Freitag, 14. Juni 2013

Rezension: Reihe - "Liebe geht durch alle Zeiten" - Kerstin Gier

weltbild.de




Reihentitel: Liebe geht durch alle Zeiten
Büchertitel: Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün
Autor: Kerstin Gier
Genre: Urban Fantasy/ Jugendbuch
Verlag: Arena
Preis: 39,99€ im Schuber, 15,99€ - 16,99€ - 18,99€ einzeln





Der Klappentext zu Rubinrot:
Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Das man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!

Die Rezension zur Reihe:
Mir gefielen alle drei in aufsteigender Reihenfolge. Für Jugendliche und junge Erwachsene zu empfehlen. Allerdings sollte der Leser auf pubertierende Mädchen gefasst sein ;)

Ich weiß noch nicht recht, ob ich die Reihe so gut zusammenfassen kann und hoffe, dass so ziemlich alles enthalten ist, ohne allzu viele Spoiler.

Im ersten Band wird der Leser in die ganze Zeitreisenthematik eingeführt, dazu kommen einige mehr oder minder wichtige Personen und, ganz wichtig: Geheimnisse. Von denen werden die meisten über die drei Bände verteilt gelöst.
Gwendolyn, als Protagonistin und Ich-Erzähler, kann in der Zeit springen und das, obwohl eigentlich ihre Cousine Charlotte springen sollte. Diese wurde jahrelang darauf vorbereitet, Gwendolyn dagegen hat so gut wie nicht davon mitbekommen und ist nun dazu gezwungen Charlottes Rolle zu übernehmen. Ihr zur Seite steht Giddeon, allerdings wider Willen. Gwenny scheint für alle nur eine Gefahr, eine Last und der Wächter größter Feind zu sein. Keiner vertraut ihr, bis auf Mr George.
Zwei frühere Zeitreisende, Lucy und Paul, sind vor einigen Jahren mit dem Chronografen abgehauen, weshalb der (Blut-) Kreis der zwölf (insgesamt gibt/gab es 12 Zeitreisende) nicht geschlossen werden konnte. Was allerdings bei der Schließung passiert, weiß kaum einer. Nach dem Diebstahl wurde ein zweiter (gleichzeitig der letzte) Chronograf in Gang gebracht. Bei ihm muss aber noch das Blut der bereits verstorbenen Zeitreisenden eingelesen werden. Das mag jetzt alles anstrengend oder verwirrend klingen, im Buch wird das aber wesentlich besser erklärt. In die restlichen Zusammenhänge wird sich der Leser auch gut einfinden können. Nur die Geheimnisse bremsten den Leser im ersten Band etwas aus.

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Durch die »Blutbeschaffung« (nur wenige Tropfen) müssen Gwenny und Giddeon oft zusammen durch die Zeit reisen, nebenbei noch elapsieren, um unkontrollierten Zeitsprüngen vorzubeugen und sich allgemein mit diversen Problemen herumschlagen. Dadurch haben die beiden viel miteinander zu tun und kommen sich zwangsläufig auch näher. Zu den »Missionen« kommen noch Pflichtbesuche beim Grafen, der die Loge einst gegründet hatte und ganz begierig auf die Schließung des Kreises ist.
Das alles zieht sich durch alle drei Bände. Zudem will vor allem Gwenny einen Weg finden, das Geheimnis hinter dem Geheimnis zu lüften.
Im zweiten Band gibt es wichtige Hinweise, neue Erkenntnisse, aber auch viel Beziehungschaos. Das ganze ist für den Gesamtzusammenhang nicht unerheblich und es war gut zu sehen, dass Saphirblau nicht einfach nur ein Brückenstück ist, sondern ebenso einen Zweck erfüllt.
Der letzte Band führt logischer Weise zum großen Finale und alles macht endlich einen Sinn.
Insgesamt passiert ziemlich viel, was es mir schwer macht die Bücher auseinander zu halten. Es gibt immer Geheimnisse, Zeitreisen, Hinweise und irgendwie endet auch vieles im Chaos. Allerdings kann mit Gwenny auch selten etwas glatt laufen. Zum Glück, sonst wäre es auch langweilig ;)

Da in den Büchern doch einige Namen auftauchen, die, spätestens bei den ganzen Verwandtschaftsbeziehungen, man schnell vergessen könnte, gibt es in jedem Buch ein Personenregister, auch nach Familie etc geordnet. Aber so schwer sind die Personen zum Glück nicht zu unterscheiden.

Mir gefiel, dass keiner der Charaktere bloß ein Statist war, sondern auch eine gewisse Geschichte mitbringt und einen Zweck erfüllt. Auch wenn dieser Zweck nur darin besteht, eine Nervensäge zu sein. Alle sind gut ausgearbeitet und charakteristisch.
Die Protagonisten Gwendolyn und Giddeon tragen nicht allein die Geschichte, was mir wiederum sehr gut gefiel. Klar, sie treten am häufigsten auf und bringen alles zusammen, aber mir würde etwas fehlen, wenn Lucas nicht wäre, oder Mr George, Lady Tilney usw. Nicht zu vergessen Xemerius.
Giddeon, der talentierte, gut aussehende, leicht arrogante Zeitreisende, der seine Überlegenheit deutlich zur Schau stellt. Trotzdem wächst er einem irgendwann ans Herz.
Zuerst scheint Gwenny auch nicht wirklich zu ihm zu passen, da sie eigentlich die reinste Katastrophe ist. Dennoch ist sie super sympathisch und auch irgendwo ein richtiges Mädchen, also pubertierend und so. Zudem geht bei ihr alles drunter und drüber, was durch ihre Gabe noch verstärkt wird. Sie kann Geister sehen und hören, was zu einigen sowohl seltsamen als auch witzigen Dialogen führt.
Womit wir bei Xemerius wären. Durch die Personenfülle kann ich nicht auf alle eingehen, aber Leute, freut euch auf den kleinen Wasserspeier-Dämon, der ab Band zwei als Kommentator fungiert. Ich hab mich weggelacht bei seinen Kommentaren. Er ist witzig, frech und macht es irgendwie rund.

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Der Stil ist sehr knackig und jugendlich. Er passt zu den Personen und ist recht locker gehalten. Erklärungen, Beschreibungen und frische Dialoge wechseln sich ab und stehen in einem guten Verhältnis zueinander. Es liest sich sehr schnell und ich war ein bisschen traurig nach vier Tagen mit der kompletten Reihe durchgewesen zu sein. Definitiv ein Page-Turner.
Ob mit oder ohne Xemerius sind die Bücher witzig. Teils durch Situationskomik, teils durch die Geistergespräche oder Kommentare. Alles sehr gut gemacht. Dazu noch die Spannung, die Geheimnisse, die Verknüpfungen und auch die Auflösung am Ende.

Sehr gut gefallen haben mir auch Schauplätze und dazu passenden Kostüme. Die Designerin, Madame Rossini, ist einfach genial. Alles muss zu der jeweiligen Zeit passen, auf Jahr und Tag genau. Authentizität ist für sie das wichtigste. Und die Kostüme sind auch wirklich hübsch, zumindest klingen sie so.
Im London vergangener Zeiten, halten sich die beiden leider meist drinnen auf. Dennoch sind die Schauplätze sehr gut beschrieben und hier und da gibt es auch Infos zu der jeweiligen Zeit.

Kurzes Wort zu den (gekürzten) Hörbüchern:
Gelesen von Josefine Preuß. Sie ist eine gute Hörbuchsprecherin und passt auch gut zu den Bücher. Sie klingt frisch, jung, dynamisch und sie leidet förmlich mit Gwendolyn mit. Am besten hat mir ihre Imitation von Xemerius gefallen, das war einfach niedlich. Aber auch ansonsten ließ es sich gut auseinander halten. Ansonsten kann man sich die Hörbücher gut anhören, aber ich würde die ungekürzte Version empfehlen, da doch so einiges verloren gegangen ist. Es war auch nicht so spannend, wie im Buch, wobei das auch an meinem Hörverhalten liegen könnte ;)

Kurzes Wort zum Film:
Tja, der Film. Er erzählt eine ziemlich andere Geschichte als die Bücher. Vieles ist neu erdacht und hat nur noch grob etwas mit der Vorlage und den eigentlichen Inhalten zu tun. Dennoch ist er gut gemacht und ich habe ihn gern gesehen. Aber man sollte keine zu getreue Verfilmung erwarten und sich deshalb vorher überlegen, ob man ihn wirklich sehen sollte.
-> Hier zum Filmkommentar

Fazit:
Viel gesagt und trotzdem nichts so wirklich. Ich hoffe der Einblick war dennoch ein wenig erhellend.
Mir gefiel die Reihe wirklich sehr und am liebsten hätte ich nochmal von vorn angefangen. Ich kann die Reihe nur empfehlen. Ist auch mal bisschen was anderes als Vampire, Elfen, Zwerge oder Dämonen.


Von mir für die ganze Reihe 5 von 5 Sternen!

eure Maria

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