Donnerstag, 2. Mai 2013

Rezension: "Resturlaub" - Tommy Jaud

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Was für ein Reinfall!



Titel: Resturlaub
Autor: Tommy Jaud
Verlag: Fischer TB
Seiten: 248
Preis: 7,99€







Der Klappentext:
Seine Eltern wollen, dass er endlich ein Haus baut.
Seine Freundin will endlich ein Kind.
Und seine Freunde wollen zum elften Mal nach Mallorca. Doch Pitschi Greulich hat einen ganz anderen Plan.

Eine ziemlich komische Geschichte über einen 37-jährigen Brauerei-Manager, der ausgerechnet am Ende der Welt das sucht, was er zu Hause längst hatte.

Die Rezension:
Wieder war ich froh ein Buch nur gebraucht gekauft zu haben.
»Okay«, dachte ich mir, »gib dem deutschen Autor eine Chance.« Das war ein Fehler! Zumindest beweist dieses Buch nicht, dass Tommy Jaud ein guter Autor ist, denn ich habe es auf Seite 174 von 248 abgebrochen. Allerdings habe ich ihn noch nicht vollends abgeschrieben. Nur von diesem Buch sollte man die Finger lassen.

Dafür, dass es Resturlaub heißt, passiert erst mal nichts. Erst auf Seite 81 sitzt er tatsächlich im Flieger Richtung Buenos Aires. Vorher ging es um Arbeit, seine Freundin, Pärchen, Hochzeiten, wie schlimm das Leben als Ehemann sein wird und wie wenig Peter, aka Pitschi, eine Ehe will. Alles nervt ihn, ist zu ruhig oder.. ach ich weiß auch nicht, zumindest ist er von alles und jedem angepisst. Schnell wird klar, dass er einfach unsicher ist und auf etwas besseres hofft. Wieso sollte er sich auch fest an seine Freundin binden? Und Kinder, wer will schon Kinder?

Immerhin hat die Figur Potential, was die Wandelbarkeit angeht, denn Pitschi ist das pure Klischee. Midlife-Crisis lässt grüßen. Pitschi besteht aus soviel Klischee, dass ich hoffte, dass er sich ändern würde, denn er war kaum zu ertragen. Allerdings habe ich den Wandel durch den Abbruch nicht mehr mitbekommen. Traurig bin ich nicht darum.
Sein Verhalten war unlogisch, allein schon die Entscheidung nach Buenos Aires zu fliegen war hirnrissig, denn er hat keine Ahnung von Land, Leuten und Sprache... Gut, mag jetzt der ein oder andere sagen, das kann er ja lernen. Stimmt. Aber da Pitschi auswandern wollte, fand ich das trotzdem bescheuert, aber immerhin macht er gleich bei einem Sprachkurs mit. Für mich war er einfach nur ein Vollidiot und von Anfang an unsympathisch.

Statt etwas cooles daraus zu machen, lässt der Autor die Figuren platt und lieblos stehen. Sie haben kaum Tiefe und es fällt schwer, an sie heran zu kommen oder sie zu mögen. Einziger Lichtblick war Arne, wobei ich auch grad nicht weiß, wie Herr Jaud das geschafft hat.

Ich konnte mit dem Buch nicht warm werden. Die Handlung ist seicht und auf »Unterhaltung« getrimmt. Langweilig, zäh und vorhersehbar. Teils hatte ich das Gefühl, dass nichts passiert und nichts voran geht. Die Stelle an der ich gestoppt hatte, trägt auch nichts zur Handlung bei (glaube ich) ebenso wenig ist sie unterhaltend... Das war in meinen Augen sehr oft der Fall, denn auf vieles hätte ich verzichten können, vor allem weil es nicht witzig war. Oft fragte ich mich: Warum das jetzt? Was soll das denn? Hinzu kam auch der lange Einstieg, in dem Pitschi eigentlich nur beweist, was für ein Idiot er ist. Biene sollte froh sein, dass er weg ist... 
Mir ging es recht schnell auf den Keks und ich wollte es nur noch durch kriegen. Später war mir egal, was Pitschi noch verzapft und andere Rezis ließen nicht wirklich auf eine grandiose Wendung hoffen.

Die Schreibe ist wie das Buch. Langweilig, flach und uninspiriert. Schöne Bilder oder Beschreibungen sucht man vergeblich, alles ist sehr schlicht, ja fast trist gehalten. Recht schnell zu lesen, wenn man sich erst mal damit abgefunden hat. Die »witzigen« Sprüche oder Szenen waren für mich eher unwitzig und teils schlecht pointiert oder zu übertrieben, dass ich einfach nur den Kopf schütteln konnte.

Das Ende kann ich mir bei diesem Buch zum Glück sparen.

Fazit:
Definitiv nicht mein Fall und nicht empfehlenswert! Wer dem Herrn Jaud eine Chance geben will, sollte sich nicht dieses Buch aussuchen, denn es ist alles andere als eine Glanzleistung.
Es soll unterhalten und kurzlebig sein, von mir aus. Aber selbst als Urlaubslektüre wäre mir das Geld für dieses Buch zu schade, da es einfach viel zu flach und anstrengend war.

Von mir 1 von 5 Sternen, obwohl ich auch 0 geben wollen würde...  

eure Maria

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