: Loewe
Seiten: 472
Preis: 17,90€



→ Rezi zu »Der Atem des Teufels«







Der Klappentext:
Ein griechisches Frachtschiff kämpft sich durch die schwere See vor der Inselgruppe Santorin. Steuerbord leitet der Leuchtturm von Therasia den Kapitän sicher durch die tückische Meeresströmung zwischen den beiden Hauptinseln Thera und Therasia. Doch plötzlich blinkt das Leuchtfeuer nicht mehr rechts, sondern links vom Bug des Schiffes, dann wieder rechts, dann sind auf einmal zwei Lichter zu sehen. Als würden die feurigen Augen von Skylla, dem Ungeheuer, über das Meer blicken. Und dann erhebt sich ein riesiger Fangarm mit eisernen Klauen und umklammert das Schiff.
Kurz darauf ist der Frachter verschwunden. Spurlos. Wie schon etliche Schiffe zuvor, die diese Stelle kreuzten.
Nur wenige Wochen nach seiner aufsehenerregenden Rückkehr aus der Stadt der Regenfresser nimmt Carl Friedrich Donhauser, genannt Humboldt, den Auftrag an, nach den verschwundenen Schiffen zu suchen. Zu diesem Zweck chartert er das modernste Forschungsschiff seiner Zeit, die Calypso, und damit eine der aufregendsten Erfindungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts: die erste Bathysphäre der Welt, eine Tauchkugel, die es möglich macht, sich mehrere Stunden unter Wasser aufzuhalten. Aber dann müssen Humboldt und seine Gefährten viel länger unter der Wasseroberfläche bleiben als geplant. Mehr als 300 Meter unter dem Meer machen sie eine unglaubliche Entdeckung ...

Die Rezension:
Nachdem ich den ersten Teil gelesen und den Titel des Zweiten gesehen habe, musste ich ihn einfach haben! Und er hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen!

Humboldt hat seine Arbeit für die Universität aufgegeben und wartet nun auf Auftraggeber und neue Abenteuer. Zu seinem Glück muss er nicht lange warten. Im Mittelmeer verschwinden Schiffe und angeblich soll ein riesiger Krake dahinter stecken. Doch der Kapitän, der einen Vorfall überlebte und davon berichtete, soll betrunken gewesen sein, was seine Aussage nicht mehr wirklich glaubwürdig macht. Humboldt will der Sache dennoch nachgehen und begibt sich mit Oskar und den anderen nach Griechenland. Dort finden sie nicht nur den Kraken, sondern ein Geheimnis, dass vor ihnen noch nie ein Mensch gesehen, bzw. überlebt hat.

Die Charaktere haben sich kaum zum ersten Buch verändert.
Humboldt ist ein Abenteurer, wie er im Buche steht und hat vor scheinbar nichts und niemandem Angst.
Oskar ist immer noch nicht so ganz von der Abenteurer-Sache überzeugt und würde wohl lieber weiterhin über sie lesen.
Charlotte ist da ein wenig abenteuerlustiger und schlägt ganz nach Humboldt. Sie erfindet, tüftelt und bringt sogar Wilma, einen Kiwi, zum Sprechen. Auch wird klar, dass sie für Oskar mehr empfindet, als nur Freundschaft. Sie reagiert zunehmend verschnupft, als Océanne sich an Oskar heran macht.
Die Französin ist die Tochter eines Schiffbauers und ebenfalls eine Erfindern. Sie und ihr Vater bilden einen wichtigen Teil der Truppe. Zudem würde es ohne sie die Nautilus, eine Tauchkugel, gar nicht geben. Die beiden sind sehr offen und sympathisch, mit einem Hauch Wahnsinn dahinter. Sie passen sehr gut zu der Abenteurergemeinschaft.
Der Norweger, wie er genannt wird, ist eine Marke für sich, Er ist ein Auftragsmörder, der nun auf Humboldt angesetzt wurde. Er ist der Gruppe dicht auf den Fersen, doch scheint Humboldt ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Er ist eiskalt, recht erfolgreich und bildet einen würdigen Gegner mit dem es nicht so schnell langweilig wird.

Es war wieder sehr spannend mit der Truppe und das nicht nur wegen des Verfolgers. Sie bilden eine interessante Konstellation, die gut miteinander agiert und sehr real wirkt. Leider gibt es sie nicht im echten Leben, sonst hätte ich wohl schon längst an Humboldts Tür geklopft.

Die Ideen waren wieder genial und haben den ersten Band meiner Meinung nach sogar um einiges übertroffen. Diesmal kommt auch wesentlich mehr Mechanik und Dampfkraft vor als vorher, was das ganze wesentlich steampunkiger macht und den ein oder anderen sicher auch noch mal freut.

Eigentlich will ich auch gar nicht noch mehr verraten, weil die Ideen ziemlich genial sind und jeder Leser das selbst entdecken sollte. Aber um es mal zusammen zu fassen: Den Palast und den Kraken gibt es wirklich, nur etwas anders als gedacht. Neben der Nautilus erscheint auch noch ein mechanischer Mensch, was es aber mit ihm und all dem anderen auf sich hat und wie alles miteinander zusammen hängt, das musst du jetzt selber herausfinden.

Der Stil: Wo der erste Band sich teilweise sprunghaft oder zu schnell erzählt anfühlte, ist davon im Zweiten nichts mehr zu spüren. Es geht stetig mit gutem Tempo voran und die Spannung hält ebenfalls bis zum Ende. Es ist schön geschrieben und der Autor nimmt sich wieder die Zeit seine Ideen bzw Erfindungen zu beschreiben.
Es ist sehr detailreich und zum Anfassen beschrieben, wie der Leser mit Humboldt auf den Grund des Meeres taucht. So steckt man laufend zwischen Staunen und Spannung.
Meiner Meinung nach hat sich der Autor mit der Stadt unter dem Meer selbst übertroffen.

Das Ende kam leider recht früh, ich wäre gern noch länger in der Tiefe geblieben. Ansonsten war es aber klasse gemacht. Sehr spannend und nervenaufreibend erzählt. Mir gefiel die Lösung richtig gut und passte auch super ins Buch.

Der Band lässt sich auch ohne Vorkenntnisse gut lesen. Es sind in sich größtenteils geschlossene Handlungen, die von immer anderen Abenteuern berichten. Ich würde aber auch »Die Stadt der Regenfresser« empfehlen. Es ist anders und beinhaltet ebenfalls tolle Ideen und Schauplätze, wie »Der Palast des Poseidon«.

Fazit:
Ein geniales Buch, spannend erzählt mit genialen Ideen. Die Stadt, die Leute, die Erfindungen: Es passt einfach alles und macht Spaß beim Lesen.
Eine Leistung die schwer zu toppen ist. Ich bin dennoch auf den nächsten Band gespannt und freue mich darauf, was sich der Autor da wieder ausgedacht hat!
Klare Leseempfehlung!

5 von 5 Sternen!

eure Maria

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