Dienstag, 28. Mai 2013

Rezension: "Maria, ihm schmeckt' s nicht!" - Jan Weiler

weltbild.de





Titel: Maria, ihm schmeckt's nicht!
Autor: Jan Weiler
Genre: Erzählung
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Seiten: 255
Preis: 10€







Der Klappentext:
»Ein wunderbar witziges, warmherziges Buch. Wer noch keine italienischen Verwandten hat, wird nach der Lektüre unbedingt welche haben wollen.« Axel Hacke
»Ein unverzichtbarer Beitrag zur deutsch-italienischen Freundschaft. Und saukomisch.« Stern
»Jan Weiler spielt gewitzt mit Sprach- und Nationenstereotypen.« Der Spiegel

Die Rezension:
Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich es wieder nur gebraucht beim Ausverkauf gekauft hatte, 10€ wäre mir definitiv zu viel gewesen. Eine nette Urlaubs-/Sommerlektüre, die wohl ganz witzig kein kann, aber nicht viel hinterlässt. Mir fehlte der Witz und das Ziel.

Das Buch beginnt mit einem Heiratsantrag, oder viel mehr mit der Bitte um die Hand der Liebsten. Dazu muss sich der Erzähler, dessen Name mir entfallen ist, den Eltern vorstellen. Die Mutter ist Deutsche, der Vater Italiener, somit die Tradition italienisch. Aber Vater Antonio gibt seinen Segen, schließt den Mann sofort ins Herz und los geht es mit einer Fülle an Geschichten über die Sippe.

Die Personen sind ganz okay und eigentlich auch liebenswert. Die Familie ist so beschrieben, dass sich jeder wohlfühlen würde.
Antonio ist die reinste Quasselstrippe. Er erzählt und erzählt und vertritt manchmal seltsame Ansichten. Aber wehe, wenn er nicht redet, da hat er schlechte Laune, was allerdings sehr selten vorkommt. Seine Frau hat sich seinem Verhalten gefügt und erträgt ihn stillschweigend. Wirklich viel hat sie im Buch allgemein nicht zu sagen. Einzig ihr Blick gen Himmel wird erwähnt. Dennoch stellen die beiden ein interessantes Paar dar, allein die Begebenheiten, die zu ihrem Kennenlernen führten, machen die Geschichte spannender.
Der Hauptcharakter, aus dessen Sicht alles erzählt wird, ist mir zu unspezifisch. Es hätte wohl jeder Mann sein können, was der Autor vielleicht auch beabsichtigt hatte, mich aber störte. Es wurde kaum auf ihn eingegangen. Seine Sprachprobleme werden ab und an angebracht, aber so richtige Eigenschaften oder markante Merkmale gibt es irgendwie nicht, erst gegen Ende gibt es ein wenig Tiefe. Seine Frau wird ebenfalls kaum erwähnt, sodass sie, wie ihre Mutter, ein Schatten ist.

Es ist eben eine Erzählung mit vielen Anekdoten und Erlebnissen. Genau so wird es aus erzählt. Den Stil kann man mögen oder nicht. Für mich war es zu schnell erzählt, wie im Zeitraffer ging es teils durch die Ereignisse. Der Autor rattert seinen Text herunter, es wirkt lieblos und schnell zusammengeschrieben. Es ist sehr kurz und knackig erzählt, Ausschmückungen oder Vertiefungen sucht der Leser vergeblich.

Die Fragen die ich mir (beinahe zu) oft stellte: »Worum soll es eigentlich gehen? Was will der Autor mir sagen?« Für mich war es nicht annähernd so witzig, wie es sein sollte, oder hätte sein können. Es fehlten die Hintergründe, ein Sinn. Nur mit Witz kann sich die Story nicht halten, zumal ich es auch nicht allzu lustig fand. Gelacht habe ich selten, höchstens mal geschmunzelt.
Mein Highlight kam erst mit der Erzählung von Antonios Vergangenheit. Diese hat mich schon seit Beginn des Buches interessiert. Auch wenn sie ernsthafter war, gab sie dem Buch die Tiefe, die mir bis dahin fehlte.

Fazit:
Das, was mir blieb, war: Heimat ist da, wo du glücklich bist/ sein kannst. Aber das kam eigentlich erst am Schluss. Die Erzählungen waren ja ganz nett, aber wozu brauchte ich die? Sie haben eigentlich nichts gebracht, mir zumindest nicht... Das Buch würde es ohne die Erzählungen nicht geben und mal ehrlich: wäre das so schade? Mir fehlte ein bisschen was, Witz/ Sinn/ Tiefe, da auch der Unterhaltungswert gerade so durchschnittlich war. Vermutlich sind die Geschichten für andere Leser witziger, sicherlich auch, wenn man Italiener kennt oder welche in der Familie hat. Vielleicht bin ich auch einfach die falsche Zielgruppe, wer weiß.
Für den Urlaub ist es gut geeignet, aber man sollte nicht zu viel erwarten.
Dennoch werde ich mir demnächst mal den Film ansehen.


Von mir nur 2 von 5 Sternen.

eure Maria

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