Dienstag, 28. Mai 2013

Rezension: "Maria, ihm schmeckt' s nicht!" - Jan Weiler

weltbild.de





Titel: Maria, ihm schmeckt's nicht!
Autor: Jan Weiler
Genre: Erzählung
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Seiten: 255
Preis: 10€







Der Klappentext:
»Ein wunderbar witziges, warmherziges Buch. Wer noch keine italienischen Verwandten hat, wird nach der Lektüre unbedingt welche haben wollen.« Axel Hacke
»Ein unverzichtbarer Beitrag zur deutsch-italienischen Freundschaft. Und saukomisch.« Stern
»Jan Weiler spielt gewitzt mit Sprach- und Nationenstereotypen.« Der Spiegel

Die Rezension:
Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich es wieder nur gebraucht beim Ausverkauf gekauft hatte, 10€ wäre mir definitiv zu viel gewesen. Eine nette Urlaubs-/Sommerlektüre, die wohl ganz witzig kein kann, aber nicht viel hinterlässt. Mir fehlte der Witz und das Ziel.

Das Buch beginnt mit einem Heiratsantrag, oder viel mehr mit der Bitte um die Hand der Liebsten. Dazu muss sich der Erzähler, dessen Name mir entfallen ist, den Eltern vorstellen. Die Mutter ist Deutsche, der Vater Italiener, somit die Tradition italienisch. Aber Vater Antonio gibt seinen Segen, schließt den Mann sofort ins Herz und los geht es mit einer Fülle an Geschichten über die Sippe.

Die Personen sind ganz okay und eigentlich auch liebenswert. Die Familie ist so beschrieben, dass sich jeder wohlfühlen würde.
Antonio ist die reinste Quasselstrippe. Er erzählt und erzählt und vertritt manchmal seltsame Ansichten. Aber wehe, wenn er nicht redet, da hat er schlechte Laune, was allerdings sehr selten vorkommt. Seine Frau hat sich seinem Verhalten gefügt und erträgt ihn stillschweigend. Wirklich viel hat sie im Buch allgemein nicht zu sagen. Einzig ihr Blick gen Himmel wird erwähnt. Dennoch stellen die beiden ein interessantes Paar dar, allein die Begebenheiten, die zu ihrem Kennenlernen führten, machen die Geschichte spannender.
Der Hauptcharakter, aus dessen Sicht alles erzählt wird, ist mir zu unspezifisch. Es hätte wohl jeder Mann sein können, was der Autor vielleicht auch beabsichtigt hatte, mich aber störte. Es wurde kaum auf ihn eingegangen. Seine Sprachprobleme werden ab und an angebracht, aber so richtige Eigenschaften oder markante Merkmale gibt es irgendwie nicht, erst gegen Ende gibt es ein wenig Tiefe. Seine Frau wird ebenfalls kaum erwähnt, sodass sie, wie ihre Mutter, ein Schatten ist.

Es ist eben eine Erzählung mit vielen Anekdoten und Erlebnissen. Genau so wird es aus erzählt. Den Stil kann man mögen oder nicht. Für mich war es zu schnell erzählt, wie im Zeitraffer ging es teils durch die Ereignisse. Der Autor rattert seinen Text herunter, es wirkt lieblos und schnell zusammengeschrieben. Es ist sehr kurz und knackig erzählt, Ausschmückungen oder Vertiefungen sucht der Leser vergeblich.

Die Fragen die ich mir (beinahe zu) oft stellte: »Worum soll es eigentlich gehen? Was will der Autor mir sagen?« Für mich war es nicht annähernd so witzig, wie es sein sollte, oder hätte sein können. Es fehlten die Hintergründe, ein Sinn. Nur mit Witz kann sich die Story nicht halten, zumal ich es auch nicht allzu lustig fand. Gelacht habe ich selten, höchstens mal geschmunzelt.
Mein Highlight kam erst mit der Erzählung von Antonios Vergangenheit. Diese hat mich schon seit Beginn des Buches interessiert. Auch wenn sie ernsthafter war, gab sie dem Buch die Tiefe, die mir bis dahin fehlte.

Fazit:
Das, was mir blieb, war: Heimat ist da, wo du glücklich bist/ sein kannst. Aber das kam eigentlich erst am Schluss. Die Erzählungen waren ja ganz nett, aber wozu brauchte ich die? Sie haben eigentlich nichts gebracht, mir zumindest nicht... Das Buch würde es ohne die Erzählungen nicht geben und mal ehrlich: wäre das so schade? Mir fehlte ein bisschen was, Witz/ Sinn/ Tiefe, da auch der Unterhaltungswert gerade so durchschnittlich war. Vermutlich sind die Geschichten für andere Leser witziger, sicherlich auch, wenn man Italiener kennt oder welche in der Familie hat. Vielleicht bin ich auch einfach die falsche Zielgruppe, wer weiß.
Für den Urlaub ist es gut geeignet, aber man sollte nicht zu viel erwarten.
Dennoch werde ich mir demnächst mal den Film ansehen.


Von mir nur 2 von 5 Sternen.

eure Maria

Montag, 27. Mai 2013

Rezension: "Die Chroniken der Unterwelt - City of Bones" - Cassandra Clare

weltbild.de






Titel: Die Chroniken der Unterwelt – City of Bones
Autor: Cassandra Clare
Genre: Urban Fantasy / Junge Erwachsene
Verlag: Arena
Seiten: 500
Preis: 17,99€







Der Klappentext:
Gut aussehend, düster und sexy, das ist Jace. Verwirrt, verletzlich und vollkommen ahnungslos, so fühlt sich Clary, als sie in Jaces Welt hineingezogen wird, denn Jace ist kein normaler Junge. Er ist ein Dämonenjäger. Und als Clary von dunklen Kreaturen angegriffen wird, muss Clary schleunigst ein paar Antworten finden sonst wird die Geschichte ein tödliches Ende nehmen!

Die Rezension:
Eine Freundin von mir meinte: Das ist echt gut, das kannst du ruhig lesen.
Ich hatte da bisher meine Zweifel, da der Klappentext recht durchschnittlich klang, aber es war dann doch ganz gut.

Es passiert ziemlich viel. Clary sieht etwas, das sie nicht sehen sollte und das auch sonst niemand bemerkt. Ihre Welt wird komplett auf den Kopf gestellt, überall tauchen merkwürdige Bilder und Erinnerungen auf. Die Welt, wie sie sie kannte, wird zu einem großen Geheimnis, welches sie kaum allein durchdringen kann. Kaum hat sie sich von dem Schock des »Sehens« erholt, wird sie von einem Dämon angegriffen, die Wohnung verwüstet und ihre Mutter entführt.
Clary wird von Jace, einem Schattenjäger, gefunden und ins Institut gebracht. Es stellt sich heraus, dass sie ebenfalls eine Schattenjägerin ist, womit der eigentliche Ärger erst richtig los geht. Für sie steht einzig und allein fest, dass sie ihre Mutter finden will.

Ich fand es recht spannend, eben weil immer viel passiert. Manches scheint nur nicht allzu notwendig zu sein, auch wenn es gut geschrieben ist. Die Sprache ist jung und frisch, aber nicht zu übertrieben jugendlich. Manchmal werden Fachbegriffe eingestreut, die m.E. nach nicht zu Clary`s Sprache und Wissen passen wollten. Ansonsten lässt es sich schnell lesen und ist packend erzählt. Es gibt viele gute Beschreibungen und ist dadurch anschaulich dargestellt.

Die Personen sind ganz gut beschrieben, alle hatten so ihre positiven wie negativen Züge. Clary, die Unwissende, hat nicht aufgegeben und versucht sich zu behaupten, was nicht allzu leicht ist. Sie mag das Küken sein, kann sich aber auch durchbeißen. Manchmal war ich enttäuscht von ihr, oft fand ich ihr Verhalten aber passend. Ein Kritikpunkt wäre, dass sie etwas weiß, was sie nicht wissen kann, oder was zumindest nicht so offensichtlich ist. Dagegen ignorierte sie auch gern offensichtliche Dinge. Auch haben mich ihre Stimmungsschwankungen gestört, die waren mir, trotz Pubertät zu viel des Guten. Plötzlich war sie genervt, dann wütend, dann gut gelaunt. Auch ihre Reaktionen auf Simon waren seltsam. Das hat leicht genervt, ließ später aber nach... Oder ich hatte mich daran gewöhnt.

Jace dagegen ist arrogant, glaubt, dass er unbesiegbar und unwiderstehlich ist. Seine Stellung scheint in zu Kopf gestiegen zu sein. Er hält sich für den Größten. Dazu kommt noch sein Hang zum Selbstmord, der ihn in prekäre Situationen bringt, die er nicht ganz so unbeschadet übersteht, wie er es gern hätte. Er ist abweisend und lässt kaum jemanden an sich heran. Dennoch ist er sympathisch, zumal er auch der einzige ist, der zu Clary hält, mit ihr redet und sie in die neue Welt einführt. Die anderen stehen ihr skeptisch gegenüber.

Alec, Isabelle, Simon und Hodge sind mir nicht ganz so sympathisch. Alec spielt laufend den Beschützer und sieht in Clary entweder eine Last oder einen Feind. Izzy lehnt das Mädchen ab und will ihre »Stellung« in den Männerriege beibehalten. Simon klebt wie eine Klette an Clary. Er ist ihr bester Freund; auch wenn er mehr für sie empfindet, hält er sich bedeckt und steht ihr bei. Mich hat er leicht genervt, weil es einfach nicht locker gelassen hatte. Hodge ist quasi der Lehrer, da er früher selbst Schattenjäger war. Er wirkte wie der geprügelte Hund und so richtig kam ich nicht an ihn heran.
Die Beziehungen zwischen den Figuren sind ansonsten ganz okay. Sie agieren viel miteinander und wirken wie eine richtige Familie, obwohl sie zusammen gewürfelt wurden.

Die Handlung war gut umgesetzt, ich mochte die Darstellung der Welt und wie alles eingeordnet. Das System war mal etwas neues und konnte mich überzeugen. Der Leser erhält viele Infos und hat bald den Bogen raus. Mir gefiel auch, dass es Schattenjäger waren, die sich um alle möglichen Dinge, Wesen und Übertaten kümmerten und nicht auf eine »Rasse« festgelegt sind.

Das Ende hat sich recht lange hingezogen. Es wollte einfach nicht vorbei sein. Immer wieder kam etwas oder jemand und es hinauszuzögern, das hat mir zu lange gedauert. Die »große Enthüllung« wird nicht für jeden so dramatisch sein, wie es wohl geplant war. Teils war es zu offensichtlich, teils war auch nicht die größte Überraschung. Dennoch eine nette Idee und das Ende lässt einiges für den nächsten Band offen.

Fazit:
Im Moment lese ich den zweiten Band und bin bisher nicht enttäuscht. Rasant geht es weiter.
Für ein Jugendbuch wirklich zu empfehlen, für nicht mehr ganz so jugendliche Leser wird es ein alter Hut sein, den man so oder so ähnlich bereits kennt. Mir hat es gefallen und ich werde die Reihe auch noch weiter lesen.


3,5 von 5 Sternen von mir.

eure Maria

Freitag, 10. Mai 2013

Rezension: "Das Erbe der Runen - Die Nebelsängerin" - Monika Felten

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Titel: Das Erbe der Runen – Die Nebelsängerin
Autor: Monika Felten
Genre: High Fantasy
Verlag: Piper
Seiten: 440








Der Klappentext:
Ein geheimnisvolles Amulett und ein mystisches Lied aus vergangenen Zeiten führen die junge Ajana in eine fremde Welt. Ihrem Land droht große Gefahr. Seit die Magie der Nebel schwindet, die eine Elbenpriesterin gewoben hat, herrscht Krieg zwischen den Stämmen von Nymath und den Uzoma, dem finsteren Volk, das die Elben einst verbannten. Die mächtige Festung der Vereinigten Stämme droht dem Ansturm der dunklen Krieger zu erliegen.Seit ihrem Zyklus »Die Saga von Thale« ist Monika Felten Deutschlands erfolgreichste Fantasy-Autorin. Mit »Die Nebelsängerin« führt sie in die faszinierende Welt der Elben, dem geheimnisumwittertsten Volk der Fantasy.

Die Rezension:
Wohl eines der wenigen Bücher die ich mir nicht selbst gekauft habe. Stattdessen ein Fund aus dem Bücherregal meines Freundes. Der Buchrücken hat mich angesprochen und schon wanderte es von seinem zu meinem SuB ;)

Es begann mit einem Geschichtsexkurs und sprang danach zur eigentlichen Handlung. Krieg stand bevor und die Truppen machten sich auf zur Festung vor dem Gebirge, wo die ersten Kämpfe erwartet wurden. Parallel dazu wurde Ajana vorgestellt, die ein seltsames Kleinod geerbt hatte, sowie die Gegnerin, die den nächsten Schlag plante. Es dauerte einige Seiten, bis alle Charaktere eingeführt und sich der Großteil zusammen fand.

Der Einstieg hat mir ein wenig zu lang gedauert, auch waren die vielen Wechsel zwischen den Figuren recht anstrengend, vor allem bei Ajana, die mich am meisten interessierte. Dennoch war es gut umgesetzt und verknüpft. Durch den langen Einstieg lernt der Leser die Figuren kennen und wird gut in die Thematik eingeführt.

Kleines Manko waren die vielen Personen. Immer wieder wurden neue Charaktere eingeführt, was später recht anstrengend war. Insgesamt hat der Leser es mit 20-30 Namen zu tun, das war leicht zu viel. Aber sie ließen sich recht gut auseinander halten und waren zudem im Verzeichnis noch einmal aufgeführt.

Die Charaktere selbst gefielen mir wiederum sehr gut. Sie passten zu ihrer Blutabstammung und waren authentisch. Es gibt die fünf verschiedenen Stämme der Menschen, dazu die Elben, die Uzoma, das kleine Volk und dann noch Ajana, das Mädchen, dass eine große Aufgabe vor sich hat. Alle haben ihre Eigenschaften, Götter, Rituale, Geschichten und Besonderheiten. So sind bei den Wunand die Frauen die Kriegerinnen und die Raiden haben eine spezielle Bindung zu den Falken. Die Gemüter entsprechender der Abstammung und waren wirklich interessant ausgearbeitet.
Ajana ist wohl die wichtigste Person und in ihrem Charakter am unbeständigsten. Als junges Mädchen wird sie aus ihrer Welt gerissen und muss plötzlich eine Aufgabe erfüllen, von der sie noch nichts wusste. In Bayard, Keelin und Maylea findet sie starke Unterstützung.
Die meisten sind mir sehr ans Herz gewachsen, waren gut nachvollziehbar und auch die Beziehungen, inneren Antriebe waren gut dargestellt.

Zweites Manko war die wenige Magie. Von den Elben wurde die ganze Zeit behauptet, dass sie sehr mächtig und magiebegabt sind. Die einzige Magie geht von Inawhen aus, die allerdings »nur« Gedanken lesen kann, viel mehr bekommt der Leser nicht gezeigt. Die beiden großen Priesterinnen sind Gaelithil (die tot ist) und Vhara (die Böse). Allein von letzterer bekommt der Leser eine Kostprobe.
Auf die Runen ist ebenfalls nur wenig eingegangen worden. Das Amulett und seine Funktion wurde beschrieben, aber sonst nichts mit der Macht getan. Das war ein wenig schade, da ich auch mehr Magie erwartet hatte.

Ein Riesenpluspunkt für die schöne Karte (Gebundene Ausgabe) und den langen Anhang. Es gibt ein Glossar, ein Runenverzeichnis, ein Stammesverzeichnis und sogar Liedtexte. Zu dem Buch wurde ein Soundtrack geschrieben. Die CD ist meist bei den gebunden Büchern dabei, aber die Tracks sind auch im Internet zu finden (entsprechender Link ist im Buch angegeben).

Sprache und Umsetzung gefielen mir gut. Es ließ sich recht schnell lesen, auch die teils ältere Sprache passte gut in das Gesamtbild. Einige Wiederholungen oder die Sprünge waren aus meiner Sicht nicht so gut. Klar, es ging um Spannungssteigerung, aber am liebsten hätte ich das Buch dann gegen die Wand geworfen... Oh, von daher war der Sinn erfüllt ;)
Was irritieren war, war die Länge. Es war recht schnell klar, worin die Aufgabe bestand, dennoch verstand ich nicht, wieso das so viele Seiten dauern sollte. Es kam mir auch insgesamt leicht zu lang vor. Aber die Autorin hat das beste rausgeholt, sodass es zumindest nicht langweilig wurde.

Das Ende war wieder kein rechtes Ende, für den Leser geht es im zweiten Teil weiter. Auch fehlte mir noch irgendetwas besonderes. Klar der Showdown kam schon, war auch spannend, aber irgendwie war das Buch nicht abgeschlossen und es muss quasi weiter gelesen werden.

Fazit:
Trotz einiger Mängel konnte mich das Buch überzeugen und ich habe bereits den zweiten Band begonnen. Ich hoffe jetzt auf eine Steigerung und mehr Einblicke in die Magie. Dennoch ist es ein schönes Fantasy-Abenteuer, mit coolen Charakteren und einer chicken Welt, die zu erkunden Spaß macht.

Von mir 3,5 von 5 Sternen!

eure Maria

Sonntag, 5. Mai 2013

Rezension: "Klassenspiel" - Celia Rees

weltbild.de





Titel: Klassenspiel
Autor: Celia Rees
Genre: Jugendbuch
Verlag: Carlsen
Seiten: 190
Preis: 6,99€










Der Klappentext:
In der Klasse von Alex war es vor zwei Jahren zu einem drastischen Mobbingfall gekommen: Damals hatten sich alle gegen Michael Bailey verschworen. Niemand hatte ihn berühren oder mit ihm sprechen dürfen und die Schulgang hatte immer wieder Geld von ihm erpresst. In seiner Verzweiflung war Bailey über ein Brückengeländer geklettert und anstatt ihm zu helfen, hatte fast die ganze Klasse "Spring, spring" gerufen, alle waren völlig verrückt gewesen. Michael Bailey konnte damals in letzter Sekunde gerettet werden und Alex hatte nicht im Traum daran gedacht, dass sich so etwas noch einmal ereignen könnte. Aber bei Lauren, der Neuen in der Klasse, scheint sich Baileys Geschichte zu wiederholen ...

Die Rezension:
Das Buch habe ich bei dem Lagerausverkauf zur LBM gefunden. Und ich muss sagen, es war doch besser als erwartet.

Eine neue Schülerin ist in die Klasse gekommen und wird von fast allen ignoriert. Es scheint genug Gründe zu geben, sie nicht zu mögen. Einzig Alex sieht wohin das führen könnte. Erneut. Vor Jahren hat ihre Klasse schon einmal einen Jungen geschnitten. Alle haben mitgemacht und der Junge, tja, was ist mit ihm eigentlich passiert?
Im Buch geht es dann um die beiden Mobbingfälle. Lauren steht im Vordergrund, aber es gibt immer wieder Rückblicke zu Micheal, dem früheren Opfer. Beide Fälle sind sehr anschaulich beschrieben, ebenso die Auswirkungen auf die Betroffenen.

Die Charaktere gefielen mir recht gut. Sie haben alle ihre Eigenheiten und vor allem die »Außenseiter« legen eine Stärke an den Tag, die der Leser durch die äußeren Umstände kaum erwartet. Ich konnte mit allen Figuren etwas anfangen und vor allem die Mobber waren mir schnell unsympathisch.
Auch waren die Beziehungen sehr gut veranschaulicht. Vom ersten Treffen über skeptisches Annähern und so weiter. Das Tempo der Entwicklung war okay, viel schneller hätte ich es auch nicht haben wollen. Für ein Jugendbuch in Ordnung.

Weniger gut war, wie die Perspektiven gewechselt haben. Manchmal war es recht verwirrend wenn erst Alex begleitet wurde und dann blieb der Leser kurz nach einem Gespräch auf einmal bei Lauren. Manchmal auch mitten im Dialog. Oder es wird eine frühere Geschichte erzählt, allerdings nicht aus Erzählperspektive (Alex) sondern aus Micheals. Da musste ich mich erst einfinden.
Ansonsten ließ es sich gut lesen und es ging schnell voran, binnen weniger Stunden hatte ich es durch.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass es Jugendbücher zum Thema Mobbing gibt. Ein Thema das nicht oft genug angesprochen werden kann, denn es ist immer noch aktuell und erreicht durch das Internet teils noch krassere Ausmaße.

In dem Buch ist die Thematik gut umgesetzt und zeigt sowohl die Grausamkeit als auch die Ausweglosigkeit aller Betroffenen. Das Mobbing wird anhand von zwei Fällen beschrieben und es ist gut zu sehen, wie unterschiedlichen die »Opfer« damit umgehen und was schlussendlich der richtige Weg ist. Die Lösung mag vielleicht zu gut sein, nicht ganz so wie im echten Leben, aber sie ist nicht unmöglich. Nicht nur für Jugendliche mag das Buch eine gewisse Botschaft haben, auch für Lehrer und Eltern. Viele Mobbingopfer trauen sich nicht, etwas zu sagen, wohl auch, weil sie nicht daran glauben, dass das Erzählen etwas ändern würde. Vielleicht stoßen sie sogar auf taube Ohren oder sie werden nicht ernst genug genommen.

Fazit:
Ein gutes Jugendbuch, welches ich mir auch im Lesekanon für Schulen vorstellen kann. Leider gibt es im Buch selbst keinen Verweis auf eventuelles Lehrmaterial zu dem Buch. Dennoch eine wichtige und gut umgesetzte Thematik, die jugendliche Leser ansprechen kann.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

eure Maria

Donnerstag, 2. Mai 2013

Rezension: "Resturlaub" - Tommy Jaud

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Was für ein Reinfall!



Titel: Resturlaub
Autor: Tommy Jaud
Verlag: Fischer TB
Seiten: 248
Preis: 7,99€







Der Klappentext:
Seine Eltern wollen, dass er endlich ein Haus baut.
Seine Freundin will endlich ein Kind.
Und seine Freunde wollen zum elften Mal nach Mallorca. Doch Pitschi Greulich hat einen ganz anderen Plan.

Eine ziemlich komische Geschichte über einen 37-jährigen Brauerei-Manager, der ausgerechnet am Ende der Welt das sucht, was er zu Hause längst hatte.

Die Rezension:
Wieder war ich froh ein Buch nur gebraucht gekauft zu haben.
»Okay«, dachte ich mir, »gib dem deutschen Autor eine Chance.« Das war ein Fehler! Zumindest beweist dieses Buch nicht, dass Tommy Jaud ein guter Autor ist, denn ich habe es auf Seite 174 von 248 abgebrochen. Allerdings habe ich ihn noch nicht vollends abgeschrieben. Nur von diesem Buch sollte man die Finger lassen.

Dafür, dass es Resturlaub heißt, passiert erst mal nichts. Erst auf Seite 81 sitzt er tatsächlich im Flieger Richtung Buenos Aires. Vorher ging es um Arbeit, seine Freundin, Pärchen, Hochzeiten, wie schlimm das Leben als Ehemann sein wird und wie wenig Peter, aka Pitschi, eine Ehe will. Alles nervt ihn, ist zu ruhig oder.. ach ich weiß auch nicht, zumindest ist er von alles und jedem angepisst. Schnell wird klar, dass er einfach unsicher ist und auf etwas besseres hofft. Wieso sollte er sich auch fest an seine Freundin binden? Und Kinder, wer will schon Kinder?

Immerhin hat die Figur Potential, was die Wandelbarkeit angeht, denn Pitschi ist das pure Klischee. Midlife-Crisis lässt grüßen. Pitschi besteht aus soviel Klischee, dass ich hoffte, dass er sich ändern würde, denn er war kaum zu ertragen. Allerdings habe ich den Wandel durch den Abbruch nicht mehr mitbekommen. Traurig bin ich nicht darum.
Sein Verhalten war unlogisch, allein schon die Entscheidung nach Buenos Aires zu fliegen war hirnrissig, denn er hat keine Ahnung von Land, Leuten und Sprache... Gut, mag jetzt der ein oder andere sagen, das kann er ja lernen. Stimmt. Aber da Pitschi auswandern wollte, fand ich das trotzdem bescheuert, aber immerhin macht er gleich bei einem Sprachkurs mit. Für mich war er einfach nur ein Vollidiot und von Anfang an unsympathisch.

Statt etwas cooles daraus zu machen, lässt der Autor die Figuren platt und lieblos stehen. Sie haben kaum Tiefe und es fällt schwer, an sie heran zu kommen oder sie zu mögen. Einziger Lichtblick war Arne, wobei ich auch grad nicht weiß, wie Herr Jaud das geschafft hat.

Ich konnte mit dem Buch nicht warm werden. Die Handlung ist seicht und auf »Unterhaltung« getrimmt. Langweilig, zäh und vorhersehbar. Teils hatte ich das Gefühl, dass nichts passiert und nichts voran geht. Die Stelle an der ich gestoppt hatte, trägt auch nichts zur Handlung bei (glaube ich) ebenso wenig ist sie unterhaltend... Das war in meinen Augen sehr oft der Fall, denn auf vieles hätte ich verzichten können, vor allem weil es nicht witzig war. Oft fragte ich mich: Warum das jetzt? Was soll das denn? Hinzu kam auch der lange Einstieg, in dem Pitschi eigentlich nur beweist, was für ein Idiot er ist. Biene sollte froh sein, dass er weg ist... 
Mir ging es recht schnell auf den Keks und ich wollte es nur noch durch kriegen. Später war mir egal, was Pitschi noch verzapft und andere Rezis ließen nicht wirklich auf eine grandiose Wendung hoffen.

Die Schreibe ist wie das Buch. Langweilig, flach und uninspiriert. Schöne Bilder oder Beschreibungen sucht man vergeblich, alles ist sehr schlicht, ja fast trist gehalten. Recht schnell zu lesen, wenn man sich erst mal damit abgefunden hat. Die »witzigen« Sprüche oder Szenen waren für mich eher unwitzig und teils schlecht pointiert oder zu übertrieben, dass ich einfach nur den Kopf schütteln konnte.

Das Ende kann ich mir bei diesem Buch zum Glück sparen.

Fazit:
Definitiv nicht mein Fall und nicht empfehlenswert! Wer dem Herrn Jaud eine Chance geben will, sollte sich nicht dieses Buch aussuchen, denn es ist alles andere als eine Glanzleistung.
Es soll unterhalten und kurzlebig sein, von mir aus. Aber selbst als Urlaubslektüre wäre mir das Geld für dieses Buch zu schade, da es einfach viel zu flach und anstrengend war.

Von mir 1 von 5 Sternen, obwohl ich auch 0 geben wollen würde...  

eure Maria