Freitag, 29. März 2013

Rezension: "Morgenrot" - Tanja Heitmann









Titel: Morgenrot
Autor: Tanja Heitmann
Genre: Romantasy/ Mystery
Verlag: Heyne
Seiten: 479
Preis: 8,95€









Der Klappentext:
Liebe mit Biss! 
Als die junge Studentin Lea in der Villa ihres Professors auf Adam trifft, ist sie vom ersten Augenblick an gebannt. Adam ist unwirklich schön, schweigsam – und er hat ein tödliches Geheimnis: Er ist von einem Dämon besessen, der ihn dazu zwingt, Lea auf die dunkle Seite zu ziehen. Doch mit aller Macht kämpft er dagegen an. Denn er liebt Lea. Eine Liebe, in der ein einziger Kuss alles verändern kann. 
Tanja Heitmann legt ein außergewöhnliches Debüt vor: romantische Mystery mit dem originellsten Vampir-Konzept seit langer Zeit.


Die Rezension:
Ein Buch, dass ich seit einer Weile immer wieder auf dem Schirm habe und bei dem ich mich nie entscheiden konnte, ob ich es lesen will, oder nicht. Es gibt die unterschiedlichsten Rezensionen von »Eine Enttäuschung« bis zu »Genial!«, ich selbst bin unentschlossen und tendiere zur Mitte.

Es beginnt mit einem scheinbar normalen Abend in einer Bar, allerdings wirkt die Protagonistin alles andere als normal. Sie ist panisch und angespannt. Sie kann sich nicht loslösen und hat Angst vor irgendetwas. Als sie endlich etwas lockerer wird, friert sie wieder ein. Das war der Prolog, danach kommt der eigentliche Anfang. Lea ist Studentin und hat ein Auslandssemester eingelegt. Eines Abends ist sie bei ihrem Professor eingeladen, hat aber nur Augen für Adam, ein Mann der in dem Haus wohnt. Die kommenden Wochen durchlebt sie ein einziges Emotionschaos, bis Adam endlich zu ihr kommt. Doch das macht es auch nicht besser.

Und schon ein Detail, welches mich nervt. Die Emotionen. Erst ist sie schüchtern und emotional nicht zu erreichen, dann verzehrt sie sich vor Sehnsucht und dreht anscheinend total durch. Ihr Denken dreht sich einzig um Adam und dass sie ihn wiedersehen muss. Das fand ich schon recht anstrengend, zumal die Emotionen auch später nicht immer nachvollziehbar sind. Entweder es ist zu übertrieben oder zu plötzlich. Das hat es mir erschwert an die Personen heranzukommen, da sie schwer nachvollziehbar waren.

Vom Charakter her ist Lea recht schwach. Alles dreht sich nur um Adam und sie selbst hat kaum Stärken. Oft ist sie das Opfer, im Weg oder handelt einfach nicht rational, obwohl das bei ihr so angepriesen wird. Irritiert hat mich auch, dass sie sich mitten im Kampfgetümmel einfach hinsetzt und die Augen schließt (nein, sie hat keine tollen Fähigkeiten (weder unsichtbar machen noch Gegner sprengen)) statt wegzurennen oder sich zu verstecken. Diese Fixierung und das nicht-loslassen-können hat mich auch ein wenig gestört. Ohne Adam würde sie vermutlich sterben, hatte ich das Gefühl.
Adam hat mir schon besser gefallen, auch wenn er ebenfalls nicht so ganz nachvollziehbar war... Erst will er in ihrer Nähe sein, dann aber keine Nähe zulassen. Er redet nicht mit ihr, hält sie auf Distanz, aber läuft ihr laufend nach. Ich habe es nicht ganz verstanden. Klar, er hat einen Dämon in sich der Lea will. Es ist auch nicht ganz klar, ob der Dämon in sie oder sie zerfleischen will. Ansonsten war er mir trotzdem sympathisch. Er war um Lea bemüht und als Tarnung hat er seine Aufgabe vorgeschoben. Die Distanz fand ich auch schwierig, aber er war dennoch greifbarer als Lea.
Von der Darstellung her waren die Charaktere gut, die Autorin hat auch alles gut durchgehalten bis zum Ende, aber richtig sympathisch oder nachvollziehbar waren die Personen eben nicht.
Ähnlich war es bei den Nebencharakteren. Was war Adalberts Antrieb? Wirklich nur die Zurückweisung? Strange. Warum haben alle Angst vor Pi? Wer ist Pi überhaupt? Was kann er/ sie?
Hier und da gab es eben auch noch Lücken und die Motive waren noch nicht ganz klar, ansonsten waren sie interessant und ich hätte gern mehr erfahren.

Ein Vergleich mit der Biss-Reihe ließ sich auch nicht vermeiden. Allerdings wurde das recht schnell weniger. Zum Glück.
Das mit dem Dämon war zu gut um es zu sehr Richtung Biss abdriften zu lassen. Schade war das mit dem Blutsaugen, da hatte ich bei einem Dämon auf mehr gehofft, schließlich ist Blutsaugen schon ein alter Hut, aber okay, Heitmann hat das Beste daraus gemacht. Die Idee, dass Lea Adam beißen muss, um sich zu verwandeln, war da eine gute Abwechslung. Gern hätte ich da noch mehr von gehabt. Aber das war an sich ein guter Vampir-Dämon-Mix.

Des weiteren gut war die Sprache und der Schreibstil der Autorin. Manchmal sehr geradlinig und distanziert, dann sehr nahe an der Person, brutal, exakt, einfühlsam und leicht/flott zu lesen. Dazwischen sehr schöne Beschreibungen, die dem Buch auch etwas Surreales geben, wenn sich Lea in ihren Gedanken verliert und eine ganze Welle von schön gemalten Bildern die Seiten fluten. Da hätte ich auch gern mehr von gehabt, denn es hat Spaß gemacht das zu lesen.

An sich gefiel mir das Buch ganz gut. Es war nicht nur Liebe und Sehnsucht, sondern auch Action, einige Verwicklungen und interessante Charaktere. Gut war auch, dass nie alles gut war. Auf Liebesromane muss ich Lust haben und selbst da nervt mich dieses klassische Schema: Sie treffen sich, mögen sich nicht, kommen dann doch zusammen, irgendwann passiert was blödes, kurzer Bruch und am Ende sind sie doch wieder zusammen. Da war dieses Buch origineller. Es dauert sehr lange, bis sich eine Beziehung entwickelt, obwohl sie da schon viel Zeit miteinander verbracht haben. Es herrscht eine Spannung und Anziehung zwischen den beiden, aber richtig klappen tut es nicht. Dazwischen gibt es auch viel Spannung, viel schlechtes das passiert und die Nebenaktivitäten stehen ebenso im Vordergrund, wie die Liebesbeziehung.

Das Ende... Also an sich ist der eine Strang abgeschlossen, oder das zentrale Probleme, aber andererseits war ich auch wieder frustriert beim Zuklappen des Buches, weil es so offen war. Theoretisch könnte man nach dem Buch auch abschließen. Es gab nicht nur am Ende Action, sondern auch zwischendurch und zuletzt war es auch ganz anders als erwartet. Aber trotzdem ein wenig unbefriedigend.

Fazit:
Viele emotionale Höhen und Tiefen, aber kaum Überraschungen in er Handlung. Eine gute Idee, auch gut umgesetzt, aber doch einige Mängel, vor allem bei den Personen. Der Hauptcharakter war mir einfach nicht sympathisch, aber das Buch konnte sich durch die gute Umsetzung, die Sprache und die Idee noch retten. Ganz überzeugt hat es mich nicht, ich warte auf den zweiten Band und hoffe auf Besserung.

Von mit 3 von 5 Sternen.

eure Maria

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