Samstag, 15. Juni 2013

Rezension: "Evermore - Die Unsterblichen" - Alyson Noel

weltbild.de






Titel: Evermore – Die Unsterblichen
Autor: Alyson Noël
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Goldmann
Seiten: 374
Preis: 8,99€









Der Klappentext:
Wahre Liebe ist unsterblich
Ever ist sechzehn Jahre alt, als sie ihre Familie bei einem Autounfall verliert – sie überlebt als Einzige. Seither hat sie sich von der Außenwelt zurückgezogen. Alles ändert sich jedoch, als sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Er hat etwas, was Ever zutiefst berührt und gleichzeitig irritiert. Seitdem sie dem Tod so nahe war, besitzt sie die Fähigkeit, die Gedanken der Menschen hören zu können. Nicht so bei Damen. Wer ist er? Und was will er ausgerechnet von ihr?


Die Rezension:
Wasn Buch, oh man und ich habe auch noch Teil zwei hier rumliegen. Zum Glück hab ichs beim Lagerausverkauf gekauft, das macht es nicht ganz so schlimm. Aber im Original wärs mir echt zu teuer gewesen. Den Erfolg der Reihe kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen...

Mein erster Eindruck: Och nö, das ist ja wie Twilight nur anders herum. Sie kann Gedanken lesen, seine aber nicht. Er wechselt an ihre Schule natürlich sieht er unglaublich gut aus. Erst ignoriert sie ihn und dann gibt es doch Liebeschaos. Mir reichts langsam mit diesem Grundplot. Entweder sie mögen sich nicht und kommen trotzdem zusammen, oder sie wechseln zwischen schlecht behandeln und schleimen, bis sie ihm am Ende doch erliegt... Kann es nicht mal anders gehen? Scheinbar nicht...
Nachdem sie ihn also doch beachtet hat, geht das eigentliche Chaos los. Sie ziehen sich an, stoßen sich ab usw usw, meist weil er immer abhaut, lügt oder sonstwas blödes macht. Alles in allem ziemlich anstrengend.

Es ist Präsens Ich-Erzähler, der einen die ersten Seiten ein Brett vor den Kopf knallt. Es war schwer, die Gedanken von Ever nachzuvollziehen, da sie emotional schwer greifbar ist. Der Leser erlebt ihre Eigenheiten mit und vermisst Erklärungen. Der Leser erfährt somit viel über die Person und ihr Verhalten, aber nichts über deren Motivation. Erst später wird es dann halbwegs nachvollziehbar, aber das Chaos wird dennoch nicht besser. Emotional geht es ziemlich hin und her, da Ever auch, durch den Unfall, etwas anders tickt. Auch redet sie oft von Schuld und Strafe, was allerdings eher seltsam wirkt, als dass man sich gut einfühlen konnte, oder mit ihr litt. Auch das Hin und Her mit Damon, the sexiest man alive (oder so...) war anstrengend und ich war schon leicht genervt von dem Buch. Teils kam es mir vor, als hätte die Autorin beschlossen ihre Figur genau das Gegenteil von dem machen zu lassen, was der Leser erwarten würde bzw was halbwegs normal wäre.

Zumal Ever mich auch sonst nicht beeindrucken konnte. Sie ist die tragische Heldin, an der nicht viel heldenhaftes war. Viel mehr war es tragisch... für den Leser. Das einzige das mir gefiel, war ihre Gabe. Sie kann die Aura der Menschen sehen, wobei mir da recht wenig auf die Bedeutung eingegangen wurde. Vorn im Buch gibt es eine kürze Erklärung und der Leser durfte sich das entweder merken, oder immer wieder nachschlagen. Dennoch war das wenigstens mal etwas neues, zwischen dem ganzen bekannten Kram. Zu ihrer Gabe gehört auch, dass sie Geister sehen kann. Als ihre tote Schwester das mitbekommt, besucht sie Ever regelmäßig. Diese Besuche waren für mich immer ein Lichtblick.
Damon ist mir ungefähr so sympathisch wie Ever. Er scheint alles zu können, aber eigentlich ist er nur »schön«. Zudem hat er einen schlechten Einfluss auf Ever und für alles eine Ausrede. Sein Hin und Her macht auch kaum Sinn.
Es ist schwer an das Buch und die Figuren heranzukommen. Sie wirken alle konstruiert und übertrieben dargestellt. Der einzige, den ich mochte war Miles weil er nicht ganz so anstrengend rüberkommt, wie die anderen...

Von der Umsetzung her ist es auch nicht wirklich gut. Es passiert nicht allzu viel, zumindest kam es mir nicht so vor, bis auf die Liebesgeschichte, die aber mehr zum Katz- und Mausspiel verkommt. Es gibt hier und da ein paar Hinweise, ein paar merkwürdige Details. Allerdings ist Ever zu sehr mit sich beschäftigt, um darauf einzugehen, so kommt es mir zumindest vor.

Gegen Ende muss es dann plötzlich schnell gehen, der wichtige Plan wird noch eben wieder gegeben, klärt damit so ziemlich alle Fragen. Den Kampf am Ende, kann man auch nicht wirklich als solchen bezeichnen, Ich hatte mich schon gefreut, dass Ever eins drauf kriegt und war sogar auf der Gegenseite. Diese war mir übrigens auch zu schwach motiviert. Es klang mehr nach einer Tatsache, dass da ein Gegner war, eben weil es einen geben musste. Die ganze Zeit ist es emotional, aber der Gegner sinnt schlicht nach Rache, um dabei dann aber nur gelangweilt zu wirken. Zum Glück war da das Buch so gut wie vorbei.

Zum Stil brauche ist wohl nicht mehr viel sagen. Sehr übertrieben emotional, schwer nachvollziehbar, aber immerhin konnte man es schnell lesen.

Fazit:
Alles in allem kein gutes Buch und auch kein guter Auftakt für die Reihe, denn im Ernst: Was soll da noch kommen? Alle Geheimnisse sind gelüftet, der Gegner weg, die Liebe gewonnen. Es ist mir echt schleierhaft, warum ich das Buch geholt habe.
Nicht zu empfehlen, auch nichts für eingefleischte Fantasy- oder Kitsch-Fans. Und auch wer Twilight mag, wird hiermit wohl auch nicht klarkommen, glaube ich.


Nur 1 von 5 Sternen von mir.  

eure Maria

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