Montag, 7. Januar 2013

Rezension: "Das Magische Messer" - Philip Pullman







Titel: Das Magische Messer
Autor: Philip Pullman
Genre: Fantasy
Seiten: 336
Verlag: Heyne Taschenbuch Verlag
Preis: 7,95€ - 8,95€








Der Klappentext:
Der junge Parry will das Geheimnis um seinen Vater lösen, der vor zehn Jahren bei einer Polarexpedition verschwunden ist. Durch Zufall findet er einen Zugang zu einer anderen Welt, als er vor geheimnisvollen Männern flieht. Hier trifft er auf Lyra, die ebenfalls durch ein Dimensionstor aus ihrer Heimat, die der Erde ähnelt, in diese fremde Welt gelangt ist. Auch sie ist auf der Suche nach ihrem Vater, Lord Asriel. Es stellt sich heraus, dass das Schicksal der beiden eng miteinander verknüpft ist. Gemeinsam müssen sie in den verschiedenen Welten um ihr Leben kämpfen und viele Abenteuer überstehen. Im Verlauf der Geschichte wird es immer deutlicher, dass den beiden Kindern eine Hauptrolle zugedacht ist in der anstehenden entscheidenden Schlacht zwischen Gut und Böse.

Die Rezension:
Also ganz ehrlich: Für jeden Fan von »Der Goldene Kompass« ist der zweite Band der Reihe »His Dark Materials« ein Muss! Für mich war es das auch, aber begeistern konnte es mich nicht so richtig.

Es war gut zu lesen, aber richtig Spannung konnte nicht aufkommen. Auch fragte ich mich oft, was es sollte, wozu diese Szenen führen sollten. Auch wenn es eine Reihe ist, sollte auch jedes Buch für sich stehen können, doch bei dieser Reihe gehören alle Bücher zusammen und es ist schwierig nicht den Überblick zu verlieren. Manches erschien mir nicht stimmig und ich fragte mich, wieso es eingeführt wurde. Mag sein, dass es wichtig für den nächsten Band ist, dass der Leser wissen muss, wie es zu dem kommt, was später irgendwann passiert, das ist ja auch gut. Nur gar keine Antworten zu bekommen? Da stellt sich bei mir doch das Gefühl ein, dass es überflüssig war.

Das Buch beginnt, nicht wie erwartet mit Lyra, mit Parry. Einem Jungen, der seine Mutter schützen will, einen Mord begeht und durch eine Art Portal verschwinden kann. Er landet in einer neuen Welt, die seiner recht ähnlich ist, in der es jedoch an Erwachsenen fehlt. Er findet ein verlassenes Haus, Essen und beschließt vorerst dort zu bleiben, wo er sicher ist. Dort, in diesem Haus trifft er auf Lyra, die durch Zufall in diese Welt gekommen ist. Sie ist sehr verängstigt und verschreckt. Eigenschaften, die ich bei ihr kaum erwartet hatte, auch wenn es ein neues Umfeld war.

Es dauert ein wenig, bis ich mich in die Handlung eingefunden habe. Der Einstieg mit Parry hat mich verwirrt, ich wollte doch wissen, was mit Lyra ist. Stattdessen taucht wieder ein Kind auf.
Ich bin auch mit dem Großteil des Buches nicht warm geworden und konnte mich nicht einfangen lassen. Ich hatte viel mehr erwartet. Es wurde später noch spannend und mitreißend, hatte seine Höhen und Tiefen, schöne Momente... Aber so richtig hat es mich dennoch nicht begeistern können.

Der Stil ist recht detailreich, manchmal etwas langatmig erzählt. Es sind viele gute Ideen dabei, die auch gut umgesetzt wurden, manchmal hätte ich mir mehr gewünscht, manchmal weniger. Es war schwierig und ich hab mich gefreut, als es später dann spannend wurde. Der Autor schaffte es dennoch mich mitfiebern zu lassen, durch gut gesetzte Wendungen. Aber wie bereits erwähnt: Es war nicht meins.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen, dass den Hexen mehr Beachtung geschenkt wurde. Mit Serafina hatte ich zuvor bereits sympathisiert und es war schön, mehr von ihr zu lesen. Es bot eine gute Abwechslung und der Leser erfuhr so einiges über die Frauen.
Auch das Auftauchen des Aeronauten hat mich gefreut, da ich dachte, dass er vollends zur Hintergrundfigur würde. Doch auch er spielte eine wichtige Rolle. Später auch eine traurige.

Die Figuren selbst sind sehr gut dargestellt und ausgereift. Auch ließ sich gut herausfinden, wie man zu den Figuren stehen sollte. Gegen Mrs. Coulter, die im ersten Band schon schlechter wegkommt, entwickelte ich diesmal eine richtige Abneigung. Sie war mir sehr zuwider und tauchte auch laufend auf. Die Frau schien überall zu sein.
Von Lyra war ich etwas enttäuscht, auch wenn der Charakter gut erklärbar ist. Aber ich hatte ein anderes Bild von ihr. Wieso sollte sie sich ängstlich verstecken? Das passte nicht zum ersten Band. Oft trat sie so auf, wie ich es gewohnt war und sie hatte ja auch ihr Alethiometer. Nur war der Umgang mit selbigen auch eigenartig. Und allein die Tatsache, dass sie es sich stehlen ließ, konnte ich nicht begreifen. Da war ich leicht enttäuscht. Ansonsten war sie wie immer, stur, ein bisschen von sich eingenommen, aber dennoch sympathisch.

Ein weiteres Highlight gab es im Labor der Wissenschaftlerin, auch wenn die Umstände, die dazu führten, nicht ganz nachvollziehbar waren. Dennoch, die Darstellung des Staubes war genial und die Bilder wirklich gut. Genauso wie die Öffnung der Durchgänge, die war auch wirklich gut. Das Buch enthält damit einige gute Elemente, die Spaß beim Lesen machten.

Wenig gefallen haben mir die Längen. Teilweise passierte sehr wenig, oder Dinge, von denen ich mich fragte, ob der Autor die nicht hätte weglassen können. Ab und an wirkte es bunt zusammengewürfelt und hätte nicht sein müssen. Wozu überhaupt die Begegnung mit der Wissenschaftlerin? Wieso die vielen »Zufälle«? Das waren mir teils schon zu viele Zufälle. Und dagegen wieder schöne Highlights. Es ging ziemlich rapide auf und ab.


Fans wären wohl doch begeistert und fänden die neue Welt beziehungsweise die Parallelwelten sehr gut (fand ich ja auch). Es ist interessant geschrieben und lässt auch einige Fragen offen, wie es weiter gehen könnte.
Alles in allem nicht ganz mein Fall, weil wir nicht warm geworden sind. Ich werde aber trotzdem den letzten Band lesen.

Dafür 3 von 5 Sternen von mir.  

eure Maria

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