Sonntag, 21. April 2013

Rezension: "Hello Kitty muss sterben" - Angela S. Choi

bücher.de






Titel: Hello Kitty muss sterben
Autor: Angela S. Choi
Verlag: btb Verlag / Luchterhand
Seiten: 283
Preis: 8,99€ / 14,99€









Die Beschreibung:
Rasant und sexy – eine Frau sieht rot!
Fiona Yu ist eine hochintelligente junge Frau. Eine unterforderte Spitzenjuristin. Aber Fiona ist auch ein bisschen verwirrt. Vor allem, was ihr Frausein angeht. Denn sie kommt aus einem freundlichen, aber sehr traditionellen chinesischen Elternhaus. Und sie lebt in San Francisco, einer freundlichen, aber sehr freiheitssüchtigen Stadt. Fiona will nicht länger die »Hello-Kitty-Rolle« spielen, die ihre Eltern von ihr erwarten: stumm sein, keine Emotionen zeigen, einen chinesischen Mann heiraten. Doch erst als sie einen alten Schulfreund wiedertrifft, der sich vom Außenseiter zum eleganten Serienkiller gemausert hat, nimmt ihr Leben richtig Fahrt auf.


Die Rezension:
Der Titel ist schon recht verlockend gewesen, da ich selbst kein Fan von Hello Kitty bin und auch die Beschreibung nicht so schlecht klang. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich gestorben ist. Ebenso bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das Buch gut oder schlecht finden soll. Immer, wenn ich meinem Freund (während und nach dem Lesen) etwas zu dem Buch sagte, war es: »Das ist echt strange/ seltsam/ komisch.« Und so war das Buch auch: eine sehr seltsame Mischung.

»Eine Frau sieht rosa« steht auf der Buchrückseite. Aber wirklich rosa ist es nicht, weder Fiona selbst, noch ihre Umgebung. Sie ist Anwältin, inklusiver teurer Designerklamotten und edler Clubs. Zudem ist sie Asiatin, Ende zwanzig und wohnt immer noch zu Hause. Ihre Eltern wollen sie verkuppeln, am besten sofort verheiraten, ach und Enkel wollen sie natürlich auch. Diverse Proteste seitens der Tochter werden ignoriert, stattdessen Dates organisiert und alles auf eine Hochzeit angelegt. Auch hören die Eltern nicht zu, übergehen Aussagen, deuten um und machen damit Fiona das Leben schwer.

Fiona ist eine seltsame Hauptperson. Sie ist schwer zu durchschauen, distanziert, teils widersprüchlich und selten Sympathieträger. Die meiste Zeit über fand ich sie zu bissig, zu jammernd. Sie wollte kein kleines Hello Kitty sein – der Begriff wird hier jenen Damen aufgedrückt, die leicht zu bändigen sind, sich dem Willen der Familie oder des Freundes beugen, sich nicht beschweren und hübsch aussehen. Gut, möchte ich auch nicht sein. Doch tut sie nicht allzu viel dafür. Am Ende der Diskussionen geht sie doch auf das Date, welches ihr Vater organisiert hat, egal wie sehr sie zuvor protestiert hatte. Das fand ich schon leicht nervig. Gut, später bringt sie jemanden um, wirkt aber immer noch sehr passiv... Da sie weiterhin nichts an sich heran lässt. Definitiv nicht mein Lieblingscharakter.

Die anderen Figuren sind sehr stereotyp und die Asiaten auch sehr ähnlich, so sind Fionas Dates immer dick und pockennarbig.
Fionas Jugendfreund ist auch ein sehr seltsamer Charakter, so hat er in jungen Jahren schon ein Mädchen in Brand gesteckt. Er wird im Verlauf des Buches zum Serienmörder (killt aber nicht nur Hello Kittys), was wiederum Fiona nicht zu stören scheint. Auch als sie zusammen auf seinem Boot sind (recht oft) und er die Leichen im Wasser entsorgt, schaut sie sich unbeeindruckt die Skyline an. Besser als selbst im Wasser zu landen, aber ich hätte mehr Tiefe bei ihr erwartet, mehr Gedanken.

Alles sehr oberflächlich, Motive ebenso wie Dialoge. Die Botschaft des Buches: Töte, wer dir im Weg steht? Töte, wenn du grad Bock drauf hast? Keine Ahnung, zumindest ist es nicht die Botschaft, die ich haben will. Soll es mir sagen, dass ich jetzt vor jedem Angst haben muss, dem ich im Weg stehe, oder dass das Leben schneller vorbei sein kann, als man denkt? Ich weiß es nicht. Im Buch wird auch nur argumentiert, dass jeder mal sterben muss. Soviel dazu.

Aber es war nicht alles schlecht. Wenn Fiona von den Traditionen berichtet, ist das recht interessant und witzig. Da die Autorin selbst Asiatin ist, wird es hoffentlich auch nicht allzu falsch sein. Mir gefielen diese Einblicke, aber retten konnten sie das Buch nicht.

Auch war Fiona manchmal ganz witzig, vor allem ihre bissig Art. »Er denkt immer an andere, dieser Sean.«, war einer ihrer Lieblingssätze, der irgendwann aber langweilig wurde. Die Dialoge mit ihren Eltern waren auch sehr absurd, wenn es um die Dates ging, nur hatte ich als Leser gegen Ende des Buches jegliche Möglichkeit solcher Dialoge kennengelernt und da waren sie eher nervig, als witzig.

Die Sprache selbst war jetzt weder besonders gut, noch schlecht. Flüssig zu lesen ohne große Besonderheiten oder schöne Bilder. Die Handlung mit einem unerwarteten Start: »Alles fing mit meinem fehlenden Jungfernhäutchen an.« zog sich durch sehr viele Morde und komische Dates bis zu einem »Whatever.«. Wirklich spannend war es nicht, auch wenn ich es sehr schnell durch hatte. Das Ende konnte mich auch nicht weiter überraschen... Da wollte ich Hello Kitty wirklich nur noch töten und so blieb es auch für mich bei einem »Whatever«.

Fazit: 

Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich nicht den Originalpreis bezahlt, sondern es gebraucht erstanden habe. Es wäre sonst recht ärgerlich gewesen. Ich weiß auch nicht, wem ich dieses Buch empfehlen könnte, weil es einfach sehr seltsam ist.
Nicht so ganz mein Fall. Die Autorin hätte aus dem Titel mehr als nur sinnlose Morde machen können.

2 von 5 Sternen von mir.  

eure Maria

Sonntag, 14. April 2013

Rezension: "Die Kämpferin" - Joshua Palmatier








Titel: Die Kämpferin
Autor: Joshua Palmatier
Genre: High Fantasy
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 571
Preis: 8,99€









Der Klappentext:
Gestern war Varis eine Diebin in den Gassen von Amenkor. Heute ist sie die Herrin der Stadt. Aber der Geisterthron, in dessen Namen sie herrscht und der das Wissen aller Regentinnen von tausend Jahren enthält, ist zerborsten. Doch es gibt eine Legende, wonach es in der Schwesterstadt Venitte einst ein Gegenstück zu dem Thron von Amenkor gegeben haben soll. Venitte ist eine Brutstätte von Politik und Intrigen, regiert von einem zerstrittenen Rat, dessen Parteien sich bis aufs Blut bekämpfen. Außerdem stehen die Invasoren, die einst Amenkor heimsuchten, nun vor den Toren. Und von einem zweiten Geisterthron gibt es dort nicht die geringste Spur.

Die Rezension:
Also ehrlich gesagt, war ich nach dem zweiten Band abgeneigt die Reihe fortzusetzen, was allerdings auch daran lag, dass ich erst mal nichts über/mit Schlachten lesen wollte. Und Nach den Angriffen in Band zwei, war es naheliegend, aber zum Glück haben sie sich nicht die ganze Zeit die Köpfe eingeschlagen.

Allerdings hat mich das Buch dann doch überzeugen können und einiges nach dem letzten Band herausgerissen.
Es setzt kurz nach dem Ende von »Die Regentin« ein. Der Thron ist zerstört, die Chorl zurückgeschlagen. Die Bewohner Amenkors räumen auf, bauen Schiffe und Mauern und bereiten sich auf einen weiteren Angriff vor, als ein Schiff aus Venitte eintrifft. Spannung liegt in der Luft, da keiner, auch nicht der Leser, die Neuankömmlinge einschätzen kann.

In diesem Buch gerät auch Varis an ihre Grenzen als Regentin, nicht nur, weil ihre Kräfte schwächer geworden sind. Kaum einer außerhalb Amenkors scheint ihre Position zu akzeptieren. Da sie die Mauern Amenkors hinter sich lassen kann, ist sie in den Augen vieler nicht die Regentin, denn bisher konnte keine das Einflussgebiets des Thrones verlassen. Andere glauben nicht länger an ihre Macht, da der Thron gebrochen und somit keine Regentin mehr nötig ist. Vor allem in Venitte, wo der zweite Thron als verschwunden gilt, werden die Begabten weniger geachtet und haben geringeren Einfluss als in Amenkor.

Obwohl der Geisterthron zerstört wurde, hat Varis weiterhin träume von Cerrin, die sie nicht haben dürfte. Sie entstammen keiner der geteilten Erinnerungen und müssen daher anderen Ursprungs sein. Mit gefiel sehr gut, dass der Thron weiterhin eine wichtige Rolle spielt, vor allem als klar wird, dass der zweite Thron, der bei der Erschaffung vor 1500 Jahren entstand, noch existieren musste und für Varis' Träume verantwortlich ist. Da der Thron zu den zentralen Elementen gehört, fand ich es gut, dass er auch im letzten Band nicht vergessen wurde.

Des weiteren hat mir sehr gut gefallen, dass es über die Grenzen des bisher bekannten (Amenkor) hinausgehr. Eine andere Stadt kommt hinzu, mit eigener Architektur, Kultur, Struktur und einem gänzlich anderen System. Aber auch der Unterschied zwischen den Begabten Amenkors und Venittes ist interessant dargestellt. Dazu kommen noch die Chorl-Begabten in deren Lehre der Leser ebenfalls Eindrücke erhält.
Bei »Die Regentin« wurden die Chorl vorgestellt, um die es auch weiterhin geht, und in »Die Kämpferin« gibt es eine neue Stadt, in der sich Varis bewähren muss. Es gibt viele Schwierigkeiten und Hürden, zu denen vor allem er Rat beiträgt.

Die Charaktere waren gewohnt gut. Schön war, dass auf einige bekannte mehr eingegangen wurde, als bisher und wieder das neue Personen hinzu kamen. Jeder hat seinen kleineren oder größeren Auftritt. So erreicht das Buch keinen Stillstand, sondern bleibt, was die Figuren angeht, weiterhin interessant. Gut war auch, wie die Figuren miteinander agieren und aufeinander reagieren. Die Leibwache von Varis bewegt sich mit ihr, ahnt ihre Gedanken voraus oder kommt ihr zuvor. Auch ist das Verhältnis zwischen Avrell und Varis entspannter als bisher, teils sogar belustigend. Beide haben sich mit dem anderen abgefunden und versuchen das beste daraus zu machen.

Insgesamt passiert ziemlich viel, egal ob es jetzt Angriffe oder Lehreinheiten sind. Ich empfand vieles als Interessant und auch gut umgesetzt, dass es mir schwer fällt, weitere Besonderheiten hervor zu heben. Es war gut geschrieben und wesentlich spannender als »Die Regentin«. Ich habe wieder richtig Lust auf die Reihe und weitere Bücher des Autors bekommen.

Ein kleines Manko war die fehlende Karte. Eine kleine Übersicht, entweder über die Städte oder das Land/ die Küste, hätte nicht geschadet und einiges leichter gemacht. Solche Kleinigkeiten sind manchmal ganz hilfreich, es ging zwar auch ohne, aber manchmal war ich doch etwas orientierungslos.

Das Ende, ein leidliche Thema. Diesmal ist auch nicht wirklich von einem Ende die Rede. Es war gut umgesetzt und mitreißend, aber es vermittelte eher den Eindruck (von der letzten Seite her), dass noch Bücher folgen würden. Die Handlung wurde abgeschlossen und es gab sogar noch eine Überraschung für den Leser. Alles in allem gut, aber ein wenig unbefriedigend, weil es nicht weiter geht und die Reihe vorbei ist ;) Aber ein schöner Rahmen zum ersten Buch.

Fazit:
Für mich war es wesentlich besser und spannender als der vorhergehende Band.
Ich habe das Buch gern gelesen und kann Band 1 und 3 auch sehr empfehlen. Für Band 2 würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

Ein guter Abschluss der Geisterthorn-Trilogie und von mir 4,5 von 5 Sternen!

Rezi zu Band 1
Rezi zu Band 2

eure Maria

Sonntag, 7. April 2013

Rezension: "Ocean Rose - Erfüllung" - Tricia Rayburn







Titel: Ocean Rose – Erfüllung
Autor: Tricia Rayburn
Genre: Romantasy
Verlag: Ullstein
Seiten: 394
Preis: 8,99€









Der Klappentext:
Das Geheimnis um Vanessas wahre Identität ist gelüftet: Simon weiß inzwischen von ihren Fähigkeiten. Der Preis, den sie dafür zahlt, ist allerdings hoch: Simon glaubt, nicht zu ihr stehen zu können, und die Sirenen wollen sie auf ihre Seite ziehen. Doch Vanessa hat inzwischen gelernt, zu kämpfen, und unternimmt alles, um ihre Liebe zu retten.

Die Rezension:
Ein Abschluss, der kein Abschluss ist.
(Klingt schlimmer, als es war, aber ganz glücklich bin ich mit dem Ende nicht.)

Es knüpft einige Zeit nach den vorherigen Band an. Vanessa ist wieder in Winter Harbor. Neues Haus, neues Glück. Doch die Stadt ist gezeichnet, es gibt kaum Touristen und die vergangenen Ereignisse spuken weiterhin in den Köpfen der Bewohner. Doch alles scheint unauffällig, bis eine Kamera mit seltsamen Bildern auftaucht. Als es wieder eine Leiche gibt und auch sonst einige merkwürdige Dinge geschehen, versuchen Simon, Caleb, Paige und Vanessa der Ursache auf den Grund zu gehen.

Wieder geht es um Vanessa und Simon, die versuchen sich wieder anzunähern und mit den Umständen zurecht zu kommen. Vanessa hat sich enorm weiter entwickelt. Sie ist nicht länger der Angsthase aus dem ersten Buch, sondern kann für sich selbst einstehen, sich verteidigen und traut sich inzwischen mehr zu, sogar auf Simon zuzugehen. Ihre Fähigkeiten hat sie noch nicht ganz akzeptiert, denn sie will keine Sirene sein, aber größtenteils hat sie sich mit ihrer Versorgung arrangiert. Ihre Eltern, die inzwischen von ihrer Verwandlung wissen, unterstützen und akzeptieren sie.
Simon ist und bleibt Simon. Bereits im ersten Band mochte ich ihn und auch in diesem möchte ich ihn nicht missen. Er ist auch weiterhin der Ruhepol, der Analytiker, das Mädchen für alles. Er ist für Vanessa da, auch wenn es erst schwer ist, hilft ihr wo er kann und ist eigentlich immer da.
Paige und Caleb sind die guten Freunde, die man sich wünscht. Paige wirkt zwischenzeitlich unverständlich, weil ihre Verwandlung ihr kaum etwas ausmacht, ebenso wenig die Nutzung ihrer Fähigkeiten. Teils wirkte es seltsam, vor allem, da sich Vanessa gegen den Einsatz ihrer Fähigkeiten sträubt. Caleb stand dagegen oft im Hintergrund, auch wenn er meistens dabei war. Er scheint über den Tod von Vanessas Schwester hinweg zu sein und legt sich ins Zeug, damit die Morde aufhören.

Mir gefiel, dass wieder mehr auf Vanessas Lebensumstände eingegangen wurde. Ihr Durst, ihre Not. Es scheint immer schlimmer zu werden und Vanessa weiß nicht, was sie noch machen könnte oder was ihr fehlt. Der Alltag einer Sirene mal anders. Diese Entwicklung ist auch wichtig für das Buch. Der Clan, zudem Vanessa gehört, ist sehr mächtig, weshalb auch sie selbst Kräfte in sich birgt, die sie noch nicht kennt und auch nicht kontrollieren kann. Auch Charlotte, ihre Mutter, bekommt in diesem Buch wieder einen Auftritt und versucht ihrer Tochter so gut es geht zu helfen.

Aber auch die Hintergrundgeschichte mit den Morden und Übergriffen auf Vanessa kamen nicht zu kurz. Es gibt wieder einen Fall zu lösen und keiner der Hinweise scheint eindeutig. Die Auflösung war ganz anders als erwartet! Ich hatte teils die wildesten Theorien inwieweit es zusammen hängt, worauf es abzielt und ob es überhaupt einen Zusammenhang gibt. Das hat die Autorin schon sehr gut beschreiben.

Auch die Schreibe selbst war gewohnt gut. Wie in den vorhergehenden Bildern wurde das Geschehen aus Vanessas Sicht erzählt. Es kam mir etwas strikter vor, da sich Vanessa auch mehr zutraut und sich nicht hinter jemandem verstecken muss. So wurde die Handlung zusätzlich voran getrieben. Einige Sprünge kamen mir zu plötzlich, wo mehrere Wochen oder Tage verschwinden in denen eigentlich etwas hätte passieren sollen. So wurde die Story zwar nicht unnötig gestreckt, aber überraschend war es dennoch.
Die Beschreibungen sind sehr gut, eben auch was den körperlichen Verfall und ähnliches angeht. Alles sehr detailliert, ohne zu umfangreich oder weitschweifig zu wirken. Es war spannend erzählt, sodass ich wieder an den Worten klebte und das Buch nach kurzer Zeit durch hatte.

Das Ende (Spoiler!) selbst ist recht plötzlich. Auf den letzten Seiten passiert noch sehr viel. Alles wird aufgedeckt und steigert sich immer weiter, bis plötzlich ein Bruch kommt und die Geschichte quasi stoppt. Was passiert ist, wird später erzählt. Das Ende erweckt sehr den Eindruck, dass die Autorin fertig werden wollte. Plötzlich passiert sehr viel und der »Endkampf« steht an, aber statt es fertig zu (be)schreiben, bricht sie ab und lässt es später erzählen. Das machte das Ende ein wenig unspektakulär. Und das war doch recht schade, da die Ereignisse selbst, recht cool waren und anders, als erwartet. Die Reihe selbst mag jetzt abgeschlossen sein und die allerletzten Seiten waren auch ganz okay, aber schade finde ich es jetzt trotzdem. Es bleiben viele Fragen offen, die der Leser jetzt selber füllen darf.

Fazit:
Das Ende hat mit tatsächlich enttäuscht. Den Großteil des Buches wird gut erzählt und am Ende geht alles viel zu schnell, ein paar mehr Seiten hätten mich jetzt nicht gestört.
Trotz allem, werde ich mir die Autorin merken und nach neuen Werken Ausschau halten ;), denn die Geschichte hat mir sehr gefallen, ebenso die etwas andere Art der Sirenen.

Trotz des Endes wieder 4 von 5 Sternen von mir, da es durchweg echt gute Leistung war.
Die Reihe kann ich jedem Fan von Mystery und Sirenen empfehlen!

Rezi zu Band 1
Rezi zu Band 2

eure Maria

Samstag, 6. April 2013

Rezension: "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" - Veronica Roth


Sehr schöne Fortsetzung!
-> Rezi zu Band 1



Titel: Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
Autor: Veronica Roth
Genre: Dystopie
Verlag: ctb Verlag
Seiten: 506
Preis: 17,99€ (gebunden)









Der Klappentext:
Der Aufstand hat begonnen ...
In einer ungewissen Zukunft, in der die Fraktionen zerfallen, gibt es keine Sicherheiten mehr. Außer der einen: Wo auch immer ich hingehe – ich gehe dorthin, weil ich es will… Drei Tage ist es her, seit die Ken mithilfe der ferngesteuerten Ferox-Soldaten unzählige Altruan umgebracht haben. Drei Tage, seit Tris' Eltern starben. Drei Tage, seit sie selbst ihren Freund Will erschossen hat – und aus Scham und Entsetzen darüber schweigt. Mit den überlebenden Altruan haben Tris und Tobias sich zu den Amite geflüchtet – doch dort sind sie nicht sicher, denn der Krieg zwischen den Fraktionen hat gerade erst begonnen. Wieder einmal muss Tris entscheiden, wo sie hingehört – selbst wenn es bedeutet, sich gegen die zu stellen, die sie am meisten liebt. Und wieder einmal kann es nur Tris in ihrer Rolle als Unbestimmte gelingen, die Katastrophe abzuwenden...  

Die Rezension:
Wieder ein sehr packender Roman und ein wirklich gelungener zweiter Band.

Der Angriff, oder eher Übergriff ist vorbei und alle müssen sich mit den Folgen vertraut machen. Die Ferox brechen auseinander, teilen sich in abtrünnige Verräter, die fortan mit den Ken zusammen arbeiten und in die Rebellen. Die Altruan versuchen zu überleben und sind überall zu finden. Die Amite fungieren als neutrale Zone und bieten allen Flüchtlingen Schutz, insofern diverse Regeln befolgt werden. Die Candor haben sich noch nicht für eine Seite entschieden und halten sich zurück. Tris und Tobias sind Flüchtlinge, sie und einige andere wechseln permanent den Standpunkt, erst auf der Suche nach Sicherheit, später um die Lage zu peilen und die Revolution fortzuführen. Denn eines ist klar: Das Chaos kann so nicht weiter gehen und die Simulationen müssen aufhören. Dafür scheint es nur eine Lösung zu geben: Das Hauptquartier der Ken zu zerstören.

So viel zur Ausgangssituation. Tris und Tobias sind auf dem Weg zu den Amite, dort ist bald klar, dass sie nicht lange bleiben werden. Es gibt viele Verstrickungen, Fakten, Geheimnisse, die alle recht schwer zu durchschauen sind. Entscheidungen müssen getroffen werden. Tödliche Entscheidungen.

Tris begibt sich in diesem Band immer wieder in Lebensgefahr. Diesmal ist es nicht ihre Ausbildung, sondern sie selbst, die sie dazu treibt. Ihre Eltern sind tot. Eine Tatsache, die sie zu den gefährlichsten Aktionen überhaupt treibt. Ihr Charakter wirkt stark, aber auch zerstört. Die richtigen Motive fehlen, alles scheint in einer Grauzone zu verschwimmen. Sie will das Erbe ihrer Eltern wahren, gleichzeitig scheint sie nicht sehr am Leben zu hängen. Sie ist so unbeständig, wie ihr Umfeld. Auch wirkt sie ab und an teilnahmslos, als würde es nicht ihr passieren. Im ersten Band war es schon schwer, sich in sie hinein zu versetzen, in diesem Band ist es ebenso schwer. Oft kam ich mir als Leser wie auf Distanz gehalten vor. Das hatte manchmal einen coolen Effekt, machte es an anderen Stellen schwer, mit ihr zu fühlen und sie zu verstehen.

Die Beziehung zu Tobias leidet. Diverse Geheimnisse, Meinungen und andere Probleme stehen zwischen den beiden. Entwarnung: Es gibt keinen zweiten Kerl, der Tris den Kopf verdreht. Ein Pluspunkt. Aber die beiden durchlaufen den Punkt ihrer Beziehung, an dem das Leben sie einholt und ihr Leben ist nun mal alles andere als ruhig.
Tobias hängt weiterhin an ihr, versucht sie zu schützen, aber er wirkt verschlossen, teilt ihr weniger mit und plant diverse Sachen hinter ihrem Rücken. Die Spannungen nehmen zu.
Bei beiden ist die Anspannung zu merken, die die zerrüttete Welt mit sich bringt. Es ist schwer zu unterscheiden, wer Feind und wer Freund ist. Aber beide Figuren sind weiterhin charakteristisch und entwickeln sich ständig weiter. Sie versuchen sich in der jeweiligen Situation zurechtzufinden und an aufgeben ist ebenfalls nicht zu denken.

Die restlichen Personen sind alle wieder sehr markant und passend zu ihren jeweiligen Fraktionen dargestellt. An allen nagt die Zerrüttung und einige Veränderungen sind zu bemerken. Ich fand es schön wieder mehr Infos zu bekommen, was Motivationen oder auch  familiäre Situationen angeht. Die Beziehungen waren interessant und spannend. Vieles kam unerwartet und hat mich ganz schön mitgerissen oder geschockt.

Das Buch tritt mit vielen Verwicklungen und Überraschungen auf. Nichts scheint sicher zu sein, immer kommen neue, andere Informationen dazu und es gibt kaum Beständigkeit. Auch gefiel mir gut, dass noch mehr auf andere Fraktionen eingegangen wurde. Die Ferox und Altruan sind bereits bekannt. Diesmal erfährt der Leser auch einiges über die Amite und Candor. Sowohl über gute, als auch über schlechte Seiten. Keine Fraktion scheint ideal oder perfekt zu sein. Das nähere Eingehen auf die Fraktionen, ebenso wie die Kritik an den jeweiligen Systemen, macht einen Teil des Buches aus und war auch gut umgesetzt.

Mich hat ein wenig das ständige Hin und Her gestört, obwohl ich die Informationen und Entwicklungen an den jeweiligen Orten echt gut fand. Aber diese Unbeständigkeit hat mich dennoch frustriert. Es kehrte einfach nie ein wenig Ruhe ein. Klar, das große Morden ist eben erst vorbei und neue Bündnisse müssen sich bilden, aber es war eben immer irgendetwas los. So wurde es zwar nicht langweilig und ging flott vorwärts, aber irgendwie fehlt mir da auch was.

Die Schreibe war, wie im Vorband, flüssig und geradlinig. Die Darstellungen von Umgebung und ähnlichen waren teils präzise, teils skizziert. Ich konnte mir alles gut vorstellen und mich zurecht finden. Viele Wendungen und Informationen wurden verwoben und waren ebenso gut nachvollziehbar, wie unerwartet.

Das Ende... Ach ich mag Enden bei zweiten Bänden von Trilogien nicht. Entweder sind sie schlecht, oder es gibt kein Ende. In diesem Fall trifft letzteres zu. Die großen Probleme wurden schon irgendwie gelöst und die Ziele mehr oder weniger erreicht, aber dennoch war am Ende ALLES offen, denn das Chaos geht gerade erst los. So war ich mal wieder etwas frustriert nach einem Buchende. Auch konnte ich die Stimmung nicht richtig einschätzen. Zum Teil war ich auf Distanz, zum Teil nachdenklich. Zumindest lässt er einen nicht allzu schnell los.

Der Panem-Eindruck hat sich zum Glück erst zum Ende bemerkbar gemacht und da auch nur, weil es ähnlich offen ist, wie im zweiten Panem-Band. Ansonsten ließen sich kaum mehr Parallelen feststellen.
Auch die ganze Technik hinter den Simulationen war genial und die Weiterverfolgung von eben jenem Thema. Es wurde zum Schlüssel der Geschichte und das gefiel mir sehr gut. Es wurde nicht einfach abgetan und etwas neues ausgedacht, sondern am Bewährten festgehalten.

Fazit:
Insgesamt eine richtig gute Fortsetzung, die ich gern gelesen habe. Die Umsetzung war gut, mir etwas unbeständig und irgendetwas fehlt mir auch, das ich nicht richtig benennen kann. Vielleicht muss ich es auch erst mal sacken lassen. Ich kann die Bücher weiterhin empfehlen und freue mich auf den letzten Band. Zu dumm, dass der erst im Oktober (auf Englisch, wenn ich mich nicht irre) veröffentlicht wird... Aber ich glaube das Warten wird sich lohnen ;)
Trotz einiger Abzüge ist es spannend, actionreich und tiefgründig. Die Gesellschaft hat mir sehr gut gefallen und die ganzen Ideen sind wirklich gut umgesetzt. Davon möchte ich gern mehr lesen.

4 von 5 Sternen von mir!

eure Maria