Sonntag, 5. Mai 2013

Rezension: "Klassenspiel" - Celia Rees

weltbild.de





Titel: Klassenspiel
Autor: Celia Rees
Genre: Jugendbuch
Verlag: Carlsen
Seiten: 190
Preis: 6,99€










Der Klappentext:
In der Klasse von Alex war es vor zwei Jahren zu einem drastischen Mobbingfall gekommen: Damals hatten sich alle gegen Michael Bailey verschworen. Niemand hatte ihn berühren oder mit ihm sprechen dürfen und die Schulgang hatte immer wieder Geld von ihm erpresst. In seiner Verzweiflung war Bailey über ein Brückengeländer geklettert und anstatt ihm zu helfen, hatte fast die ganze Klasse "Spring, spring" gerufen, alle waren völlig verrückt gewesen. Michael Bailey konnte damals in letzter Sekunde gerettet werden und Alex hatte nicht im Traum daran gedacht, dass sich so etwas noch einmal ereignen könnte. Aber bei Lauren, der Neuen in der Klasse, scheint sich Baileys Geschichte zu wiederholen ...

Die Rezension:
Das Buch habe ich bei dem Lagerausverkauf zur LBM gefunden. Und ich muss sagen, es war doch besser als erwartet.

Eine neue Schülerin ist in die Klasse gekommen und wird von fast allen ignoriert. Es scheint genug Gründe zu geben, sie nicht zu mögen. Einzig Alex sieht wohin das führen könnte. Erneut. Vor Jahren hat ihre Klasse schon einmal einen Jungen geschnitten. Alle haben mitgemacht und der Junge, tja, was ist mit ihm eigentlich passiert?
Im Buch geht es dann um die beiden Mobbingfälle. Lauren steht im Vordergrund, aber es gibt immer wieder Rückblicke zu Micheal, dem früheren Opfer. Beide Fälle sind sehr anschaulich beschrieben, ebenso die Auswirkungen auf die Betroffenen.

Die Charaktere gefielen mir recht gut. Sie haben alle ihre Eigenheiten und vor allem die »Außenseiter« legen eine Stärke an den Tag, die der Leser durch die äußeren Umstände kaum erwartet. Ich konnte mit allen Figuren etwas anfangen und vor allem die Mobber waren mir schnell unsympathisch.
Auch waren die Beziehungen sehr gut veranschaulicht. Vom ersten Treffen über skeptisches Annähern und so weiter. Das Tempo der Entwicklung war okay, viel schneller hätte ich es auch nicht haben wollen. Für ein Jugendbuch in Ordnung.

Weniger gut war, wie die Perspektiven gewechselt haben. Manchmal war es recht verwirrend wenn erst Alex begleitet wurde und dann blieb der Leser kurz nach einem Gespräch auf einmal bei Lauren. Manchmal auch mitten im Dialog. Oder es wird eine frühere Geschichte erzählt, allerdings nicht aus Erzählperspektive (Alex) sondern aus Micheals. Da musste ich mich erst einfinden.
Ansonsten ließ es sich gut lesen und es ging schnell voran, binnen weniger Stunden hatte ich es durch.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass es Jugendbücher zum Thema Mobbing gibt. Ein Thema das nicht oft genug angesprochen werden kann, denn es ist immer noch aktuell und erreicht durch das Internet teils noch krassere Ausmaße.

In dem Buch ist die Thematik gut umgesetzt und zeigt sowohl die Grausamkeit als auch die Ausweglosigkeit aller Betroffenen. Das Mobbing wird anhand von zwei Fällen beschrieben und es ist gut zu sehen, wie unterschiedlichen die »Opfer« damit umgehen und was schlussendlich der richtige Weg ist. Die Lösung mag vielleicht zu gut sein, nicht ganz so wie im echten Leben, aber sie ist nicht unmöglich. Nicht nur für Jugendliche mag das Buch eine gewisse Botschaft haben, auch für Lehrer und Eltern. Viele Mobbingopfer trauen sich nicht, etwas zu sagen, wohl auch, weil sie nicht daran glauben, dass das Erzählen etwas ändern würde. Vielleicht stoßen sie sogar auf taube Ohren oder sie werden nicht ernst genug genommen.

Fazit:
Ein gutes Jugendbuch, welches ich mir auch im Lesekanon für Schulen vorstellen kann. Leider gibt es im Buch selbst keinen Verweis auf eventuelles Lehrmaterial zu dem Buch. Dennoch eine wichtige und gut umgesetzte Thematik, die jugendliche Leser ansprechen kann.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

eure Maria

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