Mittwoch, 3. Juli 2013

Rezension: "Chocolat Rouge" - Jan Richards

kernmachtkunst.de





Titel: Chocolat Rouge
Autor: Jan Richards
Genre: Fantasy / Krimi
Verlag: neobooks
Seiten: ~ 350
Preis: 4,99€







Der Klappentext:
Was tust du, wenn eine tote Nutte in deinem Hotelzimmer liegt und du ohne dein Wissen einem Vampir die Hand geschüttelt hast? Wenn die Polizei und die Kreaturen der Nacht dich gleichermaßen jagen? Wenn deine Frau dem Größenwahn verfällt und die Welt mit einer Schokolade beherrschen will, die du kreiert hast? Was tust du, wenn du merkst, dass das tatsächlich möglich ist? Du gehst in eine Kirche und verlierst den Glauben. Du vertraust einem Mann, der dir erklärt, dass es eine dunkle Welt hinter dem Spiegel gibt. Du stellst dich einem übermächtigen Schattenwesen und versuchst, die Menschheit zu retten. Alles in einer Nacht ...

Die Rezension:
Zur Abwechslung mal wieder ein unbekannterer Autor, mit einer ganz interessanten Idee.

Es geht um einen Vampir, einen Säufer, einen Vampirjäger, eine tote Nutte, Schokolade, Polizisten, die Weltherrschaft und eine Truppe von Söldner.
Coole Mischung? Dachte ich auch.
Alles beginnt in Stuttgart in einer Kirche. Zwei Männer treffen aufeinander und die Jagd beginnt.
Davíd trifft auf den Schokolatier, der ziemlich betrunken ist und nach Vampir stinkt. Die Erinnerungen an die letzten Stunden scheint er verloren zu haben. Davíd schnappt sich den Mann, um mehr über dessen Tag und gegebenenfalls den Aufenthaltsort des Vampirs zu erfahren.
Etwa zur gleichen Zeit bekommt eine Wachfrau den Auftrag einen Mann in die Firma von dessen Frau zurückzuholen. Während ihrer Suche findet sie eine tote Nutte, gerät unter Mordverdacht und wird auch noch entführt.

Der Anfang bildet einen guten Anfang, der Lust auf mehr macht. Im Buch selbst passiert dann auch ziemlich viel. Es gibt im Verlauf immer wieder drei Handlungsstränge, die sich ab und an kreuzen und am Ende zusammenlaufen. Das gefiel mir ganz gut. So wusste der Leser immer Bescheid, zumindest über alles, was der Autor auch mitteilen will. Vor allem die Szenen mit der Polizei waren ganz witzig, als die wildesten Theorien vorgelegt werden und der Leser aber weiß, was wirklich passiert ist.
Gestört haben mich aber die Geschichten von David. Nicht, dass sie langweilig wären, aber es sind viele. Mir dann auch zu viele. Sehr oft wurde damit unterbrochen und auch Tempo rausgenommen. Da hätte ich mir weniger, dafür längere, Passagen gewünscht, oder evtl eine andere Platzierung. Auch hätte ich mir »echte« Tagebucheinträge gewünscht. Aber ansonsten waren die Einblicke ganz interessant und machen neugierig.

Die Personen waren alle ganz cool gemacht. Alle hatten ihren Antrieb und eine gewisse Tiefe, die ihre Handlungen nachvollziehbar machen.
Davíd zum Beispiel wurde nach dem Tod seines Vaters zum Vampirjäger und wir nun dadurch angetrieben. Er will in die Fußstapfen seines Vaters treten und dessen Arbeit fortführen.
Lara war Polizistin, ehe sie Wachfrau wurde. Sie hat einen analytischen Verstand und vertraut ihrem Gespür. Vor einem Jahr hat sie die Polizei verlassen, sich eingeigelt und jegliches Vertrauen zu den Männern verloren.
Westermann und Eschweiler, ebenfalls Polizisten, verbinden diverse Ereignisse mit Lara, da sie in der gleichen Einheit waren. Beide Männer werden durch die Aussicht auf Macht angetrieben und vielleicht auch einer gewissen Angst vor Lara.
Die Herzogs bilden ein interessantes, wenn auch widersprüchliches Paar. Irgendwie scheinen sie nicht recht zusammen zu passen, da ihre Vorstellungen weit auseinander gehen.
Die Beziehungen der Personen untereinander gefielen mir gut, egal ob positiv oder negativ geprägt. Das macht sie tiefgründiger und lebendiger.

Der Stil ist ein wenig gehoben, teils analytisch, teils flapsig. Eine gute Mischung und wohl für jeden etwas dabei. Es ist ganz spannend erzählt. Bis auf die Abschweifungen zu Davíd geht es auch schnell voran. Alles in allem watet der Autor mit viel Action, Blut, Entführungen und Verfolgungen auf, die einen rasant durch die Handlungen bringen.

Die Sache mit den Vampiren und der Schokolade gefiel mir auch richtig gut. Es war mal etwas anderes und eine coole Kombination. Auch das Haustier des Vampirs ist mir so noch nie begegnet. Die Verwicklung mit der Mafia war ganz witzig, wenn auch vielleicht nicht allzu nötig. ;)

Das Ende war ziemlich turbulent und actionreich und ich fand gut, dass es nicht gleich vorbei war. Man kennt das ja: Es läuft alles auf den großen Kampf hinaus und dann passiert doch nichts oder nicht wirklich viel. Stattdessen bekommt der Leser hier noch etwas geboten. Jede der Figuren bekommt noch sein Fett weg und auch Davíd wird ordentlich vermöbelt. Für mich war es evtl ein wenig viel Blut und Gemetzel, aber ansonsten passte es gut zum Buch.

Fazit:
Trotz der tollen Idee ist es nicht ganz mein Fall. Irgendwie konnte es mich nicht richtig packen.

Dennoch kann ich es empfehlen. Es ist was neues, es ist anders und es gibt Action, diverse Morde, die Mafia, Schokolade und Vampire. Eine coole Kombination, die einen mitnimmt.


Von mir 3 von 5 Sternen!

eure Maria

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