Freitag, 1. Februar 2013

Rezension: "Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist Hölle" - Jana Oliver

fischerverlage.de








Titel: Die Dämonenfängerin 1 – Aller Anfang ist Hölle
Autor: Jana Oliver
Genre: Fantasy
Seiten: 536
Verlag: Fischer FJB
Preis: 16,95€ (gebunden)







Der Klappentext:
Die siebzehnjährige Riley, einzige Tochter des legendären Dämonenfängers Paul Blackthorne, hat schon immer davon geträumt, in seine Fußstapfen zu treten. Jetzt ergreift sie die Chance, sich zu beweisen.

Im Jahr 2018 hat Luzifer die Zahl der Dämonen in allen größeren Städten erhöht. Wenn sie nicht mit ihren Hausaufgaben beschäftigt ist oder mit ihrer wachsenden Zuneigung zum engelsgleichen Dämonenfänger-Azubi Simon, ist Riley in Atlanta unterwegs, um geplagte Bürger vor Höllenbrut zu bewahren nur Dämonen ersten Grades natürlich, gemäß den strikten Regeln der Zunft. Das Leben ist so alltäglich, wie es nur sein kann für eine ganz normale Siebzehnjährige. Aber dann ruiniert ein mächtiger Geo-Dämon fünften Grades Rileys Routineauftrag in einer Bibliothek und bringt ihr Leben in Gefahr. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, trifft eine unvorhergesehene Tragödie die Fängerzunft. Nun hat Riley eine gefährlichere Zukunft vor sich, als sie sich jemals vorzustellen vermocht hat.

Die Rezension:
Da es ja letztens schon eine Rezi dazu auf dem Ghostreader gab, habe ich beschlossen es mir zuzulegen. Nicht die schlechteste Entscheidung.


Das Buch fasst einiges zusammen: Witz, Liebe, Tragödie, Dämonen, Mobbing, Friedhöfe, Hexen und Nekromanten.
Es beginnt mit Action und dem Fangen eines Dämons. Der Auftrag stellt sich als schwieriger heraus, als Riley erwartet hatte. Die Protagonistin wird gleich im ersten Satz eingeführt und ist auch auf Anhieb sympathisch.
Nach der anfänglichen Action passiert dann aber erst mal nicht mehr viel. Es werden weitere Personen vorgestellt, ein Zunfttreffen findet statt und der Leser hat Zeit sich in das Umfeld einzufinden. Schnell wird klar: Riley hat echt ein Problem. Als Mädchen ist sie nicht von Bedeutung und wird von vielen in der Zunft abgelehnt. Wäre sie nicht die Tochter eines Meisters, hätte sie keine Chance überhaupt die Ausbildung zur Dämonenfängerin anzufangen. Aber ihren Gegnern kommt der misslungene Auftrag gerade recht. Zum Glück steht ihr Vater hinter ihr und auch Beck, den sie seit einigen Jahren hasst. Niedergeschmettert geht sie heim.

Danach kommt die Flaute. Das hat mich ein wenig gestört, am Anfang Action, nach 100 Seiten dann die Katastrophe und kurz vor Schluss noch die große Actionszene. Das gefiel mir nicht wirklich. Einige Szenen hätten locker rausgekonnt, da sie den Plot nicht vorangebracht haben. Schlecht waren sie nicht, wie die Szenen in der Schule oder auf dem Friedhof, aber manche waren mir zu lang und haben mich nicht weiter gebracht.

Die Personen finde ich witzig. Riley ist recht chaotisch und emotional instabil, was verständlich ist, nach allem, was sie erlebt hatte. Aber sie hat ein paar coole Sprüche drauf und hat keine Ahnung, wie sie auf die Kerle in ihrer Umgebung wirkt. Teils sind ihre Handlungen oder Emotionen nicht nachvollziehbar, teils ist das aber auch verständlich bei dem, was sie durchmacht.  
Beck ist scheinbar der Arsch, aber ich fand ihn genial. Es lässt den Anführer und großen Macker heraushängen, doch schnell wird klar woher das kommt. Er hatte nicht die beste Vergangenheit und erst durch Rileys Vater etwas gefunden, dass ihm half. Erstmals wurde er unterstützt und hatte ein Ziel vor Augen. Später macht er es sich zur Aufgabe, Riley zu schützen.
Simon ist auch ein Dämonenfänger in der Ausbildung, ein Katholik und verschossen in Riley. Er ist Lehrling beim schlimmsten Ausbilder der Zunft, zu dem auch sie später wechseln wird. Ich fand ihn sympathisch, weil er recht ruhig und ausgeglichen ist, er sorgt für sie und steht hinter ihr.
Die Personen sind alle gut gestaltet, haben Tiefe, Ziele, Stärken und Schwächen und sind hintergründig. Jeder hatte eine eigene Geschichte, das fand ich echt gut.

Was ich aber bisschen nervig fand, war dass so viele Kerle auf Riley stehen. Ich meine, zum Teil war es ganz witzig, weil sie die einzige war, die es nicht gecheckt hat, aber andererseits dachte ich mir auch: »Ihr Ernst, Frau Oliver? Gleich VIER? o.Ô« Das war mir dann doch zu viel, auch wenn sie sich zum Glück recht schnell für einen entscheidet.

Kleines Manko waren auch die Sprünge bei Bewegungen. Sie stürmt aus einem Raum und wird dann aber doch noch aufgehalten, obwohl sie doch schon weg sein sollte. Oder, dass man nicht weiß, wo sie steht. Im ersten Moment steht sie, dann sitzt sie, dann setzt sie sich wieder hin. Das hat mich manchmal doch rausgebracht. Oder war es manchmal auch einfach unlogisch, zB wo von »zusammen sein« die Rede ist und es im Vorfeld kein Gespräch in die Richtung, oder eineindeutige Zeichen gab. Das war auch nicht so das Wahre.

Es liest sich allerdings recht flott, und ist recht jugendlich gehalten, ohne zu nerven. Mich hat persönlich die Formatierung gestört, da es in meiner Ausgabe keine Einrückungen gibt, sodass nicht immer klar ist, wer spricht. Das hat mich auch manchmal rausgebracht.
Auch wenn es so seine Längen hat, ist es interessant geschrieben und treibt einen voran. Ich mocht es nur ungern weglegen und kam auch sehr schnell durch.

Sehr gut fand ich aber die Atmosphäre und dass die Krise nicht einfach vorbei war, sondern trotzdem noch auftauchte. Auch wurde es immer schlimmer, so wie es auch im echten Leben ist, denn selbst wenn die Umgebung nicht in Echt untergeht, tut sie es für einen selbst. Da waren die ganzen Probleme ziemlich passend, da sie das zerstörte Bild stützten.

Kleine Warnung: Wer einen Elternteil (vor kurzem) verloren hat, sollte das Buch erst mal nicht lesen. Es ist schon ziemlich krass und bringt einen auch unter normalen Umständen zum Heulen. Ansonsten Zähne zusammen beißen und Taschentücher bereitstellen.

Fazit:
Auch wenn ich jetzt recht viel Negatives angebracht habe, fand ich es dennoch gut geschrieben und auch witzig. Schnell geschrieben, spannend, auch wenn nicht allzu viel Action vorhanden ist, und macht neugierig auf mehr.
Der zweite Band ist bestellt und ich bin gespannt wie er ausfallen wird.

Der Titel verspricht ein bisschen mehr, als tatsächlich passiert, bildet aber einen angenehmen Einstieg in die Reihe.

Von mir 3,5 von 5 Sternen, mit viel Luft nach oben.  

-> Rezi zum zweiten Band "Seelenraub".
-> Rezi zum dritten Band "Höllenflüstern"

eure Maria

Kommentare:

  1. Ich habe die Reihe erst jetzt angefangen, aber mir hat Band 1 schon richtig gut gefallen =) Das Buch konnte mich super unterhalten, die Längen, die du erwähnst sind mir gar nicht so bewusst aufgefallen...
    Was die vier Kerle angeht.. Bisher sind es ja nur zwei die richtig auf sie stehn. Das man angestarrt wird, wenn man gut aussieht ist ja klar, da ist ja kein Mann immun dagegen. Aber wirkliches Interesse zeigen ja nur besagte zwei (bisher).
    Allerdings hat mir die Simon-Riley-Beziehung nicht wirklich gefallen, sie wirkt vollkommen aus der Luft gegriffen.

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    1. Mir hat sie ja auch gefallen :) Habe alle Bände gelesen und würde sie jederzeit weiter empfehlen.
      Ist doch gut, wenn es bei dir auf Anhieb gut ankam, sieht ja jeder anders ;) Ich glaub bei mir hat die Vater-Problematik auch ein bnisschen aufs Gemüt geschlagen.

      Ich wünsche dir zumindest schon mal viel Spaß bei den restlichen Bänden!

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