Mittwoch, 9. Oktober 2013

Rezension: "Die Bücher von Umber - Der gefundene Junge" - P.W. Catanese







Titel: Die Bücher von Umber – Der gefundene Junge
Autor: P. W. Catanese
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Verlag: Carlsen
Seiten: 320
Preis: 14,90€ (gebunden)







Der Klappentext:
Als Hap in einer dunklen Höhle erwacht, kann er sich an überhaupt nichts erinnern - nicht einmal daran, wer er ist. Auch der Mann, der sich seiner annimmt, ist ihm vollkommen unbekannt: Lord Umber, zugleich Abenteurer, Erfinder und Wissenschaftler. Mit Hilfe von Boroon, einem Wal, der ein U-Boot auf dem Rücken trägt, reisen Lord Umber und Hap in die geheimnisvolle Stadt Kurahaven. Gemeinsam versuchen sie, etwas über Haps Vergangenheit herauszufinden, und stoßen auf ein Rätsel nach dem anderen: Warum kann er alle Bücher in Lord Umbers Bibliothek lesen, egal, in welcher Sprache sie geschrieben sind? Wieso kann er im Dunkeln sehen? Und wer ist dieses gruselige Ungeheuer, das Hap dicht auf den Fersen ist?

Die Rezension:
Gefunden habe ich das Buch eher durch Zufall. Scheinbar wissen einige Seiten besser darüber Bescheid, was mir gefallen könnte, als ich selbst. Nachdem ich also auch mal auf die Anzeigen geachtet hatte, sah ich das Buch. Der Klappentext war okay, klang schon interessant, aber das Cover hat mich dann endgültig überzeugt. So landete das Buch auf dem SuB.

Der Leser steigt direkt mit Happenstance in die Handlung ein. Der Junge erwacht, ohne Erinnerungen, in einem dunklen Raum und wird kurz darauf von Lord Umber und seinen Begleitern entdeckt. Ein geheimnisvoller Fremder ist bei dem Jungen, der aber gleich wieder verschwindet und nur ein paar spärliche Hinweise, sowie einen Brief, zurücklässt. Lord Umber nimmt den Jungen mit sich, immerhin hat er ihn indirekt gesucht. Kaum ist der Junge bei ihm, überschlagen sich die Ereignisse.

Das Setting gefiel mir sehr gut. Passend zum Cover ist es eine alte, magische Welt, die langsam der Fortschritt erreicht. Das geschieht durch einen Mann: Lord Umber. Er kam und veränderte so einiges. Es ist recht schnell klar, woher er und seine Ideen, wirklich kommen. Den Grund für seinen Aufenthalt erfährt der Leser aber erst später. Mir gefiel die Verbindung der Welten bzw. die Darstellung der alten Fantasy-Welt die langsam fortschrittlicher wird. So treffen Magie, Trolle, Wal-U-Botte und dergleichen auf die Moderne.

Lord Umber selbst ist ein sehr offener, wissbegieriger Mann, der alles über seine neue Heimat erfahren will, was teils sehr seltsam bzw lebensmüde wirkt. Wie ein Kind freut er sich über das Auftauchen eines Riesenwurms – der sie fressen will – und ist fasziniert von dessen Größe und Aussehen, während seine Gefährten am liebsten schreiend davon rennen wollen. Ansonsten ist er aber ein netter Kerl, der vor allem viel Gutes im Sinn hat.
Oates ist ein Krieger, oder auch Holzklotz, der dazu verflucht ist, immer die Wahrheit zu sagen, egal ob er will oder nicht. So wirkt er oft ein wenig bösartig, obwohl er ja fast nichts für seine Ehrlichkeit kann. Ich mochte ihn ganz gern, zumal auch noch mehr in ihm steckt, als der grobe Schläger.
Hap ist der gefundene Junge, ohne Vergangenheit. Nichts scheint er mehr zu wissen, sein Leben liegt im Dunkeln und nichts kann ihm helfen sich zu erinnern. Er weiß ja nicht einmal wer oder was er ist. Mit Umbers Hilfe entdeckt er einige Fähigkeiten, die scheinbar später noch wichtig werden.

Insgesamt sind die Personen ganz interessant aufgebaut. Der Leser erfährt ein paar Kleinigkeiten über sie, aber merkt auch, dass »Der gefundene Junge« eher ein Einführungsband ist. Vieles wird angesprochen, aber so wirklich umfangreich kam es mir nicht vor, was aber auch an der Geschwindigkeit der Erzählung liegen kann. Es geht schnell durch das Buch, die Beschreibungen sind ganz cool, aber auch recht kurz. Ab und an ging es mir auch in der Handlung ein wenig zu schnell. Es wirkte gehetzt und nur mal kurz erwähnt. Ich hätte mir gewünscht, dass sich der Autor mehr Zeit für manche Dinge ließe, auch wenn es vielleicht in Kinder- und Jugendbüchern schneller zur Sache geht. Dennoch gefielen mir die Ideen des Autores, auch wenn ein bisschen weniger Tempo schön gewesen wäre.

Das Ende war an sich ganz okay, aber auch das ging mir ein wenig zu schnell. Plötzlich, nach einer gefühlt ruhigeren Handlung, überschlugen sich wieder die Ereignisse und alles ging drunter und drüber. Die Motive des Bösen lassen sich anzweifeln, ansonsten war er aber ein guter Bösewicht.

Fazit:
Insgesamt ein schöner erster Band, der Lust auf mehr macht. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter lesen und bin gespannt, was noch so mit Hap und Umber passiert.

Solide 3,5 von 5 Sternen von mir.  
eure Maria

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