Dienstag, 19. Februar 2013

Rezension: "Die Regentin" - Joshua Palamtier







Titel: Die Regentin
Autor: Joshua Palmatier
Genre: Fantasy
Seiten: 491
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)








Der Klappentext:
Das Mädchen Varis, aufgewachsen in den Elendsvierteln, ist die neue Regentin von Amenkor. Dazu hat der Geisterthron sie auserkoren, ein magisches Artefakt, in das die Seelen aller Regentinnen der letzten tausend Jahre eingegangen sind. Doch der Thron ist schwer zu beherrschen, und seine Macht mag ebenso zum Fluch wie zum Segen gereichen. Denn Varis kann nun niemandem mehr trauen, weder ihren Freunden noch sich selbst. In ihren Träumen sieht Varis die Stadt in Flammen. Und sie weiß, dass diese Träume wahr sind.

Die Rezension:
Klingt ja an sich nicht so spannend vom Titel her, aber es ist der zweite Band von »Die Assassine«), deshalb wollte ich ihn schon lesen.

Es ging recht langsam los. Varis ist inzwischen Regentin, nachdem sie den Thron besiegt und somit bestiegen hat. Es wird sich mit diversen Problemen rumgeschlagen, die im ersten Band dazu führten, dass die vorherige Regentin getötet werden sollte. Allerdings lebt diese noch. Varis ist sich nicht sicher, was sie davon halten soll, ebenso wenig fühlt sie sich in ihrer Position wohl. Den Großteil des Buches befassen sie sich also mit der drohenden Hungersnot und damit einhergehenden Problemen.

Ich fand es ein wenig langweilig und die ersten hundert Seiten kamen mir vor allem wie eine Überbrückung vor, bis die eigentliche Handlung einsetzte. Es musste eben »besprochen« werden, weil es ja die Gründe waren, warum Varis auf die Regentin angeheuert wurde. Gegen Ende machte es zwar Sinn, aber wenn es knackiger vorangegangen wäre, hätte mich das auch nicht gestört. Als es dann »losging« war es auch wieder spannende und konnte mich packen. Allerdings ließ mich der Gedanke an eine Überbrückung und/ oder Vorbereitungsphase zum dritten Band nicht los.

Gut fand ich dagegen, dass die ehemalige Regentin, Eryn, überlebt hat und Varis somit auch helfen konnte, auch wenn diese davon erst nicht so begeistert war. So konnten sie aber an Varis' Kräften arbeiten, sie verbessern und ausbauen. Das fand ich recht faszinierend, da Varis ihre Sicht, oder den Fluss, wie sie es nannte, nun besser einsetzen konnte und auch zu vielen Dingen fähig war. Das sie nicht nur ihren Geist einsetzen, sondern diese Kraft auch als Wasser einsetzen konnte, mit der sie andere körperlich verletzen kann. Was später noch wichtig wird. Auch wird näher auf das seltsame weiße Feuer eingegangen und damit umgegangen. Alles recht interessant und lesenswert.

Varis selbst hat sich auch verändert. Wenn sie im ersten Band zwar stark aber auch sehr schüchtern oder erschüttert wirkte, ist sie in diesem Buch vor allem wütend oder zornig. Das habe ich nicht immer nachvollziehen können. In Situation, wo sie sonst schluchzend in einem Versteck gehockt hätte, wird sie stattdessen wütend und barsch. Also gut, sie wurde gewaltsam und hinterhältig in ihr Amt gezwungen und sie hätte dabei sterben können, aber deshalb ewig und knapp 500 Seiten lang, laufend zornig zu werden? Ich weiß ja nicht...
Andererseits ist sie weniger zurückhalten, sie kann sie in ihrer Position beweisen und gibt nicht selten eine gute Regentin ab. Sie ist stark, mutig und hat etwas auf dem Kasten. Vor allem durch ihre Fähigkeit wird sie stärker und selbstbewusster, sodass sie sich eben nicht länger verstecken muss.

Die anderen Personen sind gut umrissen und haben eigene Eigenschaften, nur sticht kaum einer groß hervor. Ich fand gut, dass Erick wieder mit dabei war, der zu Varis Leibwächter wird, sie schützt und versucht ihr im Palast zu helfen. Die beiden verbindet eine Art Vater-Tochter-Beziehung, die sehr nahe geht.
Des weiteren mochte ich Westen, auch wenn er nicht so eine große Rolle spielt. Er ist einer von den Suchern und fordert Varis immer wieder zum Kämpfen auf, damit sie ihre Ausbildung fortsetzt und auch in dieser Hinsicht stärker wird. Er ist wie ein stiller Begleiter und steht auf ihrer Seite. Seine Unterstützung tut ihr gut und hilft ihr, sich unter den Gardisten und Suchern zu beweisen.
Auch William und Borund tauchen wieder auf, allerdings auch nicht so oft, wie ich gehofft hatte.
Wer noch heraus sticht sind Eryn und eine der wahren Dienerinnen Marielle. Ich konnte beide sehr schwer einschätzen, immerhin ist Varis gewissermaßen ihre Gegnerin. Es kommt oft zu Spannungen aber irgendwie schaffen sie es doch zusammen zu wachsen und sich zu unterstützen.

Was den Stil, die Personen und die Welt angeht, steht dieser Band dem ersten kaum in etwas nach. Gewohnt flüssig geht es weiter. Das Interessante am Anfang beruht vor allem auf Varis' Entwicklung, wie im ersten Band. Allerdings wird auch das ganze Umfeld besser beschrieben. Als Straßenkind kannte sie nur den Siel, die Elendsviertel, die Lagerhäuser und den Hafen. Dazu noch das ein oder andere Gebiet, dass sie mit Borund besucht hat. Diesmal geht es weiter, umfasst die ganze Stadt, das Meer und das Umfeld. Alles war genauer beschrieben, allerdings wäre hier eine Karte im Buch nicht schlecht gewesen, da die Aufteilung, vor allem gegen Ende, recht wichtig gewesen wäre. Es ging auch so, aber ein paar mehr Informationen hätten nicht geschadet.

Das Buch selbst ist in sich abgeschlossen, allerdings kann ich mir recht gut vorstellen mit was es weiter gehen wird, da der letzte Satz nun mal sehr eindeutig war und es auch zu einfach gewesen wäre, wenn alles vorbei wäre.

Das Fazit:
Gut geschrieben, starker Protagonist, aber teilweise hat es seine Längen. Wer den ersten Band gelesen und für gut befunden hat, kann sich auch den zweiten Band zulegen. Ich fand ihn vor allem wegen Varis' Kräften und ihrem Auftreten als Regentin lesenswert. Wäre es aber ein einzelner Band, wäre er wohl nicht so gut. Der dritte Band liegt schon auf dem SuB und wird demnächst in Angriff genommen!
Ein guter zweiter Band.

3 von 5 Sternen von mir.

Rezi zu Band 1
Rezi zu Band 3
eure Maria

Donnerstag, 14. Februar 2013

Rezension: "Eine dunkle & grimmige Geschichte" - Adam Gidwitz



Märchenstunde ;)




Titel: Eine dunkle & grimmige Geschichte
Autor: Adam Gidwitz
Genre: Märchen
Seiten: 246
Verlag: arsEdition
Preis: 12,95€


-> Rezi zu 'In a Glass Grimmly'




Der Klappentext:
LESER, NIMM DICH IN ACHT! Was nun folgt, ist ein Märchen. Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram! Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald. WAS ZWISCHEN DIESEN SEITEN AUF DICH LAUERT ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen.TRITT EIN. Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders als alle anderen Märchen die du kennst, ist dieses hier wahr.

»Diese wundervolle, gruselige Nacherzählung der Märchen der Brüder Grimm verhält sich zu den sonst üblichen Kindergeschichten ungefähr so wie eine Axt zu einem Buttermesser. Mein Rat: einfach lächeln und nicken und den Eltern erzählen, dass das hier nur ein gewöhnliches Märchenbuch ist.« PSEUDONYMIUS BOSCH

Die Rezension:
Sehr genial, komisch und grimmig. Ein Buch für jung und alt und Fans von Märchen.

Die Geschichten sind schräg und anders, und gut miteinander verwoben. Der Autor hat sich als Hauptgeschichte »Hänsel und Gretel« herausgesucht. Die beiden sind auch seine Hauptchakatere. Gidwitz hat sich mehrere Geschichten herausgesucht, sie verbunden, verändert und weitererzählt, so das eine spannende Mischung zusammen kam.

Es erinnert sehr an die alten Märchen, auch vom Schreibstil her. Es ist recht einfach und kindgerecht geschrieben, lässt sich aber auch als Erwachsener gut lesen, ohne nervig, zu naiv oder holprig zu sein. Auch zum Vorlesen eignet sich das Buch, auch wenn vielleicht einige Stellen ausgespart werden sollten, bei den ganz Kleinen ;)

Oft gibt es Kommentare vom Autor, die zum Ende hin abnehmen. Die Kommentare richten sich manchmal an den Leser, dass er nicht weiter lesen soll oder dass die kleinen Kinder jetzt ins Bett sollten, weil es richtig blutig wird, oder ähnliches. Manchmal kommentiert es aber auch das Geschehen der Geschichte mit »Na klar...« oder so. Mir gefielen die Kommentare, sie haben es aufgelockert und es war auch echt witzig. Mich erinnerte es auch ein wenig an »Eine Reihe betrüblicher Ereignisse« von Lemony Snicket, was ja auch ein Kinderbuch ist und der Autor immer wieder davon abrät weiter zu lesen.

Die Personen sind, durch die vielen Geschichten, natürlich tiefer als die anderen Märchenfiguren. Gretel ist zwar das kleine Mädchen, aber dennoch hat sie einiges auf dem Kasten und erträgt so einiges, genau wie ihr Bruder Hänsel, der zwar erst komisch wirkt, dann aber auch noch zeigt was in ihm steckt. Die beiden sind nicht so, wie man sie sich nach Grimm's Märchen vorstellt. Oder vielleicht doch? ;) Ich fand den Wandel ganz gut und die beiden konnten mich überzeugen, denn eigentlich bin ich kein Fan von »Hänsel und Gretel«, aber nach dem Buch mag ich sie wieder.

Die Umsetzung ist gut gelungen, wenn auch manchmal wirklich eklig und blutig. Von Zerhacken über Häuten ist einiges dabei, wo ich gucken musste, ob ich das richtige Buch in der Hand halte. Durch die Warnungen des Autors könnten es aber auch Kinder lesen, bzw. zu hören bekommen (da sollte man vielleicht die fiesen Stellen überspringen). Ich fand den kompletten Plot spannend und mit vielen kreativen Ideen versetzt. Alles schön in die Märchenwelt eingebettet und mit einigen Fantasyelemten versehen. Eben ein schönes, weiter gesponnenes Märchen, das nicht langweilig oder ausgelutscht ist.

Bei Amazon wird die Altersempfehlung mit 10-12 Jahre angegeben. Finde ich schwierig, Vorlesen mag noch gehen, da sich ja auch Stellen unterschlagen lassen, beim Lesen bin ich mir unsicher. Das sollten die Eltern vielleicht selbst entscheiden, indem sie das Buch vorab lesen, was ja nur wenige Stunden benötigt. Durch die kindliche Schreibe ist es schwierig, da eine klare Empfehlung zu geben.

Fazit:
Ein schönes Fantasymärchen für (fast) jedes Alter und definitiv ein Buch für jeden Grimm- oder Märchenfan. Ich bin da ähnlicher Meinung, wie sie auch im Leserkommentar steht: »[...] nach der Lektüre [ist man] davon überzeugt, dass die alten Geschichten so und nicht anders erzählt werden sollten.« Es ist alt aber neu, innovativ aber nicht zu übertrieben und bietet etwas, für so ziemlich jeden Geschmack.
Mir gefällt's =)

4 von 5 Sternen von mir.  

eure Maria

Dienstag, 12. Februar 2013

Rezension: "Kinder des Nebels" - Brandon Sanderson

libri.de


Großartiger Auftakt der Reihe Nebelgeborene!




Titel: Nebelgeborene – Kinder des Nebels
Autor: Brandon Sanderson
Genre: High Fantasy
Seiten: 888
Verlag: Heyne
Preis: 15,-€



-> Rezi zu "Herrscher des Lichts"





Der Klappentext (wieder vom Buchrücken):
Der Untergang eines magischen Reiches – das große Heldenepos unserer Zeit
Seit tausend Jahren ist die Erde von Asche und Nebel bedeckt, und ein unsterblicher Herrscher regiert über das versklavte Volk der Skaa. Doch der Nebel erweckt geheimnissvolle, magische Kräfte in einigen Auserwählten. Kräfte, die in einem dieser »Nebelgeborenen« einen unglaublichen Plan reifen lassen: den Obersten Herrscher zu stürzen …

Das Fantasy-Meisterwerk von Star-Autor Brandon Sanderson

Die Rezension:
Was für ein Buch! Hammer!

Also ich muss zugeben, als ich es so auf meinem Stapel liegen sah, hatte ich keine Lust darauf. Ich meine... 888 Seiten, die lesen sich nicht mal eben so. Nachdem ich mich aber durchringen konnte anzufangen und den Prolog hinter mir hatte, ließ mich das Buch kaum mehr los.

Es beginnt erst nicht so spannend, aber andererseits lockte es mich auch weiter zu lesen. Asche regnet von Himmel. Da dachte ich mir: »Okay, cool« und einige Fragen stellten sich mir. Schnell wird klar, dass der Herrschende nicht der Sympathieträger ist, sondern die unterdrückte Gruppe von Skaa. Der Herrschende wird kurze Zeit von jemanden umgebracht, den ich nicht wirklich einordnen konnte.
Danach geht es mit der geheimnisvollen Vin weiter, die ebenso schwierig einzuordnen ist, wie der vorhergehende Mann. Die beiden haben mein Interesse geweckt und ich musste wissen, wie es weiter geht. Spätestens bei dem großen »Plan« hatte es mich.

Die Charaktere... Einfach zum gern haben. Ich habe sie alle in mein Herz geschlossen.
Vin, das kleine Mädchen, die Diebin, die keine Ahnung hat, was in ihr steckt, die sich versteckt, die Situation überwacht und nicht auffallen will. Doch sie ist nicht so, wie sie erst scheint. Sie ist ehrlich und neugierig, nur hat sie auch ein kleines Vertrauensproblem, dank ihres Bruders, der sie geschlagen und später verlassen hatte. Sie macht viele neue Erfahrungen, zB war sie oft Mitglied in einer Diebesbande, nur ging es da allen nur um den besten Rang. Ihre spätere Gruppe ist ganz anders, daran muss sie sich erst noch gewöhnen. Auch was ihr Verhältnis zu ihnen angeht, ist neu. Manchmal wirkt sie wie ein unsicheres Mädchen, dann wie die starke Kämpferin und manchmal wie eine Prinzessin. Mir gefiel ihre Vielschichtigkeit und dass weder sie sich, noch der Leser sie, richtig einschätzen konnte.

Kelsier, was für ein Mann. Ich halte ihn immer noch für wahnsinnig. Er ist voller Leben, gut gelaunt und hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Für ihn ist alles ein Spaß, zumindest behauptet er das. In seiner Vergangenheit hat er schlimme Dinge in den Gruben erlebt, wo er eigentlich sterben sollte. Statt verbittert zu sein, nimmt er das Leben wieder auf. Ich wusste allerdings nie, wie viel von seiner Art gespielt oder echt war. Sein Plan ist einfach nur wahnsinnig, kein Wunder, dass alle behaupten, er hätte den Verstand verloren. Mir gefiel, wie er mit den anderen umgegangen ist, wie er sie angetrieben und zusammengehalten hat. Er ist die Macht, die die anderen bewegt.

Zu der Bande gehören noch einige mehr, wie Weher, Hamm, Sazed, Keuler, Yeden, Marsch und Spuki. Die Jungs sind echt genial. Ich mochte jeden von ihnen, da alle so ihre Macken hatten. Insgesamt traten sie als starke und witzige Truppe auf, die ehrlich aneinander interessiert war, zusammenhielt und sich prima ergänzte.
Brandon Sanderson hat ein Gefühl für sehr gute und echte Charaktere. Ich hatte das Gefühl sie zu kennen, und durch die bestimmten Eigenschaften und Hintergründe waren sie schnell auch noch anschaulicher.

Die Handlung ist echt gut erzählt. Also wirklich sehr gut, sehr sehr gut. Es geht stetig voran, es passiert zwar viel nebenbei, doch ist das gut in den Hauptstrang eingearbeitet, sodass ich das Gefühl hatte, dass alles zum Hauptstrang gehörte. Es war spannend, auch wenn es vielleicht an Kämpfen mangelte, aber das hat mich nicht gestört, da der Rest viel interessanter war. Es wird alles sehr gut beschrieben und detailliert erzählt. Der Stil ist flüssig und geradlinig. Dazu wird es auch nicht langweilig, also mir zumindest nicht, und die ganzen Informationen sind gut in den Text eingewoben, dass es nie übertrieben wirkt. Auch mochte ich, dass die Perspektiven sehr nahe an den Personen waren und nicht allzu oft wechselten. So war ich quasi immer »dort« wo ich sein wollte und die Perspektivwechsel waren nicht so anstrengend, wie bei manch anderen Büchern, bei denen es übertrieben spannend gemacht wird. Das hat mir bei »Kinder des Nebels« wirklich gefallen. Auch war es gefühlt immer spannend, egal ob wegen dem Plan, der Fähigkeiten, oder der Mannschaft an sich.

Die Fähigkeiten, das wohl beste an dem Buch. Es gibt die Nebelinge, die je ein Metall verbrennen können, also eine bestimmte Fähigkeit haben, wie Gefühle aufwiegeln, oder besänftigen. Auch gibt es die Raucher, die ihre Fähigkeit von anderen verbergen, oder ganze Gruppen einhüllen können, sodass sie nicht gefunden werden. Andere sind unmenschlich stark und schnell, oder haben geschärfte Sinne. Sucher hingegen können diese Fähigkeiten wahrnehmen. Die letzten beiden können an Metallen ziehen oder drücken (z.B. um sich fortzubewegen). Klingt, wenn ich es erzähle, bisschen komisch, ich fand es aber genial. Nebelgeborene können alle Metalle verbrennen und einsetzen. Und das ist ziemlich cool. Sie erste Szene mit Kelsier im Kampf, der ein Nebelgeborener ist, fand ich einfach hammer. Es war wie Magie, doch etwas vollkommen neues. Auch die Ferrochemiker sind nicht zu verachten und haben geniale Fähigkeiten.
Alle Allomanten (so heißen die Metallverbrenner gesamt) und Ferrochemniker sind für mich großartig um- und eingesetzt. Damit schafft der Autor spannende und teils auch innovative Fähigkeiten, die dem Buch die richtige Würze geben.

Alles ist in einen größeren Kontext gebracht worden (wie so oft), bei dem die beschriebene Gruppe nur ein kleiner Teil ist. Auch Gesellschaftskritik kommt nicht so kurz und es ist eine gute Mischung des höfischen Lebens mit den Rebellen. Die Skaa sind minderwertig, werden ausgebeutet und umgebracht, wenn es den Herren beliebt. Der Adel rühmt sich damit, über den Skaa zu stehen. Der Oberste Herrscher ist die Übermacht und die Skaa so eingeschüchtert, dass sie sich nicht erheben. Ber auch beim Adel gibt es den ein oder anderen Querdenker, wie Elant, der die herrschende Ordnung anzweifelt. Denn was unterscheidet die Skaa eigentlich von den »normalen« Menschen? Wer ist gut und wer ist böse? Allerlei Fragen werden aufgeworfen und wurden in dieses Fantasy-Epos gesteckt.

Ein kurzes Wort zum Ende: Viele viele Wendungen (wobei ich mit Ende die letzten 300 Seiten meine), unerwartete Ereignisse, manchmal auch ziemlich verstörend. Mein Gedanke kurz vor Schluss: »Das kann es doch nicht sein! Bitte nicht!«. Man kann das Buch gut als Einteiler lesen, da das Ende zwar offen, aber dieser bestimmte Teil der Geschichte abgeschlossen ist. Ich hoffe ja, dass der nächste Band bald bei mir eintrifft.

Ach so, sonst beschwere ich mich ja, wenn es keine Karten und kein Glossar oder ähnliches gibt. Dieses Buch hat beides. Zwei tolle Karten, die vermutlich in den folgenden Bänden noch wichtig sein werden, im ersten Band jetzt nicht soooo wichtig sind. Aber ich fand es gut, das welche enthalten waren, auch wenn ich mich gut zurechtfand. Es gibt auch ein Glossar in den noch einmal die Metalle aufgelistet sind und noch einige Begriffe vorkommen. Am Anfang sollte man sich das allomantische Glossar noch nicht ansehen, das ist sonst verwirrend. Aber später ist es ganz hilfreich, wenn die Nebelinge bezeichnet werden, ganz so schnell konnte ich es mir dann doch nicht merken.

Mein Fazit:
Das Buch ist wirklich dick, und ich glaube ich habe viele Sachen unterschlagen, aber eins ist klar: Absolute Kaufempfehlung! Neue Welt, faszinierende Fähigkeiten, coole Charaktere, kleine und große Helden, Spannung und definitiv lesenswert. Lasst euch von den vielen Seiten nicht abschrecken, es liest sich echt flott und es lohnt sich, diesem Buch etwas Zeit zu widmen. Ich freue mich auf dir Fortsetzung!
Volle 5 Sterne von mir.

eure Maria

Montag, 11. Februar 2013

Abgabetermine ... oder WTF nur noch 3 Tage!

Na gut, ich gebs zu, ganz so schlimm ist es noch nicht. Aber diesen Monat stehen schon einige Termine an, zumal der März nicht wirklich ergiebig sein wird. 

Im Moment habe ich eine Kurzgeschichte zum Thema "Masken" in der Schreibe, für den Art Skript Phantastik Verlag. Der Wettbewerb klang ganz gut, bis auf die Wortbeschränkung. Nur 5000 Worte, gut, bei den Bierdeckeln waren es noch weniger, aber 5000 sind für eine Kurzgeschichte schon recht wenig. Aber immerhin darf ein dunkles Wesen vorkommen und alles aus dem Bereich Fantasy ist möglich. 
Abgabe ist der 28.2.2013 

Dann plane ich noch eine "Aufbruch"-Geschichte für meine Autorengruppe AG MöVe. Allerdings ist das schwierig, da ich zwar eine Idee habe, aber nicht weiß, wie ich das spannend umsetzen kann. Es hängt noch ziemlich in der Luft und alles was mir so einfällt, was das Ausschmücken und Verknüpfen angeht, ist bisschen langweilig. Mein Plan B steht auch schon. Mal sehen, welches es am Ende wird. 
Abgabe ist der 14.2.2013, aber es gibt auch Schonfrist für Spätzünder

Was hab ich noch... Ach ja, "Ängste" bei einer befreundeten Verlegerin. Ich habe mir die Angst vor Geistern oder vor dem Monster unterm Bett gewählt und hoffe, dass ich da noch den Durchbruch erziele. Das Thema finde ich eigentlich sehr interessant und freue mich drauf. Schwierig wird nur, es nicht zu komisch wirken zu lassen. Satire sollte nicht das Thema sein. Was bei dem Monster unterm Bett ja ganz witzig wäre, aber da wird sich sicherlich noch etwas finden.
Abgabe ist der 31.3.2013 

Die letzte Korrektur meiner Suchtgeschichte müsste ich auch mal langsam umsetzen. Es ist nicht viel, aber bei den ganzen anderen Sachen, da geht das ein wenig unter. Aber ich setz mich bald ran.

Zudem steht ja noch der ein oder andere Termin an, wie die Beendigung von "Neela". Nicht allzu wild, da es für "Neela" keinen festen Termin gibt. Dennoch will ich es dieses Jahr unter Dach und Fach haben, mit Korrektur und allem. Das Ende steht und einige coole Ideen habe ich auch schon, von daher sollte es eigentlich langsam weiter gehen =)

Aber eines ist wirklich schön, dass es vorangeht und sich so viele Möglichkeiten ergeben haben. =) Gut, bei einigen ist die Veröffentlichung noch nicht sicher, aber immerhin sind es Chancen, die so vielseitig sind, dass es wieder Spaß mach zu schreiben. Sich neben "Neela" auch mal wieder "neue" Gedanken machen zu können, hat doch auch etwas ;) Ich freue mich auf die Geschichten, auch wenn es oben vielleicht nicht so klang und ich hoffe, alle Termine einhalten zu können! 

Ach so, und nicht vergessen, abzustimmen ;) -> Bierdeckel

eure Maria

Freitag, 8. Februar 2013

Rezension: "Die Dämonenfängerin - Seelenraub" - Jana Oliver



Band zwei der Reihe »Die Dämonenfängerin« und ich habe ihn verschlungen.




Titel: Roley Blackthorne – Die Dämonenfängerin: Seelenraub
Autor: Jana Oliver
Genre: Fantasy
Seiten: 498
Verlag: Fischer FJB
Preis: 16,99€ (gebunden)





Der Klappentext:
Riley Blackthorne, Dämonenfängerin in Ausbildung, steht ihr Job sonst wo. Nach dem Überfall der Dämonen auf ein Zunfttreffen sind viele ihrer Kollegen tot oder verletzt – ihr Freund Simon liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Ihr Vater ist von einem mächtigen Totenbeschwörer wiederbelebt und entführt worden. Als ob das nicht reichte, machen ihr noch zwei Männer das Leben schwer: Ori, ein heißer selbständiger Dämonenfänger, und Denver Beck, ein Freund der Familie, der sie ständig bevormundet.. Riley ist fast so weit, Atlanta freiwillig zu verlassen. Aber als mehr und mehr Dämonen in der Stadt auftauchen, schickt der Vatikan schließlich eine eigene Truppe von Jägern, und plötzlich ist der Teufel los. Nur Riley weiß, dass sie der Grund dafür sein könnte. Ein besonders starker Dämon verfolgt sie, und sie wird ihm nicht ewig entkommen …

Die Rezension:
Es beginnt ungefähr da, wo es aufgehört hat. Die Welt ist im Chaos, die Dämonen rüsten zum Krieg, der Geo-Dämon lebt noch, Paul Blackthrone ist nicht länger unter der Erde, Simon ist schwer verletzt und glaubt, Riley sei mit den Dämonen im Bunde, und sie selbst hat ein Versprechen gegeben, dessen Folgen sie noch nicht wirklich abschätzen kann.
Klingt doch nach einer guten Ausgangssituation, um alles noch komplizierter werden zu lassen.

Ich hatte das Gefühl, dass sehr lange nichts passiert. Also im sinne von Action und Kämpfen und derlei Sachen, die ich bei »Die Dämonenfängerin« dank Titel erwarte. Gut, Beck war auf der Jagd gewesen, aber sonst? Die Autorin hat sie verstärkt auf die zwischenmenschlichen Beziehungen gestürzt. In diesem Band fand ich das auch wesentlich besser gelungen, als im ersten. Die Szenen wirken inzwischen wie Schlüsselszenen und ich wöllte nur wenige kürzen oder streichen. Im ersten Band dagegen erschienen mir sehr viele Szenen zu lang oder unnötig. Das ist diesmal nicht so.

Die Charaktere, die ich ja im ersten Band schon gut fand, erreichen noch mehr Tiefe, da weitere Facetten von ihnen aufgedeckt werden und Hintergrundgeschichten erzählt werden. Teils sehr genial! Auch entwickeln sich viele weiter. Inzwischen mag ich sogar Harper, und das will was heißen! Dieser scheint plötzlich seine menschliche Seite entdeckt zu haben und steht hinter Riley. Auch seine Geschichte mochte ich sehr.
Das Grüppchen bekommt Zuwachs von Mortimer dem Totenbeschwörer, der sich ebenfalls auf Rileys Seite schlägt und versucht ihr zu helfen. Er ist die treue Seele, auch wenn er als Nekromant eigentlich ein anderes Profil haben sollte.
Auch der dritte Meister wird näher beleuchtet. Die Geschichte fand ich noch mit am spannendsten. Er nimmt sich Beck an und versucht ihn in die richtige Richtung zu schubsen und auf seine Rolle als Meister, die er wohl früher oder später einnehmen wird, vorzubereiten. Die beiden bieten auch ein kleines Highlight.
Peter, der beste Freund von Riley, darf dieses Mal sogar bei der ein oder anderen Unternehmung dabei sein und auch er bekommt ein paar neue Züge zugestanden.
Und da ist noch der geheimnisvolle Ori, der sie vor dem Geo-Dämon gerettet hatte und jetzt permanent in ihrer Nähe ist.

Beck zeigt eine oft verborgene Seite, denn er legt für Riley immer öfter sein Schutzschild ab und zeigt ihr damit, wie viel sie ihm bedeutet. Nur kriegt sie das nicht wirklich mit... Mir gefallen die Einblicke, die der Leser dadurch bekommt, zumal auch wieder viele Kapitel aus seiner Sicht geschildert werden. Stellenweise hätte ich ihn gern gedrückt und ihm oder Riley in der nächsten Szene eine gescheuert, weil sie sich so doof verhalten. Auf mich wirkt er erwachsener und verantwortungsvoller.
Riley selbst ist verletzt, äußerlich wie innerlich. Der Verlust ihres Vaters nagt weiterhin an ihr, zumal dieser anscheinend wieder unter den Lebenden (wenn auch selbst tot) wandelt. Ihr Freund entwickelt sich zu ihrem schlimmsten Feind und das Versprechen mit dem Himmel setzt ihr ebenfalls zu. Sie weiß nicht mehr wem sie vertrauen kann, fühlt sich von Beck herumkommandiert und eigentlich will sie nur ihren Vater finden und ihre Ruhe haben. Aber da war ja noch was. Ganz so leicht ist es leider nicht gelöst.

Somit wirken alle sehr lebendig und recht, sehr schön ausgearbeitet und nachvollziehbar. Der Stil ist nach wie vor locker und jugendlich, aber nicht aufdringlich oder anstrengend. Die Autorin hat es geschafft, die wichtigen Szenen auch wirklich als solche zu schreiben und sie nicht mit allerlei unnützer Informationen vollzustopfen. Es wirkt präziser und dadurch, auch wenn nicht viel passiert, auch spannender. Die Verknüpfungen und kleinen Hinweise sind ihr gut gelungen, auch wenn einige Sachen etwas vorhersehbar waren. Aber das tat dem Buch keinen Abbruch.

Das mit den vielen Männern stört mich allerdings immer noch. Ich meine, dass Riley jemanden braucht, der sie auffängt, verstehe ich sehr gut, zumal Simon ja nicht der schlechteste Kandidat ist. Ich verstehe auch, dass sie sich das nicht einfach so gefallen lässt, wie er auf einmal mit ihr umspringt. Aber wieso sie gleich wieder beim nächsten Typen landet, dass verstehe ich nicht. Sie macht quasi den gleichen Fehler, den sie schon einmal gemacht hat, als sie in Beck verliebt war und nach seiner Abweisung den nächsten Kerl hatte. Der ein Arschloch war... Aber gut wenn es denn sein muss, viel besser geht dieses Szenario allerdings auch nicht aus.

Nach dem Angriff auf die Zunft geht es im zweiten Band vor allem um das Finden von Paul Blackthrone, in dessem Sinne sich Riley sogar mit den Totenbeschwörern einlässt. Weiterhin das Weihwasser-Problem, dass noch aufgeklärt werden muss. Zudem kommen die Jäger in die Stadt, die zusätzlich für Probleme sorgen, nicht zuletzt, weil Simon sie auf Riley ansetzt.
Und immer wieder Beziehungen. Die Personen sind ebenso im Wandel wie die Stadt, in der sie wohnen. Alles und jeder scheint sich zu ändern.

Fazit:
Auch wenn es an Action (im Sinne von Kämpfen) zu mangeln scheint, ist es eine coole Mischung aus Hexen, Nekros, Dämonen, Presse, Zauber, Geschichte, Liebe, Priestern, Engeln, Fängern und Jägern. Dieser Band hat mir echt gut gefallen und glänzt vor allem durch seine Figuren und deren Beziehungen zueinander. Ich bin gespannt, wie der dritte Band sein wird und wie sich die ganzen Probleme lösen oder noch weiter steigern!
4 von 5 Sterne von mir!

-> Rezi zu Band 1 "Aller Anfang ist Hölle".
-> Rezi zu Band 3 "Höllenflüstern"

eure Maria

Donnerstag, 7. Februar 2013

Rezension: "Kein Sex ist auch keine Lösung" - Mia Morgowski



So gar nicht mein Fall...




Titel: Kein Sex ist auch keine Lösung
Autor: Mia Morgowski
Genre: Liebeskomödie
Seiten: 318
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Preis: 4,99€







Der Klappentext:
Du: Frau Ich: Macho!
Tom arbeitet in einer Hamburger Werbeagentur und ist der größte Aufreißer vor dem Herrn. Er liebt Sex und er bewundert die Frauen. Denn Frauen kämpfen durchschnittlich mit 48,2 Problemen pro Tag – allein neun davon schon vor dem Aufstehen! Natürlich möchte Tom kein einziges dieser Probleme mit einer Frau teilen. Außer dem Bett möchte er eigentlich gar nichts mit einer Frau teilen. Auch Elisa will er spätestens nach drei gemeinsamen Nächten abservieren. Aber warum geht sie plötzlich nicht mehr ans Telefon? Und ruft auch nie zurück? Tom beschließt zu handeln, denn kein Sex ist schließlich auch keine Lösung …

Die Rezension:
Also mal im Ernst, was ist das denn für ein Mist? Ich bin echt froh, endlich durch zu sein, selbst die 318 Seiten waren mir zu lang!

Es beginnt mit der Flucht vor einem One-Night-Stand. Wie auch sonst. Danach startet der »Ich will keine Beziehung haben und rumvögeln«-Monolog und zieht sich durch das halbe Buch. Laufend werden Frauen beschrieben, übertrieben, sodass es nicht mehr schmeichelhaft ist. Aber gut, was sollte man auch anderes erwarten, dennoch war es mir bisschen zu viel. Zum Glück hat der gute Tom nicht allzu oft Sex, und wenn, dann hielt sich die Autorin mit Beschreibungen zurück. Da weiß ich noch nicht, ob ich das gut oder komisch finden soll. (Schließlich ging es ja um den Sex, oder?)
Es kommt, wie es kommen muss, er trifft eine Frau, die aber nicht so leicht zu knacken ist und auf einmal scheint sich der Spieß umzudrehen. Elisa war somit meine Rettung des Buches.

Tom ist Businessman, in den Dreißigern und bindungsunfähig. Der Typ ist das reinste Klischee, redet, wie erwähnt, nur von Sex und davon, dass er keine feste Beziehung will, da die Frauen ja so anstrengend sind. Soweit bin ich noch mitgekommen und fand ihn die ersten Seiten auch nicht so schlecht. Nachdem sich das aber auf so ziemlich jeder Seite wiederholte, da wurde es mir einfach zu viel und der Charakter unsympathisch. Gut, der Leser wird ja durch den Klappentext (Tom = Macho) und so weiter gewarnt. Aber das war mir alles trotzdem zu sehr Klischee. Auch geht bei ihm alles drunter und drüber und für mich war er nur noch ein Arsch, was aber auch zu erwarten war.

Elisa, die erwähnte Rettung, ist genial. Bei ihr gefällt mir zwar auch nicht alles, aber ich liebe es, wie sie mit Tom umgeht, ihn an der Angel hat und mit ihm spielt. Dabei wirkt sie sehr unschuldig, als ob sie das nicht absichtlich macht und selbst bis zum Ende ist nicht ganz klar, wie sie wirklich ist. Fakt ist: Sie hat Tom den Kopf verdreht und er ist zu doof, um es zu merken.

Insgesamt sind die Charaktere okay, aber die Nebencharaktere sind mir die liebsten, denn sie scheinen auch noch etwas Hirn zu besitzen und sind alle etwas eigenwillig, aber dennoch sympathisch, nicht so wie Tom. Sie alle haben ihre Probleme, ihre Macken und Eigenheiten. Tom hat Freunde, auf die er zählen kann. Diese Freunde bildeten auch kleine Highlights.

Die Handlung dümpelt so ein wenig vor sich hin und so wirklich passiert nichts. Ein paar Dates, Frauen aufreißen, das übliche eben... oder so. Na ja, ich spiele es vermutlich herunter, aber wirklich viel kann ich dazu auch nicht sagen.
Ich fand gut, dass der Job nicht vernachlässigt wurde, dass der Sex/Frauen-Monolog auch mal davon unterbrochen wurde. Auch wenn die Arbeit stellenweise den Monolog und weitere Probleme nach sich zog. Aber immerhin hatte ich so das Gefühl, dass in dem Buch noch ein wenig Tiefe steckt.
Ganz witzig wird es, wenn Tom sich über Elisa den Kopf zerbricht und auf ihre Anrufe lauert, wie so ein kleines Hündchen. Ich fand witzig, dass es umgedreht wurde und nicht sie diejenige war, die vor Warterei wahnsinnig wurde. Allerdings war das Thema schnell erschöpft und auch nicht wirklich etwas neues.

So richtig gut wurde erst die zweite Hälfte, da gab es einige Momente, die waren zu gut und sehr komisch. Den Humor hätte ich mir im ganzen Buch gewünscht und nicht die durchgekauten Klischees, die eben nicht mehr witzig waren. Aber es gab einige geniale Szenen. Gern mehr davon.

Es hat sich ganz gut lesen lassen, wenn auch manchmal anstrengend und langweilig. Der Stil ist recht frei und flüssig und liest sich schnell runter. Wenn ich länger gebraucht hätte, hätte ich wohl abgebrochen, nach den ersten 40 Seiten hatte ich schon keine richtige Lust mehr. Es waren ein paar gute Verstrickungen dabei und das Zwischenmenschliche kam, trotz Tom, nicht immer zu kurz.

Das Ende war dann noch überraschend gut und Tom sogar menschlich und nicht nur der Macho-Arsch den er im restlichen Buch darstellt. Nicht wirklich überraschend, aber was anderes habe ich bei dem Buch auch nicht erwartet. Es war ganz gut und ein netter Abschluss. Zumal ich froh war, dass es endlich vorbei war.

Fazit:
Alles in allem nicht mein Fall. Der ein oder andere wird es ganz witzig finden. Mir waren es zu viele Klischees, der Hauptcharakter zu unsympathisch und die Handlung auch nicht wirklich spannend. Ein Buch, das man Lesen kann, aber nicht lesen muss.
Von mir, nur 1,5 von 5 Sternen, weil es doch stellenweise ganz lustig war und ich davon gern mehr gehabt hätte.  

Mittwoch, 6. Februar 2013

Bierdeckelgeschichten - Wettbewerb

Wie schwer kann es denn sein eine Geschichte zu schreiben? Eigentlich nicht schwer, denkt sich jetzt der Autor. Und was ist mit einer Geschichte, die nur 140 Zeichen umfassen darf? Zeichen, nicht Wörter wohlgemerkt... 

Wie ich feststellen musste, ist das gar nicht so leicht wie erwartet. Es sollte spannend sein, eine Pointe haben und auch noch irgendwas aussagen. Wobei das mit der Aussage bei meinen Tiny Tales wohl auch Ansichtssache ist. Zumindest sollte es kein (doofer) Witz sein oder irgendein Spruch, schließlich werden ja Geschichten gefordert. 

Eine Geschichte. 140 Zeichen. Joa, auf geht's.


In den letzten Tagen habe ich mich daran gemacht, festgestellt dass 140 Zeichen wirklich verdammt wenig sind, und versucht etwas hinzukriegen. Und ich habe es geschafft. Also etwas zu schreiben. Hier meine kreativen Ergüsse:


So, warum blogge ich das? Ganz einfach, ich brauche Deine Hilfe. Ganz genau, Dich mein ich. Du könntest ja, in einen Anflug von Langeweile, auf den Link klicken, Du bist ja eh schon auf meinem Blog ;) und doch mal schauen, ob Dir eine meiner Tiny Tales gefällt. Wenn ja, könntest du ja auch noch ein Herzchen vergeben. Ich würde mich riesig freuen! Denn wenn das viele machen, besteht die Chance mit einer Geschichte in einer Anthologie zu landen, oder aber auf mehreren Tausend Bierdeckeln. Und das wäre doch mal was. =) 

Also bitte, wenn es Dir gefällt, dann gib mir ein Herzchen =)

die Maria

Samstag, 2. Februar 2013

Rezension: "Das Schwarze Kollektiv" - Michael Brandt

artskriptphantastik.de






Titel: Das Schwarze Kollektiv
Autor: Michael Zandt
Genre: Fantasy
Seiten: 254
Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
Preis: 11,80€







Der Klappentext:
Ariko ist ein Sohn der Straße. Von den Eltern verlassen, von den Behörden ins Waisenhaus gesteckt, gerät er früh in die Fänge des Militärs.

Er wird zum Soldaten erzogen und in den Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi geschickt. In deren riesigen Wäldern lernt er verlorene Seelen und grausame Götter, aber auch die magische Schönheit der Schöpfung kennen.
Ariko begegnet einem Mädchen. Sie ist jung, sie ist schön und sie ist eine feindliche Kriegerin. Der Waise wechselt die Fronten, doch findet er auch bei den Hameshi keinen Frieden. Er muss gegen Widersacher kämpfen und heimtückischen Dämonen widerstehen.
Ariko lernt viel im Reich der ewigen Wälder, aber wird er am Ende auch begreifen, dass der Keim alles Bösen … in der Liebe liegt?


Die Rezension:
Vielen Dank an die Verlegerin, die das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Ich wurde weitestgehend überrascht, könnte man sagen. Es ist das zweite Buch des Autors und das ist an einigen Stellen auch sichtbar.

Das Buch beginnt mit der Horde, insektenartigen Wesen, die aus ihrem Schlaf erwachen und ihre Wanderung beginnen. Diese Wanderung ist für alle Lebenden gefährlich, da die Horde das Land unter sich begräbt und alles tötet, das sich ihnen in den Weg stellt.

Klingt schon mal ziemlich gut. Der Autor erzählt am Anfang sehr viel. Es gibt viele viele Informationen zu den unterschiedlichen Gruppierungen, wie die Agrim, die Töchter der roten Mutter, die Hameshi, die Agrunbar und viele mehr. Es ist schwierig dem ganzen zu folgen und die Infos zu behalten. Zumal alle etwas miteinander zu tun haben und dann doch wieder nicht. Ich habe irgendwann den Faden verloren. Knapp 80 Seiten wird darüber erzählt. Da hätte ich mir ein Glossar gewünscht, um die Begriffe besser unterscheiden zu können. Und unterschiedlichere Begriffe, nicht drei mit »A«.

Natürlich passiert nicht nichts. Neben dem Erzählen reist der Protagonist auch umher. Durch das viele Beschreiben und Erklären geht mir etwas die Spannung verloren. Der Leser soll einen Überblick über die Welt und die Ordnung bekommen, jedoch ist es nicht sehr gut in die Geschichte eingeflochten. Die schnelleren und/ oder actionreicheren Szenen wirken sprunghaft, wie ein Herzschlag. Erst passiert kaum etwas, dann ein Ausschlagen, wieder weniger, Ausschlagen. Das machte mir den Anfang etwas kaputt.

Über den Hauptcharakter Ariko erfährt der Leser auch nicht allzu viel. Er ist gläubiger Soldat im Schwarzen Kollektiv und diesem in Treue ergeben. Obwohl die Geschichte im Ich-Erzähler geschrieben ist, erfährt der Leser überraschend wenig über Ariko, dessen Gefühle und Hintergründe. Auf der einen Seite fand ich das recht verwirrend, da ich so oft vergessen habe, dass es ein Ich- Erzähler und von dem plötzlichen Personenbezug überrascht war. Andererseits war es auch ganz clever gemacht. Ariko ist ein verschlossener Charakter, der seinen Platz erst noch finden muss und auch an sich und seinen Aufgaben zweifelt. Im Verlauf des Buches kommen auch mehr Informationen über ihn hinzu und der Leser ist »näher« am Geschehen. Zu Beginn war er wie ein Bericht aus weiter Ferne.

Als Ariko die Seite wechselt und sich den Hameshi anschließt, nimmt die Geschwindigkeit zu und es wird spannender und interessanter. Ich fand die Unterscheidung der Gruppen ganz cool und hätte da auch gern noch mehr zu erfahren, zumal die Namen ja recht merkwürdig-gut waren, »Felsenkatzen«, »Wildblumen«. Die Idee fand ich echt gut, da jede Gruppe ja auch ihre Eigenschaften hatte.

Die restlichen Personen waren alle etwas eigenwillig aber nicht unsympathisch. Vor allem die Wildblumen mochte ich, da sie sich auch um Ariko bemühten.
Lamis'yala, die Angebetete von Ariko, mochte ich dagegen gar nicht und ich konnte auch nicht verstehen, wieso er bis zum Schluss auf ihrer Seite steht. Sie hat schreckliche Dinge getan, war unberechenbar und wechselte recht oft ihre Stimmungen. Am Anfang wirkte sie auch sehr stark, wie eine Rebellin, später wie ein kleines Mädchen und ab und an wie ein Monster.
Alles in allem spannende Charaktere, über die ich gern mehr erfahren habe.

Der Stil ist durch das Erzählen recht langatmig und ausschweifend, ein wenig fühlte ich mich an Philip Pullman erinnert. Später nimmt die Geschichte an Tempo zu, wird spannender und mitreißender. Es sind einige schöne und auch grausame Beschreibungen enthalten. Durch das große Seitenformat dauert das Lesen allerdings etwas länger, was mich ab und an beim Lesen irritiert hatte, weil ich dachte, ich wäre schon wesentlich weiter. ;)

Das Ende war sehr verstörend, aber auch genial. Der Autor hat es geschafft einige unvorhergesehene Wendungen einzubauen und mich zu überraschen. Einige Dinge habe ich geahnt, aber nie habe ich richtig gelegen. Es kommt einiges ans Licht und es auch geht alles ziemlich schnell. In einem Moment erholte ich mich noch, als im nächsten wieder etwas passierte.
Diese Action und Spannung hätte ich mir auch schon eher im Buch gewünscht, da ich nach den ersten Seiten doch nicht so motiviert war, weiter zu lesen.

Mein Fazit:
Alles in allem kein schlechtes Buch mit viel Potential. Ich hätte mir mehr Spannung und weniger ausschweifendes Erzählen gewünscht, oder dass es besser eingeflochten ist und die ersten 80 Seiten nicht nur Input sind. Auch erfährt der Leser recht spät in welcher Zeit es spielt.
Ansonsten war es aber eine schöne neue Welt, mit tollen Elementen, die ich gern gelesen habe und mit denen ich mir auch noch mehr vorstellen könnte. Ich würde mich freuen, wieder etwas von dem Autor zu lesen und werde seine Entwicklung im Auge behalten.


3 von 5 Sternen von mir.

eure Maria

Freitag, 1. Februar 2013

Rezension: "Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist Hölle" - Jana Oliver

fischerverlage.de








Titel: Die Dämonenfängerin 1 – Aller Anfang ist Hölle
Autor: Jana Oliver
Genre: Fantasy
Seiten: 536
Verlag: Fischer FJB
Preis: 16,95€ (gebunden)







Der Klappentext:
Die siebzehnjährige Riley, einzige Tochter des legendären Dämonenfängers Paul Blackthorne, hat schon immer davon geträumt, in seine Fußstapfen zu treten. Jetzt ergreift sie die Chance, sich zu beweisen.

Im Jahr 2018 hat Luzifer die Zahl der Dämonen in allen größeren Städten erhöht. Wenn sie nicht mit ihren Hausaufgaben beschäftigt ist oder mit ihrer wachsenden Zuneigung zum engelsgleichen Dämonenfänger-Azubi Simon, ist Riley in Atlanta unterwegs, um geplagte Bürger vor Höllenbrut zu bewahren nur Dämonen ersten Grades natürlich, gemäß den strikten Regeln der Zunft. Das Leben ist so alltäglich, wie es nur sein kann für eine ganz normale Siebzehnjährige. Aber dann ruiniert ein mächtiger Geo-Dämon fünften Grades Rileys Routineauftrag in einer Bibliothek und bringt ihr Leben in Gefahr. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, trifft eine unvorhergesehene Tragödie die Fängerzunft. Nun hat Riley eine gefährlichere Zukunft vor sich, als sie sich jemals vorzustellen vermocht hat.

Die Rezension:
Da es ja letztens schon eine Rezi dazu auf dem Ghostreader gab, habe ich beschlossen es mir zuzulegen. Nicht die schlechteste Entscheidung.


Das Buch fasst einiges zusammen: Witz, Liebe, Tragödie, Dämonen, Mobbing, Friedhöfe, Hexen und Nekromanten.
Es beginnt mit Action und dem Fangen eines Dämons. Der Auftrag stellt sich als schwieriger heraus, als Riley erwartet hatte. Die Protagonistin wird gleich im ersten Satz eingeführt und ist auch auf Anhieb sympathisch.
Nach der anfänglichen Action passiert dann aber erst mal nicht mehr viel. Es werden weitere Personen vorgestellt, ein Zunfttreffen findet statt und der Leser hat Zeit sich in das Umfeld einzufinden. Schnell wird klar: Riley hat echt ein Problem. Als Mädchen ist sie nicht von Bedeutung und wird von vielen in der Zunft abgelehnt. Wäre sie nicht die Tochter eines Meisters, hätte sie keine Chance überhaupt die Ausbildung zur Dämonenfängerin anzufangen. Aber ihren Gegnern kommt der misslungene Auftrag gerade recht. Zum Glück steht ihr Vater hinter ihr und auch Beck, den sie seit einigen Jahren hasst. Niedergeschmettert geht sie heim.

Danach kommt die Flaute. Das hat mich ein wenig gestört, am Anfang Action, nach 100 Seiten dann die Katastrophe und kurz vor Schluss noch die große Actionszene. Das gefiel mir nicht wirklich. Einige Szenen hätten locker rausgekonnt, da sie den Plot nicht vorangebracht haben. Schlecht waren sie nicht, wie die Szenen in der Schule oder auf dem Friedhof, aber manche waren mir zu lang und haben mich nicht weiter gebracht.

Die Personen finde ich witzig. Riley ist recht chaotisch und emotional instabil, was verständlich ist, nach allem, was sie erlebt hatte. Aber sie hat ein paar coole Sprüche drauf und hat keine Ahnung, wie sie auf die Kerle in ihrer Umgebung wirkt. Teils sind ihre Handlungen oder Emotionen nicht nachvollziehbar, teils ist das aber auch verständlich bei dem, was sie durchmacht.  
Beck ist scheinbar der Arsch, aber ich fand ihn genial. Es lässt den Anführer und großen Macker heraushängen, doch schnell wird klar woher das kommt. Er hatte nicht die beste Vergangenheit und erst durch Rileys Vater etwas gefunden, dass ihm half. Erstmals wurde er unterstützt und hatte ein Ziel vor Augen. Später macht er es sich zur Aufgabe, Riley zu schützen.
Simon ist auch ein Dämonenfänger in der Ausbildung, ein Katholik und verschossen in Riley. Er ist Lehrling beim schlimmsten Ausbilder der Zunft, zu dem auch sie später wechseln wird. Ich fand ihn sympathisch, weil er recht ruhig und ausgeglichen ist, er sorgt für sie und steht hinter ihr.
Die Personen sind alle gut gestaltet, haben Tiefe, Ziele, Stärken und Schwächen und sind hintergründig. Jeder hatte eine eigene Geschichte, das fand ich echt gut.

Was ich aber bisschen nervig fand, war dass so viele Kerle auf Riley stehen. Ich meine, zum Teil war es ganz witzig, weil sie die einzige war, die es nicht gecheckt hat, aber andererseits dachte ich mir auch: »Ihr Ernst, Frau Oliver? Gleich VIER? o.Ô« Das war mir dann doch zu viel, auch wenn sie sich zum Glück recht schnell für einen entscheidet.

Kleines Manko waren auch die Sprünge bei Bewegungen. Sie stürmt aus einem Raum und wird dann aber doch noch aufgehalten, obwohl sie doch schon weg sein sollte. Oder, dass man nicht weiß, wo sie steht. Im ersten Moment steht sie, dann sitzt sie, dann setzt sie sich wieder hin. Das hat mich manchmal doch rausgebracht. Oder war es manchmal auch einfach unlogisch, zB wo von »zusammen sein« die Rede ist und es im Vorfeld kein Gespräch in die Richtung, oder eineindeutige Zeichen gab. Das war auch nicht so das Wahre.

Es liest sich allerdings recht flott, und ist recht jugendlich gehalten, ohne zu nerven. Mich hat persönlich die Formatierung gestört, da es in meiner Ausgabe keine Einrückungen gibt, sodass nicht immer klar ist, wer spricht. Das hat mich auch manchmal rausgebracht.
Auch wenn es so seine Längen hat, ist es interessant geschrieben und treibt einen voran. Ich mocht es nur ungern weglegen und kam auch sehr schnell durch.

Sehr gut fand ich aber die Atmosphäre und dass die Krise nicht einfach vorbei war, sondern trotzdem noch auftauchte. Auch wurde es immer schlimmer, so wie es auch im echten Leben ist, denn selbst wenn die Umgebung nicht in Echt untergeht, tut sie es für einen selbst. Da waren die ganzen Probleme ziemlich passend, da sie das zerstörte Bild stützten.

Kleine Warnung: Wer einen Elternteil (vor kurzem) verloren hat, sollte das Buch erst mal nicht lesen. Es ist schon ziemlich krass und bringt einen auch unter normalen Umständen zum Heulen. Ansonsten Zähne zusammen beißen und Taschentücher bereitstellen.

Fazit:
Auch wenn ich jetzt recht viel Negatives angebracht habe, fand ich es dennoch gut geschrieben und auch witzig. Schnell geschrieben, spannend, auch wenn nicht allzu viel Action vorhanden ist, und macht neugierig auf mehr.
Der zweite Band ist bestellt und ich bin gespannt wie er ausfallen wird.

Der Titel verspricht ein bisschen mehr, als tatsächlich passiert, bildet aber einen angenehmen Einstieg in die Reihe.

Von mir 3,5 von 5 Sternen, mit viel Luft nach oben.  

-> Rezi zum zweiten Band "Seelenraub".
-> Rezi zum dritten Band "Höllenflüstern"

eure Maria