Mittwoch, 6. März 2013

Rezension: "Die Bestimmung" - Veronica Roth



Cooler Auftakt!





Titel: Die Bestimmung
Autor: Veronica Roth
Genre: Fantasy / Dystopie
Seiten: 475
Verlag: ctb
Preis: 17,99€








Der Klappentext:
Der New York Times Bestseller: Ein aufwühlender, fesselnder Roman über die Welt von morgen
Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen … Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft. Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…

Die Rezension:
»Klingt ja ein wenig wie Panem« war mein erster Gedanke, als ich den Klappentext las. Aber gut, klingt ja trotzdem ganz gut. Und ich muss sagen, es hat mich überraschen können, auch wenn der Panem-Eindruck nie ganz verschwand.

Es geht mit dem Eignungstest los. Jeder 16-jährige muss sich diesem unterziehen. Dieser Text gibt einen Hinweis darauf, welcher Fraktion sich die Jugendlichen am nächsten Tag anschließen können. Das Leben der Menschen wird von den Fraktionen bestimmt und die Kinder bekommen die Chance zu wählen. Allerdings ist diese Wahl alles andere als einfach. Sie können sich für und gegen ihre Fraktion entscheiden, in der sie aufgewachsen sind. Wenn sie wechseln, lassen sie damit alles hinter sich. Zudem verlangen alle Fraktionen eine Art Aufnahmetest, d.h. nur weil sich ein Jugendlicher für eine Fraktion entschieden hat, muss er nicht unbedingt aufgenommen werden. Sie können auch als Fraktionslose enden.
Am Tag ihrer Bestimmung wählt Beatrice, die Protagonistin, nicht ihre eigene Fraktion, sondern die der Ferox. Die ersten Prüfungen folgen kurz darauf. Danach muss sie lernen zu kämpfen und sich zu behaupten, damit sie in die Fraktion aufgenommen wird.

Die Grundlegende Idee fand ich ziemlich gut. Jede Fraktion ist anders und zeichnet sich durch bestimmte Charakterzüge und Verhaltensweisen aus. Die Altruan sind selbstlos und opferbereit, die Candor offen und ehrlich, die Ken wissbegierig und neugierig, die Ferox mutig und kämpferisch, die Amite freundlich und hilfsbereit. Mir hat sehr gut gefallen, dass sich diese Eigenschaften oft auch im Verhalten der jeweiligen Leute widerspiegelt und sie die vermittelten Werte nicht vergessen haben.

Die Charaktere sind dadurch interessant zu lesen, denn bei jedem sind bestimmte Eigenschaften stärker ausgeprägt, durch die Fraktionen und dennoch sind die Leute innerhalb einer Fraktion nicht gleich.
Beatrice, später Tris, ist ebenfalls interessant, wenn auch am Anfang sehr verschlossen. Sie wirkt sehr zurückhaltend und in sich gekehrt. Zu Beginn wird ihr innerer Zwispalt dargestellt, denn sie fühlt sich nicht als richtige Altruan, sie ist nicht selbstlos genug. Der Eindruck täuscht allerdings, wie spätere Ereignisse zeigen. Mir gefiel, dass sie ihre Werte nicht ganz aufgegeben hat und eine Altruan bleibt, egal wie sehr sie sich dagegen wehrt. Denn diese Werte verhelfen ihr zu ihrer Stärke, die sie selbst erst spät bemerkt. Ich mochte sie als Protagonistin, konnte mitfiebern, mitleiden und freute mich mit ihr.
Aber auch ihre Freunde sind ganz cool, sehr unterschiedlich, aber liebenswert. Sie durchleben Höhen und Tiefen und finden immer wieder zusammen.

Genug gelobt, kommen wir zu dem Negativen ;) Eine Sache, die mich gestört hat, war die Schnelligkeit. An manchen Stellen hätte ich mir mehr gewünscht, die Autorin sprang allerdings schon zur nächsten Szene, die dann mehrere Tage später war, oder so ähnlich. Das war zeitweise recht frustrierend, da ich das Gefühl hatte, dass da mehr hätte kommen können oder kommen sollte. Das Timing war nicht immer optimal. Auch schienen mir manche Abfolgen nicht logisch. Wieso kam das jetzt, wo das andere doch eben erst war? Wieso ging das jetzt wieder so schnell?

Ein zweites Manko war tatsächlich die Ähnlichkeit zu Panem. Allerdings ging es schneller, als bei Panem. Klar, die Bücher sind nicht gleich. Oft hatte ich allerdings das Gefühl, es schon zu kennen, was bei den derzeitigen Dystopien häufig der Fall zu sein scheint. Stellenweise war das echt ärgerlich, denn ich mag keine Bücher beim Lesen vergleichen, aber einiges ließ sich nicht ignorieren.

Der Schreibstil ist ganz cool, recht jugendlich und einfach gehalten. Die Erzählweise wird von der Protagonistin bestimmt und ist damit schnörkelfrei und geradlinig. Im Verlauf des Buches wird der Ton ein wenig rauer, da sich Tris verändert. Stellenweise ist es recht barsch, überdreht oder aggressiv gehalten, immer passend zur Stimmung oder zum Umfeld.
Es ist sehr mitreißend geschrieben, ich wollte das Buch bis spät in die Nacht nicht loslassen, weil es so spannend war. Vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen haben mich gereizt und mein Interesse geweckt, dazu noch allerlei Geheimnisse und offene Fragen und schon war der page-turner perfekt. Ich bin förmlich durch gerast.

Das Ende, tja. Ich habe das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugeklappt, wie so schön gesagt wird. Die Schlusssituation ist alles andere als gut, ebenso ist unklar, wie es weitergehen kann. Andererseits war es ein tolles Buch, das mich begeistern konnte und das ich gern gelesen habe.

Fazit:
Lesenswert. Fans von Dystopien, Panem und Fantasy werden es mögen. Mich hat es überzeugt und der zweite Band steht auf der Liste. Ich war ganz frustriert, als ich gesehen habe, dass der letzte Band erst Ende 2013 auf Englisch (!) erscheint.

Mir hat es gut gefallen und trotz der kleinen Mängel gibt’s 4 von 5 Sternen!

eure Maria
-> Rezi zu Band 2

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