Sonntag, 21. April 2013

Rezension: "Hello Kitty muss sterben" - Angela S. Choi

bücher.de






Titel: Hello Kitty muss sterben
Autor: Angela S. Choi
Verlag: btb Verlag / Luchterhand
Seiten: 283
Preis: 8,99€ / 14,99€









Die Beschreibung:
Rasant und sexy – eine Frau sieht rot!
Fiona Yu ist eine hochintelligente junge Frau. Eine unterforderte Spitzenjuristin. Aber Fiona ist auch ein bisschen verwirrt. Vor allem, was ihr Frausein angeht. Denn sie kommt aus einem freundlichen, aber sehr traditionellen chinesischen Elternhaus. Und sie lebt in San Francisco, einer freundlichen, aber sehr freiheitssüchtigen Stadt. Fiona will nicht länger die »Hello-Kitty-Rolle« spielen, die ihre Eltern von ihr erwarten: stumm sein, keine Emotionen zeigen, einen chinesischen Mann heiraten. Doch erst als sie einen alten Schulfreund wiedertrifft, der sich vom Außenseiter zum eleganten Serienkiller gemausert hat, nimmt ihr Leben richtig Fahrt auf.


Die Rezension:
Der Titel ist schon recht verlockend gewesen, da ich selbst kein Fan von Hello Kitty bin und auch die Beschreibung nicht so schlecht klang. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich gestorben ist. Ebenso bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das Buch gut oder schlecht finden soll. Immer, wenn ich meinem Freund (während und nach dem Lesen) etwas zu dem Buch sagte, war es: »Das ist echt strange/ seltsam/ komisch.« Und so war das Buch auch: eine sehr seltsame Mischung.

»Eine Frau sieht rosa« steht auf der Buchrückseite. Aber wirklich rosa ist es nicht, weder Fiona selbst, noch ihre Umgebung. Sie ist Anwältin, inklusiver teurer Designerklamotten und edler Clubs. Zudem ist sie Asiatin, Ende zwanzig und wohnt immer noch zu Hause. Ihre Eltern wollen sie verkuppeln, am besten sofort verheiraten, ach und Enkel wollen sie natürlich auch. Diverse Proteste seitens der Tochter werden ignoriert, stattdessen Dates organisiert und alles auf eine Hochzeit angelegt. Auch hören die Eltern nicht zu, übergehen Aussagen, deuten um und machen damit Fiona das Leben schwer.

Fiona ist eine seltsame Hauptperson. Sie ist schwer zu durchschauen, distanziert, teils widersprüchlich und selten Sympathieträger. Die meiste Zeit über fand ich sie zu bissig, zu jammernd. Sie wollte kein kleines Hello Kitty sein – der Begriff wird hier jenen Damen aufgedrückt, die leicht zu bändigen sind, sich dem Willen der Familie oder des Freundes beugen, sich nicht beschweren und hübsch aussehen. Gut, möchte ich auch nicht sein. Doch tut sie nicht allzu viel dafür. Am Ende der Diskussionen geht sie doch auf das Date, welches ihr Vater organisiert hat, egal wie sehr sie zuvor protestiert hatte. Das fand ich schon leicht nervig. Gut, später bringt sie jemanden um, wirkt aber immer noch sehr passiv... Da sie weiterhin nichts an sich heran lässt. Definitiv nicht mein Lieblingscharakter.

Die anderen Figuren sind sehr stereotyp und die Asiaten auch sehr ähnlich, so sind Fionas Dates immer dick und pockennarbig.
Fionas Jugendfreund ist auch ein sehr seltsamer Charakter, so hat er in jungen Jahren schon ein Mädchen in Brand gesteckt. Er wird im Verlauf des Buches zum Serienmörder (killt aber nicht nur Hello Kittys), was wiederum Fiona nicht zu stören scheint. Auch als sie zusammen auf seinem Boot sind (recht oft) und er die Leichen im Wasser entsorgt, schaut sie sich unbeeindruckt die Skyline an. Besser als selbst im Wasser zu landen, aber ich hätte mehr Tiefe bei ihr erwartet, mehr Gedanken.

Alles sehr oberflächlich, Motive ebenso wie Dialoge. Die Botschaft des Buches: Töte, wer dir im Weg steht? Töte, wenn du grad Bock drauf hast? Keine Ahnung, zumindest ist es nicht die Botschaft, die ich haben will. Soll es mir sagen, dass ich jetzt vor jedem Angst haben muss, dem ich im Weg stehe, oder dass das Leben schneller vorbei sein kann, als man denkt? Ich weiß es nicht. Im Buch wird auch nur argumentiert, dass jeder mal sterben muss. Soviel dazu.

Aber es war nicht alles schlecht. Wenn Fiona von den Traditionen berichtet, ist das recht interessant und witzig. Da die Autorin selbst Asiatin ist, wird es hoffentlich auch nicht allzu falsch sein. Mir gefielen diese Einblicke, aber retten konnten sie das Buch nicht.

Auch war Fiona manchmal ganz witzig, vor allem ihre bissig Art. »Er denkt immer an andere, dieser Sean.«, war einer ihrer Lieblingssätze, der irgendwann aber langweilig wurde. Die Dialoge mit ihren Eltern waren auch sehr absurd, wenn es um die Dates ging, nur hatte ich als Leser gegen Ende des Buches jegliche Möglichkeit solcher Dialoge kennengelernt und da waren sie eher nervig, als witzig.

Die Sprache selbst war jetzt weder besonders gut, noch schlecht. Flüssig zu lesen ohne große Besonderheiten oder schöne Bilder. Die Handlung mit einem unerwarteten Start: »Alles fing mit meinem fehlenden Jungfernhäutchen an.« zog sich durch sehr viele Morde und komische Dates bis zu einem »Whatever.«. Wirklich spannend war es nicht, auch wenn ich es sehr schnell durch hatte. Das Ende konnte mich auch nicht weiter überraschen... Da wollte ich Hello Kitty wirklich nur noch töten und so blieb es auch für mich bei einem »Whatever«.

Fazit: 

Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich nicht den Originalpreis bezahlt, sondern es gebraucht erstanden habe. Es wäre sonst recht ärgerlich gewesen. Ich weiß auch nicht, wem ich dieses Buch empfehlen könnte, weil es einfach sehr seltsam ist.
Nicht so ganz mein Fall. Die Autorin hätte aus dem Titel mehr als nur sinnlose Morde machen können.

2 von 5 Sternen von mir.  

eure Maria

Kommentare:

  1. Klingt aber trotzdem interessant - grade weil ich einen Hello-Kitty-Bekannte habe, wäre das eine gute Rache xD Mittlerweile gibt es echt alles von dieser komischen Katze!

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    1. Es geht aber nicht um die Katze und die Frauen ;) Also da werden auch keine Hello Kitty-Klamotten / Tierchen / sonstwas gekillt, sondern echte Menschen ^^ Aber mach ruhig, ich schenk dir auch mein Buch :D

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